Mehr zu AutorInnen mit L Testbericht

No-product-image
ab 40,36
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von leser@tte

Auf zwei Planeten / Laßwitz, Kurd: Heute lesen, wie man gestern morgen sah!

Pro:

Nach 105 Jahren immer noch top! Fesselnde Geschichte und Einblick in die damalige Weltsicht zugleich...

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Nachdem ich mich neulich durch drei verschiedene Ausgaben von Kurd Laßwitzs Traumkristalle gelesen habe und von seinen Kurzgeschichten begeistert war, habe ich mir jetzt auch das Vergnügen gegönnt, seinen bekanntesten Roman zu lesen. Hier mein Bericht zu diesem Meilenstein der deutschen Science Fiktion oder Zukunftsromane, wie man wohl damals eher gesagt hätte.


Story:

Eine verunglückte Polarexpedition wird von einer geheimnisvollen Siedlung am Nordpol gerettet. Schnell stellen sie fest, daß es sich bei den Rettern um Martier, also Bewohner des Mars handelt. Die Martier oder Numen, wie sie sich selbst nennen, haben eine der Menscheit weit überlegene Kultur. Das es recht schnell zu einer Kommunikation kommt, liegt daran, daß sie in ihrem Überaschungspacket für die erfolgreiche Expedition u.a. ein Überstzungbuch, deutsch-matisch finden. Zunächst eingroßes Rätsel

Die Numen wollen der Erde Frieden und Wohlstand bringen und ihre Brüder vom Nachbarplaneten Ba, wie sie die Erde nennen, an ihrer Kultur teilhaben lassen. Trotz ihrer hohen Ideale erliegen die Martier aber bald der Verlockung, ihre Macht zu mißbrauchen. Eine Partei der Antibaten gewinnt zunehmend an Macht und drängt darauf die Erde zu unterwerfen.


Über den Autor:

Kurd Laßwitz (1848-1910) gilt als Begründer der deutschen Science-Fiction Literatur. Auf zwei Planeten erschien 1897 und gilt bis heute als Klassiker der deutschen SF. Laßwitz hat Philosophie und Naturwissenschaften studiert. Er promovierte in Physik und lehrte später Mathematik als Gymnasiallehrer in Gotha. 1884 erhielt er den Professorentitel.


Daten:

Kurd Laßwitz
Auf zwei Planeten
2. Auflage 1973
208 Seiten Paperback
Heyne Science Fiction Classics Nr. 3299
Preis 3,80 DM

Der Heyne-Verlag hat meines Wissens auch eine Neuausgabe herausgebracht, welche zusätzlich einen 250 Seiten starken Anhang bietet.


Meine Meinung:

Auch nach 105 Jahren liest sich der Roman noch spannend. Zwar wissen wir mittlerweile, daß es auf unserem Nachbarplaneten wohl kaum so ausschaut, wie Laßwitz den Mars darstellt, aber auch heute halten sich ja noch Gerüchte um UFOs, die ihre Basis am Pol haben. Unter diesem Gesichtpunkt ist Laßwitz bestimmt nicht von gestern.

Alle Science Fiction beiseite gelassen zeichnet er lebhafte Charaktere und kämpft eher mit ethischen Problemen, als daß er große Weltraumschlachten veranstaltet. Ein Roman, der wirklich fesselnd ist.

Faszinierend an den Geschichte von Laßwitz finde ich auch, daß sie immer ein wenig einen Einblick in das damalige Verständnis der Natur geben, auch wenn ich mich mit seinen Äthertheorien nicht so sehr anfreunden kann. Seine Maschine, mit der man in die Vergangenheit blicken kann, indem die überlichtschnellen Gravitationsstrahlen das Licht überholen und dann daran reflektiert werden, finde ich aber eine sehr nette Idee.

Wer das Buch auf dem Flohmarkt findet sollte nach meiner Meinung auf jeden Fall zugreifen. Laßwitz beweist hier wieder einmal, daß er nicht zu Unrecht als der Vater der deutschen Science Fiction gilt.


Fazit:

Was sich nach so langer Zeit noch so gut ließ verdient einfach die beste Wertung, die ich vergeben kann. Eine spannende Geschichte, nicht nur für Freunde der Science Fiction.

15 Bewertungen