Erfahrungsbericht von mickey73
Michael Lesch - Ein Jahr Hölle
Pro:
recht interessant, gute Struktur, einfach und verständlich
Kontra:
übertriebene Selbstdarstellung, Prominenter
Empfehlung:
Nein
Eigentlich bin ich ja kein Fan von solchen „Erfahrungs-Büchern“ und auch nicht von Michael Lesch, aber als ich mal nichts zu lesen hatte, habe ich mir von meiner Mutter dieses Buch ausgeliehen (in der Not frisst der Mensch fliegen *g*).
Der Einband
Auf der Vorderseite des Taschenbuches befindet sich neben dem Buchtitel eine große Abbildung des Autors. Auf der Rückseite ist eine kleine Inhaltsangabe abgedruckt und noch mal eine kleinere Wiederholung der Autorenabbildung der Vorderseite.
Wer ist Michael Lesch?
Michael Lesch, geb. 18.10.1956, ist Schauspieler. Vielen dürfte er bekannt sein aus der Serie „Der Fahnder“, in dem er die Hauptrolle, den Polizisten Martin Riemann, spielte. Oder aber aus der Serie „Freunde fürs Leben“, in der er den Arzt Dr. Junginger gespielt hat. Er ist leidenschaftlicher Golfspieler und seit dem 28.12.2000 verheiratet.
Worum geht es in dem Buch?
Im November 1999 wird bei Michael Lesch Morbus Hodgkin, eine bösartige, tumorhafte Lymphknotenerkrankung (Krebs), diagnostiziert.
In dem Taschenbuch erzählt Michael Lesch in Form eines Tagebuches seinen Leidensweg: vom Tage der Feststellung der Krankheit bis zum Sieg über den Krebs. Die Zeitspanne beläuft sich im Ganzen auf ca. 1 Jahr. Zwischendurch findet man auch immer wieder einen Tagebucheintrag seiner späteren Ehefrau Christiana.
Auszug aus dem Buch:
10. Februar 2000 – Ich will nicht mehr leben
„Ich will nicht mehr. Ich mag diese Scheiße nicht! Jetzt bin ich wirklich nicht mehr ich. Jetzt habe ich keine Möglichkeit mehr, nach draußen zu gehen. Mit diesem Beutel ist mein Leben nicht mehr lebenswert. Ich liege nur apathisch da. Ich habe alles respektiert, alles, alles ertragen, immer versucht, alles positiv zu sehen: die Diagnose. Die Chemotherapie. Das Gift. Den Port in meiner Brust. Aber dieser Beutel an meinem Bauch – meine eigene Scheiße: Nein, das nicht! Christina kam, auch ihr Bruder Jochen. Er brauchte mir eine Eisenskulptur mit, die er selbst gemacht hatte. Aus Nägeln und Schrauben hatte er einen Golfspieler gestaltet. Das sollte bedeuten: „Denk dran, du bist ein Golfer aus Eisen.“ Ich denke nur an diesen verfluchten Beutel. Christina fragt, ob ich Zeitungen wolle. Nein, dieser Beutel da unten … Jochen fragt, ob ich einen Fernseher haben wolle. Nein. Dieser Beutel da unten … Ich will nichts. Ich will nichts lesen, nichts wissen, nichts sehen, nichts hören. Ich will nur noch eines: Ich will, dass dieser Beutel wegkommt! Ich sage zu Christina: „Unter diesen Voraussetzungen habe ich keinen Bock mehr zu leben. Ich gehe in ein anderes Krankenhaus. Heute noch. Wenn die mir hier diesen Beutel nicht wegnehmen, dann lasse ich das woanders machen. Ich will so nicht leben!“
Wie ich das Buch fand
Die Aufmachung des Buches fand ich sehr einfallslos. Wer allerdings Michael Lesch nicht kennt, dem dürfte spätestens nach dem Ansehen der Abbildung auf dem Einband einfallen, um wen es sich dabei handelt.
Den inhaltlichen Aufbau des Buches fand ich sehr gut. Es ist einfach strukturiert. Durch die Wahl der Form von kurzen Tagebucheinträgen kann man sich von Tagebucheintrag zu Tagebucheintrag hangeln und hat dadurch auch das Gefühl, etwas wirklich ganz persönliches dieses Schauspielers zu lesen. Die kurzen Tagebuch-Zwischenspiele seiner Frau geben einem immer mal wieder einen kurzen Einblick in die Sichtweisen von Angehörigen, die mit einem Krebspatienten zu tun haben, mit der Situation umgehen.
An sich fand ich den Inhalt des Buches sehr interessant. Michael Lesch erzählt auf sehr einfache und verständliche Art und Weise, wie er mit dem Krebs umgeht, wie er sich fühlt und welche Auswirkungen die Chemotherapie auf ihn und seinen Körper hat. Interessant fand ich auch zu erfahren, was die Ärzte so alles mit einem Krebspatienten anstellen. Seinen Kämpfergeist gab Michael Lesch in seinem Buch immer wieder besonders zum Ausdruck.
Da Michael Lesch nun mal Prominent ist, kommt diese Besserstellung in dem Buch ebenfalls zur Geltung. „Selbstverständlich“ wird er nur von Professoren behandelt, „selbstverständlich“ geht bei ihm alles besonders schnell, wie z. B. der Beginn der Chemotherapie, und „selbstverständlich“ macht ihm seine Krankenkasse wegen der hohen Behandlungskosten keine Probleme. Von daher hatte dieses Buch schon einen üblen Beigeschmack, da man den Inhalt nicht unbedingt vergleichen kann, mit der zusätzlichen bürokratischen Problematik eines Krebspatienten, der Otto-Normal-Verbraucher ist. Außerdem finde ich, gibt Michael Lesch seinem „Kämpfernaturell“ ein wenig zu viel Ausdruck, so dass es leicht übertrieben wirkt. Die Rolle seiner Frau, die ja angeblich eine so wichtige Rolle in seiner Krebszeit gespielt hat, hält er dagegen recht knapp.
Fazit
Wer sich wirklich für Erfahrungsberichte von Krebspatienten interessiert, der sollte nicht unbedingt zu diesem Buch greifen, da es sich bei dem Buch von Michael Lesch wohl eher nur um einen Selbstdarstellungsversuch eines bekannten Schauspielers handelt, der seinen „Leidensweg“ auf diesem Wege vermarkten will.
Für langweilige Stunden und Fans des Schauspielers allerdings geeignet.
Preis:
7,90 EUR
Verlag:
Bastei Lübbe
www.luebbe.de
ISBN 3-404-61490-9
Der Einband
Auf der Vorderseite des Taschenbuches befindet sich neben dem Buchtitel eine große Abbildung des Autors. Auf der Rückseite ist eine kleine Inhaltsangabe abgedruckt und noch mal eine kleinere Wiederholung der Autorenabbildung der Vorderseite.
Wer ist Michael Lesch?
Michael Lesch, geb. 18.10.1956, ist Schauspieler. Vielen dürfte er bekannt sein aus der Serie „Der Fahnder“, in dem er die Hauptrolle, den Polizisten Martin Riemann, spielte. Oder aber aus der Serie „Freunde fürs Leben“, in der er den Arzt Dr. Junginger gespielt hat. Er ist leidenschaftlicher Golfspieler und seit dem 28.12.2000 verheiratet.
Worum geht es in dem Buch?
Im November 1999 wird bei Michael Lesch Morbus Hodgkin, eine bösartige, tumorhafte Lymphknotenerkrankung (Krebs), diagnostiziert.
In dem Taschenbuch erzählt Michael Lesch in Form eines Tagebuches seinen Leidensweg: vom Tage der Feststellung der Krankheit bis zum Sieg über den Krebs. Die Zeitspanne beläuft sich im Ganzen auf ca. 1 Jahr. Zwischendurch findet man auch immer wieder einen Tagebucheintrag seiner späteren Ehefrau Christiana.
Auszug aus dem Buch:
10. Februar 2000 – Ich will nicht mehr leben
„Ich will nicht mehr. Ich mag diese Scheiße nicht! Jetzt bin ich wirklich nicht mehr ich. Jetzt habe ich keine Möglichkeit mehr, nach draußen zu gehen. Mit diesem Beutel ist mein Leben nicht mehr lebenswert. Ich liege nur apathisch da. Ich habe alles respektiert, alles, alles ertragen, immer versucht, alles positiv zu sehen: die Diagnose. Die Chemotherapie. Das Gift. Den Port in meiner Brust. Aber dieser Beutel an meinem Bauch – meine eigene Scheiße: Nein, das nicht! Christina kam, auch ihr Bruder Jochen. Er brauchte mir eine Eisenskulptur mit, die er selbst gemacht hatte. Aus Nägeln und Schrauben hatte er einen Golfspieler gestaltet. Das sollte bedeuten: „Denk dran, du bist ein Golfer aus Eisen.“ Ich denke nur an diesen verfluchten Beutel. Christina fragt, ob ich Zeitungen wolle. Nein, dieser Beutel da unten … Jochen fragt, ob ich einen Fernseher haben wolle. Nein. Dieser Beutel da unten … Ich will nichts. Ich will nichts lesen, nichts wissen, nichts sehen, nichts hören. Ich will nur noch eines: Ich will, dass dieser Beutel wegkommt! Ich sage zu Christina: „Unter diesen Voraussetzungen habe ich keinen Bock mehr zu leben. Ich gehe in ein anderes Krankenhaus. Heute noch. Wenn die mir hier diesen Beutel nicht wegnehmen, dann lasse ich das woanders machen. Ich will so nicht leben!“
Wie ich das Buch fand
Die Aufmachung des Buches fand ich sehr einfallslos. Wer allerdings Michael Lesch nicht kennt, dem dürfte spätestens nach dem Ansehen der Abbildung auf dem Einband einfallen, um wen es sich dabei handelt.
Den inhaltlichen Aufbau des Buches fand ich sehr gut. Es ist einfach strukturiert. Durch die Wahl der Form von kurzen Tagebucheinträgen kann man sich von Tagebucheintrag zu Tagebucheintrag hangeln und hat dadurch auch das Gefühl, etwas wirklich ganz persönliches dieses Schauspielers zu lesen. Die kurzen Tagebuch-Zwischenspiele seiner Frau geben einem immer mal wieder einen kurzen Einblick in die Sichtweisen von Angehörigen, die mit einem Krebspatienten zu tun haben, mit der Situation umgehen.
An sich fand ich den Inhalt des Buches sehr interessant. Michael Lesch erzählt auf sehr einfache und verständliche Art und Weise, wie er mit dem Krebs umgeht, wie er sich fühlt und welche Auswirkungen die Chemotherapie auf ihn und seinen Körper hat. Interessant fand ich auch zu erfahren, was die Ärzte so alles mit einem Krebspatienten anstellen. Seinen Kämpfergeist gab Michael Lesch in seinem Buch immer wieder besonders zum Ausdruck.
Da Michael Lesch nun mal Prominent ist, kommt diese Besserstellung in dem Buch ebenfalls zur Geltung. „Selbstverständlich“ wird er nur von Professoren behandelt, „selbstverständlich“ geht bei ihm alles besonders schnell, wie z. B. der Beginn der Chemotherapie, und „selbstverständlich“ macht ihm seine Krankenkasse wegen der hohen Behandlungskosten keine Probleme. Von daher hatte dieses Buch schon einen üblen Beigeschmack, da man den Inhalt nicht unbedingt vergleichen kann, mit der zusätzlichen bürokratischen Problematik eines Krebspatienten, der Otto-Normal-Verbraucher ist. Außerdem finde ich, gibt Michael Lesch seinem „Kämpfernaturell“ ein wenig zu viel Ausdruck, so dass es leicht übertrieben wirkt. Die Rolle seiner Frau, die ja angeblich eine so wichtige Rolle in seiner Krebszeit gespielt hat, hält er dagegen recht knapp.
Fazit
Wer sich wirklich für Erfahrungsberichte von Krebspatienten interessiert, der sollte nicht unbedingt zu diesem Buch greifen, da es sich bei dem Buch von Michael Lesch wohl eher nur um einen Selbstdarstellungsversuch eines bekannten Schauspielers handelt, der seinen „Leidensweg“ auf diesem Wege vermarkten will.
Für langweilige Stunden und Fans des Schauspielers allerdings geeignet.
Preis:
7,90 EUR
Verlag:
Bastei Lübbe
www.luebbe.de
ISBN 3-404-61490-9
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