Erfahrungsbericht von LeaofRafiki
Doris Lessings Katzenbuch: Ein traumhaftes Zusammenspiel
Pro:
wunderschön geschrieben, wunderschön photographiert
Kontra:
---
Empfehlung:
Nein
Ein traumhaftes Zusammenspiel offenbart sich dem, der Doris Lessings Katzenbuch mit Katzenportaits von Isolde Ohlbaum in den Händen hält, ist es doch eine vom Stuttgarter Klett Cotta Verlag herausgegebene bibliographische Kostbarkeit.
Allein die Namen dieser beiden Frauen bürgen für höchsten Kunstgenuß!
Doris Lessings Katzenbuch wurde das erste Mal 1967 unter dem Titel \"Particulary Cats\" in London veröffentlicht. In Deutschland erschien es unter dem Titel \"Katzenbuch\" oder \"Doris Lessings Katzenbuch\" in verschiedenen Ausgaben, gebunden oder als Taschenbuch, die sogar zweimal ergänzt wurden. 1989 um die Erzählung von \"Rufus\" (Rufus the Survivor; die Geschichte eines Überlebenskünstlers mit feuerrotem Fell, der sich bei Doris Lessing in Haus und Garten einquartiert) und 1998 durch \"El Magnifico am Ende seiner Tage\" (The Old Age of El Magnifico; einem würdevollen Kater mit gelben Augen, ein mutiger Kämpen, dem leider ein Vorderbein amputiert werden muß).
Es enthält also eine lose Sammlung von Katzengeschichten, die sie im Laufe ihres Lebens aufgeschrieben hat und beginnt mit einer Erzählung aus ihrer Kindheit, also einer Zeit, da sie noch in Afrika lebte.
Diese Anfangsgeschichte(n) sind nichts für zartbesaitete Gemüter, da Katzen sowohl in dieser Zeit (also schätzungsweise den dreissiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts) als auch in dieser Region nicht die behüteten Haus- und Schmusekatzen waren, wie wir es heute gewöhnt sind. Im Gegenteil, das Leben war hart (und manchmal ungerecht, so zum Beispiel, wenn der Katzenflut mit dem Gewehr ein Ende bereitet wird), aber dafür auch natürlicher, besser gesagt, naturverbundener als heute. Unsentimental aber ehrlich beschreibt sie, wie sie mit der Grausamkeit, aber auch der Schönheit der Natur konfrontiert wurde, gleichwohl erfüllt von hohem Respekt für das Leben, zu Tieren im allgemeinen und Katzen im speziellen.
\"Und einmal, als die Familie vor dem Haus Tee trank, waren ein Dutzend Leute Zeuge, wie ein halb ausgewachsenes Kätzchen im Schatten eines Busches von einem herabstoßenden Falken geschlagen wurde. .. [und von diesen Falken gab es Hunderte, Anm. Lea] Also wurden Falken nicht abgeschossen. Außer im Zorn. Ich weiß noch, als das miauende Kätzchen in den Falkenklauen himmelwärts entschwand, ließ meine Mutter das Gewehr hinterdrein knallen. Natürlich vergebens.\" (S. 9-10)
Diese ersten Geschichten sind nicht nur voller Rückblicke auf Afrika, sondern bergen auch eine Liebeserklärung an ihre Mutter - und an alle Katzen, die sich in Freiheit behaupten konnten, sowie die schmerzliche Erinnerung an ihre allererste eigene Lieblingskatze... .
Jahre später zieht Doris Lessing nach London und noch einmal etliche Jahre später teilt sie auch wieder ihr Leben mit einer Katze. Einer Stadtkatze..., die sich viel mehr an den Menschen anschließt, damit auch viel abhängiger von \"ihrem\" Menschen ist, als sie es aus ihrer afrikanischen Kindheit gewohnt war.
Zu der einen gesellt sich die nächste - und nie wieder ist sie ohne Katzen (!) im Haus oder ihrem Leben. Später kommt ein Landhaus hinzu und ihre Katzen müssen sich an das Leben mit der Natur gewöhnen.
Dies alles beschreibt Doris Lessing so liebevoll, mit warmherzigem Blick, der aber nie ein Tier vermenschlicht, daß es ein Vergnügen ist, ihren Geschichten zu folgen, zuweilen aber auch recht nachdenklich macht.
Sie erzählt von Geburten und Tod, von Tierarztbesuchen und Landausflügen, von Katerkämpfen und Katzeneifersüchteleien, aber auch wahren Katzenfreundschaften, sie läßt den Leser an einer dramatische Rettungsaktion einer (halb)wilden Katzenmutter mit ihren Kindern in einem Unwetter teilhaben und an dem beharrlich Sich-in-ihr-Leben-Drängen eines alten Katers.
Hier eine längere Leseprobe:
\"Später wurde die graue Katze weniger streng, und sie saßen nebeneinander, allerdings ohne sich zu berühren. Sie unterhielten sich nicht, abgesehen von den kleinen Begrüßungslauten. Sie mochten sich, sie wollten beisammensitzen. Wer war der Kater? Wo lebte er? Ich fand es nie heraus. Er war alt, ein Kater, der kein leichtes Leben gehabt hatte, denn wenn man ihn hochnahm, war er wie ein Schatten und sein Fell war stumpf. Aber er war nicht kastriert, er war ein vornehmer alter Kater, grau mit weißen Schnurrhaaren, höflich und wie ein feiner Herr. Er erwartete keine Sonderbehandlung, er erwartete überhaupt nicht viel vom Leben. Er fraß ein wenig von ihrem Futter, trank etwas Milch, wenn sie ihm angeboten wurde, wirkte aber nicht hungrig. Wenn ich nach Hause kam, wartete er oft an der Haustür, miaute ganz zart und blickte zu mir auf. Dann kam er hinter mir ins Haus, folgte mir die Treppe herauf zur Wohnungstür, , miaute noch einmal und kam dann die letzten Stufen hinauf in die Wohnung. Dort ging er geradewegs zu der Grauen, die bei seinem Anblick ihr verdrießliches Miauen hervorstieß, dann jedoch zuließ, daß er sie mit einem Schnurren begrüßte. Er verbrachte lange Abende mit ihr. Sie war verändert, weniger empfindlich und weniger schnell beleidigt. Ich beobachtete die beiden oft, wenn sie beisammensaßen wie zwei alte Menschen, die sich nicht unterhalten müssen.\" (S.202- 203)
Für mich wurde beim Lesen die Entwicklung von Doris Lessing sehr deutlich, ihr reifer und weiser Werden, ihr schärfer und klarer werdender Blick, gekoppelt mit einer weicher, aber auch durch (schmerzhafte) Erfahrungen geprägte Sprache. Kein Wunder, umfaß dieses Buch doch mehrere Jahrzehnte ihres Lebens.
Zur Autorin:
Doris Lessing wurde am 22.10.1919 in Kermanschah, Persien (heutiges Iran) geboren und kam im Alter von fünf Jahre nach Rhodesien (dem heutigen Simbabwe), wo sie auf einer Farm aufwuchs. Dort verbrachte sie 25 Jahre. 1949 verließ sie Afrika und zog nach England, wo Sie bis heute lebt.
Ihre bekannteste Veröffentlichung ist \"Das goldene Notizbuch\" aus dem Jahre 1978. Unter dem Pseudonym \"Jane Somers\" hat sie ebenfalls geschrieben.
Sie zählt heute zu den bedeutendsten englischen und afrikanischen Schriftstellerinnen der Gegenwart.
Wie gesagt, es gibt verschiedene Ausgaben, von denen sich einige (auch alte, nicht mehr erhältliche) in meinem Fundus befinden. Aber vor einigen Tagen entdeckte ich beim Stöbern bei amazon die, über die ich nun berichte, und die etwas Besonders ist:
Das Zusammenspiel von den wundervollen Geschichten Doris Lessings mit den ebenso wundervollen Katzenportraits von Isolde Ohlbaum.
Ein quadratischer gebundener Band, mit einem Kunstdruck solch hoher Qualität auf dem Einband, daß er nur mit einer 8-fachen Lupe als solcher zu erkennen ist (ich hätte schwören können, daß es sich um ein Originalphoto handelt...) und 28 hervorragenden Schwarz-Weiß- Photographien, die zum Teil schon einmal in ihrem Bildband \"Katzen\" veröffentlicht wurden.
Leider ist dieser Bildband, ein wahres Prachtstück an Photos und dazu ausgewählten Zitaten aus der Literatur, groß, schwer und gediegen, nicht mehr im Handel erhältlich.
Elke Heidenreich schrieb seinerzeit: \"Isolde Ohlbaums Katzen sind nicht allerliebst. Das Niedliche bietet sich an, jeder kann eine niedliche Katze fotografieren. Aber eine Katze in einem besonderen Augenblick des Philosophierens, Innehaltens, des sich Gehenlassens so zu erwischen, daß sie es nicht einmal ahnt - das ist die Zauberkunst.\" (Klappentext zum Bildband)
Die Bilder von Isolde Ohlbaum passen hervorragend zu den Erzählungen von Doris Lessing. Beide zeigen die gleiche Würde, die gleiche Achtung und den Respekt vor diesen wundervollen Tieren, beide haben ihnen damit ein unnachahmliches Denkmal gesetzt.
Zur Photographin:
Isolde Ohlbaum wurde in Moosburg/Oberbayern geboren und lebt seit ihrer Kindheit in München. Dort besuchte sie von 1970 bis 1972 die „Bayerische Staatslehranstalt für Fotografie\".
Begann sie ihr Schaffen im Bereich Photojournalismus, so wechselte sie später ins Portraitfach und hat sich dort eine Namen erarbeitet, der es ihr ermöglicht, nicht nur internationale Literaten und andere Künstler zu portraitieren, sondern wenn ich mich nicht arg täusche, rennen ihr mittlerweile auch Politiker die Türe ein... Ihre Ausstellungen sind gut besucht und ihre Bildbände sehr teuer, wie zum Beispiel
Denn alle Lust will Ewigkeit, München 1992 (über Engelskulpturen auf europäischen Friedhöfen)
Portraits, München 1993
Mädchen, München 1995
Katzen, München 1997
Im Garten der Dichter 1997
Am Ende der Rufus Geschichte resümiert Doris Lessing:
\"Die Bekanntschaft mit Katzen, ein Leben mit Katzen hinterläßt ein Leid, das sich sehr von dem Leid unterscheidet, welches man wegen einem Menschen empfindet - eine Mischung aus Schmerz über ihre Hilflosigkeit und über unser aller Schuld.\"
\"Katzenbuch\" von Doris Lessing mit Katzenportaits von Isolde Ohlbaum
Klett-Cotta-Verlag Stuttgart 1999
Gebundene Ausgabe - 232 Seiten -ISBN: 3608934626
13,50 Euro
deseweiteren noch erhältlich, die ebenfalls sehr schöne preiswertere Ausgabe
Doris Lessings Katzenbuch
Diana-Taschenbücher, Nr.65, Heyne, München 1999
Broschiert - 155 Seiten - ISBN: 3453155866
7 Euro
sowie diverse älter Ausgaben, die immer mal wieder bei ebay zu ersteigern sind
© LeaofRafiki 14.09.2002
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ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Ich poste meine Berichte lieber selber und unter gleichem Nick regelmäßig bei Ciao, häufig bei Dooyoo und doch wieder Yopi, ab und an bei talkon, seltener bei Ecomments und Griasdi, und so gut wie gar nicht mehr bei Hitwin *grins*
Allein die Namen dieser beiden Frauen bürgen für höchsten Kunstgenuß!
Doris Lessings Katzenbuch wurde das erste Mal 1967 unter dem Titel \"Particulary Cats\" in London veröffentlicht. In Deutschland erschien es unter dem Titel \"Katzenbuch\" oder \"Doris Lessings Katzenbuch\" in verschiedenen Ausgaben, gebunden oder als Taschenbuch, die sogar zweimal ergänzt wurden. 1989 um die Erzählung von \"Rufus\" (Rufus the Survivor; die Geschichte eines Überlebenskünstlers mit feuerrotem Fell, der sich bei Doris Lessing in Haus und Garten einquartiert) und 1998 durch \"El Magnifico am Ende seiner Tage\" (The Old Age of El Magnifico; einem würdevollen Kater mit gelben Augen, ein mutiger Kämpen, dem leider ein Vorderbein amputiert werden muß).
Es enthält also eine lose Sammlung von Katzengeschichten, die sie im Laufe ihres Lebens aufgeschrieben hat und beginnt mit einer Erzählung aus ihrer Kindheit, also einer Zeit, da sie noch in Afrika lebte.
Diese Anfangsgeschichte(n) sind nichts für zartbesaitete Gemüter, da Katzen sowohl in dieser Zeit (also schätzungsweise den dreissiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts) als auch in dieser Region nicht die behüteten Haus- und Schmusekatzen waren, wie wir es heute gewöhnt sind. Im Gegenteil, das Leben war hart (und manchmal ungerecht, so zum Beispiel, wenn der Katzenflut mit dem Gewehr ein Ende bereitet wird), aber dafür auch natürlicher, besser gesagt, naturverbundener als heute. Unsentimental aber ehrlich beschreibt sie, wie sie mit der Grausamkeit, aber auch der Schönheit der Natur konfrontiert wurde, gleichwohl erfüllt von hohem Respekt für das Leben, zu Tieren im allgemeinen und Katzen im speziellen.
\"Und einmal, als die Familie vor dem Haus Tee trank, waren ein Dutzend Leute Zeuge, wie ein halb ausgewachsenes Kätzchen im Schatten eines Busches von einem herabstoßenden Falken geschlagen wurde. .. [und von diesen Falken gab es Hunderte, Anm. Lea] Also wurden Falken nicht abgeschossen. Außer im Zorn. Ich weiß noch, als das miauende Kätzchen in den Falkenklauen himmelwärts entschwand, ließ meine Mutter das Gewehr hinterdrein knallen. Natürlich vergebens.\" (S. 9-10)
Diese ersten Geschichten sind nicht nur voller Rückblicke auf Afrika, sondern bergen auch eine Liebeserklärung an ihre Mutter - und an alle Katzen, die sich in Freiheit behaupten konnten, sowie die schmerzliche Erinnerung an ihre allererste eigene Lieblingskatze... .
Jahre später zieht Doris Lessing nach London und noch einmal etliche Jahre später teilt sie auch wieder ihr Leben mit einer Katze. Einer Stadtkatze..., die sich viel mehr an den Menschen anschließt, damit auch viel abhängiger von \"ihrem\" Menschen ist, als sie es aus ihrer afrikanischen Kindheit gewohnt war.
Zu der einen gesellt sich die nächste - und nie wieder ist sie ohne Katzen (!) im Haus oder ihrem Leben. Später kommt ein Landhaus hinzu und ihre Katzen müssen sich an das Leben mit der Natur gewöhnen.
Dies alles beschreibt Doris Lessing so liebevoll, mit warmherzigem Blick, der aber nie ein Tier vermenschlicht, daß es ein Vergnügen ist, ihren Geschichten zu folgen, zuweilen aber auch recht nachdenklich macht.
Sie erzählt von Geburten und Tod, von Tierarztbesuchen und Landausflügen, von Katerkämpfen und Katzeneifersüchteleien, aber auch wahren Katzenfreundschaften, sie läßt den Leser an einer dramatische Rettungsaktion einer (halb)wilden Katzenmutter mit ihren Kindern in einem Unwetter teilhaben und an dem beharrlich Sich-in-ihr-Leben-Drängen eines alten Katers.
Hier eine längere Leseprobe:
\"Später wurde die graue Katze weniger streng, und sie saßen nebeneinander, allerdings ohne sich zu berühren. Sie unterhielten sich nicht, abgesehen von den kleinen Begrüßungslauten. Sie mochten sich, sie wollten beisammensitzen. Wer war der Kater? Wo lebte er? Ich fand es nie heraus. Er war alt, ein Kater, der kein leichtes Leben gehabt hatte, denn wenn man ihn hochnahm, war er wie ein Schatten und sein Fell war stumpf. Aber er war nicht kastriert, er war ein vornehmer alter Kater, grau mit weißen Schnurrhaaren, höflich und wie ein feiner Herr. Er erwartete keine Sonderbehandlung, er erwartete überhaupt nicht viel vom Leben. Er fraß ein wenig von ihrem Futter, trank etwas Milch, wenn sie ihm angeboten wurde, wirkte aber nicht hungrig. Wenn ich nach Hause kam, wartete er oft an der Haustür, miaute ganz zart und blickte zu mir auf. Dann kam er hinter mir ins Haus, folgte mir die Treppe herauf zur Wohnungstür, , miaute noch einmal und kam dann die letzten Stufen hinauf in die Wohnung. Dort ging er geradewegs zu der Grauen, die bei seinem Anblick ihr verdrießliches Miauen hervorstieß, dann jedoch zuließ, daß er sie mit einem Schnurren begrüßte. Er verbrachte lange Abende mit ihr. Sie war verändert, weniger empfindlich und weniger schnell beleidigt. Ich beobachtete die beiden oft, wenn sie beisammensaßen wie zwei alte Menschen, die sich nicht unterhalten müssen.\" (S.202- 203)
Für mich wurde beim Lesen die Entwicklung von Doris Lessing sehr deutlich, ihr reifer und weiser Werden, ihr schärfer und klarer werdender Blick, gekoppelt mit einer weicher, aber auch durch (schmerzhafte) Erfahrungen geprägte Sprache. Kein Wunder, umfaß dieses Buch doch mehrere Jahrzehnte ihres Lebens.
Zur Autorin:
Doris Lessing wurde am 22.10.1919 in Kermanschah, Persien (heutiges Iran) geboren und kam im Alter von fünf Jahre nach Rhodesien (dem heutigen Simbabwe), wo sie auf einer Farm aufwuchs. Dort verbrachte sie 25 Jahre. 1949 verließ sie Afrika und zog nach England, wo Sie bis heute lebt.
Ihre bekannteste Veröffentlichung ist \"Das goldene Notizbuch\" aus dem Jahre 1978. Unter dem Pseudonym \"Jane Somers\" hat sie ebenfalls geschrieben.
Sie zählt heute zu den bedeutendsten englischen und afrikanischen Schriftstellerinnen der Gegenwart.
Wie gesagt, es gibt verschiedene Ausgaben, von denen sich einige (auch alte, nicht mehr erhältliche) in meinem Fundus befinden. Aber vor einigen Tagen entdeckte ich beim Stöbern bei amazon die, über die ich nun berichte, und die etwas Besonders ist:
Das Zusammenspiel von den wundervollen Geschichten Doris Lessings mit den ebenso wundervollen Katzenportraits von Isolde Ohlbaum.
Ein quadratischer gebundener Band, mit einem Kunstdruck solch hoher Qualität auf dem Einband, daß er nur mit einer 8-fachen Lupe als solcher zu erkennen ist (ich hätte schwören können, daß es sich um ein Originalphoto handelt...) und 28 hervorragenden Schwarz-Weiß- Photographien, die zum Teil schon einmal in ihrem Bildband \"Katzen\" veröffentlicht wurden.
Leider ist dieser Bildband, ein wahres Prachtstück an Photos und dazu ausgewählten Zitaten aus der Literatur, groß, schwer und gediegen, nicht mehr im Handel erhältlich.
Elke Heidenreich schrieb seinerzeit: \"Isolde Ohlbaums Katzen sind nicht allerliebst. Das Niedliche bietet sich an, jeder kann eine niedliche Katze fotografieren. Aber eine Katze in einem besonderen Augenblick des Philosophierens, Innehaltens, des sich Gehenlassens so zu erwischen, daß sie es nicht einmal ahnt - das ist die Zauberkunst.\" (Klappentext zum Bildband)
Die Bilder von Isolde Ohlbaum passen hervorragend zu den Erzählungen von Doris Lessing. Beide zeigen die gleiche Würde, die gleiche Achtung und den Respekt vor diesen wundervollen Tieren, beide haben ihnen damit ein unnachahmliches Denkmal gesetzt.
Zur Photographin:
Isolde Ohlbaum wurde in Moosburg/Oberbayern geboren und lebt seit ihrer Kindheit in München. Dort besuchte sie von 1970 bis 1972 die „Bayerische Staatslehranstalt für Fotografie\".
Begann sie ihr Schaffen im Bereich Photojournalismus, so wechselte sie später ins Portraitfach und hat sich dort eine Namen erarbeitet, der es ihr ermöglicht, nicht nur internationale Literaten und andere Künstler zu portraitieren, sondern wenn ich mich nicht arg täusche, rennen ihr mittlerweile auch Politiker die Türe ein... Ihre Ausstellungen sind gut besucht und ihre Bildbände sehr teuer, wie zum Beispiel
Denn alle Lust will Ewigkeit, München 1992 (über Engelskulpturen auf europäischen Friedhöfen)
Portraits, München 1993
Mädchen, München 1995
Katzen, München 1997
Im Garten der Dichter 1997
Am Ende der Rufus Geschichte resümiert Doris Lessing:
\"Die Bekanntschaft mit Katzen, ein Leben mit Katzen hinterläßt ein Leid, das sich sehr von dem Leid unterscheidet, welches man wegen einem Menschen empfindet - eine Mischung aus Schmerz über ihre Hilflosigkeit und über unser aller Schuld.\"
\"Katzenbuch\" von Doris Lessing mit Katzenportaits von Isolde Ohlbaum
Klett-Cotta-Verlag Stuttgart 1999
Gebundene Ausgabe - 232 Seiten -ISBN: 3608934626
13,50 Euro
deseweiteren noch erhältlich, die ebenfalls sehr schöne preiswertere Ausgabe
Doris Lessings Katzenbuch
Diana-Taschenbücher, Nr.65, Heyne, München 1999
Broschiert - 155 Seiten - ISBN: 3453155866
7 Euro
sowie diverse älter Ausgaben, die immer mal wieder bei ebay zu ersteigern sind
© LeaofRafiki 14.09.2002
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ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Ich poste meine Berichte lieber selber und unter gleichem Nick regelmäßig bei Ciao, häufig bei Dooyoo und doch wieder Yopi, ab und an bei talkon, seltener bei Ecomments und Griasdi, und so gut wie gar nicht mehr bei Hitwin *grins*
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