Erfahrungsbericht von DieEine
20 Jahre HipHop in Deutschland von Hannes Loh
Pro:
umfangreich, interessant
Kontra:
teilweise einseitig und zu kritisch
Empfehlung:
Nein
Das Sommersemester ist zu Ende und ich muss mir Gedanken über anstehende Facharbeiten machen. Heute hatte ich mit zwei meiner Dozenten eine Sprechstunde, deren Ergebnis ein tolles Thema für eine Arbeit war.
Ich darf mich endlich auch für die Uni mit meiner großen Liebe auseinandersetzen: HipHop!
Zuerst mal muß ich Zitate von Gedichten in HipHop-Tracks raussuchen und weil das Durchhören meiner Plattensammlung immens lange dauern würde, versuche ich mein Glück erstmal in der HipHop-Literatur, die ich so zu Hause habe.
Zuerst nehme ich mir nochmal das 368 Seiten starke Werk \"20 Jahre HipHop in Deutschland\" von Hannes Loh aka LJ und Sascha Verlan vor.
Im Jahr 2000 hat HipHop in Deutschland nochmals einen richtigen Boom erlebt. Aber nicht nur das, denn glaubt man Sascha Verlan und Hannes Loh, dann hat HipHop in Deutschland in diesem Jahr auch 20. Geburtstag gefeiert und wie das so ist bei Geburtstagen wird immer ein wenig über das bisherige Leben des Geburtstagskindes reflektiert.
Hannes Loh, Mitglied von Anarchist Academy, war lange Zeit als Rapper aktiv. Sein Co-Autor Sascha Verlan ist eher Theoretiker. Für seine Magisterarbeit \"HipHop als schöne Kunst - Lyrische Ausdrucksformen im deutschsprachigen Rap\" hat er in der HipHop-Szene recherchiert und so ein fundiertes Wissen über die deutsche Szene erlangt.
Interessant an \"20 Jahre HipHop in Deutschland\" ist, dass nicht nur HipHops Großstädte betrachtet werden. HipHop fand und findet nicht nur in Hamburg, Stuttgart und Berlin statt. Auch Lüdenscheid zum Beispiel hat eine Oldschool-Vergangenheit, die mit Hilfe von Interviews sehr schön beschrieben wird.
Das Interview mit den Writern Denick, Came und Zoid bleibt leider auch das einzige Interview mit Leuten der deutschen HipHop-Szene.
Die durchaus interessanten Themen wie \"HipHop in den Medien\", \"Die Multikulti-Falle\" oder \"Der Fanta-4-Konflikt\" werden von den beiden Autoren beschrieben und erklärt, was zwar erstaunlicherweise nicht einseitig wird, aber doch irgendwann langweilt.
Auch die Betrachtung der oben erwähnten nicht so typischen Städte und Leute wird irgendwann zu viel, denn dadurch kommen viele für die Entwicklung von HipHop in Deutschland wichtigen Leute und Landstriche zu kurz oder werden gar nicht erwähnt. Unserem Nachbarland Österreich wird aber ein sehr grosses Kapitel mit sehr langem Interview der Formation \"Schönheitsfehler\" gewidmet. Warum? Weil ein Blick auf andere europäische HipHop-Szenen immer lohnt. Aber hier wird nur auf Österreich und auch nur auf eine Gruppe ein Blick geworfen - und wieder kommen wichtige Regionen und HipHopper zu kurz.
Für meine Recherche sehr nützlich ist die Unterteilung ist die fast schon unzähligen einzelnen Kapiteln. Jedes Kapitel beginnt nämlich mit einem Zitat aus mehr oder weniger bekannten Rap-Stücken. Diese Zitate sind sehr schön ausgewählt und leiten dierkt das in dem Kapitel behandelte Thema auf.
Soviel Positives dieses Buch auch an sich hat, \"20 Jahre HipHop in Deutschland\" setzt bei den Themen keinerlei Prioritäten. Das gesamte Buch ist sehr unstrukturiert, verschweigt viele Dinge oder handelt sie kurz ab, während vieles, was weniger zur Entwicklung von HipHop in Deutschland beigetragen hat, unnötig in die Länge gezogen wird. Das Oldschoolfeeling kommt trotzdem ganz gut rüber und wer Wert auf so ein wenig Nostalgie legt, der sollte das Buch lesen.
Als der HipHop Boom von Amerika nach Deutschland schwappte war ich zwar gerade erst 5 Jahre alt (so circa), aber ich kann mich auf jeden Fall mit dem Beschriebenen von Früher identifizieren. Auch, wenn ich als kleines Kind natürlich mit Hiphop noch nichts anfangen konnte, so hab ich das doch irgendwie mitbekommen und fühle mich durch diese alten Erzählungen wie in einer Zeitmaschine.
Zu den neuen, aktuellen Themen, die angesprochen werden, habe ich meine eigene Meinung, da ich ja schon seit längerer Zeit das HipHop-Geschehen aktiv verfolge.
Hier muss man dem Buch dann auch einen weiteren Kritikpunkt geben, denn die kritische Betrachtung der heutigen Szene ist meiner Meinung nach etwas zu einseitig und auch etwas zu kritisch. Lernen kann man beim Lesen aber allemal etwas, denn Lesen bildet ja schliesslich.
Ich darf mich endlich auch für die Uni mit meiner großen Liebe auseinandersetzen: HipHop!
Zuerst mal muß ich Zitate von Gedichten in HipHop-Tracks raussuchen und weil das Durchhören meiner Plattensammlung immens lange dauern würde, versuche ich mein Glück erstmal in der HipHop-Literatur, die ich so zu Hause habe.
Zuerst nehme ich mir nochmal das 368 Seiten starke Werk \"20 Jahre HipHop in Deutschland\" von Hannes Loh aka LJ und Sascha Verlan vor.
Im Jahr 2000 hat HipHop in Deutschland nochmals einen richtigen Boom erlebt. Aber nicht nur das, denn glaubt man Sascha Verlan und Hannes Loh, dann hat HipHop in Deutschland in diesem Jahr auch 20. Geburtstag gefeiert und wie das so ist bei Geburtstagen wird immer ein wenig über das bisherige Leben des Geburtstagskindes reflektiert.
Hannes Loh, Mitglied von Anarchist Academy, war lange Zeit als Rapper aktiv. Sein Co-Autor Sascha Verlan ist eher Theoretiker. Für seine Magisterarbeit \"HipHop als schöne Kunst - Lyrische Ausdrucksformen im deutschsprachigen Rap\" hat er in der HipHop-Szene recherchiert und so ein fundiertes Wissen über die deutsche Szene erlangt.
Interessant an \"20 Jahre HipHop in Deutschland\" ist, dass nicht nur HipHops Großstädte betrachtet werden. HipHop fand und findet nicht nur in Hamburg, Stuttgart und Berlin statt. Auch Lüdenscheid zum Beispiel hat eine Oldschool-Vergangenheit, die mit Hilfe von Interviews sehr schön beschrieben wird.
Das Interview mit den Writern Denick, Came und Zoid bleibt leider auch das einzige Interview mit Leuten der deutschen HipHop-Szene.
Die durchaus interessanten Themen wie \"HipHop in den Medien\", \"Die Multikulti-Falle\" oder \"Der Fanta-4-Konflikt\" werden von den beiden Autoren beschrieben und erklärt, was zwar erstaunlicherweise nicht einseitig wird, aber doch irgendwann langweilt.
Auch die Betrachtung der oben erwähnten nicht so typischen Städte und Leute wird irgendwann zu viel, denn dadurch kommen viele für die Entwicklung von HipHop in Deutschland wichtigen Leute und Landstriche zu kurz oder werden gar nicht erwähnt. Unserem Nachbarland Österreich wird aber ein sehr grosses Kapitel mit sehr langem Interview der Formation \"Schönheitsfehler\" gewidmet. Warum? Weil ein Blick auf andere europäische HipHop-Szenen immer lohnt. Aber hier wird nur auf Österreich und auch nur auf eine Gruppe ein Blick geworfen - und wieder kommen wichtige Regionen und HipHopper zu kurz.
Für meine Recherche sehr nützlich ist die Unterteilung ist die fast schon unzähligen einzelnen Kapiteln. Jedes Kapitel beginnt nämlich mit einem Zitat aus mehr oder weniger bekannten Rap-Stücken. Diese Zitate sind sehr schön ausgewählt und leiten dierkt das in dem Kapitel behandelte Thema auf.
Soviel Positives dieses Buch auch an sich hat, \"20 Jahre HipHop in Deutschland\" setzt bei den Themen keinerlei Prioritäten. Das gesamte Buch ist sehr unstrukturiert, verschweigt viele Dinge oder handelt sie kurz ab, während vieles, was weniger zur Entwicklung von HipHop in Deutschland beigetragen hat, unnötig in die Länge gezogen wird. Das Oldschoolfeeling kommt trotzdem ganz gut rüber und wer Wert auf so ein wenig Nostalgie legt, der sollte das Buch lesen.
Als der HipHop Boom von Amerika nach Deutschland schwappte war ich zwar gerade erst 5 Jahre alt (so circa), aber ich kann mich auf jeden Fall mit dem Beschriebenen von Früher identifizieren. Auch, wenn ich als kleines Kind natürlich mit Hiphop noch nichts anfangen konnte, so hab ich das doch irgendwie mitbekommen und fühle mich durch diese alten Erzählungen wie in einer Zeitmaschine.
Zu den neuen, aktuellen Themen, die angesprochen werden, habe ich meine eigene Meinung, da ich ja schon seit längerer Zeit das HipHop-Geschehen aktiv verfolge.
Hier muss man dem Buch dann auch einen weiteren Kritikpunkt geben, denn die kritische Betrachtung der heutigen Szene ist meiner Meinung nach etwas zu einseitig und auch etwas zu kritisch. Lernen kann man beim Lesen aber allemal etwas, denn Lesen bildet ja schliesslich.
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