Erfahrungsbericht von Ranger99
Wer täuscht hier wen? (Link,Charlotte / Die Täuschung)
Pro:
sprachlich und stilistisch sehr gut, liest sich sehr fliessend, teilweise recht spannend, erschreckend nah an der realität
Kontra:
teilweise zu durchsichtig
Empfehlung:
Nein
Dialog mit einer Kollegin:
Ich: „Hast du nicht mal was neues zum Lesen für mich?“ Sie: „ich hab da was von Charlotte Link.“ Ich: „das ist doch die, wo dauernd die Frauen ihre Männer umbringen.“ Sie: „nee, das ist Ingrid Noll.“ Ich: „ ach so, na dann bring mal mit.“
Gesagt getan. Am nächsten Tag hielt ich ein Buch von Charlotte Link in der Hand. Ich hatte sie vorher noch nie gelesen, doch mir schwirrten einige Titel, wie „das Haus der Schwestern“, im Kopf herum. Nachdem ich kurz den Einband begutachtet und die Kurzbeschreibung gelesen hatte, war ich überzeugt, dass dieses Buch nach meinem Geschmack sein würde.
Worum geht es?
Gleich zu Anfang findet sich der Leser in der Provence wieder und wird Zeuge eines brutalen Verbrechens. Eine alleinstehende Frau und ihre 4 jährige Tochter werden ermordet. Danach lernt man die einzelnen Personen Stück für Stück kennen. Da sind Peter und Laura. Ein scheinbar glückliches Ehepaar aus Frankfurt, die ein Ferienhaus in dieser Region besitzen. Peter ist freier Journalist und befindet sich gerade auf dem Weg nach Südfrankreich um mit seinem Freund Christopher eine Woche segeln zu gehen. Laura ist die liebe Ehefrau, die mit dem Töchterchen zu hause sitzt. Des weiteren lernt man Henri und Nadine kennen. Ein Ehepaar, das vor Ort eine kleine Pizzeria führt. Henri ist glücklich mit seinem kleinen Laden, Nadine allerdings überhaupt nicht. Immer wieder lässt sie Henri im Stich, so das dieser auf seine Cousine Catherine als Arbeitshilfe zurückgreifen muss. Catherine liebt Henri, ist aber potthässlich und daher hat sie keine Chance bei ihm, obwohl er sie auch sehr mag. Henri ist aber Nadine hoffnungslos verfallen. Ihr denkt, das klingt eher nach Marienhof, als nach einem spannenden Krimi? Falsch gedacht, denn nicht nur die Madame und ihre Tochter werden tot aufgefunden......
Noch ein paar Zusammenhänge
Die beiden Paare Peter & Laura und Nadine & Henri kennen sich gut. Es entwickelte sich eine Art Freundschaft, da die beiden Deutschen immer in ihrem Urlaub zum Pizza essen vorbeikamen.
Catherine (die Cousine von Henri) hasst Nadine, da sie sieht, wie diese mit Henri umgeht und tatenlos zuschauen muss, wie dieser sich alles gefallen lässt.
Nadine liebt Peter und erhofft sich von ihm die Flucht aus ihrem bisherigen Leben. Doch dieser hat arge finanzielle Probleme, von denen seine Frau Laura aber nichts ahnt.
Laura ist schockiert als sie, da Peter sich nicht meldet, herausfindet wie es wirklich um ihn bestellt ist. Sie macht sich sofort auf den Weg nach Südfrankreich um ihn zu suchen....
Das Buch
ist grundsätzlich in zwei Teile untergliedert. Alles was ihr oben lesen könnt spielt sich im ersten Teil ab, da ich nichts von der Spannung vorausnehmen möchte. Zugegebenermassen fiel es mir am Anfang etwas schwer, die vielen Personen einzuordnen. Wer mit wem und warum fällt nicht auf Anhieb ins Auge. Das liegt vor allem daran, dass es sich nicht nur um die erwähnten Personen und Beziehungen handelt, sondern es noch viele Nebencharaktere und Schauplätze einzuordnen gilt. Hat man aber erst einmal den Überblick gewonnen, dann lässt einen das Buch nicht mehr los. Der Autorin gelingt es perfekt realistische Stimmungen und Situationen zu erschaffen. Man fühlt praktisch mit Laura mit, die vollkommen vor dem Abgrund steht. Auf der anderen Seite ist man auch im Herzen der Personen, die augenscheinlich nicht die besten Absichten hegten und immer noch hegen. Auch die Orte und Schauplätze erwachsen dem Leser wunderbar vor seinem geistigen Auge. Ich lese ja sonst vor allem Fantasy und Science Fiction, weil man sich da so schön in die verschiedenen Welten reindenken kann. Ich kann sagen, dass dieses auch bei Charlotte Link perfekt gelingt. Man fühlt sich praktisch anwesend in ihrer Welt. Vor allem das die Dinge, die dort geschehen, auch praktisch jeden Tag um einen herum passieren können, macht den Reiz dieser Geschichte aus. Von Anfang bis Ende ist es sehr spannend, wobei ich sagen muss, dass manchmal der Lauf der Dinge ein wenig vorhersehbar ist. Allerdings ist dies ein individuelles Empfinden und meiner Kollegin ging es da bspw. ganz anders. Lesen kann man das Buch sehr flüssig. Link arbeitet viel mit sehr kurzen Sätzen. Überflüssige Floskeln oder Füllsätze gibt es nicht. Trotzdem gelingt es ihr Szenerien gut auszuschmücken. Was etwas störend wirkt sind die vielen Sprünge zwischen den Personen und Schauplätzen. Auch gelingt es ihr nicht, wirkliche Sympathien für eine der Figuren zu wecken. Allerdings stört mich das nicht, da die Story spannende genug ist und man sich eh nur darauf konzentriert.
Charlotte Link
Sie ist Jahrgang 1963 und gehört in zwischen zu den erfolgreichsten Schriftstellern in Deutschland. Bekannt ist sie durch die Trilogie Sturmzeit, die auch verfilmt wurde. Ihre wohl bekanntesten Bücher sind „ Der Verehrer“ und „ Das Haus der Schwestern“. Dieser Roman stand 1997 auch monatelang auf der Bestsellerliste. Ob „ Die Täuschung“ an die beiden anderen Werke herankommt kann ich sagen, wenn ich diese gelesen habe und das werde ich mit Sicherheit tun.
Fazit
Wieder mal ein Buch, das ich euch wärmstens empfehle. Vor allem für die Leute, die Fantasy und andere unrealistische Bücher nicht mögen sehr lesenswert. Es eignet sich für Jugendliche und Erwachsene, die einen gewissen Anspruch an ein Buch haben. Im Handel kostet das Buch als Taschenbuchausgabe 9,90 Euro. Der ISBN Code ist 3442451426. Wer es nicht kaufen möchte, der sollte es sich zumindest ausleihen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-22 18:23:50 mit dem Titel Wer täuscht hier wen? (Die Täuschung / Link,Charlotte)
Dialog mit einer Kollegin:
Ich: „Hast du nicht mal was neues zum Lesen für mich?“ Sie: „ich hab da was von Charlotte Link.“ Ich: „das ist doch die, wo dauernd die Frauen ihre Männer umbringen.“ Sie: „nee, das ist Ingrid Noll.“ Ich: „ ach so, na dann bring mal mit.“
Gesagt getan. Am nächsten Tag hielt ich ein Buch von Charlotte Link in der Hand. Ich hatte sie vorher noch nie gelesen, doch mir schwirrten einige Titel, wie „das Haus der Schwestern“, im Kopf herum. Nachdem ich kurz den Einband begutachtet und die Kurzbeschreibung gelesen hatte, war ich überzeugt, dass dieses Buch nach meinem Geschmack sein würde.
Worum geht es?
Gleich zu Anfang findet sich der Leser in der Provence wieder und wird Zeuge eines brutalen Verbrechens. Eine alleinstehende Frau und ihre 4 jährige Tochter werden ermordet. Danach lernt man die einzelnen Personen Stück für Stück kennen. Da sind Peter und Laura. Ein scheinbar glückliches Ehepaar aus Frankfurt, die ein Ferienhaus in dieser Region besitzen. Peter ist freier Journalist und befindet sich gerade auf dem Weg nach Südfrankreich um mit seinem Freund Christopher eine Woche segeln zu gehen. Laura ist die liebe Ehefrau, die mit dem Töchterchen zu hause sitzt. Des weiteren lernt man Henri und Nadine kennen. Ein Ehepaar, das vor Ort eine kleine Pizzeria führt. Henri ist glücklich mit seinem kleinen Laden, Nadine allerdings überhaupt nicht. Immer wieder lässt sie Henri im Stich, so das dieser auf seine Cousine Catherine als Arbeitshilfe zurückgreifen muss. Catherine liebt Henri, ist aber potthässlich und daher hat sie keine Chance bei ihm, obwohl er sie auch sehr mag. Henri ist aber Nadine hoffnungslos verfallen. Ihr denkt, das klingt eher nach Marienhof, als nach einem spannenden Krimi? Falsch gedacht, denn nicht nur die Madame und ihre Tochter werden tot aufgefunden......
Noch ein paar Zusammenhänge
Die beiden Paare Peter & Laura und Nadine & Henri kennen sich gut. Es entwickelte sich eine Art Freundschaft, da die beiden Deutschen immer in ihrem Urlaub zum Pizza essen vorbeikamen.
Catherine (die Cousine von Henri) hasst Nadine, da sie sieht, wie diese mit Henri umgeht und tatenlos zuschauen muss, wie dieser sich alles gefallen lässt.
Nadine liebt Peter und erhofft sich von ihm die Flucht aus ihrem bisherigen Leben. Doch dieser hat arge finanzielle Probleme, von denen seine Frau Laura aber nichts ahnt.
Laura ist schockiert als sie, da Peter sich nicht meldet, herausfindet wie es wirklich um ihn bestellt ist. Sie macht sich sofort auf den Weg nach Südfrankreich um ihn zu suchen....
Das Buch
ist grundsätzlich in zwei Teile untergliedert. Alles was ihr oben lesen könnt spielt sich im ersten Teil ab, da ich nichts von der Spannung vorausnehmen möchte. Zugegebenermassen fiel es mir am Anfang etwas schwer, die vielen Personen einzuordnen. Wer mit wem und warum fällt nicht auf Anhieb ins Auge. Das liegt vor allem daran, dass es sich nicht nur um die erwähnten Personen und Beziehungen handelt, sondern es noch viele Nebencharaktere und Schauplätze einzuordnen gilt. Hat man aber erst einmal den Überblick gewonnen, dann lässt einen das Buch nicht mehr los. Der Autorin gelingt es perfekt realistische Stimmungen und Situationen zu erschaffen. Man fühlt praktisch mit Laura mit, die vollkommen vor dem Abgrund steht. Auf der anderen Seite ist man auch im Herzen der Personen, die augenscheinlich nicht die besten Absichten hegten und immer noch hegen. Auch die Orte und Schauplätze erwachsen dem Leser wunderbar vor seinem geistigen Auge. Ich lese ja sonst vor allem Fantasy und Science Fiction, weil man sich da so schön in die verschiedenen Welten reindenken kann. Ich kann sagen, dass dieses auch bei Charlotte Link perfekt gelingt. Man fühlt sich praktisch anwesend in ihrer Welt. Vor allem das die Dinge, die dort geschehen, auch praktisch jeden Tag um einen herum passieren können, macht den Reiz dieser Geschichte aus. Von Anfang bis Ende ist es sehr spannend, wobei ich sagen muss, dass manchmal der Lauf der Dinge ein wenig vorhersehbar ist. Allerdings ist dies ein individuelles Empfinden und meiner Kollegin ging es da bspw. ganz anders. Lesen kann man das Buch sehr flüssig. Link arbeitet viel mit sehr kurzen Sätzen. Überflüssige Floskeln oder Füllsätze gibt es nicht. Trotzdem gelingt es ihr Szenerien gut auszuschmücken. Was etwas störend wirkt sind die vielen Sprünge zwischen den Personen und Schauplätzen. Auch gelingt es ihr nicht, wirkliche Sympathien für eine der Figuren zu wecken. Allerdings stört mich das nicht, da die Story spannende genug ist und man sich eh nur darauf konzentriert.
Charlotte Link
Sie ist Jahrgang 1963 und gehört in zwischen zu den erfolgreichsten Schriftstellern in Deutschland. Bekannt ist sie durch die Trilogie Sturmzeit, die auch verfilmt wurde. Ihre wohl bekanntesten Bücher sind „ Der Verehrer“ und „ Das Haus der Schwestern“. Dieser Roman stand 1997 auch monatelang auf der Bestsellerliste. Ob „ Die Täuschung“ an die beiden anderen Werke herankommt kann ich sagen, wenn ich diese gelesen habe und das werde ich mit Sicherheit tun.
Fazit
Wieder mal ein Buch, das ich euch wärmstens empfehle. Vor allem für die Leute, die Fantasy und andere unrealistische Bücher nicht mögen sehr lesenswert. Es eignet sich für Jugendliche und Erwachsene, die einen gewissen Anspruch an ein Buch haben. Im Handel kostet das Buch als Taschenbuchausgabe 9,90 Euro. Der ISBN Code ist 3442451426. Wer es nicht kaufen möchte, der sollte es sich zumindest ausleihen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-23 09:40:07 mit dem Titel Verliebt, verlobt, ermordet! (Der Verehrer / Link,Charlotte)
Nachdem ich eher zufällig an Charlotte Link und ihren Roman „Die Täuschung“ geraten war, habe ich mir diesmal ganz zielgerichtet ein Werk von ihr gekauft. Mir gefällt bei Charlotte Link, dass ihre Werke sehr realistisch geschrieben sind und auch bei „Der Verehrer“ wurde ich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Die besondere Mischung aus Thriller und Familienroman kommt auch bei diesem Buch sehr gut zur Geltung. Ich werde versuchen eine kurze Inhaltswiedergabe und auch meine persönliche Beurteilung im folgenden Bericht wiederzugeben.
Story
In einem Waldstück macht ein Ehepaar einen grausamen Fund. Die Leiche einer jungen Frau ist übel zugerichtet und an einen Baum gefesselt worden. Wer hat dieses grausame Verbrechen begangen?
Szenenwechsel
Leona ist eine Frau Anfang 40 und arbeitet bei einem Verlag in Frankfurt am Main. Sie lebt mit ihrem Mann Wolfgang relativ glücklich zusammen. Doch dann schockieren sie gleich zwei Ereignisse zutiefst. Bei einem Spaziergang stürzt eine junge Frau aus dem Fenster, direkt vor Leonas Füße. Die Ärmste lebt noch ein paar Sekunden und flüstert Leona noch etwas zu. „Endlich hat er es geschafft“, das ist es was die Verlagsangestellte noch verstehen kann. Kurz darauf eröffnet Leona ihr Mann Wolfgang, dass er sich von ihr trennen möchte, da er schon über ein Jahr eine Affäre hat. Die Welt scheint über ihr zusammenzubrechen. Durch das Bestreben der Nachbarin von Eva Fabiani, die Frau, die aus dem Fenster sprang, findet sich Leona in deren Wohnung und Nachlass wieder. Sie solle sich doch ein paar Bücher mitnehmen. Bei dieser Gelegenheit lernt sie gleich zwei attraktive Männer kennen. Robert, Evas Bruder sieht gut aus und ist scheinbar zutiefst betrübt über den Verlust der Schwester. Trotzdem kommen er und Leona ein wenig näher. Der zweite im Bunde ist Bernhard Fabiani, der Ehemann der Selbstmörderin. Er ist ein Frauenheld und schnell fasst Leona die Meinung, dass er Eva in den Tod getrieben hat. Die Nachbarin Lydia und auch Bruder Robert bestärken sie in dieser Meinung. Angezogen von der Attraktivität Roberts und getrieben durch ihr eigenes Schicksal lässt sich Leona auf eine Affäre mit Robert ein......
Die Personen
Auch in diesem Buch gibt es sehr viele Protagonisten. Allerdings gelingt es dem Leser schnell, diese zuzuordnen und zu unterscheiden. Um es potentiellen Lesern noch einfacher zu machen, gebe ich hier mal kurze Beschreibungen der wichtigsten Leute im Buch.
Leona
Sie ist die Hauptfigur. Ein attraktive Frau Anfang 40, bei deren Anblick schon so mancher Mann schwach geworden ist. Anfangs wirkt sie etwas bieder und unterwürfig, doch im Laufe der Geschichte festigt sich ihr Charakter immer mehr. Sie wirkt durch und durch sympathisch und erweckt Mitgefühl beim Leser.
Wolfgang
Leonas Mann ist durch und durch Realist. Ein sehr bodenständiger Typ, dem Leonas Gedankenwelt manchmal sehr auf die Nerven geht. Das sagt er dann auch und ist somit keine große Hilfe für seine Frau. Er arbeitet beim Fernsehen und ist ständig auf Achse. Seine Affäre ist Auslöser für die späteren Geschehnisse und somit trägt er indirekt die Schuld für die Gefahr in die sich Leona begeben hat.
Robert
Leonas „Verehrer“ ist scheinbar ein sehr attraktiver Mann, der durch den Verlust seiner Schwester in tiefe Trauer gestürzt wurde. Doch sehr schnell merkt der Leser und auch Leona, dass mit ihm irgendwas nicht stimmt. Er arbeitet angeblich als Übersetzer und wohnt in der Schweiz, in Ascona. Schon am Anfang seiner Beziehung zu Leona wird klar, dass ihm die Rolle des Psychopaten in diesem Roman zukommt.
Leonas Familie
Diese besteht aus Vater, Mutter und zwei Schwestern, die mit ihren Ehemännern alle unter einem Dach leben. Die jüngste Schwester Carolin ist mit einem Taugenichts verheiratet und hat einen Sohn. Die andere Schwester Olivia hat ein behindertes Kind und ist dieser Aufgabe schon längst nicht mehr gewachsen. Trotzdem bleibt sie stur, was ihren Mann Paul bald aus dem Haus der Großfamilie treiben wird.
Daneben existieren noch einige andere Personen, deren Aufgabe darin besteht, den zweiten Handlungsstrang zu bereichern. Da dies aber zuviel verraten würde, müsst ihr diese schon selbst kennen lernen.
Zum Roman
Die Geschichte entwickelt sich, wie schon angedeutet, in zwei unterschiedlichen Handlungen. Diese führen aber unweigerlich aufeinander zu. Das merkt man natürlich sehr schnell. Wie einem auch sehr schnell klar wird, wer der Täter des am Anfang beschriebenen Mordes ist. Die Geschichte lebt aber auch nicht davon den Spannungsbogen in dieser Hinsicht aufrecht zu erhalten. Vielmehr fesselt einen die Dynamik mit der sich die Handlung entwickelt und man ist gespannt wie und in welchem Umfang die beiden unterschiedlichen Handlungsstränge zusammen hängen. Immer tiefer dringt der Leser in die Psyche von Robert Jablonski ein, mit dem Leona fataler Weise ein Verhältnis begonnen hat. Um die Zusammenhänge zu ergründen und vor allem auf den Schluss hinzuarbeiten versucht man so viel wie möglich von diesem Buch hintereinander zu verschlingen. Da Robert auch nicht der einzige Verehrer von Leona ist, entsteht auch eine gewisse Spannung aus den Charakteren der anderen Männer, die um Leona bemüht sind. Wobei ich mir vorstellen kann, dass sich grade diese Beziehungskisten noch stärker bei weiblichen Lesern auswirken könnten. Das Buch könnte an einigen Stellen auch „Die Verehrer“ heißen.
Fast immer wird aus der Sicht von Leona selbst erzählt. Allerdings wechselt die Autorin auch manchmal in die Perspektiven anderer Personen. Das verwirrt aber nicht weiter. Eigenwillig wird es nur an der Stelle, als der Leser in den Ablauf und die Gedanken von Robert direkt eintaucht, da diese in einer Art Tagebuchform dargestellt sind. Das Buch ist, wie auch andere von Link, in zwei Teile gegliedert. Der Sinn hat sich mir allerdings nicht erschlossen, da die Handlung im zweiten Abschnitt einfach nur ein Fortführung des ersten beinhaltet.
Wie man es von Charlotte Link gewohnt ist, gibt es viele Einzelpersonen und Schicksale im Buch. Allerdings ist die Übersicht diesmal recht gut. Bei „Die Täuschung“ wusste man als Leser bspw. manchmal nicht mehr, wer nun wer ist und in welchem Zusammenhang er mit der Geschichte steht. Das ist in diesem Buch besser. Es hat mir alles in allem auch besser gefallen, als das andere angesprochene. Leider ist auch dieses Buch manchmal zu durchsichtig und es gibt zu wenig Überraschungsmomente. Es ist oft einfach so, dass man sich las Leser sagt, wusste ich es doch! Ich könnte mir aber vorstellen, das dieser Roman eine gute Filmvorlage abgibt, denn so könnte man einige Handlungen spannender gestalten.
Zum Buch
Gelesen hab ich diesen Roman als Taschenbuch. Erschienen im Goldmann Verlag 1998 und die ISBN ist 3442442540. Es kostet neu 9,00 Euro. Ich habe es gebraucht bei Ebay für 2,00 Euro erworben und kann euch nur empfehlen eure Bücher auf diesem Weg zu kaufen. Für Leser, die es gern realistisch und spannend haben ist Charlotte Link weiterhin sehr empfehlenswert. Ich denke, dass „Der Verehrer“ eines ihrer besseren Werke ist und vergebe 4 Sterne. Allerdings nicht ohne meine Bewertung bei „Die Täuschung“ herunter zu revidieren.
©Ranger99
Ich: „Hast du nicht mal was neues zum Lesen für mich?“ Sie: „ich hab da was von Charlotte Link.“ Ich: „das ist doch die, wo dauernd die Frauen ihre Männer umbringen.“ Sie: „nee, das ist Ingrid Noll.“ Ich: „ ach so, na dann bring mal mit.“
Gesagt getan. Am nächsten Tag hielt ich ein Buch von Charlotte Link in der Hand. Ich hatte sie vorher noch nie gelesen, doch mir schwirrten einige Titel, wie „das Haus der Schwestern“, im Kopf herum. Nachdem ich kurz den Einband begutachtet und die Kurzbeschreibung gelesen hatte, war ich überzeugt, dass dieses Buch nach meinem Geschmack sein würde.
Worum geht es?
Gleich zu Anfang findet sich der Leser in der Provence wieder und wird Zeuge eines brutalen Verbrechens. Eine alleinstehende Frau und ihre 4 jährige Tochter werden ermordet. Danach lernt man die einzelnen Personen Stück für Stück kennen. Da sind Peter und Laura. Ein scheinbar glückliches Ehepaar aus Frankfurt, die ein Ferienhaus in dieser Region besitzen. Peter ist freier Journalist und befindet sich gerade auf dem Weg nach Südfrankreich um mit seinem Freund Christopher eine Woche segeln zu gehen. Laura ist die liebe Ehefrau, die mit dem Töchterchen zu hause sitzt. Des weiteren lernt man Henri und Nadine kennen. Ein Ehepaar, das vor Ort eine kleine Pizzeria führt. Henri ist glücklich mit seinem kleinen Laden, Nadine allerdings überhaupt nicht. Immer wieder lässt sie Henri im Stich, so das dieser auf seine Cousine Catherine als Arbeitshilfe zurückgreifen muss. Catherine liebt Henri, ist aber potthässlich und daher hat sie keine Chance bei ihm, obwohl er sie auch sehr mag. Henri ist aber Nadine hoffnungslos verfallen. Ihr denkt, das klingt eher nach Marienhof, als nach einem spannenden Krimi? Falsch gedacht, denn nicht nur die Madame und ihre Tochter werden tot aufgefunden......
Noch ein paar Zusammenhänge
Die beiden Paare Peter & Laura und Nadine & Henri kennen sich gut. Es entwickelte sich eine Art Freundschaft, da die beiden Deutschen immer in ihrem Urlaub zum Pizza essen vorbeikamen.
Catherine (die Cousine von Henri) hasst Nadine, da sie sieht, wie diese mit Henri umgeht und tatenlos zuschauen muss, wie dieser sich alles gefallen lässt.
Nadine liebt Peter und erhofft sich von ihm die Flucht aus ihrem bisherigen Leben. Doch dieser hat arge finanzielle Probleme, von denen seine Frau Laura aber nichts ahnt.
Laura ist schockiert als sie, da Peter sich nicht meldet, herausfindet wie es wirklich um ihn bestellt ist. Sie macht sich sofort auf den Weg nach Südfrankreich um ihn zu suchen....
Das Buch
ist grundsätzlich in zwei Teile untergliedert. Alles was ihr oben lesen könnt spielt sich im ersten Teil ab, da ich nichts von der Spannung vorausnehmen möchte. Zugegebenermassen fiel es mir am Anfang etwas schwer, die vielen Personen einzuordnen. Wer mit wem und warum fällt nicht auf Anhieb ins Auge. Das liegt vor allem daran, dass es sich nicht nur um die erwähnten Personen und Beziehungen handelt, sondern es noch viele Nebencharaktere und Schauplätze einzuordnen gilt. Hat man aber erst einmal den Überblick gewonnen, dann lässt einen das Buch nicht mehr los. Der Autorin gelingt es perfekt realistische Stimmungen und Situationen zu erschaffen. Man fühlt praktisch mit Laura mit, die vollkommen vor dem Abgrund steht. Auf der anderen Seite ist man auch im Herzen der Personen, die augenscheinlich nicht die besten Absichten hegten und immer noch hegen. Auch die Orte und Schauplätze erwachsen dem Leser wunderbar vor seinem geistigen Auge. Ich lese ja sonst vor allem Fantasy und Science Fiction, weil man sich da so schön in die verschiedenen Welten reindenken kann. Ich kann sagen, dass dieses auch bei Charlotte Link perfekt gelingt. Man fühlt sich praktisch anwesend in ihrer Welt. Vor allem das die Dinge, die dort geschehen, auch praktisch jeden Tag um einen herum passieren können, macht den Reiz dieser Geschichte aus. Von Anfang bis Ende ist es sehr spannend, wobei ich sagen muss, dass manchmal der Lauf der Dinge ein wenig vorhersehbar ist. Allerdings ist dies ein individuelles Empfinden und meiner Kollegin ging es da bspw. ganz anders. Lesen kann man das Buch sehr flüssig. Link arbeitet viel mit sehr kurzen Sätzen. Überflüssige Floskeln oder Füllsätze gibt es nicht. Trotzdem gelingt es ihr Szenerien gut auszuschmücken. Was etwas störend wirkt sind die vielen Sprünge zwischen den Personen und Schauplätzen. Auch gelingt es ihr nicht, wirkliche Sympathien für eine der Figuren zu wecken. Allerdings stört mich das nicht, da die Story spannende genug ist und man sich eh nur darauf konzentriert.
Charlotte Link
Sie ist Jahrgang 1963 und gehört in zwischen zu den erfolgreichsten Schriftstellern in Deutschland. Bekannt ist sie durch die Trilogie Sturmzeit, die auch verfilmt wurde. Ihre wohl bekanntesten Bücher sind „ Der Verehrer“ und „ Das Haus der Schwestern“. Dieser Roman stand 1997 auch monatelang auf der Bestsellerliste. Ob „ Die Täuschung“ an die beiden anderen Werke herankommt kann ich sagen, wenn ich diese gelesen habe und das werde ich mit Sicherheit tun.
Fazit
Wieder mal ein Buch, das ich euch wärmstens empfehle. Vor allem für die Leute, die Fantasy und andere unrealistische Bücher nicht mögen sehr lesenswert. Es eignet sich für Jugendliche und Erwachsene, die einen gewissen Anspruch an ein Buch haben. Im Handel kostet das Buch als Taschenbuchausgabe 9,90 Euro. Der ISBN Code ist 3442451426. Wer es nicht kaufen möchte, der sollte es sich zumindest ausleihen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-22 18:23:50 mit dem Titel Wer täuscht hier wen? (Die Täuschung / Link,Charlotte)
Dialog mit einer Kollegin:
Ich: „Hast du nicht mal was neues zum Lesen für mich?“ Sie: „ich hab da was von Charlotte Link.“ Ich: „das ist doch die, wo dauernd die Frauen ihre Männer umbringen.“ Sie: „nee, das ist Ingrid Noll.“ Ich: „ ach so, na dann bring mal mit.“
Gesagt getan. Am nächsten Tag hielt ich ein Buch von Charlotte Link in der Hand. Ich hatte sie vorher noch nie gelesen, doch mir schwirrten einige Titel, wie „das Haus der Schwestern“, im Kopf herum. Nachdem ich kurz den Einband begutachtet und die Kurzbeschreibung gelesen hatte, war ich überzeugt, dass dieses Buch nach meinem Geschmack sein würde.
Worum geht es?
Gleich zu Anfang findet sich der Leser in der Provence wieder und wird Zeuge eines brutalen Verbrechens. Eine alleinstehende Frau und ihre 4 jährige Tochter werden ermordet. Danach lernt man die einzelnen Personen Stück für Stück kennen. Da sind Peter und Laura. Ein scheinbar glückliches Ehepaar aus Frankfurt, die ein Ferienhaus in dieser Region besitzen. Peter ist freier Journalist und befindet sich gerade auf dem Weg nach Südfrankreich um mit seinem Freund Christopher eine Woche segeln zu gehen. Laura ist die liebe Ehefrau, die mit dem Töchterchen zu hause sitzt. Des weiteren lernt man Henri und Nadine kennen. Ein Ehepaar, das vor Ort eine kleine Pizzeria führt. Henri ist glücklich mit seinem kleinen Laden, Nadine allerdings überhaupt nicht. Immer wieder lässt sie Henri im Stich, so das dieser auf seine Cousine Catherine als Arbeitshilfe zurückgreifen muss. Catherine liebt Henri, ist aber potthässlich und daher hat sie keine Chance bei ihm, obwohl er sie auch sehr mag. Henri ist aber Nadine hoffnungslos verfallen. Ihr denkt, das klingt eher nach Marienhof, als nach einem spannenden Krimi? Falsch gedacht, denn nicht nur die Madame und ihre Tochter werden tot aufgefunden......
Noch ein paar Zusammenhänge
Die beiden Paare Peter & Laura und Nadine & Henri kennen sich gut. Es entwickelte sich eine Art Freundschaft, da die beiden Deutschen immer in ihrem Urlaub zum Pizza essen vorbeikamen.
Catherine (die Cousine von Henri) hasst Nadine, da sie sieht, wie diese mit Henri umgeht und tatenlos zuschauen muss, wie dieser sich alles gefallen lässt.
Nadine liebt Peter und erhofft sich von ihm die Flucht aus ihrem bisherigen Leben. Doch dieser hat arge finanzielle Probleme, von denen seine Frau Laura aber nichts ahnt.
Laura ist schockiert als sie, da Peter sich nicht meldet, herausfindet wie es wirklich um ihn bestellt ist. Sie macht sich sofort auf den Weg nach Südfrankreich um ihn zu suchen....
Das Buch
ist grundsätzlich in zwei Teile untergliedert. Alles was ihr oben lesen könnt spielt sich im ersten Teil ab, da ich nichts von der Spannung vorausnehmen möchte. Zugegebenermassen fiel es mir am Anfang etwas schwer, die vielen Personen einzuordnen. Wer mit wem und warum fällt nicht auf Anhieb ins Auge. Das liegt vor allem daran, dass es sich nicht nur um die erwähnten Personen und Beziehungen handelt, sondern es noch viele Nebencharaktere und Schauplätze einzuordnen gilt. Hat man aber erst einmal den Überblick gewonnen, dann lässt einen das Buch nicht mehr los. Der Autorin gelingt es perfekt realistische Stimmungen und Situationen zu erschaffen. Man fühlt praktisch mit Laura mit, die vollkommen vor dem Abgrund steht. Auf der anderen Seite ist man auch im Herzen der Personen, die augenscheinlich nicht die besten Absichten hegten und immer noch hegen. Auch die Orte und Schauplätze erwachsen dem Leser wunderbar vor seinem geistigen Auge. Ich lese ja sonst vor allem Fantasy und Science Fiction, weil man sich da so schön in die verschiedenen Welten reindenken kann. Ich kann sagen, dass dieses auch bei Charlotte Link perfekt gelingt. Man fühlt sich praktisch anwesend in ihrer Welt. Vor allem das die Dinge, die dort geschehen, auch praktisch jeden Tag um einen herum passieren können, macht den Reiz dieser Geschichte aus. Von Anfang bis Ende ist es sehr spannend, wobei ich sagen muss, dass manchmal der Lauf der Dinge ein wenig vorhersehbar ist. Allerdings ist dies ein individuelles Empfinden und meiner Kollegin ging es da bspw. ganz anders. Lesen kann man das Buch sehr flüssig. Link arbeitet viel mit sehr kurzen Sätzen. Überflüssige Floskeln oder Füllsätze gibt es nicht. Trotzdem gelingt es ihr Szenerien gut auszuschmücken. Was etwas störend wirkt sind die vielen Sprünge zwischen den Personen und Schauplätzen. Auch gelingt es ihr nicht, wirkliche Sympathien für eine der Figuren zu wecken. Allerdings stört mich das nicht, da die Story spannende genug ist und man sich eh nur darauf konzentriert.
Charlotte Link
Sie ist Jahrgang 1963 und gehört in zwischen zu den erfolgreichsten Schriftstellern in Deutschland. Bekannt ist sie durch die Trilogie Sturmzeit, die auch verfilmt wurde. Ihre wohl bekanntesten Bücher sind „ Der Verehrer“ und „ Das Haus der Schwestern“. Dieser Roman stand 1997 auch monatelang auf der Bestsellerliste. Ob „ Die Täuschung“ an die beiden anderen Werke herankommt kann ich sagen, wenn ich diese gelesen habe und das werde ich mit Sicherheit tun.
Fazit
Wieder mal ein Buch, das ich euch wärmstens empfehle. Vor allem für die Leute, die Fantasy und andere unrealistische Bücher nicht mögen sehr lesenswert. Es eignet sich für Jugendliche und Erwachsene, die einen gewissen Anspruch an ein Buch haben. Im Handel kostet das Buch als Taschenbuchausgabe 9,90 Euro. Der ISBN Code ist 3442451426. Wer es nicht kaufen möchte, der sollte es sich zumindest ausleihen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-23 09:40:07 mit dem Titel Verliebt, verlobt, ermordet! (Der Verehrer / Link,Charlotte)
Nachdem ich eher zufällig an Charlotte Link und ihren Roman „Die Täuschung“ geraten war, habe ich mir diesmal ganz zielgerichtet ein Werk von ihr gekauft. Mir gefällt bei Charlotte Link, dass ihre Werke sehr realistisch geschrieben sind und auch bei „Der Verehrer“ wurde ich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Die besondere Mischung aus Thriller und Familienroman kommt auch bei diesem Buch sehr gut zur Geltung. Ich werde versuchen eine kurze Inhaltswiedergabe und auch meine persönliche Beurteilung im folgenden Bericht wiederzugeben.
Story
In einem Waldstück macht ein Ehepaar einen grausamen Fund. Die Leiche einer jungen Frau ist übel zugerichtet und an einen Baum gefesselt worden. Wer hat dieses grausame Verbrechen begangen?
Szenenwechsel
Leona ist eine Frau Anfang 40 und arbeitet bei einem Verlag in Frankfurt am Main. Sie lebt mit ihrem Mann Wolfgang relativ glücklich zusammen. Doch dann schockieren sie gleich zwei Ereignisse zutiefst. Bei einem Spaziergang stürzt eine junge Frau aus dem Fenster, direkt vor Leonas Füße. Die Ärmste lebt noch ein paar Sekunden und flüstert Leona noch etwas zu. „Endlich hat er es geschafft“, das ist es was die Verlagsangestellte noch verstehen kann. Kurz darauf eröffnet Leona ihr Mann Wolfgang, dass er sich von ihr trennen möchte, da er schon über ein Jahr eine Affäre hat. Die Welt scheint über ihr zusammenzubrechen. Durch das Bestreben der Nachbarin von Eva Fabiani, die Frau, die aus dem Fenster sprang, findet sich Leona in deren Wohnung und Nachlass wieder. Sie solle sich doch ein paar Bücher mitnehmen. Bei dieser Gelegenheit lernt sie gleich zwei attraktive Männer kennen. Robert, Evas Bruder sieht gut aus und ist scheinbar zutiefst betrübt über den Verlust der Schwester. Trotzdem kommen er und Leona ein wenig näher. Der zweite im Bunde ist Bernhard Fabiani, der Ehemann der Selbstmörderin. Er ist ein Frauenheld und schnell fasst Leona die Meinung, dass er Eva in den Tod getrieben hat. Die Nachbarin Lydia und auch Bruder Robert bestärken sie in dieser Meinung. Angezogen von der Attraktivität Roberts und getrieben durch ihr eigenes Schicksal lässt sich Leona auf eine Affäre mit Robert ein......
Die Personen
Auch in diesem Buch gibt es sehr viele Protagonisten. Allerdings gelingt es dem Leser schnell, diese zuzuordnen und zu unterscheiden. Um es potentiellen Lesern noch einfacher zu machen, gebe ich hier mal kurze Beschreibungen der wichtigsten Leute im Buch.
Leona
Sie ist die Hauptfigur. Ein attraktive Frau Anfang 40, bei deren Anblick schon so mancher Mann schwach geworden ist. Anfangs wirkt sie etwas bieder und unterwürfig, doch im Laufe der Geschichte festigt sich ihr Charakter immer mehr. Sie wirkt durch und durch sympathisch und erweckt Mitgefühl beim Leser.
Wolfgang
Leonas Mann ist durch und durch Realist. Ein sehr bodenständiger Typ, dem Leonas Gedankenwelt manchmal sehr auf die Nerven geht. Das sagt er dann auch und ist somit keine große Hilfe für seine Frau. Er arbeitet beim Fernsehen und ist ständig auf Achse. Seine Affäre ist Auslöser für die späteren Geschehnisse und somit trägt er indirekt die Schuld für die Gefahr in die sich Leona begeben hat.
Robert
Leonas „Verehrer“ ist scheinbar ein sehr attraktiver Mann, der durch den Verlust seiner Schwester in tiefe Trauer gestürzt wurde. Doch sehr schnell merkt der Leser und auch Leona, dass mit ihm irgendwas nicht stimmt. Er arbeitet angeblich als Übersetzer und wohnt in der Schweiz, in Ascona. Schon am Anfang seiner Beziehung zu Leona wird klar, dass ihm die Rolle des Psychopaten in diesem Roman zukommt.
Leonas Familie
Diese besteht aus Vater, Mutter und zwei Schwestern, die mit ihren Ehemännern alle unter einem Dach leben. Die jüngste Schwester Carolin ist mit einem Taugenichts verheiratet und hat einen Sohn. Die andere Schwester Olivia hat ein behindertes Kind und ist dieser Aufgabe schon längst nicht mehr gewachsen. Trotzdem bleibt sie stur, was ihren Mann Paul bald aus dem Haus der Großfamilie treiben wird.
Daneben existieren noch einige andere Personen, deren Aufgabe darin besteht, den zweiten Handlungsstrang zu bereichern. Da dies aber zuviel verraten würde, müsst ihr diese schon selbst kennen lernen.
Zum Roman
Die Geschichte entwickelt sich, wie schon angedeutet, in zwei unterschiedlichen Handlungen. Diese führen aber unweigerlich aufeinander zu. Das merkt man natürlich sehr schnell. Wie einem auch sehr schnell klar wird, wer der Täter des am Anfang beschriebenen Mordes ist. Die Geschichte lebt aber auch nicht davon den Spannungsbogen in dieser Hinsicht aufrecht zu erhalten. Vielmehr fesselt einen die Dynamik mit der sich die Handlung entwickelt und man ist gespannt wie und in welchem Umfang die beiden unterschiedlichen Handlungsstränge zusammen hängen. Immer tiefer dringt der Leser in die Psyche von Robert Jablonski ein, mit dem Leona fataler Weise ein Verhältnis begonnen hat. Um die Zusammenhänge zu ergründen und vor allem auf den Schluss hinzuarbeiten versucht man so viel wie möglich von diesem Buch hintereinander zu verschlingen. Da Robert auch nicht der einzige Verehrer von Leona ist, entsteht auch eine gewisse Spannung aus den Charakteren der anderen Männer, die um Leona bemüht sind. Wobei ich mir vorstellen kann, dass sich grade diese Beziehungskisten noch stärker bei weiblichen Lesern auswirken könnten. Das Buch könnte an einigen Stellen auch „Die Verehrer“ heißen.
Fast immer wird aus der Sicht von Leona selbst erzählt. Allerdings wechselt die Autorin auch manchmal in die Perspektiven anderer Personen. Das verwirrt aber nicht weiter. Eigenwillig wird es nur an der Stelle, als der Leser in den Ablauf und die Gedanken von Robert direkt eintaucht, da diese in einer Art Tagebuchform dargestellt sind. Das Buch ist, wie auch andere von Link, in zwei Teile gegliedert. Der Sinn hat sich mir allerdings nicht erschlossen, da die Handlung im zweiten Abschnitt einfach nur ein Fortführung des ersten beinhaltet.
Wie man es von Charlotte Link gewohnt ist, gibt es viele Einzelpersonen und Schicksale im Buch. Allerdings ist die Übersicht diesmal recht gut. Bei „Die Täuschung“ wusste man als Leser bspw. manchmal nicht mehr, wer nun wer ist und in welchem Zusammenhang er mit der Geschichte steht. Das ist in diesem Buch besser. Es hat mir alles in allem auch besser gefallen, als das andere angesprochene. Leider ist auch dieses Buch manchmal zu durchsichtig und es gibt zu wenig Überraschungsmomente. Es ist oft einfach so, dass man sich las Leser sagt, wusste ich es doch! Ich könnte mir aber vorstellen, das dieser Roman eine gute Filmvorlage abgibt, denn so könnte man einige Handlungen spannender gestalten.
Zum Buch
Gelesen hab ich diesen Roman als Taschenbuch. Erschienen im Goldmann Verlag 1998 und die ISBN ist 3442442540. Es kostet neu 9,00 Euro. Ich habe es gebraucht bei Ebay für 2,00 Euro erworben und kann euch nur empfehlen eure Bücher auf diesem Weg zu kaufen. Für Leser, die es gern realistisch und spannend haben ist Charlotte Link weiterhin sehr empfehlenswert. Ich denke, dass „Der Verehrer“ eines ihrer besseren Werke ist und vergebe 4 Sterne. Allerdings nicht ohne meine Bewertung bei „Die Täuschung“ herunter zu revidieren.
©Ranger99
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