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Erfahrungsbericht von Ellen20

GESCHICHTE MAL ANDERS, TEIL 1!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Vorwort
*~*~*~*
Es geschieht eigentlich höchst selten, dass mich ein Roman dermaßen fesselt, dass ich ihn nicht mehr weglegen kann. Und gibt es dann davon auch noch eine oder mehrere Fortsetzungen, muss man diese natürlich auch lesen.
Dieser und die nächsten zwei Berichte, welche innerhalb der kommenden Tage und Wochen folgen, werden sich mit einer Romantrilogie befassen, welche nicht nur von einer ziemlich bekannten Autorin verfasst wurden, sondern auch gleichzeitig so einschlagend war, dass sie vom ZDF verfilmt wurde und 1999 sehr erfolgreich ausgestrahlt wurde.
Zunächst wird es aber um den ersten Teil von insgesamt drei gehen, welcher den Titel „Sturmzeit“ trägt und der ebenso zu den Bestsellern zu zählen ist.


Die Autorin
*~*~*~*~*
Charlotte Link zählt mit Sicherheit zu den bekanntesten Autorinnen Deutschlands. Sie wurde im Jahr 1963 geboren und lebt derzeit in der Nähe von Frankfurt/Main.
Ihren ersten einschlagenden Erfolg hatte sie mit dem Roman „Die schöne Helena“ und dieser sollte anhalten. Es folgten drei weitere Bücher und ein immer größeres Ansehen bei Publikum und Presse.
Auf die Bestellerliste gelang ihr schließlich der Sprung mit „Sturmzeit“ . Nach der Fortsetzung „Wilde Lupinen“ erschien 1994 dann der dritte und abschließende Band der Trilogie, mit dem Titel „Die Stunde der Erben“.
Zu weiteren bekannten Bestellern von Charlotte Link zählen unter anderem „Das Haus der Schwestern“ und „Die Rosenzüchterin“ (übrigens auch sehr empfehlenswert).
Charlotte Link widmet ihren Büchern enorm viel Vielseitigkeit, was wahrscheinlich auch zu ihrem einschlagenden Erfolg beiträgt. So reicht ihr Gebiet von geschichtlichen Gesellschaftsromanen bis hin zu spannenden Psychothrillern.


Allgemeines zu „Sturmzeit“
*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*
Seiten: 531
Verlag: Goldmann
ISBN Nummer: 3-442-41066-5
Preis: ca. 9 EUR


Inhalt
*~*~*
Im Alter von 18 Jahren erlebt Felicia Degnelly den Ausbruch des ersten Weltkrieges auf dem Familiengut in Ostpreußen den, wo sie ihren Sommerurlaub verbringt und schon von klein auf in Maksim Marakow, einem jungen Mann mit russischer Abstammung, verliebt ist. Dieser allerdings hat keine Augen für Felicia, sondern nur für Lenin, Marx und eine Revolution.

Enttäuscht reist das junge Mädchen nach Berlin, wo sie Alex Lombard kennenlernt und ihn, um der Ablehnung Maksims zu entkommen, kurzentschlossen heiratet. Zusammen ziehen sie nach München zu der Familie von Alex, welche gleichzeitig eine Fabrik besitzt und leitet. Doch das Glück der beiden währt nicht lange, denn es kommt immer öfter zu Auseinandersetzungen und schließlich zum Bruch, welcher auch daher rührt, dass Felicia Maksim einfach nicht vergessen kann.

Der Krieg ist im vollen Gange und Felicia entschließt sich, als Krankenschwester in einem Lazarett an der Ostfront zu arbeiten. Als sie für einige Tage in die alte Heimat will, geschieht das Unfassbare, denn russische Soldaten fassen sie und bringen sie zusammen mit ihrer Schwägerin Kassandra in ein Lager, in welchem Hungersnot, Tod und Krankheit herrscht.

Ihrer einflussreichen Tante Belle verdankt sie es, dass sie befreit wird und nach Sankt Petersburg, damals Petrograd, kommt. Doch auch da kommt es bald zu Ausschreitungen, den die russische Revolution beginnt. Die Familie flüchtet sich letztendlich nach Estland und zurück nach Deutschland. Und immer wieder trifft sie Maksim.

Hier muss Felicia erfahren, dass der Krieg ihr auch Familienmitglieder genommen hat. Felicias Großvater, ihr Vater, ein Onkel, eine Tante und vor allem der geliebte jüngere Bruder Christian fallen ihm zum Opfer.

Als Felicia erfährt, dass sie schwanger ist und dies von Maksim, lässt sich Alex von ihr scheiden und geht nach Amerika. Sie gebärt ein Mädchen mit dem Namen Belle.
Ihr Schwiegervater überträgt ihr zwischenzeitlich die Leitung der Fabrik, welche in der folgenden Zeit einen immer größeren Stellenwert in ihrem Leben einnimmt. In Benjamin findet sie einen neuen Mann und bekommt ein zweites Kind, namens Susanne. Aber auch hier ist das Glück wieder nur von kurzer Dauer, denn als Benjamin erfährt, dass seine Frau eine Affäre mit Maksim hat, nimmt er sich das Leben.

Felicias weiteres Leben wird bestimmt durch die Fabrik, welche sie als unabhängige Geschäftsfrau skrupellos und profitorientiert leitet. Die Inflation 1923, politische Ausschreitungen und schließlich die Währungsreform können ihr nichts anhaben. Aber dann kommt das Jahr 1929 und damit verbunden die Weltwirtschaftskrise...


Meine Meinung
*~*~*~*~*~*
Geschichtsromane haben mich schon immer interessiert, solange sie nicht nur auf Fakten basieren, sondern das wahre Leben zeigen.
„Sturmzeit“ hat mich schon nach den ersten Seiten fasziniert, denn ich habe selten ein Buch gelesen, welches so anschaulich geschrieben wurde, dass man alles vor sich sieht.

Besonders festgesetzt hat sich bei mir die Darstellung des ersten Weltkrieges. Ich erinnere mich an meine Schulzeit, wo uns eigentlich der Verlauf in Form von Zahlen und Fakten gelehrt wurde und dementsprechend langweilig war.
Mit dem Buch allerdings liefert Charlotte Link eine immens einfühlsame Beschreibung der Gefühlslage jener Menschen, die den ersten Weltkrieg passiv oder aktiv miterlebt haben.
Sie schreckt weder vor der Darstellung der harten Kämpfe an der Front, noch vor einem Abriss über die Zustände im Lazarett zurück.

Von dem Hintergrundwissen der Autorin bin ich auch jetzt noch beeindruckt und ich kann mir vorstellen, welch großer Aufwand mit der Entstehung des Romans verbunden war. Dieses Wissen betrifft ja nicht nur den ersten Weltkrieg, sondern auch die folgenden Jahre, mit der Entstehung der Weimarer Republik, der Inflation, politischer Ausschreitungen, das langsame Anwachsen nationalsozialistischer Einflüsse und letztendlich auch die Weltwirtschaftskrise, mit welcher dieser Teil der Trilogie auch endet.

Im gesamten Roman zeigt sich Charlotte Link äußerst vielfältig. Immer wieder folgen neue Abschnitte über den Verlauf des Lebens einiger Mitglieder und Bekannte von Felicia. Dadurch wird das Buch weder langweilig noch langatmig.

Die Charaktere sind allesamt recht gut ausgearbeitet. Sämtliche handelnden Personen erweisen sich als sehr vielschichtig, teilweise auch zwiespältig. Man fühlt, leidet oder freut sich mit ihnen, denn sie verkörpern Menschen, die einem auch im alltäglichen Leben begegnen. Manche mag man aufgrund ihrer Handlungen oder ihrer Erscheinung, andere
sind einem mehr als unsympathisch und wiederum andere kann man kann nicht einnorden. So ist das auch mit der Hauptfigur Felicia, die sich einerseits immer hilfsbereit, andererseits auch sehr skrupellos zeigt.

Lange Bücher können gegen Ende schnell langweilig werden, aber das ist bei diesem nicht der Fall, da es so menschlich ohne viel Kitsch geschrieben ist, und das Leiden, aber auch die Freude der damaligen Zeit für den Leser begreifbar macht.

Den zweiten Teil der Trilogie mit dem Titel „Wilde Lupinen“ habe ich jetzt auch bald ausgelesen und kann schon verraten, dass er dem ersten in nichts nachsteht. Ich denke der Bericht dazu wird in der nächsten Woche folgen und ich werde mich mindestens genauso begeistert zeigen.

Alles Liebe,
Ellen






----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-19 21:48:15 mit dem Titel GESCHICHTE MAL ANDERS, TEIL 2!

Vorwort
*~*~*~*
In diesem Bericht werde ich mich dem zweiten Teil der Sturmzeittrilogie von Charlotte Link widmen. Dieser trägt den Titel „Wilde Lupinen“ und beginnt acht Jahre später da, wo „Sturmzeit“ aufgehört hat. Um gewisse Zusammenhänge zu verstehen ist es wohl angebracht den ersten Teil gelesen zu haben. Ich werde hier aber nicht weiter darauf eingehen, denn schließlich habe ich mich im vorherigen Bericht schon ausgiebig darüber ausgelassen.
Ebenso werde ich hier nicht erneut über die Autorin berichten, da ich über sie schon in jener Meinung berichtet habe.

„Wilde Lupinen“ erschien im Juli 1994 und setzt die Familiengeschichte der Lavergnes fort und spielt in der Zeit des Nationalsozialismus. War in „Sturmzeit“ das Hauptaugenmerk noch auf Felicia Lavergne gerichtet, spielt in diesem zweiten Teil deren Tochter Belle eine mindestens genauso große Rolle.
Der Umfang gleicht dem ersten Teil und teilweise lassen sich auch im Inhalt Parallelen erkennen.


Allgemeines zu „Wilde Lupinen“
*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*
Seiten: 542
Verlag: Goldmann
ISBN Nummer: : 3-442-42603-0
Preis: 9 EUR


Inhalt
*~*~*
Das Jahr 1938 ist geprägt vom Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg rückt immer näher. Sowohl Felicia Lavergne als auch ihre etwa 20-jährige Tochter Belle haben kein Interesse für die politische Geschehnisse, sondern viel mehr für Erfolg und damit verbunden auch Reichtum.

Belle ihrerseits ist mittlerweile verheiratet, aber sich ihrer Gefühle nicht schlüssig. Der geheimnisvolle, gut betuchte Alexander kommt er daher ganz recht und sie beginnt ein Affäre mit ihm. Gleichzeitig feilt sie auch noch kräftig an ihrer Karriere als Schauspielerin in den UFA Studios in Berlin.

Felicia widmet in der Zwischenzeit all ihre Energie ihrer Firma, welche sie als Teilhaberin zusammen mit dem Juden Peter Liliencron leitet. Als dieser sich aber aufgrund der politischen Ereignisse gezwungen sieht zu flüchten, wird die Fabrik gänzlich auf die mittlerweile über 40-jährige Frau überschrieben, die immer noch uneingeschränkte Gefühle für Maksim hegt.

Als der Zweite Weltkrieg ausbricht gehen auch einzelne Mitglieder der Familie auseinander. So wird auch Max, Belles Ehemann in den Krieg geschickt.
Die Bevölkerung unterwirft sich immer mehr dem Nationalsozialismus. Judenverfolgungen stehen an der Tagesordnung, doch beide Frauen lassen sich davon nicht unterkriegen. Als Maksim eines Tages wieder bei Felicia vor der Tür steht, und sie darum bittet, verfolgte Juden in ihrem Keller zu verstecken, wird diese Bitte auch nicht abgeschlagen.
Das Ganze stellt sich als recht schwierig dar, denn Susanne, Felicias zweite Tochter heiratet bald darauf einen SS-Offizier.

In der Zwischenzeit taucht auch Alex Lombard, Felicias geschiedener Mann aus Amerika, wieder auf und bringt deren Gefühlswelt ordentlich durcheinander. Entgegen ihrer Ehe entwickelt sich ein inniges Verhältnis zwischen beiden. Doch dieser kann mit der zweiten Rolle nach Maksim nicht leben und nimmt sich gegen Ende des Buches das Leben.

Der Krieg ist mittlerweile zu Ende und Belle hat noch immer kein Lebenszeichen von Max. Trotz ihrer Schuldgefühle entschließt sie sich zusammen mit ihrem Liebhaber nach Amerika zu gehen um dort die große Karriere zu beginnen.

Und damit endet auch dieser Band.


Meine Meinung
*~*~*~*~*~*~*
Bereits in „Sturmzeit“ war ich unheimlich fasziniert von der Flut an geschichtlichen Informationen, die wider Erwarten nicht auf bloßen Fakten basieren, sondern das Leben der Menschen in der Geschichte gefühlvoll aber auch realistisch wiedergeben.
Das ist Charlotte Link meiner Meinung nach in „Wilde Lupinen“ noch besser gelungen. Auch hier wird der Krieg wieder in der lebendigsten Form beschrieben und damit auch verbunden der Schrecken.

Das geschichtliche Hauptaugenmerk liegt aber in diesem Band eindeutig auf der Judenverfolgung. Man merkt, dass sich die Autorin ausreichend informiert hat und ihre Beschreibungen vom Leben der Juden zur damaligen Zeit sind nicht nur mitfühlend, sondern auch erschreckend. Gleichzeitig weiß sie es aber die Geschichte so zu schreiben, dass man das Buch nicht weglegen kann, nämlich einfach menschlich.

Wie ich bereits schrieb, sollte man für „Wilde Lupinen“ den ersten Teil kennen. Einzelne Personen werden in ihrer Art zwar noch mal kurz beschrieben, aber durch „Sturmzeit“ lernt man sie teilweise erst richtig kennen.
Bei jenen Charakteren führt Charlotte Link auch deren Lebenswege in diesem Teil fort. Aber es kommen ebenso neue hinzu, welche sie recht simple integriert.
Deren Lebenswege werden ebenso immer wieder einzelne Passagen gewidmet, die für Abwechslung sorgen.

Im Ganzen lässt sich zwischen beiden Teilen eigentlich nur ein Bruch erkennen und das sind die 8 Jahre nach denen „Wilde Lupinen“ wieder anknüpft. Ansonsten ist dieser Band genauso flüssig geschrieben und auch der Einstieg in das Buch erweist sich als recht einfach, was ich mir für das Schreiben recht schwer vorstelle.

Obwohl laut Buchbeschreibung Belle die Hauptrolle spielen soll, wird über Felicia mindestens genauso viel berichtet. Zwischen beiden Charakteren lassen sich sehr oft Parallelen in ihren Handlungen und ihrer Art sehen, allerdings nicht so, dass der Inhalt des Romans langweilig oder eintönig erscheint.

Alles in allem fand ich „Wilde Lupinen“ nicht weniger spannender und ich denke der abschließende Band steht den beiden in nichts nach. Aber ich will nicht zu viel verraten, denn in ein paar Tagen kommt ja noch der Bericht dazu.


Alles Liebe,
Ellen





----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-20 10:44:20 mit dem Titel GESCHICHTE MAL ANDERS, TEIL 3!

Vorwort
*~*~*~*
In diesem Bericht werde ich mich dem letzten und somit abschließendem Teil der „Sturmzeit“ Trilogie widmen, der seinen Vorgängern in nichts nachsteht und ein gelungenes Ende darstellt. Der Roman trägt den Titel „Die Stunde der Erben“ und ist im Jahre 1994 erschienen.
Ich werde auch hier keine erneuten Informationen zur Autorin geben, da ich dies bereits in der ersten Meinung zu den drei Bänden getan habe.
Das letzte Buch der Familiensaga beginnt im Jahr 1957 und endet Anfang der Neunziger. Da er in Deutschland spielt, werden auch hier wieder geschichtliche Bezüge hergestellt, in diesem Fall natürlich die Teilung in Ost und West.

War es bei den ersten zwei Teilen noch von Vorteil, wenn man den vorherigen Band gelesen hat, so ist es bei „Die Stunde der Erben“ nicht unbedingt notwendig, um Zusammenhänge zu verstehen. Viele Personen treten in dem letzten Roman neu auf und auf die Geschichte derjenigen, die schon vorher als Charaktere erschienen, wird meist noch mal kurz eingegangen.
Eins haben aber alle Teile gemeinsam, denn auch in „Die Stunde der Erben“ handelt es sich um eine Protagonistin, anstelle einer männlichen Hauptfigur. In jenem Fall ist es Alexandra, Tochter von Belle und somit Enkelin von Felicia- drei Frauen, denen jeweils ein Roman der Trilogie ausführlich gewidmet ist.


Allgemeines zu „Die Stunde der Erben“
*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*
Verlag: Goldmann
Seiten: 541
ISBN Nummer: 3-442-43395-9
Preis: 9 EUR


Inhalt
*~*~*
Alexandra und Chris sind beides Kinder von Belle und Andreas, die mittlerweile in den USA leben. Um ihrer alkoholsüchtigen Mutter zu entfliehen, entschließen sich beide nach Westdeutschland zu gehen, da dort auch der Grossteil der Familie heimisch ist. Der andere befindet sich in der ehemaligen DDR.

Felicia indes ist weit über 80 Jahre alt. Ihr gehört immer noch ein Teil der recht gut erwirtschaftenden Spielzeugfabrik über deren Zukunft sie entscheiden muss. Chris, ihr Enkel, erweist sich kein guter Nachfolge, aufgrund seiner Lebensweise und somit überträgt Felicia ihren Teil der Fabrik an Alexandra, die neben ihrer Jugendliebe Dan Liliencron, die Firma leitet.

Dan trifft es schwer als Alexandra sich entschließt den um viele Jahre älteren Markus zu heiraten. Doch die Ehe erweist sich nicht als das was sich die junge Frau damit erhofft hat und sie stürzt sich immer mehr in Arbeit um wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen. Die Bestätigung die sie dabei erhält, lässt sie die Augen vor den finanziellen Nöten ihres Mannes verschließen. Und auch als sie ihr Kind Caroline zu Welt bringt, scheint sie sich nicht gut mit der Mutterrolle identifizieren zu können. Als sich Marcus aufgrund seiner Schulden das Leben nimmt, fehlt sie zunächst in ein Tiefes Loch, aber der Glauben an ihr Unternehmen lässt sie weitermachen.

Sie schafft es schließlich, auch im Ausland eine Fabrik aufzubauen und zieht sich einen großen Auftrag an Land, der ein finanzielles Risiko darstellt, wenn er nicht erfolgreich wird. Durch ein Unglück in der ausländischen Fabrik sieht sich Alexandra plötzlich vor den Trümmern ihrer Existenz doch Felicia gibt ihr einen hilfreichen Tipp.
Durch einen geschickten Geschäftssinn gelingt es schließlich das Unternehmen wieder aufzubauen.

Und damit endet der letzte Teil der Familiensaga.


Meine Meinung
*~*~*~*~*~*~*
Zusammenfassend kann ich auch hier wieder nur sagen, dass ich diesem Roman, genauso wie seine Vorgänger sehr gut fand, obwohl in „Die Sunde der Erben“ ziemlich viele Gemeinsamkeiten auftreten, die in „Sturmzeit“ und „Wilde Lupinen“ auch vorhanden waren und vielleicht langweilig werden könnten. Aber das ist nicht der Fall, denn auch dieser Band ist wieder so spannend geschrieben und so vielfältig an Personen, Schauplätzen und Handlungen, dass er einfach nur abwechslungsreich ist.

Auch in diesem Buch werden wieder viele geschichtliche Informationen geschickt in die Handlungen der einzelnen Personen eingebaut. Da der Inhalt zum großen Teil in den achtziger Jahren spielt und die Lebensweise in Ost- und Westdeutschland wiedergibt, kann man sich meiner Meinung nach mit „Die Stunde der Erben“ am besten identifizieren, da man ja vieles auch selber miterlebt hat, besonders wenn man aus der ehemaligen DDR kommt. Bestimmte Handlungen werden damit leichter verständlich.

Der Bereich der handelnden Personen ist wieder sehr komplex. Und da viele neue Charaktere auftreten, die in den ersten beiden Bänden nicht vorhanden waren, braucht es seine Zeit, bis man versteht wer wer und mit wem verwandt oder bekannt ist. Diese Vielfalt aber trägt auch wesentlich zur Abwechslungsreichigkeit des Buches bei.

Dies erreicht sie aber auch dadurch, dass sie verschiedene Abschnitte einzelnen Charakteren widmet, die sich durch Handlungen und Person unterscheiden und in verschiedenen Ländern der Welt agieren. Als das gelingt ihr, ohne das Augenmerk von Alexandra, der Protagonistin, abzuwenden.

Besonders positiv finde ich, dass Charlotte Link auch in „Die Stunde der Erben“ jenen flüssigen und bildhaften Schreibstil beibehält, denn sie auch schon in den Vorgängern verwendet. Obwohl zeitlich Brüche zwischen den drei Teilen bestehen, lassen sich somit die Übergänge zum jeweils nächsten Roman leichter lesen und man wird schneller mit dem Inhalt und den Charakteren vertraut.


Abschließende Worte zu allen Bänden
*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*
Insgesamt war ich doch schon sehr beeindruckt, wie Charlotte Link es versteht geschichtliche Fakten und bestimmte Lebensarten miteinander zu verbinden und damit eine informative, aber auch lebendige Trilogie zu schaffen. Die Übergänge zwischen den einzelnen Bänden erscheinen nicht abgehackt, sondern relativ flüssig, so dass man schnell mit dem Inhalt vertraut wird.
Wer also eine geschichtliche, spannende und abwechslungsreiche Familiensaga lesen möchte, der sollte das mit der „Sturmzeit“ Trilogie tun. Und wer nicht gerne liest, kann sich ja immer noch den Film zum Werk ansehen.


Alles Liebe,
Ellen

21 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Wurzelchen2

    25.07.2003, 19:03 Uhr von Wurzelchen2
    Bewertung: sehr hilfreich

    Deine drei Bereicht waren echt klasse. Ich denke, ich werde mir dieser Bücher auch mal zu Gemüte führen und meine Abneigung gegenüber historischen Romanen vergessen.