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Erfahrungsbericht von marathoni

Leben unter den Taliban

Pro:

?

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Nein

Bei einer Bekannten sah ich dieses Buch auf dem Tisch liegen, welches sofort mein Interesse weckte. \"Das verbotene Gesicht - Mein Leben unter den Taliban\". Ich durfte mir das Buch mitnehmen.
Ich fing dieses Buch, das 238 Seiten hat an zu lesen.Es war gleich zu Anfang interessant und es fesselte mich.
In Afghanistan ist Bürgerkrieg . Afghanische Truppen kämpfen gegen islamistische Extremisten, die von Pakistan unterstützt werden. Hunderte Raketenangriffe sind an der Tagesordnung. Für die Bevölkerung ist das schon Gewohnheit.

Die Taliban nehmen immer mehr Gebiete ein und mit der Einnahme Jalalabads und Kabuls übernehmen die Taliban 1996 die Machtübernahme in Afghanistan.

Die Taliban rufen den Gottesstaat aus. Für die afghanischen Frauen ist das, dass schlimmste was ihnen passieren kann. Denn das bedeutet für sie\"Ein Leben in Gefangenschaft.\"
Für Latifa, ihre Mutter und Schwestern, Vater und Brüdern sollte das Leben eine Wendung nehmen.

Latifa ist in der Ausbildung zu einer Journalistin, doch das ist ihr jetzt untersagt. Mit der Machtübernahme der Taliban werden alle Schulen geschlossen, jegliche Ausbildung der Mädchen werden verboten, Frauen müssen ihre Berufe aufgeben und sich wieder verschleiern. Frauen müssen jetzt wieder eine Burka tragen, einen Schleier in dunkler Farbe, der den ganzen Körper bedeckt und in Augenhöhe mit einem gestickten Netz versehen ist.
Den Frauen ist es untersagt, ohne männliche Begleitung auf die Straße zu gehen.
Einen Arzt dürfen die Frauen nicht aufsuchen, denn kein Mann darf sie sehen.

Männer müssen ihre Waffen abgeben, Fernseher, Fotos, Radios und Zeitschriften sind verboten.

Für Latifa, ihre Mutter und Schwestern bricht eine Welt zusammen. Denn für die afghanischen Frauen bedeutet das Gefangenschaft. Sie dürfen zwar in männlicher Begleitung die Wohnung verlassen, doch fällt das Atmen unter der Burka schwer, man bekommt kaum Luft.

Die wenigen Male, die Latifa auf der Straße ist, wird sie Zeugin von brutaler Gewalt gegen Frauen und Männer und Kinder. So kommt es das Latifa fast vier jahrelang die Wohnung kaum verlässt.

Ihre Mutter, die Krankenschwester ist und vorerst noch illegal Frauen behandelt hatte, verfällt in Depressionen und wird ernstlich krank.
Latifa sieht nach Jahren eine neue Aufgabe, indem sie die Kinder die im Haus wohnen, unterrichtet.

Ein Bruder kommt ins Gefängnis, ihr Vater verliert durch Zerstörung und Plünderung zum dritten Mal das Geschäft. Vergewaltigungen, Erschießungen und Demütigungen stehen an der Tagesordnung. Das Leben ist nicht mehr lebenswert.
Dieses Buch ist von einer Frau geschrieben, die in Kabul mit ihrer Mutter lebt, in Begleitung ihres Vaters nach Paris flog, um dort auf die Unterdrückung der Frauen in Afghanistan aufmerksam zu machen.


Von den Taliban hört man ja fast jeden Tag etwas im Fernsehen. Sie beherrschten Afghanistan und sind vor kurzem von der Nordallianz unter Einsatz Amerikas zurückgedrängt und schließlich besiegt worden.
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Das die afghanische Bevölkerung den Machenschaften der Taliban, Mudschahedin oder der afghanischen Regierung zu jubelt und befürwortet, so wie wir es im Fernsehen sehen, kann nicht die Rede sein.
Latifa erzählt von ihrem Alltagsleben, von den Sorgen der einfachen Afghanen. Sie fragt sich, wie es möglich ist, das eine Großmacht wie Amerika das zu lässt. Warum kommt keiner zur Hilfe? Interessiert es niemanden?

Ich frage mich, wie man so einen Alltag auf Jahre hinaus ertragen kann. Wieviel Leid erträgt ein Mensch?
Eine Frau, deren Mann gestorben ist und die nur Töchter hat, wie soll sie für ihre Kinder sorgen können, wenn sie ohne männliche Begleitung nicht auf die Straße darf. Wird sie alleine auf der Straße gesehen, wird sie geschlagen, gefoltert und...und...und.
Sind das religiöse Menschen, die sich angeblich streng an den Koran halten, an Gottes Wort. Welcher Gott kann den Frauen so etwas antun wollen. Warum sind die Frauen in Afghanistan nichts wert und werden nur mit Verboten bestraft? Frauen, natürlich nicht nur die afghanischen, gebären doch, verdienen sie dann nicht einen höheren Rang, einen den man schützen sollte?

Jetzt habe ich genug verraten, denn ihr sollt ja auch noch etwas zum Lesen haben, wenn ihr das Buch kauft. Ich habe es regelrecht verschlungen. Ich kann es jedem empfehlen, weil es die wirklichen Erlebnisse einer Afghanin ist und das Thema \"Afghanistan\" ziemlich aktuell ist.

Bei www.buchwelt.de ist das Buch für 18 Euro zu haben. 238 Seiten für 18 €. Das ist eigentlich zu teuer. Aber das kann ja jeder selber entscheiden.

Eure marathoni Gitta

13 Bewertungen, 2 Kommentare

  • silke-silke

    06.04.2002, 16:20 Uhr von silke-silke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Zurzeit lese ich ein ähnliches Buch: "Zoya - Mein Schicksal heißt Afghanistan"

  • Tickeromi

    27.03.2002, 21:19 Uhr von Tickeromi
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein sehr guter Bericht. Man kann nicht genug darauf aufmerksam machen, wie Frauen in der islamischen Welt auch heute noch unterdrückt werden. lieben Gruß Tickeromi