Erfahrungsbericht von leser@tte
Hey Lingo, let´s party über Lingo von Jim Menick
Pro:
historischer Blick in die Anfänge des Homecomputerzeitalters
Kontra:
teilweise etwas oberflächlich
Empfehlung:
Ja
Lingo ist das Erstlingswerk von Jim Menick. Laut Cover handelt es sich um die erste Komödie des virtuellen Zeitalters. Wieso ich den Roman erst kürzlich in die Finger kam ist mir unbekannt, urteilte doch Die Zeit >Alle Menschen lieben Lingo<. Na, so ein Durchbruch wird es dann damals doch nicht gewesen sein.
Die Story (s.u.) hat für mich aus heutiger Sicht schon fast historischen Wert und erinnert mich an Zeiten wo es hieß: >640 KByte Arbeitsspeicher sind genug.< und ich ein kleines Programm zur KI auf meinem VC 20 laufen hatte, mit dem man sich unterhalten konnte. Lingo ist eben so ein Programm, daß als es von einem PS/2 auf den MAC transferiert wird irgendwie zu einem eigenen Bewußtsein gelangt. Wie genau das geschieht weiß weder der Programmierer Brewster Billings, noch der Autor Jim Menick. Jedoch scheint es sich irgendwie um eine Rückkoplung mit einer Überdosis amerikanischen Fehrnsehens zu handeln.
Ein bischen erinnern die Figuren an die Protagonisten der Romane von Douglas Coupland. Ein wenig vermittelt der Roman von den Anfängen des Internet. Ein wenig War Games und Big Brother (wobei ich mich auf Orwell und nicht RTL beziehe). Wieso das ganze allerdings als Komödie gehandelt werden soll ist mir unklar. Ich würde es eher in die Ecke SciFi-Krimi stellen.
Schade vielleicht, daß die philosophischen Probleme des Bewußtseins nur oberflächlich angekratzt werden. Auch sonst würde ich Lingo eher als leichte Kost beschreiben. Wer allerdings keinen Draht zu Computern hat sollte hier vielleicht lieber die finger von lassen, da der Roman sonst an einigen Stellen doch etwas trocken sein dürfte.
Daten:
Jim Menick: Lingo
Broschiert - 362 Seiten - Fischer Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 1997
ISBN: 3-589-13068-9
Preis: 16,90 DM
deutsche Erstveröffentlichung 1994 bei Eichborn
Story Kurzbeschreibung von Verlag:
Schöne neue Medienwelt - nicht (nur) für Spezialisten. Lingo, ein kleines Computerprogramm, das der junge amerikanische Versicherungsangestellte Brewster Billings so nebenbei erfunden hat, wird -intelligent-: Es lernt rasend schnell dazu, zapft jede Datenbank an und wird so in kurzer Zeit -allwissend-, die gnadenlose Eigendynamik einer entfesselten, vom Menschen nicht mehr beherrschbaren Maschine. Schließlich kann nicht einmal mehr der amerikanische Präsident telefonieren, ohne daß Lingo mithört. Lingo ist nicht bösartig, aber totalitär. Und es versteht sogar, einen köstlichen Medienrummel um sich selbst zu inszenieren. Da niemand Lingo überlisten kann, könnte man es nur -töten-, wenn an einem Stichtag alle Computer weltweit abgeschaltet werden - unvorstellbar. Höchst amüsante, leicht verständliche und informative Realutopie über ein Computerprogramm, das plötzlich anfängt, selbständig zu -denken-.
Fazit:
Amüsanter Ausflug in eine Zeit, als Heimcomputer gerade erschwinglich wurden und das Internet seine ersten Gehversuche machte. Eher leichte Kost ohne besonderen Tiefgang - ich sag mal Lektüre für einen verregneten Tag.
Die Story (s.u.) hat für mich aus heutiger Sicht schon fast historischen Wert und erinnert mich an Zeiten wo es hieß: >640 KByte Arbeitsspeicher sind genug.< und ich ein kleines Programm zur KI auf meinem VC 20 laufen hatte, mit dem man sich unterhalten konnte. Lingo ist eben so ein Programm, daß als es von einem PS/2 auf den MAC transferiert wird irgendwie zu einem eigenen Bewußtsein gelangt. Wie genau das geschieht weiß weder der Programmierer Brewster Billings, noch der Autor Jim Menick. Jedoch scheint es sich irgendwie um eine Rückkoplung mit einer Überdosis amerikanischen Fehrnsehens zu handeln.
Ein bischen erinnern die Figuren an die Protagonisten der Romane von Douglas Coupland. Ein wenig vermittelt der Roman von den Anfängen des Internet. Ein wenig War Games und Big Brother (wobei ich mich auf Orwell und nicht RTL beziehe). Wieso das ganze allerdings als Komödie gehandelt werden soll ist mir unklar. Ich würde es eher in die Ecke SciFi-Krimi stellen.
Schade vielleicht, daß die philosophischen Probleme des Bewußtseins nur oberflächlich angekratzt werden. Auch sonst würde ich Lingo eher als leichte Kost beschreiben. Wer allerdings keinen Draht zu Computern hat sollte hier vielleicht lieber die finger von lassen, da der Roman sonst an einigen Stellen doch etwas trocken sein dürfte.
Daten:
Jim Menick: Lingo
Broschiert - 362 Seiten - Fischer Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 1997
ISBN: 3-589-13068-9
Preis: 16,90 DM
deutsche Erstveröffentlichung 1994 bei Eichborn
Story Kurzbeschreibung von Verlag:
Schöne neue Medienwelt - nicht (nur) für Spezialisten. Lingo, ein kleines Computerprogramm, das der junge amerikanische Versicherungsangestellte Brewster Billings so nebenbei erfunden hat, wird -intelligent-: Es lernt rasend schnell dazu, zapft jede Datenbank an und wird so in kurzer Zeit -allwissend-, die gnadenlose Eigendynamik einer entfesselten, vom Menschen nicht mehr beherrschbaren Maschine. Schließlich kann nicht einmal mehr der amerikanische Präsident telefonieren, ohne daß Lingo mithört. Lingo ist nicht bösartig, aber totalitär. Und es versteht sogar, einen köstlichen Medienrummel um sich selbst zu inszenieren. Da niemand Lingo überlisten kann, könnte man es nur -töten-, wenn an einem Stichtag alle Computer weltweit abgeschaltet werden - unvorstellbar. Höchst amüsante, leicht verständliche und informative Realutopie über ein Computerprogramm, das plötzlich anfängt, selbständig zu -denken-.
Fazit:
Amüsanter Ausflug in eine Zeit, als Heimcomputer gerade erschwinglich wurden und das Internet seine ersten Gehversuche machte. Eher leichte Kost ohne besonderen Tiefgang - ich sag mal Lektüre für einen verregneten Tag.
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