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Erfahrungsbericht von trenker26

Der Traum von Amerika

Pro:

Sehr spannende und fesselnde Story

Kontra:

Teilweise sehr traurig

Empfehlung:

Ja

Servus Leute!

Vorwort
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Ich habe mal wieder ein Buch gelesen und will euch nun davon erzählen. Ich habe es gebraucht für knapp 7 Euro bei amazon.de gekauft. Es ist von Miriam Matabane und heißt \" Mein Herz blieb in Afrika\" und es hat 310 Seiten.

Story ( kurz )
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Die Geschichte erzählt das Leben von Miriam Mathabane in den Ghettos von Alexandra, bei Johannesburg in Südafrika. Ihr Leben ist beherrscht von Armut, Krankheit, Krieg und Apartheid. Trotz aller Widerstände versucht Miriam ihren Traum von Amerika wahr werden zu lassen.

Story ( ausführlich )
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Miriam lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in einer armseeligen kleinen Hütte in den Ghettos von Alexandra. Ihre Eltern sind meistens auf der Suche nach Arbeit und so ist für Miriam das Leben schon von klein auf ein täglicher Kampf ums überleben.

Die Apartheid und die Unterdrückung der Schwarzen Mehrheit ist auf ihren Höhepunkt, so daß das tägliche Überleben auch nicht einfach ist, wenn ihre Eltern einen Job haben. Die Bezahlung ist schlecht und weite Wege zu Fuß zum Arbeitsplatz an der Tagesordnung.

Oft landet ihr Vater durch willkürliche Verhaftungen von weißen Polizisten im Knast und muß teilweise Wochen dort verbringen. Deshalb wird für Miriam auch die Suche nach etwas eßbaren auf der Müllhalde was ganz normales.

Trotzdem versuchen Miriams Eltern sie und ihre Geschwister in die Schule zu schicken. Dort lernt Miriam schon sehr früh körperliche Gewalt kennen. Von den Lehrern wird sie und ihre Mitschüler für jede Kleinigkeit geschlagen. Seien es schmutzige Fingernägel oder weil sie barfuß in die Schule kommt. Dabei sind Schuhe ein Luxus, den sich ihre Eltern nicht leisten können.

Als großer Hoffnungsschimmer in Miriams Familie erweist sich ihr Bruder Johannes. Er freundet sich, sehr ungewöhnlich zu dieser Zeit, mit einigen Weißen an. Mit denen spielt er oft Tennis und eines Tages verschaffen sie ihm ein Stipenium in den USA.

Dies mißfällt aber wiederum ihren Vater. Denn der Rassenhaß ist nicht nur Weiß gegen Schwarz sondern auch umgekehrt. Deshalb erscheint es kaum vorstellbar, warum ein Weißer einen Schwarzen einen Gefallen tun sollte. Doch trotz aller Gegenwehr und Ablehnung vom Vater geht Johannes nach Amerika.

In der Zwischenzeit nimmt die Gewalt in Südafrika zu. Die Schwarzen lehnen sich vermehrt gegen die Unterdrückung durch die Weißen auf und es kommt zu Unruhen im ganzen Land. Eine Organisation mit Namen „Comrades“ geht dabei äußerst brutal zur Sache. Sie nehmen Schulen ein und stellen die Schüler und Lehrer vor die Wahl. Entweder gegen die Comrades oder dafür. Wer dagegen ist, wird sofort getötet und wer dafür ist, „darf“ an Straßenschlachten teilnehmen.

Auch Miriam hat das Pech und befindet sich in der Schule, als die Comrades auftauchen. Sie hat keine andere Wahl als mitzumachen und von nun an befindet sie sich im Zentrum der Gewalt.

Doch trotz der schweren Zeit zwischen Krieg, Schule und den täglichen Kampf ums überleben lernst Miriam Sabelo kennen. Er wird für sie zu einen scheinbar wahren Freund, auch wenn sie noch keinerlei Interesse an Sexualität hat. Sabelo scheint das nicht zu stören und gerade auch deshalb baut sie ein fast grenzenloses Vertrauen zu ihm auf.

Eines Tages brechen unerwartet neue Unruhen aus. Miriam und Sabelo flüchten nach Hause in die Hütte von Sabelo. Er überredet sie hier zu übernachten, weil es zu gefährlich ist, nach Hause zu gehen. Da Miriam Sabelo vertraut schläft sie bei ihm. Doch in dieser Nacht wird sie von ihm vergewaltigt und Miriam wird schwanger. Miriam ist zu der Zeit 17 Jahre alt.

Unterdessen gibt es Neuigkeiten aus Amerika. Johannes hat geheiratet, und das eine Weiße! Der Vater ist außer sich vor Wut, aber der Rest der Familie freut sich. Außerdem ist Johannes in den USA inzwischen recht bekannt geworden, denn er hat ein Buch über sein Leben in Alexandra geschrieben. Dadurch daß er Geld hat, lädt er seine Familie nach Amerika ein.

Miriam bringt inzwischen unter menschenunwürdigen und dreckigen Bedingungen in einen Krankenhaus einen gesunden Sohn zur Welt. Sie ist glücklich, aber sie schwört sich unter solchen Umständen nie wieder ein Kind zur Welt zu bringen.

Einige Monate später soll der Traum von Amerika wahr werden. Miriam und der Rest der Familie beantragen einen Paß und ein Visum für die USA. Außer Miriams Vater, der sich strikt weigert nach Amerika zu fliegen. Alles scheint gut zu werden, doch Miriam hat Pech. Das Amt weigert sich, ihr einen Paß zu geben. So fliegen ihre Mutter, Großmutter und Geschwister alleine zu Johannes. Miriam und ihr Vater bleiben alleine zurück. Sie ist völlig verzweifelt.

Drei Monate später kehren ihre Mutter und Großmutter aus Amerika zurück. Ihre Geschwister sind dort geblieben und gehen nun in den USA zur Schule.

Für Miriam ist das ein Grund meh, ihren Traum von Amerika nicht aufzugeben. Zumal Johannes ihr versprochen hat, sie noch einmal einzuladen, wenn die Abschlußprüfung in der Schule erfolgreich besteht. Sie setzt alles daran und lernt in jeder freien Minute.

Einfach ist es für sie nicht, denn durch die Unruhen fällt weiterhin oft die Schule aus. Trotzdem werden am Jahresende die Prüfungen stattfinden. Außerdem hat sie noch ihren kleinen Sohn zu versorgen, der auch sehr viel ihrer Zeit in Anspruch nimmt.

Doch Miriam hat wieder mal Pech. Am Vorabend der Prüfungen wird sie von Sabelo grundlos brutal geschlagen. Sie wird dabei schwer verletzt und kann an den Prüfungen nicht teilnehmen. Und nicht teilgenommen gilt als durchgefallen, eine Wiederholung ist nicht möglich.

Miriam ist wieder einmal verzweifelt und muß ein Jahr Schule von vorne machen. Diesmal nimmt sie an den Prüfungen teil und besteht diese auch. Johannes ist begeistert und Miriam fliegt endlich nach Amerika.

Doch ist Amerika wirklich das Paradies auf Erden, wie es immer wieder erzählt wird? War es das wirklich wert, dafür zu träumen? „Mein Herz blieb in Afrika“

Meine Meinung
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Ich muß sagen, dieses Buch hat mich ohne zu übertreiben in seinen Bann gezogen. Es hat mich zutiefst erschüttert und sehr nachdenklich gemacht.

Es hat mich erschreckt, wie nüchtern und sachlich dieses Buch geschrieben wurde. Ich schließe daraus, daß die tägliche Erfahrung mit Gewalt, schlimmster Armut und Unterdrückung jemanden fast gefühllos machen kann. Um Miriam herum sterben während der Unruhen täglich ihr bekannte Menschen und sie verliert dabei viele Freunde.

Ich finde hier irgendwie nicht die richtigen Worte, aber ich finde das Buch wichtig. Ich finde, es ist wichtig gewesen, das ganze zu schreiben und vor allen wichtig für mich, es zu lesen. Ich habe mich nie wirklich befaßt, mit den damaligen Geschehen in Südafrika. Um so schockierender war für mich dieser tiefe, nüchterne und sachliche Einblick in dieses Elend.

Einen Einblick in ein Stück Zeitgeschichte, das sich vor gut 20 Jahren in unserer zivilisierten Menschheit abspielte. So zivilisiert, daß sich Menschen gegenseitig täglich aufs neue abschlachten, nur weil sie anders aussehen. Aber daran hat sich ja bis heute nichts geändert und es gehört zu unseren Alltag dazu.

Miriam Mathabane verdient mit diesen Buch meinen allerhöchsten Respekt. Auch wenn das Buch so sachlich und nüchtern klingt, kann ich mir nicht vorstellen, daß sie beim Schreiben alles so empfunden hat. Mir ist das spätestens beim Nachwort im Buch aufgefallen.

Dieses Nachwort besteht zwar aus nicht mal drei Seiten, aber die haben mehr Gefühl und Tränen als der gesamte Rest. Miriam beschreibt hier ihre Zeit in Amerika und wie hart der Anfang dort war. Es ist kaum zu glauben, daß sie Afrika, ihre Heimat so vermißt. Trotz all den Leid und Elend ist ihr Herz immer in Afrika geblieben.

Ich kann nur sagen, das Buch muß man gelesen haben. Es spiegelt einen Teil unserer Menschheitsgeschichte wider und Miriam gehört zweifelsfrei dazu.

Fazit
++++

Freunde, verschließt nicht die Augen vor dem Leid anderer Menschen. Leid und Elend gab, gibt es und wird es immer wieder auf dieser Welt geben. Gerade deshalb sollte man sich damit auch immer wieder auseinandersetzen.

Deshalb bekommt für mich das Buch eine klare Empfehlung und die vollen fünf Sterne. Lest das Buch und ihr werdet es nicht bereuen. Auch wenn es euch erschrecken und sehr nachdenklich machen wird.


MFG Werner

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