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Erfahrungsbericht von Shamane

Winterfell-Saga (Martin, George R.R.)

Pro:

sehr humorvoller Elfen-Roman

Kontra:

leider viel zu kurz

Empfehlung:

Ja

Ich bin ein begeisterter Rollenspieler (Might and Magic, Wizzardry, Everquest, Dark AGE of Camelot) und lese natürlich auch gerne Fantasy-Romane. Immer wieder stößt man auf besonders tolle Romane und Zyklen, die sich angenehm von den anderen abheben.

In den sieben Königreichen gibt es zwei Geschlechter: Die Starks, die seit Tausenden von Jahren den König des Nordens stellen und die mächtige Adelsfamilie der Lannister, beide seit ewigen Zeiten bestrebt die Macht an sich zu reisen. Als der alte König stirbt, bricht ein verheerender Bürgerkrieg aus, da alle ihr eigenes Süppchen kochen und besonders die Starks werden vom Schicksal gebeutelt, den sie werden durch die Ereignisse in alle Winde verstreut und müssen jeweils für sich allein gestellt ums überleben kämpfen, während die Lannisters weiter ihre Intrigen spinnen.

Durch diese ganzen Querelen werden auch die Männer der Nachtwache vernachlässigt, deren Aufgabe es seit ewigen Zeit ist, die sieben Königreiche vor den Gefahren zu schützen, die hinter den Mauern, aus dem Norden lauert. Die Nachtwache mit ihrem strengen Ehrenkodex besteht aus Freiwilligen und Verbrechern, die vor die Wahl gestellt wurden entweder zu hängen oder ihren Dienst auf der Mauer zu verrichten. Dementsprechend rau sind die Sitten, die bei der Nachtwache herrschen. Und nun da sich die Anzeichen verdichten, das sich da etwas zusammenbraut hat niemand die Zeit, die Warnungen der Nachtwache ernst zu nehmen.

Und auch aus dem Süden kommen Probleme auf die sieben Königreiche zu, den dort schickt sich die Junge Targaryen Daeners an, Mittel und Wege zu finden um eine uralte Schuld zu begleichen.......

George R R Martin ist mit der Winterfellsaga ein wunderbarer Fantasy Zyklus gelungen, bei dem man sich nie sicher sein kann, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Gut und Böse verschwimmen hier zu einem grauen Brei und während ich die ersten vier Bände gelesen habe, musste ich des öfteren meine Meinung, zu einer der Hauptpersonen ändern. Wer 100 Seiten zuvor noch böse hinterhältig und gemein schien, wird weitere 100 Seiten später, plötzlich zu einem Sympathieträger oder auf einmal erscheint die edle Tat mit einem Schlag gar nicht mehr so edel sondern eher eigennützig. Das kommt auch daher das die verschiedenen Kapitel immer aus der Sicht der jeweiligen Person erzählt werden, so das der Leser immer wieder feststellen muss, das er ein ganz falsches Bild von einer Person hatte.
Und in diesem Zyklus ist auch keiner der Helden unsterblich, viele die man am Anfang des Zyklus lieben oder hassen gelernt hat, sind schon in den ersten 4 Bänden gestorben und ich denke es wird weitere Opfer geben.
Es gibt zu Anfang auch keine Magie, wie sonst in Fantasy Romanen üblich, da sie durch das fortgehen der Drachen ausgestorben scheint, doch nun zu Ende des 4. Bandes zeichnet sich hier ein neuer Handlungsstrang ab, den mit dem schlüpfen von 3 Drachen aus Uralten Dracheneiern, scheint auch die Magie wieder langsam zu erwachen.

Jeder der Fantasy mag wird „Das Lied von Feuer und Eis“ verschlingen. Ich möchte den Zyklus zwar nicht auf eine Stufe mit dem Herrn der Ringe stellen, aber die Qualität ist schon ähnlich gut, einmal angefangen möchte man den jeweiligen Band gar nicht mehr aus der Hand legen.
Die bisherigen Romane sind beim Heyne Verlag unter folgenden Titeln erschienen: Die Herren von Winterfell (ISBN 3-442-24730-2), Das Erbe von Winterfell (ISBN 3-442-24730-6), Der Thron der sieben Königreiche (ISBN 3-442-24923), Die Saat des Goldenen Löwen (ISBN 3-442-24934) und kosten pro Band 12,50 Euro.

Ich habe mir nun Band 5 (Sturm der Schwerter) bestellt und werde darüber dann natürlich auch einen Bericht abliefern, sobald ich ihn „verschlungen“ habe.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-06-04 21:22:05 mit dem Titel Legolas würde sich im Grab umdrehen

Elfen sind zauberhafte, edle Wesen, die im Einklang mit der Natur leben und deren stets edlen, über Jahrzehnte dauernden Ziele, nichts mit schnöden Weltlichen Streben nach Macht und Reichtum zu tun haben......

.....nun das ist die Vorstellung, die man von Elfen hat, wenn man so wunderbare Bücher wie „den Herrn der Ringe“ oder andere Fantasy Romane gelesen hat. Doch schon nach den ersten Seiten von „Die Elfen von New York“ (ISBN 3-3423201-16-7) von Martin Millar stellt man fest das dieser Roman nichts mit dieser heilen Elfenwelt zu tun hat.

Das merkt auch Dinnie, ein erfolgsloser Geiger aus New York, sehr schnell, als eines Tages zwei besoffene Schottische Distel-Elfen, torkelnd durch sein Fenster geflogen kommen und ihm auf den Teppich kotzen. Der fette, arrogante Geiger hat eh schon Probleme genug und die werden durch die Ankunft der beiden Distelelfen Morag und Heather, nicht kleiner.

Die beiden werden von Ihrem Vater, dem englischen Elfenkönig gesucht, der im Augenblick wirklich etwas mehr Ruhe für wichtigere Dinge gebrauchen könnte, da er sich im Krieg gegen aufständische Elfen befindet, die nichts von seiner Idee halten, die englischen Elfen endlich ins Industriezeitalter zu bringen. Morag und Heather sind an diesen „Kleinigkeiten“ aber wenig interessiert, denn sie haben im Verlauf des Romans genug eigene Probleme zu lösen. Nach einem ihrer üblichen Streitigkeiten trennen sich die beiden, während Heather bei Dinnie bleibt und ihm hilft ein besserer Geiger zu werden, landet Morag bei Kerry, die schwer Krank ist und nur durch einen „Blumenzauber“ geheilt werden kann. Zufällig ist Dinnie schon lange in die schöne Kerry verliebt und so ziehen die beiden Distelelfen im Verlauf der Geschichte mehr oder weniger an einen Strang und müssen unzählige Abenteuer bestehen, in denen es nicht immer nur um Sex und Rock´n Roll geht, sondern auch darum sich „Chineschichen“ und „Italenischer Elfen erwehren zu müssen...


„Die Elfen von New York“ ist ein zauberhafter kleiner Roman, der dem Leser auf seinen knapp 300 Seiten sehr großen Lesespaß bietet. Die Geschichte entwickelt sich zum Teil sehr Chaotisch, stellenweise auch verwirrend und hat nicht einmal Ansatzweise etwas mit den „normalen“ Elfen zu tun, die man aus unzähligen Fantasy-Geschichten kennt. Diese Elfen haben sehr wohl weltliche Probleme an denen sie schwer zu „nagen“ haben, deshalb sind Sex, Drugs und Rock´n Roll auch keine Fremdwörter für sie. Der Autor beschreibt diese einzelnen Erlebnisse auf sehr Humorvolle Weise und während dem lesen kann man sich des öfteren einen kleinen Lacher nicht verkneifen. In dem eigentlich recht dünnem Roman, packt Martin Millar eine Menge witziger Einfälle so das man am Ende fast ein wenig enttäuscht ist, das der Roman nicht noch ein paar hundert Seiten mehr hat.
Mir hat dieser Roman sehr viel Spaß bereitet und ich fand „die Elfen von New York“ auch sehr kurzweilig, deshalb kann ich ihn jedem empfehlen, der sich mal auf eine äußerst unterhaltsame und humorvolle Weise, mit den „menschlichen Seiten“ des Elfenlebens auseinandersetzen möchte.

*** wie immer unter nethar oder shamane in verschiedenen Foren gepostet ***

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