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Erfahrungsbericht von princesse

Val McDermid - Die Erfinder des Todes

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

\"Ich werde sie abschreiben, werde ihre Namen mit Blut schreiben und laut und klar meine Botschaft hören lassen. Sie sind selbst verantwortlich für ihr Unglück, das werde ich sagen. Lebe nach dem Wort, stirb nach dem Wort.\" (1)

Dr. Fiona Cameron ist Profilerin und Kit Martin, ihr Lebensgefährte, ein berühmter Thrillerautor. Fiona hilft manchmal der Londoner Polizei und Scottland Yard bei der Aufdeckung von Serientätern und Kit ist damit beschäftigt, seinen Lesern möglichst detailliert die Grausamkeiten, welcher sich seine Protagonisten bedienen (ebenfalls Serientäter), zu liefern, was ihm letztendlich manchen Preis und eine Verfilmung eingebracht hatte.
Der befreundete Kriminalbeamte Steve Preston bittet Fiona wieder in einem Fall, in dem er nicht weiterkommt, um Hilfe. Sie zögert, hatte sie doch mit der Met (Metropolitian Police) ihre Probleme, da deren Mitglieder ihre Arbeit nicht anerkannten. Sie schlägt ihm also die Bitte ab, lässt sich aber erweichen, sich die Akten nochmals anzusehen. Gleichzeitig bekommt sie eine Email aus Spanien, wo sie ebenfalls um Hilfe gebeten wird, weil man vermutet, dass dort ein Serientäter Touristen umbringt.
Und dann wird ein berühmter Schriftsteller und Thrillerautor auf bestialische Weise getötet, andere Autoren erhalten anonyme Morddrohungen und dem ersten Mord folgt bald ein zweiter und dann ein dritter. Und jedes Mal hat der Mörder, man ist sich mittlerweile sicher, dass es sich um einen Serientäter handelt, seine Opfer auf die gleiche Weise umgebracht, wie jeder der Autoren es jeweils in seinem erfolgreichstem Buch beschrieben hatte.

\"Susannah war ebenso verwirrt wie von schrecklicher Angst ergriffen und starrte ungläubig, als er die Manschette eines Blutdruckmessgerätes um ihren Oberarm legte und aufpumpte. Dann ging er hinaus. Sie erkannte das Gerät, mit dem er zurückkam. Sie war jahrelang Blutspenderin gewesen. >, protestierte sie, als er eine Vene suchte und mit der Nadel hineinstach. >, sagte er ruhig, genau so ruhig wie eine der Schwestern im Blutspendezentrum.
Fassungslos und starr vor Schrecken beobachtete sie, wie ihr Blut anfing durch den Schlauch in einen Behälter zu fliessen. > schrie sie ihn an.
>, sagte er, setzte sich auf den Rand der Badewanne und wartete.
Susannah starte ihn an. >
> Er stand auf und ging langsam aus dem Badezimmer hinaus.
> fragte sie schwach.
Er drehte sich um und lächelte. Und wie normal sein Lächeln war, das machte es zu dem Erschreckensten, was sie je gesehen hatte.
> \" (S 322). (2)


Alles sprach dafür, dass auch Kit Martin auf der Liste des Täters stand. Fiona bekam es mit der Angst zu tun, eine Angst die weder Kit noch Steve ganz teilten und als sich nach dem dritten Mord auf einer Pressekonferenz ein Mann öffentlich selber dieser drei Morde bezichtigte schien sich die Anspannung zu lösen. Alle waren erleichtert, ausser dass es eine Polizistin stutzig machte, dass der Geständigte keine Details erzählte, die die Polizei nicht schon wusste und im übrigen auch öffentlich bekannt waren. Denn - als alle dachten, dass der Alptraum vorbei sei, fing es erst richtig an.

Val McDermid hat hier selber einen furiosen Thriller geschrieben, und lässt ihren Serientäter die Mitglieder ihrer eigenen Zunft gleich reihenweise umbringen.

Das Buch ist sehr spannend geschrieben, wenn auch stelleweise etwas verwirrend, denn gleich zu Anfang entwickeln sich nacheinander drei völlig verschiedene Handlungsstränge, einmal die Sache in Spanien, welcher sie sich auch vor Ort annimmt, dann die Vergewaltigungen und der eine Mord in London und schliesslich die Tatsache, dass es ein Killer offensichtlich auf Thrillerautoren abgesehen hat. Fiona immer mittendrin, beteiligt, einmal mehr, einmal weniger emotional, und immer wieder kommt die Geschichte ihrer Schwester an die Oberfläche, welche ebenfalls vor jahren auch einem Serientäter zum Opfer fiel, ein Fall, der nie aufgeklärt wurde und verständlicherweise sehr belastend für Fiona ist.
All diese Handlungsstränge laufen irgendwie nebeneinander her und es wird uns ziemlich schnell klar, dass sie nie zusammenlaufen werden, dass wir quasi dreieinhalb Krimis in einem serviert bekommen und nun sehen können, ob dies überhaupt verdaulich ist für uns Leser. Denn dies ist nicht das einzige, was das Buch ungewöhnlich und stellenweise etwas anstrengend macht, zudem werden häppchenweise entweder Ausschnitte aus den Büchern der schon ermordeten oder noch zu ermordenden Autoren oder aus dem Tagebuch des Täters dazwischengeworfen, ohne Erklärung, ohne Vorwarnung. Der Leser ist also gezwungen, ständig zwischen den Ebenen zu switchen, multitasking. Im Grunde ist es aber so, dass wir wissen wollen, wie es weiter geht, ob der Täter sich auch an Kit Martin ranmacht und wenn ja, gelingt es ihm? Dann wirken diese Einschübe oder das wechseln zum anderen Handlungsstrang eher lästig. Der Spanienfall ist dann zwar irgendwann abgeschlossen, aber es wird nie ersichtlich, was er mit dem Rest der Geschichte je zu tun hatte. Einzig Fionas Arbeitsweise mit einem ausgeklügelten Computerprogramm wird uns auf diese Weise näher gebracht.

Gegen Ende des Buches bahnt sich ein Drama an, welches zwar erwartet werden konnte, aber so gut beschrieben ist, dass einem als Leser schier der Atem stockt. Der Täter allerdings bleibt bis zum Schluss unerkannt und ist auch für erprobte Krimileser eine Überraschung. Nicht im negativem Sinne, denn am Ende wirkt alles nachvollziehbar.
Irgendwann unterwegs, so etwa ab dem ersten Drittel fängt die Geschichte an süchtig zu machen und es wird immer schwerer, das Buch zwischendurch wegzulegen.

Abgesehen von den verschiedenen Ebenen ist der Stil sehr flüssig zu lesen und ab der Mitte des Buches steigt die Spannung mehr und mehr. das Finale ist schlüssig und spannend, obwohl das Buch am Schluss, als es nur noch um Leben und Tod geht, abzusacken droht. Es ist, als würde die Spannung nachlassen in dem Moment, wo das Leben der Protagonisten bedroht wird. Vielleicht wurde der leser etwas zu lange darauf vorbereitet. Manche Stellen im Buch sind recht brutal, vorallem die Auszüge aus den Büchern der Ermordeten, um wiederzugeben, was der Täter nachstellt. Und dann natürlich auch die Auszüge aus dem Tagebuch des Täters, welches die ganze Kälte und Brutalität der Geschichte zwar nicht wiedergibt, aber genügend andeutet und teilweise auch beschreibt.
Val Mc Dermid führt uns so auch auf die psychische Ebene des Täters und nach und nach werden uns seine Motive klar und das Ausmass seines Wahnsinns.



Val McDermid wuchs in Schottland auf und lebt heute in Manchester. Wie die Opfer ihres Romans gehört auch sie zu den profiliertesten Spannungsautoren: Seit sie mit \"Das Lied der Sirenen\" 1995 den Gold Dagger Award gewann, widmed sich die ehemalige Literaturdozentin und langjährige Journalistin nur noch dem psychologischen Nervenkitzel. (3)


(1) Zitat: Buchumschlag

(2) Ein Auszug aus dem Buch einer der bedrohten Autoren

(3) Zitat: Klapptext


Originaltitel: Killing the Shadows
Deutsch von Doris Styron


Thriller. Droemer, 541 Seiten, ISBN: 3426195674

Erschienen. 2000 unter dem Titel \"Killing the Shadows\"

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-22 19:32:25 mit dem Titel Yannick Murphy - Jenseits der Sümpfe

Yannick Murphy beschreibt in ihrem Erstlingswerk das Leben ihrer Mutter. Diese kam in Shanghai als Tochter einer Französin und eines Chinesen, Marcelle und Yeu, in den dreissiger Jahren des vorherigen Jahrhunderts zur Welt. Gerade zu dem Zeitpunkt, als die Japaner begannen, vehement Richtung China zu expandierten.
So ist denn auch der Ruf \"die Japaner, die Japaner, die Japaner!\" eine der frühesten Kindheitserinnerungen Tian\'s. Als 1937 der offene Krieg ausbrach, brachen die Japaner auch ins Leben des kleinen Mädchens ein.
Tian, ihre Mutter und ihre chinesische Amah (ihr Kindermädchen) wurden von den Besatzern in ein Gefangenenlager in Kantum (im Süden des heutigen Vietnams) interniert. Ihr Vater hielt sich derweil in der Nähe in den Bergen bei den Montagnards (einem der unzähligen Bergvölker) versteckt.

Und hier beginnt eigentlich der Roman, Tian lebt im Lager mit andren Frauen in Hütten oder Baracken, die Männer sind eingesperrt und werden verhört. Beim Verhör eines Franzosen wird Tian gerufen, um zu dolmetschen, durch ihre Mutter beherrscht sie die französische Sprache. Tian sieht, wie die Gefangenen gefoltert und misshandelt werden, sieht das mit ihren Kinderaugen und denkt sich aus, was ein herausgestochener Augapfel, der - weggeworfen - davon schwimmt, alles sehen kann.

Tian\'s Schwester wird geboren und seltsamerweise Poulet genannt, das französische Wort für Hühnchen. Poulet ist ganz gelb im Gesicht bei der Geburt und die Amah bittet die Japaner um etwas Milch \"Als meine Amah nach Milch fragte, schnitten sie ihr ein Loch ins Bein. Schau, was der Säbel angerichtet hat, sagte sie, und nahm meine Faust und steckte sie in das Loch in ihrem Bein. Ich rollte meine Faust auf ihrem Knochen hin und her.\" (S9/10)

Dies war das erste Mal, dass ich das Buch weglegte und einige Tage nicht mehr anrührte, erinnerst du dich? Ich erzählte dir davon, dass das Buch schreckliche Szenen darin hatte und ich nicht weiterlesen mochte, mich damit überfordert fühlte, auch mit der Art, wie sie beschrieben wurden, so fast heiter, so schmerzfrei, als wäre es ganz normal, dass Löcher in Beine geschnitten werden, dass Augäpfel Flüsse hinuntertreiben und nachts dann die Sterne sehen können. Und du sagtest dann, dass wohl diese Art, diese schrecklichen Dinge nur zu erwähnen, sie aber nicht aufzuarbeiten, es letztendlich dann dem Leser überlassen, sich damit umso mehr zu beschäftigen. Ich denke, du hast recht damit.
Nach einigen Tagen las ich dann doch weiter, und es war nicht mehr so schrecklich, die Autorin ging mit solchen Momenten sehr sparsam um, und vielleicht gewöhnte ich mich auch etwas daran.

Das Buch beschreibt das Leben im Lager, wie die Amah Tian ein Tuch fest um die Brust band, damit die Japaner den sich entwickelnden weiblichen Körper nicht wahrnahmen, Yeu, Tian\'s Vater wird von den Japanern gefangen genommen, Marcelle vergeht schier vor Sehnsucht nach ihm und ist eifersüchtig auf seine Träume. \"Wann immer es ging, legte sich meine Mutter neben dem Loch, in dem mein Vater gefangen sass, auf den Boden. Was sie sagte, konnte ich nicht hören, aber ich sah, wie ihre Lippen sich bewegten. Ich dachte mir, dass sie mit ihm von früher sprach, vom Meer und von unseren Zuhause in Shanghai oder von unseren deutschen Schäferhunden oder den Spielen, die er mit Männern aus dem Club gespielt hatte. Ich stellte mir vor, wie er da unten schwitzend im Dreck sass und Mutter unentweg auf ihn einredete.
Als die Japaner sie von meinem Vater wegtrieben, sah ich, dass ihr rosa Rock völlig verdreckt war, Flecken in Form von Kontinenten bedeckten ihn wie eine Weltkarte. Ich versuchte, den Schmutz wegzuwischen, aber ich konnte Mutter nicht sauberkriegen. Beim Abendessen färbten sich die Reisbällchen in ihren Fingern braun.\" (S 73)

1945, als die Japaner kapitulierten, wurden Tian, ihre Mutter, ihr Vater und die anderen Gefangenen durch die Allierten und Chinesen befreit, und nach einer langen, beschwerlichen Reise (etwa 400 Kilometer zu Fuss) erreichten sie Saigon. Dort fanden sie Unterschlupf bei Verwandten einer ehemaligen Mitgefangenen, Herr und Frau Han. Tian erlebte dort viel lustiges und auch seltsames, aber anscheinend fand sie selber es nie seltsam, auch nicht, dass das Pferd von Madame Han sich lieber in deren Schlafzimmer im ersten Stock des Hauses als auf der Weide aufhielt.
Tian ist mittlerweile ein Teenager und dolmetscht wieder, diesmal für die Franzosen und die Gefangenen sind Vietnamesen, die wiederrum auf das brutalste misshandelt werden, und das jeweils in Anwesenheit des Mädchens.
Irgendwann wurde es dann brenzlig in Saigon, die Viet- minh\'s begannen sich gegen Franzosen und sonstige Ausländer aufzulehnen und sie anzugreifen, und Tian, ihre Mutter und das Kindermädchen fliehen mit dem Zug nach Shanghai, eine lange, anstrengende Zugfahrt, die sich über mehrere Tage hinzieht, während die Fenster der Wagons komplett mit Brettern zugenagelt sind, sodass kein Licht ins Innere dringt.
In Shanghai angekommen wurden die Reisenden von Soldaten angwiesen, ihre Augen vor dem Aussteigen zu bedecken, um sie vor dem hellen und ungewohnten Tageslicht zu schützen.

Die Reise der Frauen sollte später noch weiter gehen, ersteinmal Tian, weil ihre Mutter mit Thypus im Krankenhaus liegt, und dann auch Marcelle und ihre Amah, fliegen nach Biarritz in Frankreich zum Bruder Marcelle\'s.

Es ist ein sehr eindrückliches Buch, ein schwerer Stoff, schwer im Sinne von belastend, in leichter, fast beschwingter Weise erzählt, so wie eigentlich nur jemand erzählen kann, der die Geschichte wie in diesem Fall stellvertretend niederschreibt. Die gewählte Ich-Form, wo sie ihre Mutter selber sprechen lässt, macht das Ganze um so eindrücklicher und ebenso eindringlicher. Es ist ein ungewöhnliches Buch in seiner Sprachgewalt und seiner Klarheit, das uns die Welt Tians mit Kinderaugen sehen lässt, kraftvoll, spannend und üppig nannte es die New York Times.

So wurde dann auch Yannick Murphy\'s Debüt gefeiert und mit Marguerite Duras\' großem Indochina-Roman \"Der Liebhaber\" verglichen.
Yannick Murphy selber wurde 1962 in New York geboren als Tocher eines Amerikaners und Ihrer eurasischen Mutter (Tian lernte in Frankreich einen Amerikaner kennen und heiratete diesen später) und schrieb nach ihrem Roman \"Jenseits der Sümpfe\" diverse Erzählungen und Drehbücher.

Erschienen ist das Buch im Original 1997 unter dem Titel \"The Sea of Trees\" bei Houghton Mifflin in Boston und New York.
Die Deutsche Ausgabe wurde übersetzt von Susanne Hornfeck, erschien im Piper Verlag
285 Seiten

ISBN3-89029-115-5

Im Buchhandel in Deutschland ist es vergriffen, ausser bei zweitausendundeins (zweitausendundeins.de), da gibts das Buch noch für \'nen Appel und \'n Ei (ungefähr 4 €, soweit ich mich erinnere, für die gebundene Ausgabe), ansonsten auf dem secound-hand Bücher-Markt von Amazon.

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-08 16:47:42 mit dem Titel Michael Moore - Stupid White Men - Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush

Das Grauen hat einen Namen
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Vergessen Sie \"Freitag der 13.\" und \"Es\", vergessen Sie was Sie sowieso schon alles zu wissen glaubten über die Vereinigten Staaten von Amerkia (USA), es ist nichts, aber auch wirklich nichts gegen die Realität, das Grauen hat einen Namen, Baby Bush. Nein, nicht eines der Kinder von George W. Bush ist hier gemeint, sondern seines Vaters Sohn, himselfe.
Und selbst dann, wenn wir alles wissen oder zu wissen glauben über Junior, so ist das auch nur ein Teil des Ganzen, er ist nur der gegenwärtige Häuptling einer offensichtlich völlig durchgeknallten und moralisch vollkommen versauten Nation, die sich wohlbemerkt als die weltweite Nummer 1. betrachtet. Zu recht, wie Michael Moore bekräftigt, was er mit nicht enden wollenden Beispielen untermauert. Aber dazu später mehr, Grauen muss man häppchenweise vermitteln, ansonsten könnte der Mensch implodieren (1), nicht wahr? Also immer schön Stückchen für Stückchen.

Junior
______

Wir schreiben das Jahr 2000 nach C. Ein Mann, den die meisten Amerikaner (Ausländer dürfen ja nicht wählen) nicht gewählt haben, sitzt im weissen Haus. \"Für die meisten jedoch war der Spass an jenem Abend zu Ende, als wir erfuhren, dass Pluto kein Planet ist und das Leben, wie wir es kannten, mit einem Mal so fern und befremdlich war wie der Ausdruck in den Augen des neuen \'Präsidenten\'.\"
Willkommen im Alptraum des 21. Jahrhunderts!
Nicht nur Ausländer wurden von den Wahlen ausgeschlossen (was irgendwie noch nachvollziehbar ist) sondern auch, und wen wundert es, ausgerechnet in Florida, Vorbestrafte. Das ist ok, sagen Sie? Ja, aber - und nun kommts - die meisten Vorbestraften in Florida sind schwarz, 31% der Schwarzen sind aus diesem Grund nicht wahlberechtigt, 90% der Schwarzen wählen die Demokraten, diejenigen, die in Florida kurz vor den Wahlen dieses neue Gesetz erlassen hatten, sind Republikaner. Auf diese Weise hatten sich die Republikaner auf elegante Weise einiger 1000 Wähler der Gegenseite entledigt, wohlwissend, wie knapp es für Junior ausgehen könnte und wie ausschlaggebend der Staat Florida für das Ergebnis sein wird. George W. Bush erhielt offiziell im Staate Florida 537 Stimmen mehr als Al Gore. All die anderen Manipulationen mit Wahlzetteln, unidentifizierten Briefwählern und Wahlzetteln, die tausende von Juden dazu brachten, ausgerechnet die Pat Buchanan zu wählen, obwohl sie eigentlich die Demokraten meinten (2), taten ihr übriges, um diese Wahl zur grössten Farce der letzten Jahrzehnte zu machen. Bananenrepublik USA.

Seine ersten Amtshandlungen waren, die Umweltgesetze Clinton\'s rückgängig zu machen, die dieser nach 8 Jahren Amtszeit! in den letzten Wochen auf einmal noch verabschiedete, so zum Beispiel das Gesetz zur Reduzierung von Arsen im Trinkwasser (wer braucht das denn, Bush\'s Privathaus ist nach den neusten ökologischen Gesichtspunkten erstellt worden mit sauberem Wasser und niedrigstem Stromverbrauch) oder die Reduktion der schädlichen Abgase von Kraftfahrzeugen.

Lieber George
_____________

\"George, kannst du lesen und schreiben wir ein normaler Erwachsener? Wie viele andere auch habe ich den Eindruck, dass du leider praktisch ein Analphabet bist. Das ist keine Schande.\" Nein, wirklich nicht, aber die Frage sollte erlaubt sein, wenn es sich um den Mann handelt, der den Finger am roten Knopf hat. Wie soll dieser Mann die ganzen Papiere lesen können, die ihm vorgelegt werden, wo es um Krieg und Frieden geht, welche die atomaren Geheimnisse der grössten Nation des Planeten enthalten? (Nun, um die Position zu Krieg und Frieden brauchen wir uns keine weiteren Sorgen zu machen, der Weg ist klar, jeder der Juniors Vater je auf die Hühneraugen getreten ist, bekommt nun, was er verdient.)
Aber dafür hat ein Präsident ja seine Berater, die lesen ihm die Papiere vor (nach deren Aussage) und erklären es ihm dann auch noch. Wie gut, dass der wichtigste Mann der Welt so hilfsbereite Leute um sich hat!
\"Du hast dich bereit erklärt (in einem Interview), zur Verteidigung Taiwans \'zu tun, was immer nötig ist\' und sogar vorgeschlagen, auf der Insel Truppen zu stationieren. Auweia George! Die ganze Welt flippte aus, im Handumdrehen war überall höchste Alarmstufe.\" (3)

Und so geht es weiter im Buch, Michael Moore rechnet schonungslos ab mit George Bush, hält ihm seinen Alkoholismus vor und fragt, wie dies im Einklang zu bringen sei mit der Rolle des Oberbefehlshaber der mächtigsten Armee der Welt.
\"Wir werden alle Feuerkraft brauchen, die wir haben, wenn du versehentlich befiehlst, \'die Russen zu vernichten\' obwohl du eigentlich nur deine Gäste auffordern wolltest, den russischen Kaviar zu vernichten.\"
Es ist erschreckend, dieses Buch, das Kapitel \"Lieber George\" welches ein offener Brief an G.W. Bush ist, in dem er knallhart abrechnet mit dem aktuellen Präsidenten, seiner sprichwörtlichen Dummheit und der daraus resultierenden Unberechenbarkeit. Eigentlich können wir froh sein, dass bis jetzt noch nicht mehr passiert ist. Das haben wir und die Amerikaner aber weniger Bush zu verdanken, als seinen Beratern, deren Marionette er zu sein scheint, allen voran der erzkonservative Politik-Veterane Cheney. Man mag darüber nachdenken, was passiert, wenn dieser alte Mann von einem seiner diversen Herzinfarkte tatsächlich hingerafft wird. Nicht schade um ihn (meiner Meinung nach), er ist ein Lobbyist der übelsten Sorte, in eigener Sache, und für Amerikas Grosskonzerne, allen voran AT&T, Enron und ExxonMobil, aber wenigstens hat er Bush im Griff. Was wäre das kleinere Übel? ein George Bush, der nicht ferngesteuert wird oder ein George Bush, der an Cheney\'s Leine zappelt? Beide Optionen sind gleichermassen unappetitlich, und spiegeln nur wieder was wir alle längst wissen, Politik ist wie eine stinkende Fäkaliengrube, egal, wer gerade den Staffettenstab in der Hand hält, beim einen klebt etwas mehr, beim anderen etwas weniger Dreck daran. Seien wir doch mal ehrlich, wir können uns bei Wahlen nicht mehr für das Gute und Beste entscheiden, das Gute und Beste steht nie zur Debatte, ist keine Option, wir versuchen nur, das Übel möglichst klein zu halten, sodass der Gestank uns nicht zu oft erreicht, und nicht einmal das gelingt uns. Dann bleibt am Ende nur noch die Hoffnung, nicht daran zu ersticken. Also, denken Sie daran, immer schön nach Luft (wenn möglich Frischluft) schnappen!

Das Lesen
_________

Das Buch fängt rasant an und geht auch so weiter, atemlos, schnell, Michael Moore reiht Fakten an Fakten, spart nicht mit Spott, der wird ohne Rücksicht auf Verluste über George und seine Kumpels ausgeschüttet, Satire vom allerfeinsten, noch mehr Satire geht nicht. Und wir wissen, wieviel Wahres in Satire steckt. Hier ist es nicht nur Satire, sondern Mr. Moore versorgt den Leser mit Informationen erster Güte, auch wenn wir uns anschliessend sämtlicher Illusionen beraubt sehen, die wir so hoffnungsvoll und blauäugig aufrecht erhalten hatten. Nicht nur mit George Bush räumt Michael Moore auf, sondern gleich mit den ganzen Vereinigten Staaten von Amerika, eine moralisch verottete Gesellschaft, die es zulässt, dass Grosskonzerne wie Coca Cola, Pepsi und Mc Donalds sich Verkaufsexklusivrechte für amerikanische Schulen sichern, dass dabei die Kids immer dicker werden und ausserdem unter Mangelerscheinungen wie einst die Seeleute leiden (nein, kein Scorbut, aber zuwenig Kalzium) sind dann Kollerteralschäden der amerikanischen Wirtschaft. Man(n) muss eben Prioritäten setzen. Nicht Bush\'s Verdienst ist der Gewinnzuwachs der Zuckerwasserhersteller, diese Entwicklung begann schon Anfangs der 90er, also unter Clinton. Und wenn wir es bis dato nicht wussten, jetzt, nach dem lesen, bekommen wir wenigstens eine Ahnung davon, dass Clinton keinen Deut besser war (na ja, vielleicht einen kleinen Deut, Sie erinnern sich, das kleinere Übel) sondern nur ganz einfach viel charmanter als Junior. Also, wenn schon stinkende Jauche, dann bitte mit einem freundlichen Lächeln. All die Dinge, die Clinton noch schnell vor Ende seiner Amtszeit verabschiedete, und die Georgie wie ein kleiner trotziger Junge als erstes wieder über Bord schmiss, all dies hätte Clinton zum Beispiel Jahre vorher schon verabschieden können. Hätte er vor acht Jahren schon ein Gesetz zur Senkung des Gehalts von Arsen im Trinkwasser verabschiedet, wäre Bush wohl kaum so dreist gewesen, dieses wieder rückgängig zu machen.

Und zu Letzt kommt die ganze Nation dran, Moore schreibt, dass es zum Beispiel nur 6 Staaten weltweit gibt, die unter-18jährige zum Tode verurteilt und hinrichtet, nein China ist nicht dabei, dafür aber Iran, Nigeria, Pakistan, Saudiarabien und Jemen - und last but not least - USA. Letztere schrecken auch nicht davor zurück, geistig Behinderte zu exekutieren, wenn man glaubt, ihnen eine Straftat nachweisen zu können. Der Autor führt weiter akribisch an, wieviele Todesurteile in den USA verhängt und ausgeführt wurden, Texas ist der traurige Spitzenreiter, aber das wissen wir bereits und ausserdem, weiviele davon unschuldig verurteilt wurden und wenn sie Pech hatten, auch exekutiert wurden. Wie zynisch eine Gesellschaft doch ist, die von sich behauptet, ihre Mitglieder vor Verbrechern schützen zu wollen, was ihr ja nur ansatzweise gelingt, denn immerhin verhindert sie die meisten Verbrechen nicht, sondern sammelt nach vollbrachter Tat die Täter ein, und auch gleich noch eine ganze Menge unbescholtene Bürger einsperrt und verurteilt, wer schützt jene vor der Gesellschaft? In 70% von 4578 überprüften Todesurteilen wurden gravierende Verfahrensfehler aufgedeckt. In zwei von drei Wiederaufnahmeverfahren wurde das Todesurteil aufgehoben, die gesamte Fehlurteilrate betrug 68%. Möglicherweise ist als farbiger, armer Amerikaner das Risiko, unschuldig verhaftet, angeklagt und verurteilt zu werden höher als die Gefahr, einem gewöhnlichen Verbrechen durch einen anderen Bürger zum Opfer zu fallen. Dies ist aber nur eine Mutmassung von mir selber.

Das Buch ist dicht gespickt, und was ich hier beschrieben habe, ist gerade Mal die Spitze, sind weniger als 10%, wahrscheinlich viel weniger. Es ist amüsant zu lesen, am besten hat mir das mit den Truppen stationieren in Taiwan gefallen und manches Mal habe ich an anderer Stelle schallend gelacht. das Buch ist aber nicht nur lustig, wie meine Beispiele unschwer erkennen lassen, allzuoft bleibt uns das Lachen buchstäblich im Halse stecken. Moore schreibt meist rasant, gibt Anleitungen für den friedlichen Widerstand und empfiehlt Überlebensstrategien für Männer \"...das statische Bundesamt bestätigt, dass die Geburtszahlen für männliche Babys in den Vereinigten Staaten seit 1990 jedes Jahr sinken! Dazu kommt noch, dass die Lebenserwartung der Frauen immer weiter steigt....\", für Schwarze, für Weisse, Tips zum bezinsparen und wie kommt man an sauberes Trinkwasser. Diese Hinweise, Anleitungen, Tips sind speziell gekennzeichnet, in grau hinterlegten Kästchen und wenn sie sich über mehr als eine Buchseite ausbreiten wird auch freundlicherweise unten angemerkt: \"geht noch weiter\". Ich denke mal, Moore hat das Buch versucht so zu schreiben, dass es wenigstens ein paar Amerikaner verstehen, möglicherweise sogar Junior, wenn man ihm das schön langsam vorliest. Ich würde zu gerne sein Gesicht sehen und seine Kommentare hören bei dieser Gelegenheit.
Für mich ist Michael Moores \"stupide white man\" eines jener: \"muss man gelesen haben\". Und wenn auch nur, um endlich mitreden zu können.

Michael Moore hat ein Buch geschrieben, dass seit Monaten auf sämtlichen Bestseller-Listen Amerikas steht.
BBC Newsnights: Ein unglaublich satirischer Witz, grossartige Recherche, Leidenschaft aus dem Geiste Jonathan Swifts; ein echtes Meisterwerk.

Michael Moore
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Und für jene, die ihre Lachmuskeln ohne das Buch strapazieren wollen (oder sowohl als auch) empfehle ich folgende Adresse: www.loq12.at/freakynews/ story460.ihtml

Links zu Michael Moore: www.michaelmoore.com/



(1) Implosion [lateinisch] plötzliches Eindrücken der Wände eines hohlen Körpers durch den äußeren Druck (Luftdruck);

(2) Die Palm Beach Post schätzt, dass über 3000 überwiegend ältere jüdische den Wahlzettel versehentlich an der falschen Stelle markierten und wider Willen für den ewigen Rechtsaussen Pat Buchanan stimmten statt für Al Gore. Der Grund dafür waren die manchenorts eingesetzten sogenannten Schmetterlingswahlzettel, die allerdings zur Abwechslung von den Demokraten unters Volk gebracht wurden, ein klassisches Eigentor und sicherlich ohne böswillige Absicht, sondern einfach nur schlichte Dummheit.

(3) Junior hat wohl übersehen, dass Taiwan zur Volksrepublik China gehört

(4) vollständig und ungekürzt übernommen von www.wdr.de/tv/kulturweltspiegel/20021110/4.html



ISBN 3-492-04517-0
4. Auflage 2002
Michael Moore 2001
Piper Verlag
Paperback
12€

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-13 20:32:58 mit dem Titel Henning Mankell - Mörder ohne Gesicht

Langeweile und kaltes Wetter


Zitat: \"Ich habe nie in meinem Leben daran gedacht, einen Kriminalroman um seiner selbst willen zu schreiben\", sagt Mankell. \"Ich sehe mich in einer sehr alten Tradition, die den Spiegel des Verbrechens nutzt, um die Gesellschaft zu betrachten.\"

Genau das ist aber mein Problem mit dem Buch, aber ich greife vor.

Irgendwo in Schweden in einem kleinen Dorf wird ein altes Ehepaar auf seinem Hof brutal ermordert. Die Polizei ist ratlos denn es deutet alles darauf hin dass die Ermordeten auch gefoltert wurden. Keiner hat eine Erklärung dafür und dass die ermordete Frau kurz vor ihrem Tode noch das Wort \"Ausländer\" flüsterte bringt die Ermittler zunächst keinen Schritt weiter.

Kurt Wallander ist Mankells Ermittler, er entspricht dem Klischee eines Polizisten der geschieden ist, seine fast erwachsene Tochter nicht versteht und ansonsten ein eher tristes Dasein fristet. Einzig sein Beruf ist was ihm ab und zu noch ein Erfolgserlebnis beschehrt.

Kurt Wallander wird mit den Ermittlungen in diesem Fall betraut und macht sich an die überaus schwierige Aufgabe ein Motiv für den bestialischen Mord an einem scheinbar harm- und mittellosem Ehepaar zu finden.

Seine Suche führt ihn zu einem Asylantenheim, zu einem alten Bekannten der Pferde hält und zu Banken in der nahen Stadt.

Leider fand ich dieses Buch nur mässig spannend und bin etwas irritiert ob der vielen Lorbeeren die dieses Buch erhalten hat, immerhin 1991 eine Auszeichnung der Schwedischen Akademie für Kriminalliteratur.

Die ersten 60 Seiten sind so wie ich einen Krimi erwarte, spannend und relativ flüssig geschrieben. Danach artet die Geschichte aber aus in die Bechreibung der schwedischen Gesellschaft, was durchaus auch spannend sein hätte können, aber in diesem Zusammenhang langweilt die Beschreibung derselben und ich fragte mich immer wieder wann es denn nun endlich weitergeht. Ich wollte nicht über Asylproblematik in Schweden informiert werden und auch nicht über die Probleme die diese Gesellschaft ansonsten mit sich herumschleppt. Nicht in solchem Ausmass wie es Mankell in diesem und offenbar auch in seinen anderen Krimis beschreibt.
Das ewig kalte Wetter und der vielzitierte Schnee in diesem Buch machen die Geschichte auch nicht besser, im Gegenteil, das Wetter wird zu oft bemüht um eine Atmosphäre aufkommen zulassen die aber nie wirklich glaubwürdig beim Leser ankommt. Und wenn doch ist es schlicht deprimierend.

Auch Kurt Wallander empfand ich als eine eher unspektakuläre Figur, ebenfalls langweilig und die Bechreibung seiner wenigen privaten Kontakte zu langatmig. Eine Verbundenheit mit dieser Figur zeigte sich während des Lesens zu keiner Zeit, sie bleibt fern fremd.

Der Spannungsbogen fiel stark ab schon nach etwa 60/70 Seiten und alleine die Hoffnung dass denn doch noch was kommen müsse hielt mich bei der Stange, ausserdem wollte ich natürlich wissen, wer die beiden Alten denn nun ins Jenseits befördert hat.

Aber auch der Schluss ist wenig spektakulär, eher banal, so wie es die Mörder auch sind und deren Motiv ebenfalls.

Im Nachhinein stellten sich die Handlungsstränge als wenig logisch und ständig unterbrochen dar und werden auch am Schluss nicht nachvollziehbar zusammengeführt, es bleibt ein Fragezeichen nach dem letzten Satz, es bleibt die Frage: \"....und was sollte das Ganze jetzt?\".

Ich wurde ziemlich enttäuscht von diesem Buch, vielleicht waren aber auch nur meine Erwartungen zu hoch nach der positiven Presse und der Begeisterung landauf landab für Mankell und seinen Wallander.

Was die lahme Story etwas wett macht ist der Erzählstil Mankells, seine Sprache welche erkennen lässt, dass er mit Worten durchaus umgehen kann. Dies stimmte mich dann wieder etwas versönlich und ich gebe dem Krimi ein knappes durchschnittlich. Es animiert mich aber nicht, noch einmal ein Buch von Mankell zu lesen, zumindestens keinen Wallander-Krimi mehr, von denen er einige zu Papier gebracht hat.

das Taschenbuch gibts für 18,50 ISBN: 3423202327
die gebundene Ausgabe für 39,80 ISBN: 3552051600

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