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Erfahrungsbericht von ghostwriterk

Geschäft ist Krieg

Pro:

spannend

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

So lautet ein japanisches Sprichwort, mit dem Michael Crichton den Roman „NIPPON CONNECTION\" beginnt. Dieses 1992 geschriebene Buch ist in meinen Augen eines seiner besten. Denn es schildert sehr realitätsnah die Geschäftspraktiken der großen amerikanischen und japanischen Konzerne.

Der Autor weist zu Beginn des Buches auch darauf hin, stellt jedoch auch klar, dass seine Story reine Fiktion ist. Dennoch hat dieses Buch zur damaligen Zeit auch einigen Staub aufgewirbelt, da es in den Augen vieler eine antijapanische Haltung einnimmt. Das Verhältnis der beiden Nationen ist ja trotz des Verteitigungsbündnisses nicht unproblematisch. Auf der einen Seite sind die sehr traditionellen Japaner, die zu Beginn der neunziger Jahre in ihrer wirtschaftlichen Macht auch eine späte Genugtuung für den verlorenen Krieg sahen. Auf der anderen Seite sind die amerikaner, die sich fast immer für die größten halten, damals in diesem Bereich aber weit im Hintertreffen waren.

Denn vor 8 Jahren war Japan die Wirtschaftsmacht Nummer 1 in der Welt. Alles schien dort machbar und mit ihrem Reichtum konnten sich die Konzerne aus dem Land der aufgehenden Sonne auch fast alles kaufen. So war der Eindruck zu dieser Zeit. Gekauft haben die Japaner dann auch vieles und da war auch einiges dabei, das den Amerikanern Lieb, aber nicht teuer genug war, um es behalten zu können.

So haben japanische Investoren große Teile von Hawaii gekauft und eine Menge Wolkenkratzer haben japanische Eigentümer. Auch bei uns in Deutschland ist das so, wenn ich mir z. B. Frankfurt/Main ansehe. Ein Teil der Amerikaner fühlte sich jedenfalls aufgrund dieser großzügigen, japanischen Investitionsbereitschaft in der Ehre getroffen und es wurden Stimmen laut, die von einem Ausverkauf sprachen. Eine Menge amerikanischer Staatsanleihen befinden sich in den Händen von japanischen Gläubigern und eine weitere große Menge ist mit geliehenem, weil billigem japanischen Geld von Investoren gekauft worden. Es bleibt daher auch festzuhalten, dass der amerikanische Boom seit 1992 ohne das Geld aus dem Fernen Osten nicht möglich gewesen wäre.

Dieses Buch vertritt einen anderen Standpunkt, auch mit der Begründung, dass die Japaner sich auf ihre Tugenden besinnen und nicht nach den anderen richten. Das mag wohl damals so ausgesehen haben, doch etwas hat Japan besser gemacht (nicht ohne unser Zutun). Sie haben bessere Produkte auf den Markt gebracht. Über das Wie bin auch ich nicht so begeistert, doch der Erfolg der \'80 Jahre hat ihnen damals recht gegeben. Und wenn ich darüber Nachdenke, dann läuft die Wirtschaft im großen und ganzen auch bei uns so ähnlich ab.

Es gibt dabei sicher recht selten einen Mord, wie er in dem Buch beschrieben wird, aber ansonsten.... Ach ja, da fällt mir noch die Geschichte eines Daimler Managers ein, der vor einigen Jahren ermordet wurde. Und Geschäftsleute, die in der ehemaligen UDSSR arbeiten, werden z. T. auch mit Mord bedroht, wenn sie nicht Schutzgelder zahlen.

Das Buch liest sich aber nicht nur wegen diesem brisanten Hintergrund gut, sondern auch, weil es eine spannende und gute Geschichte ist. Weniger gelungen ist dagegen die Strukturierung des Romans, da es eigentlich nur 3 Kapitel gibt. So etwas kann doch recht anstrengend sein, es sein denn ich lese das ganze Buch in einem Stück durch. Ansonsten ist der Stil sehr gut zu lesen.

In der Geschichte geht es vordergründig um einen Mord an einer Frau. Dieser ist zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt verübt worden, nämlich während der Einweihung eines Bürohochhauses. Schon nach 40 Seiten wird dem Leser klar, dass sich die japanische Kultur um einiges von der unseren Unterscheidet. Das ist auch noch ein Aspekt weshalb dieses Buch so interessant zu lesen ist. Denn was bei den einen als Stärke gilt, wird bei den anderen ganz anders Interpretiert. Das Verbrechen ist denn auch nur die Aufmachung für eine Geschichte, die von Intrigen nur so wimmelt.

Die beiden Hauptpersonen haben es im Verlauf der Ermittlungen dann nicht leicht, bis sie den waren Schuldigen gefunden haben. Vieles, was in dem Roman beschrieben wird, ist heute überholt und eigentlich sind wir in Europa heute in einer ähnlichen Lage. Nur ist es aus unserer Sicht heute wohl die USA, aber auch noch Japan, die als Hauptgegner in der Welt der Wirtschaft erscheinen.

Aus dem Grund enthält dieses Buch auch ein Stück Zeitgeschichte, als ein Teil der Amerikaner gefürchtet hat, zu einem Stück von Japan zu werden. Ich habe dieses Buch vor einigen Jahren zu einem Preis von 35,- DM gekauft (Hardcover), heute ist es wohl zu einem günstigeren Preis zu bekommen. Wie gewohnt enthält das Buch am Ende ein Literaturverzeichnis von Quellen, die der Autor zu seinen Nachforschungen benutzt hat.

Wenn ich auch mit den Ansichten von Crichton nicht übereinstimme, so ist es doch ein sehr lesenswertes Buch. Genau das Richtige für einen langen Winterabend. Falls jemandem die Geschichte bekannt vorkommt, so möchte ich noch folgendes anmerken. Das Buch ist unter dem Titel „Die Wiege der Sonne\" auch verfilmt worden.

© ghostwriterk

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