Erfahrungsbericht von Redbull21
Die Piefke Saga von Felix Mitterer
Pro:
kritisch wird der Massentourismus unter die Lupe genommen,und die Schattenseite werden aufgezeigt
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Das Buch „Die Piefke-Saga“ von Felix Mitterer ist in vier Teilen gegliedert. Der Schauplatz ist zumeist in Lahnenberg, wo die deutsche Unternehmensfamilie Sattmann ihren Urlaub ver-bringt. Sowohl im Sommer als auch im Winter verbringt der Familienclan ihren Urlaub in Ti-rol, da insbesondere Karl-Friedrich Sattmann und sein Vater Heinrich Sattmann von diesem Land angetan sind.
Teil 1
Der Skandal
Nach der Fernsehsendung „Die neun Geschorenen“ kommt Aufruhr in das verschlummerte Lahnenberg, daß sich gerade auf die kommende Sommersaison vorbereitet. Einer der Teil-nehmer dieser Show hat den typischen Deutschen also den Piefke als eingebildet, hochnäsig und arrogant bezeichnet. Auf diese Aussage läßt eine Reaktion der Stammgäste nicht lange auf sich warten. Etliche Beschwerdeanrufe treffen bei Franz Wechselberger, der sowohl Hote-lier und Bürgermeister ist, und bei Max Niederwieser, der Obmann des Fremdenverkehrs, ein. Natürlich ist auch der langjährige Stammgast Karl-Friedrich Sattmann unter den Kritikern dabei. Er fordert eine Entschuldigung und eine Bestätigung, daß dies nur die Meinung einer einzelnen Person sei und nicht der der Allgemeinheit. Franz Wechselberger beschwichtigt die Kritiken und versichert, daß dies auf gar keinen Fall die Meinung eines Tirolers sei, da die Tiroler den Deutschen Urlaubergast schätzen.
Wie jedes Jahr verbringen abermals viele Touristen ihren Sommerurlaub in Lahnenberg. Trotz der Fernsehshow in der Vorsaison werden keine Touristen abgeschreckt in den Tiroler Ort zu kommen. Auch die Familie Sattmann verbringen wieder ihren Sommerurlaub in Lah-nenberg und wohnen im Hotel vom Bürgermeister Franz Wechselberger.
Nach dem Frühstück entdecken Karl-Friedrich und Heinrich Sattmann in der Zeitschrift „Die Woche“ einen Artikel, der in ihnen Wut hervorruft. Im Artikel „Wer braucht die Piefke“ wird über das Deutsche Volk in allen möglichen Varianten hergezogen. Diesen Zeitungsbericht wollen und können die beiden nicht auf sich sitzen lassen. Selbst der Versuch von Franz Wechselberger und Max Niederwieser die beiden Hitzköpfe zu beruhigen, bringt keinerlei Erfolg. Statt dessen versuchen das Vater-und-Sohn-Gespann, sämtliche deutschen Urlaubs-gäste in Lahnenberg zu mobilisieren, daß sie das Urlaubsdorf verlassen sollen. Als gutes Bei-spiel für die anderen zieht die Familie aus ihrem Hotel zu einem Bauernhof um, da sie den „falschen“ Hoteliers keinen weiteren Schilling bezahlen wollen.
Doch Karl-Friedrich und Heinrich lassen nicht locker. Sie versuchen durch Mikrophondurch-sagen und einer Versammlung ihre deutschen Landsleute zum Verlassen von Lahnenberg zu bewegen.
Erst als der Handelsminister, Franz Wechselberger und Max Niederwieser sich offiziell bei der Familie Sattmann entschuldigen, und ihnen die Schuldigen, Hans Wechselberger und der Wiener Journalist Manfred Holleschek, vorweisen, betrachten die Sattmanns ihren „Feldzug“ gegen das Land Tirol für beendet.
Teil 2
Die Animation
Die Wintersaison beginnt wieder einmal in Lahnenberg. Auch dieses Jahr ist wieder die Fami-lie Sattmann nach Tirol gekommen, um Ski zu fahren. In Gegensatz zu Karl-Friedrich gehen die anderen Familienmitglieder ihren Urlaub ruhig und entspannt an. Der Unternehmer ver-bringt jede freie Minute, die er hat, auf der Skipiste, damit er die teure Liftkarte voll und ganz ausnutzen kann. Doch sein Vater Heinrich steht seinem Sohn um nichts nach. Trotz seinem rüstigen Alter läuft er noch immer auf der Langlaufloipe eine Runde nach der anderen. Der übermäßige Eifer des Vater-und-Sohn-Gespann bringt beide in ungünstige Situationen. Hein-rich Sattmann erleidet einen kleinen Herzanfall, da er sich beim Skilaufen überanstrengt hat. Zwar ist diese Herzattacke nicht so schlimm, doch Heinrich tritt für den restlichen Urlaub ein wenig kürzer. Sein Sohn kommt in die mißliche Situation, daß er eine halbe Nacht am Lift verbringen muß, da man ihm am Sessellift vergessen hat. Von diesem Erlebnis zieht er sich eine starke Unterkühlung zu, die aber einen Karl-Friedrich nicht hinderte, am übernächsten Tag wieder Ski zu fahren.
Elsa und Sabine verbringen ihren Urlaub zumeist auf der Skihütte, oder lassen sich vom Ho-telanimateur Joe, in den sich Sabine verliebt hat, in jeder Hinsicht verwöhnen.
Anfangs ist Gunnar von diesem Familienurlaub überhaupt nicht angetan, doch im Laufe der Woche gefällte es ihm immer besser. Der Grund für diese Sinneswandlung liegt darin, daß er sich in das Dienstmädchen Anna verliebt hat.
Teil 3
Das Geschäft
Diesmal treffen die Sattmanns in Lahnenberg zusammen, um nicht zu urlauben, sondern um die neue Fabrik von Karl-Friedrich Sattmann zu eröffnen. Nach längerer Überzeugungsarbeit durch den Bürgermeister eröffnet Karl-Friedrich Sattmann seine neue Schneekanonenfabrik in Lahnenberg. Die Fabrik wird von seiner Tochter Sabine Sattmann geleitet. Ihr Ehemann Joe wird zwar momentan nur als Lagerarbeiter angestellt, doch nach einiger Zeit wird er zum Verkaufsleiter befördert.
Da nun Karl-Friedrich Sattmann dem Bürgermeister einen Gefallen getan hat, verlangt der Unternehmer nun eine Gegenleistung von Franz Wechselberger. Karl-Friedrich möchte ein Haus in Lahnenberg bauen. Doch momentan gibt es Schwierigkeiten, daß Ausländer ein Grundstück erwerben können. Deswegen ersucht er den Bürgermeister, ein Auge zuzudrü-cken und die Sache zu deichseln. So leicht wie es sich Karl-Friedrich vorgestellt hat, verläuft die Angelegenheit nicht. Aber nach langem hin und her bekommt er schließlich sein Grund-stück, und beginnt sich ein Haus aufzustellen. Doch auch dieser Vorgang geht nicht so leicht vor sich, wie es Karl-Friedrich angenommen hat, da ihm von Hans Wechselberger Steine in den Weg gelegt werden. Schlußendlich bekommt der Deutsche sein Haus in Lahnenberg.
Teil 4
Die Erfüllung
Ein paar Jahre sind durchs Land gezogen, seitdem die Sattmanns das letzte Mal ihren Urlaub in Lahnenberg verbrachten hatten. Diesmal ist es wieder soweit. Nach einer beschwerlichen und gefährlichen Anreise ist man wieder in grüner Tiroler Landschaft. Doch es hat sich eini-ges in der Zwischenzeit in Lahnenberg geändert. Die meisten Dorfbewohner laufen mit Le-derhose, Maschinengewehr und einer dunklen Sonnenbrille herum. Außerdem ist die Land-schaft viel grüner, als es bei den Sattmanns letzten Aufenthalt war. Natürlich kommen diese Veränderungen der Familie Sattmann eigenartig vor, doch sie nehmen an, daß alles eine logi-sche Erklärung hätte. Auf Anfrage beim Bürgermeister wegen diesen drastischen Verände-rungen, gibt Franz Wechselberger den fragenden Deutschen Touristen plausible Erklärungen. Nach und nach widersprechen sich aber diese Statements, und der Bürgermeister wirkt für die Sattmanns immer unglaubwürdiger. Die ganze Situation klärt sich erst auf, als die Sattmanns auf die Untergrundkämpfer, Joe, Hans Wechselberger, Stefan Wechselberger, Anna und den Herrn Pfarrer, treffen. Diese Untergrundgruppe schildert ihnen, was sich in Lahnenberg wirk-lich zutrage. Die Wiesen, Bäume und Sträucher sind nicht Naturprodukte, sondern aus Plastik erzeugt. Unter den Wiesen lagert der Müll. Weiters erzählen die fünf Personen den Satt-manns, daß die vielen Einheimischen, die mit dunklen Brillen, Maschinengewehren, Tiroler Tracht und braun gebrannter Haut herum rennen, durch einen chirurgischen Eingriff manipu-liert wurden. Es sei besser für die Sattmanns, wenn sie sofort zurück nach Deutschland fahren würden.
Nach dieser Schilderung macht sich die Familie Sattmann zu Fuß auf den Weg nach Deutsch-land. Weit kommen sie aber nicht, da sie von Gendarmeriebeamten, die auch schon operiert wurden, ins nächste Krankenhaus gebracht werden. Dort wird einstweilen nur Karl-Friedrich „manipuliert“. Der Paradedeutsche, der schon immer Tiroler sein will, spricht nach diesem Eingriff nur mehr tirolerisch. Er hat sowohl das Aussehen als auch die Geschicklichkeit, die einen Tiroler auszeichnet. Mit List und der Hilfe von Joe konnten Gunnar, Elsa, Sabine und Karl-Friedrich Sattmann aus dem Spital und zur Grenze Österreich-Deutschland fliehen. Gunnar und Sabine konnten sich nach Deutschland retten. Karl-Friedrich will unbedingt in Tirol bleiben, da er nun dieselbe Mentalität hat, wie die Leute von seinem Lieblingsland ha-ben. Deswegen stellt sich Karl-Friedrich den „manipulierten Tirolern“. Elsa Tat dasselbe wie Karl-Friedrich, nur hat sie andere Beweggründe. Sie folgt Karl-Friedrich nur, weil sie ihn aus ganzem Herzen liebt.
Felix Mitterer will mit dem Buch „Die Piefke-Saga“ auf die Problematik des Massentouris-mus hinweisen. Immer öfters verändern Touristendörfer ihr Dorfbild, nur um mehr Touristen in ihre Stadt zu locken. Die Veränderung muß nicht immer vorteilhaft für das Dorfbild sein. Es kann auch zu einer Zerstörung des Gesamteindruckes verhelfen. Aber nicht nur die Lokali-täten werden zugunsten des Touristen verändert, auch die Einwohner, die vom Fremdenver-kehr abhängig sind, verlieren durch diesen intensiven Tourismus ihre wahre Identität. Trotz diesen enormen Streß, der auf die Leute während den Hauptsaisonen lastet, müssen diese im-mer freundlich und zuvorkommend zu den Gästen sein. Jeder Wunsch muß erfüllt werden, egal ob er arrogant oder freundlich gebeten wird. Denn wenn der Gast unzufrieden ist, wird er das kommende Jahr nicht mehr kommen. Bei dem Buch kommen besonders gut die beiden Seiten von den Leuten zum Vorschein, die von Tourismus abhängig sind. Denn wie schon gesagt sind die Angestellten extrem freundlich, wenn sie mit den Touristen zu tun haben, doch hinterm Rücken schimpfen sie über die Gäste.
Ein markanter Satz in dem Buch ist „Ich reise ab“ des deutschen Unternehmer und Tirol-Touristen Karl-Friedrich Sattmann, wenn seine Erwartungen an das Gastland wieder einmal schwer enttäuscht wurden. Und dennoch – immer wieder fährt er mit seiner Familie in die geliebten Berge.
Weiters kommt in diesem Buch das Problem zum Vorschein, daß immer mehr Deutsche Grund in Tirol erwerben wollen. Doch durch bestimmte Gesetze wird dieser Kauf Ausländern erschwert bzw. unmöglich gemacht, in Tirol seßhaft zu werden. Manche wohlhabenden Deut-sche lassen sich trotz dieser Gesetze nicht unversucht, mit ihrem Geld einflußreiche Personen zu bestechen, um so an ihr Grundstück zu kommen. Im Buch wird ein Weg beschrieben, wie die Deutschen auf legalen Weg versuchen zu ihrem Grund und Boden zu kommen.
Von einem Notar werden Krankenhauspatienten, die in kürze sterben werden, aufgesucht. Diese Leute bekommen einen bestimmten Betrag, wenn sie den Auftraggeber, zumeist ein Deutscher, in ihrem Testament als Begünstigter für das Grundstück angeben. So einfach geht es, daß Gesetz zu umgehen.
Höchstwahrscheinlich nehmen viele Deutsche diesen pietätlosen Weg, um so ihr Grundstück zu bekommen. Diese Leute sind anscheinend der Meinung, daß sie sich mit ihrem Geld alles erlauben können.
Felix Mitterer hat mit seinem Buch und seinem Film sein Ziel erreicht. Es wurde wieder über dieses problematische Thema wieder gesprochen. Sicherlich wurden von Seitens des Touris-musverbandes Felix Mitterer stark kritisiert, da man befürchtet hat, daß die Touristen ausblei-ben würden. Doch dem war nicht so. Es sind genauso viele Touristen wie in den Jahren zuvor gekommen.
Irgendeine Person oder ein Verein hat beim ORF sehr stark interveniert, daß der 4. Teil der Piefke-Saga nicht mehr ausgestrahlt werden darf. Seitdem ist der 4. Teil nie mehr im ORF wiederholt worden.
Teil 1
Der Skandal
Nach der Fernsehsendung „Die neun Geschorenen“ kommt Aufruhr in das verschlummerte Lahnenberg, daß sich gerade auf die kommende Sommersaison vorbereitet. Einer der Teil-nehmer dieser Show hat den typischen Deutschen also den Piefke als eingebildet, hochnäsig und arrogant bezeichnet. Auf diese Aussage läßt eine Reaktion der Stammgäste nicht lange auf sich warten. Etliche Beschwerdeanrufe treffen bei Franz Wechselberger, der sowohl Hote-lier und Bürgermeister ist, und bei Max Niederwieser, der Obmann des Fremdenverkehrs, ein. Natürlich ist auch der langjährige Stammgast Karl-Friedrich Sattmann unter den Kritikern dabei. Er fordert eine Entschuldigung und eine Bestätigung, daß dies nur die Meinung einer einzelnen Person sei und nicht der der Allgemeinheit. Franz Wechselberger beschwichtigt die Kritiken und versichert, daß dies auf gar keinen Fall die Meinung eines Tirolers sei, da die Tiroler den Deutschen Urlaubergast schätzen.
Wie jedes Jahr verbringen abermals viele Touristen ihren Sommerurlaub in Lahnenberg. Trotz der Fernsehshow in der Vorsaison werden keine Touristen abgeschreckt in den Tiroler Ort zu kommen. Auch die Familie Sattmann verbringen wieder ihren Sommerurlaub in Lah-nenberg und wohnen im Hotel vom Bürgermeister Franz Wechselberger.
Nach dem Frühstück entdecken Karl-Friedrich und Heinrich Sattmann in der Zeitschrift „Die Woche“ einen Artikel, der in ihnen Wut hervorruft. Im Artikel „Wer braucht die Piefke“ wird über das Deutsche Volk in allen möglichen Varianten hergezogen. Diesen Zeitungsbericht wollen und können die beiden nicht auf sich sitzen lassen. Selbst der Versuch von Franz Wechselberger und Max Niederwieser die beiden Hitzköpfe zu beruhigen, bringt keinerlei Erfolg. Statt dessen versuchen das Vater-und-Sohn-Gespann, sämtliche deutschen Urlaubs-gäste in Lahnenberg zu mobilisieren, daß sie das Urlaubsdorf verlassen sollen. Als gutes Bei-spiel für die anderen zieht die Familie aus ihrem Hotel zu einem Bauernhof um, da sie den „falschen“ Hoteliers keinen weiteren Schilling bezahlen wollen.
Doch Karl-Friedrich und Heinrich lassen nicht locker. Sie versuchen durch Mikrophondurch-sagen und einer Versammlung ihre deutschen Landsleute zum Verlassen von Lahnenberg zu bewegen.
Erst als der Handelsminister, Franz Wechselberger und Max Niederwieser sich offiziell bei der Familie Sattmann entschuldigen, und ihnen die Schuldigen, Hans Wechselberger und der Wiener Journalist Manfred Holleschek, vorweisen, betrachten die Sattmanns ihren „Feldzug“ gegen das Land Tirol für beendet.
Teil 2
Die Animation
Die Wintersaison beginnt wieder einmal in Lahnenberg. Auch dieses Jahr ist wieder die Fami-lie Sattmann nach Tirol gekommen, um Ski zu fahren. In Gegensatz zu Karl-Friedrich gehen die anderen Familienmitglieder ihren Urlaub ruhig und entspannt an. Der Unternehmer ver-bringt jede freie Minute, die er hat, auf der Skipiste, damit er die teure Liftkarte voll und ganz ausnutzen kann. Doch sein Vater Heinrich steht seinem Sohn um nichts nach. Trotz seinem rüstigen Alter läuft er noch immer auf der Langlaufloipe eine Runde nach der anderen. Der übermäßige Eifer des Vater-und-Sohn-Gespann bringt beide in ungünstige Situationen. Hein-rich Sattmann erleidet einen kleinen Herzanfall, da er sich beim Skilaufen überanstrengt hat. Zwar ist diese Herzattacke nicht so schlimm, doch Heinrich tritt für den restlichen Urlaub ein wenig kürzer. Sein Sohn kommt in die mißliche Situation, daß er eine halbe Nacht am Lift verbringen muß, da man ihm am Sessellift vergessen hat. Von diesem Erlebnis zieht er sich eine starke Unterkühlung zu, die aber einen Karl-Friedrich nicht hinderte, am übernächsten Tag wieder Ski zu fahren.
Elsa und Sabine verbringen ihren Urlaub zumeist auf der Skihütte, oder lassen sich vom Ho-telanimateur Joe, in den sich Sabine verliebt hat, in jeder Hinsicht verwöhnen.
Anfangs ist Gunnar von diesem Familienurlaub überhaupt nicht angetan, doch im Laufe der Woche gefällte es ihm immer besser. Der Grund für diese Sinneswandlung liegt darin, daß er sich in das Dienstmädchen Anna verliebt hat.
Teil 3
Das Geschäft
Diesmal treffen die Sattmanns in Lahnenberg zusammen, um nicht zu urlauben, sondern um die neue Fabrik von Karl-Friedrich Sattmann zu eröffnen. Nach längerer Überzeugungsarbeit durch den Bürgermeister eröffnet Karl-Friedrich Sattmann seine neue Schneekanonenfabrik in Lahnenberg. Die Fabrik wird von seiner Tochter Sabine Sattmann geleitet. Ihr Ehemann Joe wird zwar momentan nur als Lagerarbeiter angestellt, doch nach einiger Zeit wird er zum Verkaufsleiter befördert.
Da nun Karl-Friedrich Sattmann dem Bürgermeister einen Gefallen getan hat, verlangt der Unternehmer nun eine Gegenleistung von Franz Wechselberger. Karl-Friedrich möchte ein Haus in Lahnenberg bauen. Doch momentan gibt es Schwierigkeiten, daß Ausländer ein Grundstück erwerben können. Deswegen ersucht er den Bürgermeister, ein Auge zuzudrü-cken und die Sache zu deichseln. So leicht wie es sich Karl-Friedrich vorgestellt hat, verläuft die Angelegenheit nicht. Aber nach langem hin und her bekommt er schließlich sein Grund-stück, und beginnt sich ein Haus aufzustellen. Doch auch dieser Vorgang geht nicht so leicht vor sich, wie es Karl-Friedrich angenommen hat, da ihm von Hans Wechselberger Steine in den Weg gelegt werden. Schlußendlich bekommt der Deutsche sein Haus in Lahnenberg.
Teil 4
Die Erfüllung
Ein paar Jahre sind durchs Land gezogen, seitdem die Sattmanns das letzte Mal ihren Urlaub in Lahnenberg verbrachten hatten. Diesmal ist es wieder soweit. Nach einer beschwerlichen und gefährlichen Anreise ist man wieder in grüner Tiroler Landschaft. Doch es hat sich eini-ges in der Zwischenzeit in Lahnenberg geändert. Die meisten Dorfbewohner laufen mit Le-derhose, Maschinengewehr und einer dunklen Sonnenbrille herum. Außerdem ist die Land-schaft viel grüner, als es bei den Sattmanns letzten Aufenthalt war. Natürlich kommen diese Veränderungen der Familie Sattmann eigenartig vor, doch sie nehmen an, daß alles eine logi-sche Erklärung hätte. Auf Anfrage beim Bürgermeister wegen diesen drastischen Verände-rungen, gibt Franz Wechselberger den fragenden Deutschen Touristen plausible Erklärungen. Nach und nach widersprechen sich aber diese Statements, und der Bürgermeister wirkt für die Sattmanns immer unglaubwürdiger. Die ganze Situation klärt sich erst auf, als die Sattmanns auf die Untergrundkämpfer, Joe, Hans Wechselberger, Stefan Wechselberger, Anna und den Herrn Pfarrer, treffen. Diese Untergrundgruppe schildert ihnen, was sich in Lahnenberg wirk-lich zutrage. Die Wiesen, Bäume und Sträucher sind nicht Naturprodukte, sondern aus Plastik erzeugt. Unter den Wiesen lagert der Müll. Weiters erzählen die fünf Personen den Satt-manns, daß die vielen Einheimischen, die mit dunklen Brillen, Maschinengewehren, Tiroler Tracht und braun gebrannter Haut herum rennen, durch einen chirurgischen Eingriff manipu-liert wurden. Es sei besser für die Sattmanns, wenn sie sofort zurück nach Deutschland fahren würden.
Nach dieser Schilderung macht sich die Familie Sattmann zu Fuß auf den Weg nach Deutsch-land. Weit kommen sie aber nicht, da sie von Gendarmeriebeamten, die auch schon operiert wurden, ins nächste Krankenhaus gebracht werden. Dort wird einstweilen nur Karl-Friedrich „manipuliert“. Der Paradedeutsche, der schon immer Tiroler sein will, spricht nach diesem Eingriff nur mehr tirolerisch. Er hat sowohl das Aussehen als auch die Geschicklichkeit, die einen Tiroler auszeichnet. Mit List und der Hilfe von Joe konnten Gunnar, Elsa, Sabine und Karl-Friedrich Sattmann aus dem Spital und zur Grenze Österreich-Deutschland fliehen. Gunnar und Sabine konnten sich nach Deutschland retten. Karl-Friedrich will unbedingt in Tirol bleiben, da er nun dieselbe Mentalität hat, wie die Leute von seinem Lieblingsland ha-ben. Deswegen stellt sich Karl-Friedrich den „manipulierten Tirolern“. Elsa Tat dasselbe wie Karl-Friedrich, nur hat sie andere Beweggründe. Sie folgt Karl-Friedrich nur, weil sie ihn aus ganzem Herzen liebt.
Felix Mitterer will mit dem Buch „Die Piefke-Saga“ auf die Problematik des Massentouris-mus hinweisen. Immer öfters verändern Touristendörfer ihr Dorfbild, nur um mehr Touristen in ihre Stadt zu locken. Die Veränderung muß nicht immer vorteilhaft für das Dorfbild sein. Es kann auch zu einer Zerstörung des Gesamteindruckes verhelfen. Aber nicht nur die Lokali-täten werden zugunsten des Touristen verändert, auch die Einwohner, die vom Fremdenver-kehr abhängig sind, verlieren durch diesen intensiven Tourismus ihre wahre Identität. Trotz diesen enormen Streß, der auf die Leute während den Hauptsaisonen lastet, müssen diese im-mer freundlich und zuvorkommend zu den Gästen sein. Jeder Wunsch muß erfüllt werden, egal ob er arrogant oder freundlich gebeten wird. Denn wenn der Gast unzufrieden ist, wird er das kommende Jahr nicht mehr kommen. Bei dem Buch kommen besonders gut die beiden Seiten von den Leuten zum Vorschein, die von Tourismus abhängig sind. Denn wie schon gesagt sind die Angestellten extrem freundlich, wenn sie mit den Touristen zu tun haben, doch hinterm Rücken schimpfen sie über die Gäste.
Ein markanter Satz in dem Buch ist „Ich reise ab“ des deutschen Unternehmer und Tirol-Touristen Karl-Friedrich Sattmann, wenn seine Erwartungen an das Gastland wieder einmal schwer enttäuscht wurden. Und dennoch – immer wieder fährt er mit seiner Familie in die geliebten Berge.
Weiters kommt in diesem Buch das Problem zum Vorschein, daß immer mehr Deutsche Grund in Tirol erwerben wollen. Doch durch bestimmte Gesetze wird dieser Kauf Ausländern erschwert bzw. unmöglich gemacht, in Tirol seßhaft zu werden. Manche wohlhabenden Deut-sche lassen sich trotz dieser Gesetze nicht unversucht, mit ihrem Geld einflußreiche Personen zu bestechen, um so an ihr Grundstück zu kommen. Im Buch wird ein Weg beschrieben, wie die Deutschen auf legalen Weg versuchen zu ihrem Grund und Boden zu kommen.
Von einem Notar werden Krankenhauspatienten, die in kürze sterben werden, aufgesucht. Diese Leute bekommen einen bestimmten Betrag, wenn sie den Auftraggeber, zumeist ein Deutscher, in ihrem Testament als Begünstigter für das Grundstück angeben. So einfach geht es, daß Gesetz zu umgehen.
Höchstwahrscheinlich nehmen viele Deutsche diesen pietätlosen Weg, um so ihr Grundstück zu bekommen. Diese Leute sind anscheinend der Meinung, daß sie sich mit ihrem Geld alles erlauben können.
Felix Mitterer hat mit seinem Buch und seinem Film sein Ziel erreicht. Es wurde wieder über dieses problematische Thema wieder gesprochen. Sicherlich wurden von Seitens des Touris-musverbandes Felix Mitterer stark kritisiert, da man befürchtet hat, daß die Touristen ausblei-ben würden. Doch dem war nicht so. Es sind genauso viele Touristen wie in den Jahren zuvor gekommen.
Irgendeine Person oder ein Verein hat beim ORF sehr stark interveniert, daß der 4. Teil der Piefke-Saga nicht mehr ausgestrahlt werden darf. Seitdem ist der 4. Teil nie mehr im ORF wiederholt worden.
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