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Erfahrungsbericht von Anonym114

Eine fesselnde Reise in die Vergangenheit ...

Pro:

spannend fesselnd Reise durch die Geschichte

Kontra:

keine

Empfehlung:

Nein

Eine Reise in die Vergangenheit gefällig? Dann ist Roland Muellers Der Goldschmied ein guter Tipp. Denn dieser Roman führt den Leser in die Vergangenheit, auf eine sehr fesselnde Weise. Denn er gehört zu der Sorte Lektüre, die ich zumindest am liebsten in einem Rutsch durch gelesen hätte.

Die Hauptfigur:
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Gwyn. Er ist in armen Verhältnissen aufgewachsen, aber sehr clever. Entgegen der Konventionen schafft er es dennoch, Lehrling bei einem Goldschmied zu werden. Aus dem cleveren Jungen wird erst ein guter Geselle, der seinen Weg über Bath, Augsburg und Venedig bis hin zur Küste von Aleandrien.

Die Geschichte:
Es ist das Jahr 1115, London. Die verarmte Köhler-Witwe Eyleen möchte, ihrem Sohn eine ungewöhnliche Zukunftschance bieten. Sie bittet den Gold- und Zirkelschmied Peter Fallen, Gwyn in die Lehre zu nehmen. Der verbittert wirkende ältere Mann ist zunächst skeptisch, läßt sich durch das gute Auftreten des Jungen aber überzeugen. Gwyn hat eine gute Auffassungsgabe, aus ihm und seinem Meister werden Freunde, die in der Freizeit gemeinsam Bogen schießen. Anstelle von Fallen führt der Lehrling einen Auftrag aus, fertigt einen Kelch für ein Kloster. Die Inquisition in Person von Fresenius van Straaten wird auf Fallen aufmerksam. Er hatte den Goldschmied schon früher verfolgt und aus ihm einen gebrochenen Mann gemacht. Nun muss Gwyn mit ansehenm, wie van Straaten seinen Meister tötet.
Nach Fallens Tod wird Gwyn in die Zunft der Gold- und Zirkelschmiede aufgenommen, sein Kelch wird als Gesellenstück akzeptiert. Er soll nun eine Stelle in Bath suchen. In der Stadt angekommen, nimmt ihn der reiche Goldschmied Borden auf. Barth wird von Bois de Guilbert und dessen Mannen belagert. Durch seine Fähigkeiten als Bogenschütze stoppt Gwyn einen Angriff dieser Eindringlinge und kann schließlich eine Einigung zwischen beiden Seiten vermitteln. Gleichzeitig schafft er es, seinen neuen Meister durch sein handwerkliches Können zu überzeugen und verliebt sich in Bordens Frau Alice. Nach Bordens Tod heiratet Gwyn dessen Witwe und wird dadurch Goldschmied. Alice erwartet ein Kind von ihm, Gwyn findet heraus, dass sie selber ihren Mann getötet hat und geht nach der Geburt auf Wanderschaft, denn er hatte Fallen versprochen, das Handwerk auch in anderen Ländern zu lernen.
In Augsburg arbeitet er bei einem Freund Fallens, beim Goldschmied Lambert. Hier erweitetert Gwyn sein Können. Bei einem Turnier rettet Gwyn einem schwer gestürzten jungen Adligen mit einem künstlichen Hals das Leben.
Es drängt den jungen Goldschmied weiter, nach Italien. Doch die Reise über die Alpen ist überaus gefährlich. Gwyn schafft es, er kommt schließlich in Venedig an. Auch dort fasziniert er die Menschen mit seinem handwerklichen Geschick. Schließlich gerät er aber in die Fänge des Inquisitors ....

Zum Schluß:
Das Ende des Buches will ich hier mal lieber nicht verraten, denn etwas Spannung muss ja sein. Doch auf den letzten Seiten des Romans geht es nicht mehr um Gwyn sondern um Begriffe aus dem Mittelalter. So erfährt man z.B., dass mit Katzen nicht nur Vierbeiner gemeint sein müssen, sondern auch kleine Hütten, mit denen sich Knechte beim Aufbrechen der Burg oder Festungsmauern schützen.

Der Autor:
Der Goldschmied stammt aus der Feder von Roland Mueller. Er wurde 1959 in Würzburg geboren, schrieb Kurzgeschichten, Erzählungen und Drehbücher. Von Beruf ist Mueller Erzieher und Sozialpädagoge, arbeitet aber auch als Dozent. Der Goldschmied ist sein erster Roman.

Erschienen bei:
Erschienen ist dieses Buch bei der Droermerschen Verlagsanstalt Th. Knaur in München, 1998. Über den Preis kann ich es leider nichts sagen, der Roman war ein Geschenk.

Fazit:
Ich kann den Goldschmied nur empfehlen. Die Geschichte von Gwyn ist fesselnd. Anders als bei vielen anderen Romanen wird nicht zwischen verschiedenen Handlungssträngen hin- und hergeschaltet. Im Mittelpunkt steht die ganze Zeit der junge Goldschmied. Mit ihm und durch ihn, kann man ins Mittelalter eintauchen und eine Reise durch das Europa des 12. Jahrhunderts unternehmen.

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