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Erfahrungsbericht von Mhkize

Mitterhofer, Sepp: Es blieb kein anderer Weg; Die Bombenjahre in Südtirol

Pro:

Zu empfehlen für alle, die sich über die jüngste Geschichte euiropas interessiern.

Kontra:

sieh Bericht

Empfehlung:

Nein

Es blieb kein anderer Weg
Zeitzeugenberichte und Dokumente aus dem Südtiroler Freiheitskampf
Herausgeber: Sepp Mitterhofer, Günther Obwegs
Druck: Veresco, Auer/Südtirol
ISBN-Nummer: 88-8300-008-0
Seiten 363

Vorwort zur Buchbeschreibung:

Um den Inhalt des Buches in dieser Beschreibung verständlich zu machen, ist es notwendig kurz auf die Hintergründe einzugehen. Der Leser des Buches erfährt dies jedoch im Buch selbst.
Südtirol war bis nach dem ersten Welt mit den anderen Teilen von Tirol – Nord- und Osttirol – ein Einheit und waren 550 Jahre in die Österreichisch-ungarische Monarchie integriert.
Beim Friedensvertrag von San German im Jahre 1919 wurde Südtirol aus dem Land Tirol herausgerissen und Italien zugeschlagen. Seit dieser Zeit versuchte der italienische Staat mit allen Mittel Südtirol zu assimilieren, um dies zu erreichen wurden:
Industriebetriebe aus den Boden gestampft in denen kein Südtiroler ein Arbeit bekam.
Der soziale Wohnungsbau wurde mit erheblichen staatlichen Mitteln forciert und 97% dieser Wohnung wurden der italienischen Bevölkerung zugeschlagen, die hierfür in Süditalien rekrutiert wurden. Der Leser wird im Buch aber immer wieder mit diesen Tatsachen konfrontiert.
Alle öffentlichen Stellen wurden mit Süditalienern besetzt, auch wenn diese des Schreibens und Lesens nicht fähig waren.
Viele Südtiroler mussten die Heimat verlassen und im Ausland Arbeit und Wohnung suchen.
Diese Politik wurde auch nach dem zweiten Weltkrieg fortgeführt. Politischen Bemühungen diesen Zustand auf friedliche Art zu ändern blieben erfolglos.
So habe sich viele Tiroler zusammengeschlossen und haben zu Terrorakte gegriffen um die Weltöffentlichkeit auf das Problem aufmerksam zu machen. Die Hauptaktion war im Jahre 1961 und ist als \"Feuernacht\" in die Geschichte eingegangen.
Viele dieser Aktivisten wurden von der italienischen Polizei verhaften.
Soweit die Vorgeschichte.

Im ersten Teil des Buches berichten die Häftlinge:
welchen unmenschlichen Folterungen bei den Verhören durch die italienische Polizei sie ausgesetzt waren;
über ihre Gefangenschaft in den verschiedenen italienischen Gefängnisse;
wie sie versuchten die Zeit im den Gefängnis für sich selbst zu nutzen.

Für mich war es sehr erschüttern, als ich diese Berichte las. Diesen Folterungen haben zum Tod von drei Häftlingen geführt.

Im zweiten Teil berichten die Mütter und Frauen der Häftlinge:
über ihren Kampf, die Familien zu ernähren, die Kinder alleine zu erziehen, die Männer in den Gefängnissen zu besuchen usw;
wie diese Frauen versuchten sich gegenseitig zu helfen und beizustehen;

Berichtet wird aus dem Leben der Aktivisten, die sich der Verhaftung durch die Flucht nach Österreich entziehen konnten, über ihr Heimweh, die sorgen um die Familie und über den Auftragsmord an Luis Amplatz, der von den italienischen Geheimdienst angeordnet wurde.

Sie erfahren,
wie die italienische Justiz die Sippenhaft anwendete, um so geflohene Aktivisten zur Rückkehr zu veranlassen;
Geheimdienste aller Art, allen voran der italienische Geheimdienst, sich die Situation für die eigenen Ziele ausnutzte;
politische Urteile gefällt wurden;
viele Südtirol-Aktivisten auch heute noch Südtirol nicht betreten dürfen;
politische Erpressungen stattfanden, usw.

Das Buch beinhalte auch ein Liste aller Gefangenen mit der Angabe der Haftstrafen, die sie verbüßen mussten.

Das beinhalte viele Abbildungen, wie originale Zeitungsausschnitte, handgeschriebene Briefe, gefällte Strommasten u.v.a.

Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, da stellte ich mir die Frage: \"Wie ist es möglich, dass Italien als vollwertiges Mitglied in de EU akzeptiert wird, obwohl es bis heute von diesen Gräueltaten nicht distanziert und sich entschuldigt hat.

Das Buch kann allen empfohlen, insbesondere aber jenen, die sich mit Menschenrechtsverletzungen auseinander setzten, und jenen, die sich für die jüngere Geschichte in Europa interessieren.
Das Buch ist ein Zeitdokument, sollte aber nicht von jenen gelesen werden, die ein schwaches Gemüt habe. Mir bliebt oft der Atem im Halse stecken und ich war zu Tränen gerührt.

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