Erfahrungsbericht von dreamweb
Schön und extrem gleichzeitig. (Wilde Reise durch die Nacht von Walter Moers)
Pro:
interessant und auch spannend
Kontra:
Handlung läuft in verschiedenen Zeiträumen ab
Empfehlung:
Nein
Wilde Reise durch die Nacht von Walter Moers habe ich mir eher zufällig im Club mitgenommen. Das Buch sah vom Schutzumschlag sehr interessant aus und die Kurzzusammenfassung auf der Rückseite gefiel mir auch. Hier meine Meinung dazu.
INHALT
Der zwölfjährige Gustav begegnet auf einer Seereise, in der er in Seenot gerät, dem Tod und seiner Schwester. Nachdem der Tod und die Schwester sich um seine Seele streiten, erfährt Gustave von einer Möglichkeit, seinem Tod zu entrinnen. Er muss sechs Aufgaben lösen, die der Tod ihm vorgibt. Dazu gehören das Befreien einer Jungrau aus der Gewalt eines Drachen, die Durchquerung eines Waldes voller Gespenster, das Erraten der Namen dreier Riesen, dem Tod den Zahn des schrecklichsten Ungeheuers zu bringen und sich selbst zu begegnen. Die sechste Aufgabe bekommt er vom Tod dann persönlich gestellt, sobald er ihn auf dem Mond aufsucht und alle fünf anderen Aufgaben gelöst hat.
Da Gustav keine andere Möglichkeit hat, geht er auf die Aufgaben ein, denn er möchte mit seinen 12 Jahren nicht schon sterben. Und ehe er sich versieht, steckt er schon in der ersten Aufgabe, die unlösbar scheint....
MEINUNG
Wilde Reise durch die Nacht ist ein Buch, das wohl trotz des Alters der Hauptfigur eher für Erwachsene oder ältere Kinder gedacht ist. Meinen Nichten und Neffen würde ich das Buch wegen der happigen Abenteuer bzw. des düsteren Themas und Stils erst mal nicht in die Hände geben.
Neben der Geschichte ist das Buch aber auch eine zeichnerische Besonderheit. Denn es ist eine Kombination der Geschichte mit Gustav um die Bilder von Gustav Dore herum. Insgesamt gibt es 21 dieser kunstvollen aber auch sehr düsteren Bilder, um die meiner Ansicht nach die Geschichte Gustavs herumgeschrieben wurde. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, die Zeichnungen in Ruhe zu betrachten. Und die Geschichte mit dem kleinen Gustav ist hier sehr passend dazu geschrieben worden.
Gustav Doré hat von 1832 bis 1883 gelebt und war der meistverbreitetste Illustrator des neunzehnten Jahrhunderts. Er stattete 221 Bücher, darunter Cervantes Don Quichote. Dantes Inferno und die komplette Bibel mit seinen Zeichnungen aus. Sein Bilderstil ist in diesem Buch düster und einige Zeichnungen beinhalten ziemlich grausame Details wie abgerissene Köpfe, Monster und viele Zeichnungen vom Tod. Kleinere Kinder könnten sich davor schon fürchten.
Walter Moers wurde letztens von der Frankfurter Zeitung als erfolgreichster deutscher Autor des letzen Jahrhunderts bezeichnet. Sein Kaptain Blaubär ist wohl den meisten Lesern bekannt.
Die Geschichte des kleinen Gustave ist gleichzeitig spannend, sehr phantastisch aber auch philosophisch. Denn es werden hier Themen wie Freundschaft, Schicksal, die Zeit und das Selbstmitleid angesprochen. Viele der im Buch angesprochenen Monster bzw. Schrecken sind im eigentlichen Sinne eben solche Faktoren. Ein wenig geht es in dem Buch auch darum, reif zu werden bzw. Grundlagen für ein ausgefülltes Leben zu finden. Trotz allem ist aber die Geschichte auch sehr humorvoll geschrieben und ich musste öfters über Gustave und seine Abenteuer bzw. Denkweisen lächeln.
Die Aufmachung des Buches möchte ich hier noch einmal genauer erklären. Denn sie hat mich ja nicht ohne Grund zu diesem Buch hingelockt. Ich liebe Bücher, bei denen mich das Titelbild verlockt, hinten nachzulesen, um was es hier dreht. Und das genau hat Wilde Reise durch die Nacht bei mir bewirkt. Auf dem Schutzumschlag befindet sich eines der Zeichnungen von Gustav Doré. Man sieht einen jung aussehenden Ritter, der auf einem fliegenden Greif reitet. Aber er reitet nicht irgendwo sondern scheinbar durchs All oder vor sternenbehangenem Himmel. Alles ist farblich in dunkelblau und silbern gehalten. Bei dem Buch handelt es sich natürlich um ein gut gebundenes Buch. Sobald man es aufschlägthat man schon das nächste Bild auf zwei Seiten. Dort steht eine gut aussehende nackte Jungfrau mit den Händen an einen Pfahl gefunden. Darunter, aus dem Wasser aufsteigend, sieht man einen gefährlich wirkenden Drachen und ganz links davon kommt wieder der reitende Ritter auf dem Greif heran.
Im Buch selbst wurden die Bilder Gustav Dorés so hervorgehoben, dass jeweils eine ganze Buchseite aus einem der Bilder besteht und die Rückseite dieses Bildes dann blank ist. Erfreulich ist hier das in der blauen Buchfarbe vorhandene Lesebändchen. Ich habe es aber nicht benötigt, da ich das Buch mit seiner 194seitigen Geschichte in einem Rutsch durchgelesen habe. Am Ende des Buches befindet sich dann noch eine mehrseitige Tafel über Gustav Doré und seine wichtigsten Bücher.
DATEN
Titel: Wilde Reise durch die Nacht
Autor: Walter Moers
Zeichnungen: Gustav Doré
Preis: gezahlt habe ich im Club 16 Euro für das Buch, bei Amazon kostet das gleiche Buch 19 Euro.
Leserschaft: Erwachsene und Jugendliche bzw. ältere Kinder
Seiten: 206
Verlag: Eichborn Verlag
ISBN-Nr. 382180890X
FAZIT
Wilde Reise durch die Nacht von Walter Moers ist ein Erlebnis durch die interessante, keine Tabus kennende Geschichte und durch die phantastisch düsteren Zeichnungen von Gustqv Doré. Es ist ein sehr faszinierendes Buch, das meiner Ansicht nach nicht für kleinere Kinder geeignet ist, aber sehr viel wahres trotz seiner phantastischen Art bietet.
Liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-12 12:08:48 mit dem Titel Der etwas andere historische Roman - Die Stimme von Judith Merkle-Riley
Den Roman Die Stimme von Judith Merkle-Riley habe ich mir vor kurzem gekauft, weil ich ganz gerne historische Romane lese und auch dieser Roman aus einer Zeit stammt, in der die Frauen nicht gerade zu lachen hatten. Es ist ein Roman zu Beginn eder gorßen Hexenverbrennungen. Hier mein Beitrag über das Buch.
INHALT
Im Jahre 1355 bekommt Margret von Ashbury eine Eingebung von Gott, in der ihr eine Stimme deutlich klar macht, dass sie ein Buch über sich schreiben bzw. schreiben lassen soll. Und das gilt für einige schon als Ketzerei. Denn Frauen haben in dieser Zeit sehr wenige Rechte und dass eine Frau ein Buch über sich schreiben möchte, das gab es bisher noch nie.
Aber Margaret, die in der Vergangenheit ein sehr bewegtes Leben hatte, lässt sich nicht beirren. Trotz des Spottes der Schreiber, die sie um die Verfassung des Romanes bitte, macht sie weiter. Denn wie fast alle Frauen in der damaligen Zeit kann Margaret selbst nicht schreiben. Nicht, weil sie es nicht gewollt hätte. Nein, es gilt nicht als schicklich, dass Frauen lesen und schreiben können. In dieser Zeit galten Frauen viel weniger als Männer. Sie durften nicht mit ihnen konkurrieren und viele Gelehrte hielten sie für wesentlich weniger intelligent als Männer. Frauen wurden damals \"netterweise\" als so lernfähig wie ein Hund und ähnliches bezeichnet,
Auf jeden Fall findet Margaret nach einiger Suche doch einen Schreiber, der sich bereit erklärt, das Buch für sie zu schreiben. Bruder Gregorys Geschäfte als Schreiber gehen schlecht und so läßt er sich trotz vieler Vorbehalte der engagierten Frau gegenüber auch aus Hunger überreden, für sie das Buch zu schreiben.
Und somit beginnt eine Reise in die Vergangenheits Margaret, die sich in der Vergangenheit als Hebamme und teilweise auch als Mitglied einer Gauklertruppe durchgeschlagen hat. Aber es beginnt auch eine sehr interessante Beziehung zu Bruder Gregory, der sich im Laufe der Zeit sogar darauf einläßt, Margaret das Lesen und Schreiben beizubringen...
MEINUNG
Jetzt muss ich sehr aufpassen, um nicht zu viel vom Inhalt zu verraten, denn vieles hier von meiner Meinung hängt sehr eng mit dem besonderen Inhalt zusammen. Das Buch ist insgesamt vom Thema her wohl eher für Frauen interessant, aber keinem Mann kann es schaden, dieses Buch mal gelesen zu haben. Ich selbst wußte zwar schon einiges aus der damaligen Zeit, aber hier wird sehr direkt und krass geschildert, wie Frauen damals leben mußten und wie sie sehr oft auch wirklich gelitten haben.
Man erlebt aus Margarets Erzählung bzw. Niederschrift hier mit, wie sie aufwächst und wie sich ihr Leben dann ändert, als sie ins heiratsfähige Alter kommt. Damals wurden die Mädchen sehr oft schon mit 13 oder 14 verheiratet. Und sie hatten so gut wie gar nichts dazu zu sagen, wen sie heiraten mussten. Das wird auch bei Margarets Erlebnissen sehr deutlich. Denn sie muss einen scheinbar reichen und älteren Mann heiraten, der aus der Stadt kommt und sie dann natürlich direkt bei der Hochzeit schon mitnimmt. Geschockt war ich über die Schilderungen von Prügeleien und sexuellen Abartigkeiten, die aber wohl schon damals gar nicht so selten vorkamen. Und so erlebt man hier beispielsweise direkt mit, wie eine junge und hübsche Frau von ihrem Ehemann gedehmütigt und mit einer Peitsche geprügelt wird, bis er dann Lust auf sie bekommt. Und was vielleicht für uns Frauen in dieser Gesellschaft genauso schlimm vorkommt (mir jedenfalls!), das ist die Duldung und teilweise schon Förderung dieser Unterdrückung seitens der Kirchen, der Gelehrten und der Obrigkeit. Und so bleibt den Frauen - so wie hier auch Margaret - nur eines, das alles irgendwie zu ertragen.
Aber Margarets Geschichte ist nicht nur eine Geschichte einer unterdrückten Frau, es ist auch die Geschichte einer Frau mit einer für damalige Zeiten sehr selbstbewußten Persönlichkeit. Und die Geschichte einer Frau, der etwas besonderes passiert. Denn als alles für sie am Ende scheint und sie alles verloren hat, da erhält sie von Gott eine Gabe. Und diese Gabe ist es, andere Menschen heilen zu können. Aber wer vorhin gelesen hat, wann der Roman spielt, der wird wohl auch wissen, dass so eine Gabe in der damaligen Zeit nicht nur positive Effekte haben kann. Und so wird man in dem Roman auch mit Dingen wie Wunder über Jungfrauen und mit Hexerei konfrontiert. Und der Roman hier macht deutlich, wie nah beides zusammenhängt. Denn wenn beispielsweise eine Frau so einen Hexenprozess überlebte, dann konnte es zu einem Wunder werden, wenn sie allerdings wie üblich verurteilt wurde, dann war \"Frau\" sehr schnel eine Hexe.
In Die Stimme wird hier alles aus der Sicht einer Frau geschrieben und eben so getan, als schreibe eine Frau ihr Leben auf, die diese Zeit miterlebt hat. Dadurch wird das alles natürlich viel spannender und interessanter. Denn die Sichtweisen einer Frau dieser Zeit bekommt man selten so genau dargestellt, wie in diesem Roman.
Andererseits bekommt man aber auch Margaret in der Gegenwart, ihr Leben mit Mann und zwei Kindern mit. Denn hier hat sie ein Leben als Frau eines reichen und ihr förderlichen Ehemannes. Denn damals war es auch nicht üblich, dass Männer ihren Frauen solche Dinge wie Lernen und Schreiben geschweige denn das Verfassen eines eigenen Buches bezahlten. Im Buch erlebt man sozusagen zwei Welten mit. Die jetztige, generell positive und die harte Vergangenheit von Margaret.
Humor entsteht aber trotz dieser historischen Materie durchaus oft. Dieser kommt hier durch die sehr unterschiedlichen Ansichten zwischen Bruder Gregory und Margaret. Und auch dadurch, dass man neben Margarets Erlebnissen auch ihre Gedanken und auch die Gedanken und teilweise Erlebnisse des Schreibers miterlebt, der zwar gerne Priester sein würde, aber dort nicht in einem Orden aufgenommen wurde.
DATEN
Titel: Die Stimme
Autorin: Judith Merkle-Riley
Verlag: Ullstein
Art: Taschenbuch
Seiten: 475
ISBN-Nr. 3-548-25103-X
FAZIT
Die Stimme ist ein sehr guter historischer Roman über eine Frau, die zum Zeitpunkt der Erzählung einen liebenden und reichen Mann hat, aber aus der ärmeren Volksschicht stammt und sehr viel miterlebt hat. Es ist ein Roman, in dem man sehr viel über die Vergangenheit erfährt, insbesondere über das Leben der Frauen in dieser für sie harten Zeit. Ich fand den Roman sehr interessant und gut, besser als ich mir vorher beim Titel gedacht habe.
Liebe Grüße - Miara
INHALT
Der zwölfjährige Gustav begegnet auf einer Seereise, in der er in Seenot gerät, dem Tod und seiner Schwester. Nachdem der Tod und die Schwester sich um seine Seele streiten, erfährt Gustave von einer Möglichkeit, seinem Tod zu entrinnen. Er muss sechs Aufgaben lösen, die der Tod ihm vorgibt. Dazu gehören das Befreien einer Jungrau aus der Gewalt eines Drachen, die Durchquerung eines Waldes voller Gespenster, das Erraten der Namen dreier Riesen, dem Tod den Zahn des schrecklichsten Ungeheuers zu bringen und sich selbst zu begegnen. Die sechste Aufgabe bekommt er vom Tod dann persönlich gestellt, sobald er ihn auf dem Mond aufsucht und alle fünf anderen Aufgaben gelöst hat.
Da Gustav keine andere Möglichkeit hat, geht er auf die Aufgaben ein, denn er möchte mit seinen 12 Jahren nicht schon sterben. Und ehe er sich versieht, steckt er schon in der ersten Aufgabe, die unlösbar scheint....
MEINUNG
Wilde Reise durch die Nacht ist ein Buch, das wohl trotz des Alters der Hauptfigur eher für Erwachsene oder ältere Kinder gedacht ist. Meinen Nichten und Neffen würde ich das Buch wegen der happigen Abenteuer bzw. des düsteren Themas und Stils erst mal nicht in die Hände geben.
Neben der Geschichte ist das Buch aber auch eine zeichnerische Besonderheit. Denn es ist eine Kombination der Geschichte mit Gustav um die Bilder von Gustav Dore herum. Insgesamt gibt es 21 dieser kunstvollen aber auch sehr düsteren Bilder, um die meiner Ansicht nach die Geschichte Gustavs herumgeschrieben wurde. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, die Zeichnungen in Ruhe zu betrachten. Und die Geschichte mit dem kleinen Gustav ist hier sehr passend dazu geschrieben worden.
Gustav Doré hat von 1832 bis 1883 gelebt und war der meistverbreitetste Illustrator des neunzehnten Jahrhunderts. Er stattete 221 Bücher, darunter Cervantes Don Quichote. Dantes Inferno und die komplette Bibel mit seinen Zeichnungen aus. Sein Bilderstil ist in diesem Buch düster und einige Zeichnungen beinhalten ziemlich grausame Details wie abgerissene Köpfe, Monster und viele Zeichnungen vom Tod. Kleinere Kinder könnten sich davor schon fürchten.
Walter Moers wurde letztens von der Frankfurter Zeitung als erfolgreichster deutscher Autor des letzen Jahrhunderts bezeichnet. Sein Kaptain Blaubär ist wohl den meisten Lesern bekannt.
Die Geschichte des kleinen Gustave ist gleichzeitig spannend, sehr phantastisch aber auch philosophisch. Denn es werden hier Themen wie Freundschaft, Schicksal, die Zeit und das Selbstmitleid angesprochen. Viele der im Buch angesprochenen Monster bzw. Schrecken sind im eigentlichen Sinne eben solche Faktoren. Ein wenig geht es in dem Buch auch darum, reif zu werden bzw. Grundlagen für ein ausgefülltes Leben zu finden. Trotz allem ist aber die Geschichte auch sehr humorvoll geschrieben und ich musste öfters über Gustave und seine Abenteuer bzw. Denkweisen lächeln.
Die Aufmachung des Buches möchte ich hier noch einmal genauer erklären. Denn sie hat mich ja nicht ohne Grund zu diesem Buch hingelockt. Ich liebe Bücher, bei denen mich das Titelbild verlockt, hinten nachzulesen, um was es hier dreht. Und das genau hat Wilde Reise durch die Nacht bei mir bewirkt. Auf dem Schutzumschlag befindet sich eines der Zeichnungen von Gustav Doré. Man sieht einen jung aussehenden Ritter, der auf einem fliegenden Greif reitet. Aber er reitet nicht irgendwo sondern scheinbar durchs All oder vor sternenbehangenem Himmel. Alles ist farblich in dunkelblau und silbern gehalten. Bei dem Buch handelt es sich natürlich um ein gut gebundenes Buch. Sobald man es aufschlägthat man schon das nächste Bild auf zwei Seiten. Dort steht eine gut aussehende nackte Jungfrau mit den Händen an einen Pfahl gefunden. Darunter, aus dem Wasser aufsteigend, sieht man einen gefährlich wirkenden Drachen und ganz links davon kommt wieder der reitende Ritter auf dem Greif heran.
Im Buch selbst wurden die Bilder Gustav Dorés so hervorgehoben, dass jeweils eine ganze Buchseite aus einem der Bilder besteht und die Rückseite dieses Bildes dann blank ist. Erfreulich ist hier das in der blauen Buchfarbe vorhandene Lesebändchen. Ich habe es aber nicht benötigt, da ich das Buch mit seiner 194seitigen Geschichte in einem Rutsch durchgelesen habe. Am Ende des Buches befindet sich dann noch eine mehrseitige Tafel über Gustav Doré und seine wichtigsten Bücher.
DATEN
Titel: Wilde Reise durch die Nacht
Autor: Walter Moers
Zeichnungen: Gustav Doré
Preis: gezahlt habe ich im Club 16 Euro für das Buch, bei Amazon kostet das gleiche Buch 19 Euro.
Leserschaft: Erwachsene und Jugendliche bzw. ältere Kinder
Seiten: 206
Verlag: Eichborn Verlag
ISBN-Nr. 382180890X
FAZIT
Wilde Reise durch die Nacht von Walter Moers ist ein Erlebnis durch die interessante, keine Tabus kennende Geschichte und durch die phantastisch düsteren Zeichnungen von Gustqv Doré. Es ist ein sehr faszinierendes Buch, das meiner Ansicht nach nicht für kleinere Kinder geeignet ist, aber sehr viel wahres trotz seiner phantastischen Art bietet.
Liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-12 12:08:48 mit dem Titel Der etwas andere historische Roman - Die Stimme von Judith Merkle-Riley
Den Roman Die Stimme von Judith Merkle-Riley habe ich mir vor kurzem gekauft, weil ich ganz gerne historische Romane lese und auch dieser Roman aus einer Zeit stammt, in der die Frauen nicht gerade zu lachen hatten. Es ist ein Roman zu Beginn eder gorßen Hexenverbrennungen. Hier mein Beitrag über das Buch.
INHALT
Im Jahre 1355 bekommt Margret von Ashbury eine Eingebung von Gott, in der ihr eine Stimme deutlich klar macht, dass sie ein Buch über sich schreiben bzw. schreiben lassen soll. Und das gilt für einige schon als Ketzerei. Denn Frauen haben in dieser Zeit sehr wenige Rechte und dass eine Frau ein Buch über sich schreiben möchte, das gab es bisher noch nie.
Aber Margaret, die in der Vergangenheit ein sehr bewegtes Leben hatte, lässt sich nicht beirren. Trotz des Spottes der Schreiber, die sie um die Verfassung des Romanes bitte, macht sie weiter. Denn wie fast alle Frauen in der damaligen Zeit kann Margaret selbst nicht schreiben. Nicht, weil sie es nicht gewollt hätte. Nein, es gilt nicht als schicklich, dass Frauen lesen und schreiben können. In dieser Zeit galten Frauen viel weniger als Männer. Sie durften nicht mit ihnen konkurrieren und viele Gelehrte hielten sie für wesentlich weniger intelligent als Männer. Frauen wurden damals \"netterweise\" als so lernfähig wie ein Hund und ähnliches bezeichnet,
Auf jeden Fall findet Margaret nach einiger Suche doch einen Schreiber, der sich bereit erklärt, das Buch für sie zu schreiben. Bruder Gregorys Geschäfte als Schreiber gehen schlecht und so läßt er sich trotz vieler Vorbehalte der engagierten Frau gegenüber auch aus Hunger überreden, für sie das Buch zu schreiben.
Und somit beginnt eine Reise in die Vergangenheits Margaret, die sich in der Vergangenheit als Hebamme und teilweise auch als Mitglied einer Gauklertruppe durchgeschlagen hat. Aber es beginnt auch eine sehr interessante Beziehung zu Bruder Gregory, der sich im Laufe der Zeit sogar darauf einläßt, Margaret das Lesen und Schreiben beizubringen...
MEINUNG
Jetzt muss ich sehr aufpassen, um nicht zu viel vom Inhalt zu verraten, denn vieles hier von meiner Meinung hängt sehr eng mit dem besonderen Inhalt zusammen. Das Buch ist insgesamt vom Thema her wohl eher für Frauen interessant, aber keinem Mann kann es schaden, dieses Buch mal gelesen zu haben. Ich selbst wußte zwar schon einiges aus der damaligen Zeit, aber hier wird sehr direkt und krass geschildert, wie Frauen damals leben mußten und wie sie sehr oft auch wirklich gelitten haben.
Man erlebt aus Margarets Erzählung bzw. Niederschrift hier mit, wie sie aufwächst und wie sich ihr Leben dann ändert, als sie ins heiratsfähige Alter kommt. Damals wurden die Mädchen sehr oft schon mit 13 oder 14 verheiratet. Und sie hatten so gut wie gar nichts dazu zu sagen, wen sie heiraten mussten. Das wird auch bei Margarets Erlebnissen sehr deutlich. Denn sie muss einen scheinbar reichen und älteren Mann heiraten, der aus der Stadt kommt und sie dann natürlich direkt bei der Hochzeit schon mitnimmt. Geschockt war ich über die Schilderungen von Prügeleien und sexuellen Abartigkeiten, die aber wohl schon damals gar nicht so selten vorkamen. Und so erlebt man hier beispielsweise direkt mit, wie eine junge und hübsche Frau von ihrem Ehemann gedehmütigt und mit einer Peitsche geprügelt wird, bis er dann Lust auf sie bekommt. Und was vielleicht für uns Frauen in dieser Gesellschaft genauso schlimm vorkommt (mir jedenfalls!), das ist die Duldung und teilweise schon Förderung dieser Unterdrückung seitens der Kirchen, der Gelehrten und der Obrigkeit. Und so bleibt den Frauen - so wie hier auch Margaret - nur eines, das alles irgendwie zu ertragen.
Aber Margarets Geschichte ist nicht nur eine Geschichte einer unterdrückten Frau, es ist auch die Geschichte einer Frau mit einer für damalige Zeiten sehr selbstbewußten Persönlichkeit. Und die Geschichte einer Frau, der etwas besonderes passiert. Denn als alles für sie am Ende scheint und sie alles verloren hat, da erhält sie von Gott eine Gabe. Und diese Gabe ist es, andere Menschen heilen zu können. Aber wer vorhin gelesen hat, wann der Roman spielt, der wird wohl auch wissen, dass so eine Gabe in der damaligen Zeit nicht nur positive Effekte haben kann. Und so wird man in dem Roman auch mit Dingen wie Wunder über Jungfrauen und mit Hexerei konfrontiert. Und der Roman hier macht deutlich, wie nah beides zusammenhängt. Denn wenn beispielsweise eine Frau so einen Hexenprozess überlebte, dann konnte es zu einem Wunder werden, wenn sie allerdings wie üblich verurteilt wurde, dann war \"Frau\" sehr schnel eine Hexe.
In Die Stimme wird hier alles aus der Sicht einer Frau geschrieben und eben so getan, als schreibe eine Frau ihr Leben auf, die diese Zeit miterlebt hat. Dadurch wird das alles natürlich viel spannender und interessanter. Denn die Sichtweisen einer Frau dieser Zeit bekommt man selten so genau dargestellt, wie in diesem Roman.
Andererseits bekommt man aber auch Margaret in der Gegenwart, ihr Leben mit Mann und zwei Kindern mit. Denn hier hat sie ein Leben als Frau eines reichen und ihr förderlichen Ehemannes. Denn damals war es auch nicht üblich, dass Männer ihren Frauen solche Dinge wie Lernen und Schreiben geschweige denn das Verfassen eines eigenen Buches bezahlten. Im Buch erlebt man sozusagen zwei Welten mit. Die jetztige, generell positive und die harte Vergangenheit von Margaret.
Humor entsteht aber trotz dieser historischen Materie durchaus oft. Dieser kommt hier durch die sehr unterschiedlichen Ansichten zwischen Bruder Gregory und Margaret. Und auch dadurch, dass man neben Margarets Erlebnissen auch ihre Gedanken und auch die Gedanken und teilweise Erlebnisse des Schreibers miterlebt, der zwar gerne Priester sein würde, aber dort nicht in einem Orden aufgenommen wurde.
DATEN
Titel: Die Stimme
Autorin: Judith Merkle-Riley
Verlag: Ullstein
Art: Taschenbuch
Seiten: 475
ISBN-Nr. 3-548-25103-X
FAZIT
Die Stimme ist ein sehr guter historischer Roman über eine Frau, die zum Zeitpunkt der Erzählung einen liebenden und reichen Mann hat, aber aus der ärmeren Volksschicht stammt und sehr viel miterlebt hat. Es ist ein Roman, in dem man sehr viel über die Vergangenheit erfährt, insbesondere über das Leben der Frauen in dieser für sie harten Zeit. Ich fand den Roman sehr interessant und gut, besser als ich mir vorher beim Titel gedacht habe.
Liebe Grüße - Miara
Bewerten / Kommentar schreiben