Erfahrungsbericht von Birgit-Judith
I'm a Barbie-Girl in a Barbie-World
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Wie elektrisiert stand ich vor dem Regal im Spielwarengeschäft. Augen und Mund weit aufgerissen wusste ich es in dem Augenblick genau. Das ist ES. Genauso werde ich mit 18 Jahren aussehen. Diese Maße, diese Haare, diese langen Beine. \"Muddiiiiiiiii, die will ich vom Christkind(1) geschenkt bekommen.\" \"Der ICH WILL ist gestorben, Kind\" bekam ich als Antwort und relativ zerknirscht (ich) machten wir uns auf den Heimweg.
Weihnachten nahte und was fand ich unter dem Christbaum?(2)Dieses Püppchen. Übergeschnappt bin ich dann in dem Moment, als ich noch zwei weitere, topmodische Kleider fand und dann der Clou. Ein echtes Barbie-Wand-Gestell, bestehend aus einem Kleiderschrank mit klitzekleinen Bügeln und einem Bett zum Herunterklappen. Meine heile Kinderwelt war gerettet.
Ich wurde älter, entwickelte mich weiter, leider nicht so ganz in Form dieser, damals fast ausschließlich blondinen Schönheit. Mit 18 Jahren blieb mir von meinem damaligen Schönheitsideal lediglich das dämliche Grinsen und die Schuhgröße. Statt langen, blonden Haaren hatte ich einen dunklen Lockenkopf, meine Taille entsprach eher einer Hummel, denn einer Wespe und die Beine...naja, sie reichten auch bei mir bis zum Boden. Die allerletzte Sicherheit, kein Barbie-Girl zu sein brachte mir folgender Versuch: Man nehme eine Zigarette, klemmt sich diese unter eine Brust und wenn sie hält (die Ziggi) dann, nun ja, vergessen wir das. Bei mir hielt sie!!! Trotz Brust raus, Bauch rein :-( Bei meiner Chantal (wie ich Püppchen benannte)hielten weder die Kinder-Kaugummi-Zigarette, noch der Zahnstocher. Nein, es war keiner von Fackelmann. Nun hatte ich die Wahl.
A: Ich spiele mit Suizidgedanken anhand dieses Schönheits-Debakels, schreibe mich in das Zisterzienser Kloster in unserer Nachbarschaft ein und verbringe meine weitere Existenz mit \"ora et labora\".
B: Ich suche mir einen Skulpteur(?) der mit ein paar Messerschnitten, Schläuche, Spritzen, Streckbank und Schwabbelimplatate die paar Macken ausbügelt.
C: Ich renn zu meiner Mama, heul mich mal wieder aus, erklär ihr wie ungerecht die Welt zu mir ist und beschwer mich darüber, dass sie den Papa geheiratet hat anstatt den Clark Gable.
Zu A: Nur beten und arbeiten? Nö!!
Zu B: Hab heute noch Schweißausbrüche wenn ich nur eine Spritze sehe.
Zu C: Ich wurde getröstet, Gable war schon vergeben und ich sei doch ein junges, hübsches Ding, dem die ganze Welt offen stand.
Ich entschied mich für C:, Chantal verschwand auf dem Dachboden und die Welt hatte mich wieder. Aber Eines schwor ich mir. Niemals nie nicht, sollte ich einmal Kinder, speziell weiblichen Geschlechts bekommen, eine Barbie findet keinen Einzug im Kinderzimmer.
Ich schweife ab. Also..... die Jahre zogen ins Land. Ich bekam Tochter Nr.1, 9 Jahre später Tochter Nr.2 und weitere 3 Jahre darauf Tochter Nr.3. Frag(t)e mich oft was ich denn verbrochen habe, aber dies ist ein anderes Thema. Barbie-Verbot hielt ich lange stand. Beim ersten Kind ganze 5 Jahre. Dann kam sie ins Haus. Zu Weihnachten. Rosa verpackt und wunderschön. Erinnerungen wurden wach. Barbie Nr. 2 dann war ein technisches Meisterwerk. Sportlich, dynamisch saß sie auf einem Trimmrad. Einmal Hebel umgelegt und sie strampelte los und strampelte und strampelte und...straaaampelte!! Pffff, nun machen sie Püppchen auch noch so megasportlich. Nicht nur, dass ich nicht aussah wie Barbie, nein, ich nehme auch heute noch den Fahrstuhl um in den zweiten Stock unserer Wohnung zu gelangen. Egal, sowas nagt doch (fast) nicht an meinem Selbstwertgefühl. Hier erwähne ich nun nicht Barbie Nr.4, die man mit in die Wanne nehmen kann und welche sich auch noch in den größten Schaumkronen ala Mark Spitz voranbewegt. Zu schade, dass sie nicht durch den Abfluss passte.
Shortnews: Matell wird die allseits beliebte Barbie-Puppe den normalen Maßen einer Frau anpassen. Kleinerer Busen und mehr Speck um die Hüften. Ich jubelte. Sah ich bei Blondie schon eine Havanna-Zigarre wo kleben. Nix mehr mit Wespentaille und Schmollmund. Leicht ergraut, BH-Pflichtträgerin und Schwangerschaftsstreifen. Yeahhhhhhhh... das ist es.
Barbie Nr.5 und 6 hielten zum Geburtstag meine beiden Jüngsten ihr Stelldichein. Geschenke von der Omi. Ich konnte es nicht erwarten bis meine Kinderzimmerterroristen diese potthässlichen, wasserstoffblablagefärbten, möchtegern Models auspackten. Die Ernücherung traf mich kurz, aber heftig. Okay, die erinnerte nur noch an eine Gina Lollobrigida, das war es dann aber auch. Ich entriss, äh... ließ mir Barbie, mittlerweile ja fast 50 Jahre alt (denk) und erstaunlich gut gehalten, meinen Kindern und zog sie erstmal aus. Nackich aus. Da war sie nun, die ganze Wahrheit. Mein Sinnbild von Schönheit hatte doch tatsächlich so komische Streben(?) an Knie,-Hüft,-und Ellbogengelenken. Mit kleinen grauen Stiftnägeln drin. Gut, sie war dafür recht beweglich, aber so würde ich mich nie ausziehen, oder ausziehen lassen. Und das Gesicht. Schön war es immer noch, aber wehe man drückt ihr auf die Nase.... so ganz langsaaaaaaaaaam. Nix mehr mit Hartplastik. Nicht nur der Mensch stammt vom Affen ab. Karnikelfest ist sie auch nicht... unser Widderzwerg brauchte beim Auslauf keine 10 Minuten um sie von unten her 3 cm zu kürzen.
Mit fast 40 Jahren bin ich nun geheilt und träller fröhlich... I\'m a Barbie-Girl in a Barbie-World....oder wie sagt der Beste aller LAGs, wenn ich ihn mal wieder auf eine blonde Schönheit aufmerksam mache? \"Was willste mit soner Barbie-Puppe? Die kannste in die Glasvitrine setzen und gut isses.\" Ich hasse ja Vorurteile, aber.....5 cm wachs ich da dann doch immer :-) Und nochwas. 2.240.000 Treffer gibt es zum Thema Barbie bei Google und 811.000 zu Birgit...
Fazit:
Empfehlenswert ja. Für ein normales Entwicklungsstadium bei Mädchen ist eine Barbie-Puppe das none plus ultra, ein Muss ganz einfach. Wo wäre ich heute ohne meine damalige Chantal?
(1) Bei uns zuhause kam das Christkind und nicht der Weihnachtsmann.
(2) Bei uns zuhause gab es einen Christbaum und keinen Weihnachts,-oder Tannenbaum.
Barbierische Grüsse
B.
Weihnachten nahte und was fand ich unter dem Christbaum?(2)Dieses Püppchen. Übergeschnappt bin ich dann in dem Moment, als ich noch zwei weitere, topmodische Kleider fand und dann der Clou. Ein echtes Barbie-Wand-Gestell, bestehend aus einem Kleiderschrank mit klitzekleinen Bügeln und einem Bett zum Herunterklappen. Meine heile Kinderwelt war gerettet.
Ich wurde älter, entwickelte mich weiter, leider nicht so ganz in Form dieser, damals fast ausschließlich blondinen Schönheit. Mit 18 Jahren blieb mir von meinem damaligen Schönheitsideal lediglich das dämliche Grinsen und die Schuhgröße. Statt langen, blonden Haaren hatte ich einen dunklen Lockenkopf, meine Taille entsprach eher einer Hummel, denn einer Wespe und die Beine...naja, sie reichten auch bei mir bis zum Boden. Die allerletzte Sicherheit, kein Barbie-Girl zu sein brachte mir folgender Versuch: Man nehme eine Zigarette, klemmt sich diese unter eine Brust und wenn sie hält (die Ziggi) dann, nun ja, vergessen wir das. Bei mir hielt sie!!! Trotz Brust raus, Bauch rein :-( Bei meiner Chantal (wie ich Püppchen benannte)hielten weder die Kinder-Kaugummi-Zigarette, noch der Zahnstocher. Nein, es war keiner von Fackelmann. Nun hatte ich die Wahl.
A: Ich spiele mit Suizidgedanken anhand dieses Schönheits-Debakels, schreibe mich in das Zisterzienser Kloster in unserer Nachbarschaft ein und verbringe meine weitere Existenz mit \"ora et labora\".
B: Ich suche mir einen Skulpteur(?) der mit ein paar Messerschnitten, Schläuche, Spritzen, Streckbank und Schwabbelimplatate die paar Macken ausbügelt.
C: Ich renn zu meiner Mama, heul mich mal wieder aus, erklär ihr wie ungerecht die Welt zu mir ist und beschwer mich darüber, dass sie den Papa geheiratet hat anstatt den Clark Gable.
Zu A: Nur beten und arbeiten? Nö!!
Zu B: Hab heute noch Schweißausbrüche wenn ich nur eine Spritze sehe.
Zu C: Ich wurde getröstet, Gable war schon vergeben und ich sei doch ein junges, hübsches Ding, dem die ganze Welt offen stand.
Ich entschied mich für C:, Chantal verschwand auf dem Dachboden und die Welt hatte mich wieder. Aber Eines schwor ich mir. Niemals nie nicht, sollte ich einmal Kinder, speziell weiblichen Geschlechts bekommen, eine Barbie findet keinen Einzug im Kinderzimmer.
Ich schweife ab. Also..... die Jahre zogen ins Land. Ich bekam Tochter Nr.1, 9 Jahre später Tochter Nr.2 und weitere 3 Jahre darauf Tochter Nr.3. Frag(t)e mich oft was ich denn verbrochen habe, aber dies ist ein anderes Thema. Barbie-Verbot hielt ich lange stand. Beim ersten Kind ganze 5 Jahre. Dann kam sie ins Haus. Zu Weihnachten. Rosa verpackt und wunderschön. Erinnerungen wurden wach. Barbie Nr. 2 dann war ein technisches Meisterwerk. Sportlich, dynamisch saß sie auf einem Trimmrad. Einmal Hebel umgelegt und sie strampelte los und strampelte und strampelte und...straaaampelte!! Pffff, nun machen sie Püppchen auch noch so megasportlich. Nicht nur, dass ich nicht aussah wie Barbie, nein, ich nehme auch heute noch den Fahrstuhl um in den zweiten Stock unserer Wohnung zu gelangen. Egal, sowas nagt doch (fast) nicht an meinem Selbstwertgefühl. Hier erwähne ich nun nicht Barbie Nr.4, die man mit in die Wanne nehmen kann und welche sich auch noch in den größten Schaumkronen ala Mark Spitz voranbewegt. Zu schade, dass sie nicht durch den Abfluss passte.
Shortnews: Matell wird die allseits beliebte Barbie-Puppe den normalen Maßen einer Frau anpassen. Kleinerer Busen und mehr Speck um die Hüften. Ich jubelte. Sah ich bei Blondie schon eine Havanna-Zigarre wo kleben. Nix mehr mit Wespentaille und Schmollmund. Leicht ergraut, BH-Pflichtträgerin und Schwangerschaftsstreifen. Yeahhhhhhhh... das ist es.
Barbie Nr.5 und 6 hielten zum Geburtstag meine beiden Jüngsten ihr Stelldichein. Geschenke von der Omi. Ich konnte es nicht erwarten bis meine Kinderzimmerterroristen diese potthässlichen, wasserstoffblablagefärbten, möchtegern Models auspackten. Die Ernücherung traf mich kurz, aber heftig. Okay, die erinnerte nur noch an eine Gina Lollobrigida, das war es dann aber auch. Ich entriss, äh... ließ mir Barbie, mittlerweile ja fast 50 Jahre alt (denk) und erstaunlich gut gehalten, meinen Kindern und zog sie erstmal aus. Nackich aus. Da war sie nun, die ganze Wahrheit. Mein Sinnbild von Schönheit hatte doch tatsächlich so komische Streben(?) an Knie,-Hüft,-und Ellbogengelenken. Mit kleinen grauen Stiftnägeln drin. Gut, sie war dafür recht beweglich, aber so würde ich mich nie ausziehen, oder ausziehen lassen. Und das Gesicht. Schön war es immer noch, aber wehe man drückt ihr auf die Nase.... so ganz langsaaaaaaaaaam. Nix mehr mit Hartplastik. Nicht nur der Mensch stammt vom Affen ab. Karnikelfest ist sie auch nicht... unser Widderzwerg brauchte beim Auslauf keine 10 Minuten um sie von unten her 3 cm zu kürzen.
Mit fast 40 Jahren bin ich nun geheilt und träller fröhlich... I\'m a Barbie-Girl in a Barbie-World....oder wie sagt der Beste aller LAGs, wenn ich ihn mal wieder auf eine blonde Schönheit aufmerksam mache? \"Was willste mit soner Barbie-Puppe? Die kannste in die Glasvitrine setzen und gut isses.\" Ich hasse ja Vorurteile, aber.....5 cm wachs ich da dann doch immer :-) Und nochwas. 2.240.000 Treffer gibt es zum Thema Barbie bei Google und 811.000 zu Birgit...
Fazit:
Empfehlenswert ja. Für ein normales Entwicklungsstadium bei Mädchen ist eine Barbie-Puppe das none plus ultra, ein Muss ganz einfach. Wo wäre ich heute ohne meine damalige Chantal?
(1) Bei uns zuhause kam das Christkind und nicht der Weihnachtsmann.
(2) Bei uns zuhause gab es einen Christbaum und keinen Weihnachts,-oder Tannenbaum.
Barbierische Grüsse
B.
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