Mehr zu Terry Pratchett Testbericht

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Erfahrungsbericht von Grindolf

Die volle Wahrheit - Die Scheibenwelt überlebt auch die Tageszeitung

Pro:

Terry Pratchett halt

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nach Oper, Musical, Hollywood, Rockmusik und diversen anderen Errungenschaften unserer modernen Kultur, hat Terry Pratchetts neuester Roman diesmal die Presse zum Thema - oder besser zum Ziel, denn es wird wieder alles was dazu gehört in bekannter Manier durch den Kakao gezogen. Ob Klatschredakteure, Fotografen, Frauenzeitschriften oder Papparazzi – jeder bekommt sein Fett ab und das ganze natürlich im bekannten ironisch-gesellschaftskritischen Stil von Pratchett, der ihn so berühmt gemacht hat.

Die Handlung :

Immer wieder schwierig, wenn man einerseits einen ausreichenden Überblick über das Buch geben will, andererseits aber nicht zu viel verraten darf. Auf eine Übersicht über die Hintergründe des Scheibenwelt-Universums verzichte Ich an dieser Stelle mit Absicht, da dazu an anderer Stelle schon genug geschrieben wurde.
Wichtig ist, daß die Zwerge eine Druckerpresse erfunden haben, was einen enterbten Herzogssohn dazu verleitet die „Times“ zu gründen. Nebenbei findet in Ankh-Morpork auch noch eine Verschwörung statt, die den Patrizier zum Ziel hat und bei deren Aufklärung sich natürlich die Presse und die Stadtwache in die Haare geraten – fast wie im richtigen Leben also. Nebenbei treten noch ein Vampir als Fotograf, ein Zombie als Rechtsanwalt sowie diverse Trolle, Werwölfe und natürlich die Zauberer auf. Ein typischer Scheibenwelt-Roman also.

Stärken und Schwächen :

Die Art und Weise, wie Pratchett aus einem fast beliebigem Thema eine Karikatur erzeugt, ist einfach einmalig. Jeder, der schon einmal die Überschriften der Boulevardpresse gelesen hat, versteht sofort die Anspielungen des Autors. Da wird einfach jedes Klischee bemüht, das über die Regenbogenpresse im Umlauf ist, auch wenn Pratchett für meinen Geschmack recht zahm geblieben ist. Morddrohungen von Zeitungsverlegern wird er für diesen Roman bestimmt nicht bekommen haben.
Probleme hat Pratchett außerdem immer wieder mit Hauptfiguren, die – im Gegensatz zu „running gags“ wie Rincewind, Oma Wetterwachs oder DER TOD - nur für einen einzigen Roman konzipiert sind. William de Word – der Herausgeber, Chefredakteur und Chefreporter der Times bleibt doch recht farblos. Anscheinend braucht Pratchett immer 2-3 Romane um sich so richtig in eine seiner Figuren „hineinschreiben“ zu können.
Schade ist außerdem die Tatsache, daß viele Wortspiele Pratchetts in der Übersetzung verloren gehen, oder man sie erst dann richtig versteht, wenn man sich überlegt, wie es im englischen Original geheißen haben könnte (mein persönlicher Tip : wer es sich zutraut sollte sich ruhig mal die Original-Ausgabe besorgen), aber dafür kann der Autor ja nichts.

Preis und Umfang :

Taschenbuch
415 Seiten
erschienen im Goldmann-Verlag für Euro 8,90


Fazit :

7 von 10 Punkten
Keiner von den fünf besten Romanen Pratchetts, aber für seine Fans (und zu denen zähle Ich mich nun mal) ein Muß.

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