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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von leser@tte
Der Seewolf von Jack London: Ein Gott der Wölfe
Pro:
faszinierende Schilderung der Charaktere, spannend und noch viel mehr
Kontra:
oft brutal
Empfehlung:
Nein
Der Seewolf (Anarrhichas lupus) ist ein sehr gefräßiger und gefährlicher, etwa einen Meter langer Schleimfisch, welcher in der westlichen Ostsee und im nördlichen Atlantik vorkommt. Ob dieser Fisch aber etwas mit dem gleichnamigen Buch von Jack London zu tun hat weiß ich nicht.
Der Roman erzählt die Geschichte des Schriftstellers Humphrey van Weyden, welcher bei einer Fährboot-Havarie in der Bucht von San Francisco über Bord geschleudert und von dem auslaufendem Robbenschoner Ghost gerettet wird. Der Kapitän Wolf Larsen (der Seewolf) denkt aber gar nicht daran Humphrey wieder an Land zu setzen, sonder sieht in ihm einen willkommenen Ersatz für einen Seemann, der gerade umgekommen ist als Humphrey an Bord geholt wird.
Auf der Ghost herrscht lediglich das Gesetzt des Stärkeren und daran, dass Wolf Larsen der Stärkste ist, besteht von Anfang an kein Zweifel. Auf seinem Schoner ist er der alleinige Herrscher und wer gegen ihn aufwiegelt wird auf brutalste Weise in die Schranken gewiesen. Hier drängt sich durchaus der Vergleich mit einem Wolfsrudel auf in dem Larsen der Alpha-Wolf ist.
Der Roman gliedert sich in zwei Bücher, die jeweils etwa die Hälfte des Buches einnehmen und stark mit zwei für Humphrey wichtigen Personen verknüpft sind.
Im ersten Buch ist dies Wolf Larsen und das zwiespältige Verhältnis des verweichlichten Schriftstellers zu dem brutalen aber auch sehr intelligenten Kapitän. Humphrey stellt mit erstaunen fest, dass der sadistische Kapitän autodidaktisch beachtliche Fähigkeiten erworben hat und sehr belesen ist. Da Larsen jedoch in eine Welt hineingeboren wurde, die ihm nie eine Chance gab, hat er sich von dieser Welt abgewandt. Nichts ist ihm heilig und die Debatten mit dem humanistisch veranlagten Schriftsteller sind wirklich interessant.
Die Beziehung zwischen Larsen und van Weyden ist sehr vielschichtig und nimmt den größten Teil des ersten Buches ein, in dem Humphrey vom Weichling van weiden zum Seefahrer Humph wird und in der harten Schule des Seewolfs zu einem anderem Menschen wird. Wie Larsen mein steht er jetzt zum ersten Mal in seinem Leben auf eigenen Füßen...
Das zweite Buch beginnt damit, dass die schiffbrüchige Schriftstellerin Maud Brewster an Bord genommen wird. Larsen verschont sie zwar, im Vergleich zu Humph, der inzwischen Steuermann auf der Ghost ist, aber auch sie ist eine Gefangene auf der Ghost. Als Wolf Larsen schließlich in einem Kampf gegen seinen Bruder Tod Larsen einen Großteil dessen Mannschaft gefangen nimmt gelingt Humphrey und Maud die Fluch in einem kleinem Beiboot.
Sie landen schließlich auf einer verlassenen Insel und beginnen sich auf den Winter einzurichten. Wo vorher die zwiespältige Hassliebe zu Larsen geschildert wurde kreisen jetzt Humphrey Gedanken nur noch um seine Liebe zu Maud. Aber das entsetzen der Beiden ist groß, als eines Morgens kein anderes Schiff als die Ghost in Ihrer Buch vor Anker liegt...
Wer mehr zur Story wissen will, soll selber lesen – es lohnt sich!
Meine Meinung:
Von Jack London hatte ich schon einiges gelesen und dachte mir zum Urlaub an die See sollte ich vielleicht einmal den Seewolf mitnehmen. Meine Erwartungen auf einen spannenden Roman wurden bei weiten übertroffen. Soviel Tiefgang hätte ich dem Werk nicht zugetraut, zumal ich den Film mit Reimund Harmsdorf (der die Kartoffel zerdrückt) vor Jahren gesehen habe und meinte die Story zu kennen.
Die vielschichtige Person der Seewolfs ist wirklich schwer einzuordnen. Ein Einzelgänger, der sagt, sein größter Fehler wäre es gewesen, je ein Buch aufzuschlagen. Diesen Roman aufzuschlagen war für mich aber sicher kein Fehler, da er mich von Anfang bis Ende gefesselt hat und auch noch hinterher Raum zum Grübeln läßt.
Ähnlich wie bei Huxley Brave New World habe ich hier Schwierigkeiten eine ethische Wertung der Verhaltensweise des Seewolfs zu geben. Er ist halt der Gott in seiner eigenen Welt und läßt sich schlecht in anderer Welten Maß messen.
Und sogar für die Bildung wird in meiner Diogenes Ausgabe etwas getan, indem in einem Wort und Sachverzeichnis das ganze Seefahrerlatein im Buch erklärt wird. (Hilfreich für Landratten wie mich.)
Auch wenn oft brutal auf jeden Fall ein Roman, den ich wärmstens empfehlen kann.
(erstveröffentlicht bei ciao)
Der Roman erzählt die Geschichte des Schriftstellers Humphrey van Weyden, welcher bei einer Fährboot-Havarie in der Bucht von San Francisco über Bord geschleudert und von dem auslaufendem Robbenschoner Ghost gerettet wird. Der Kapitän Wolf Larsen (der Seewolf) denkt aber gar nicht daran Humphrey wieder an Land zu setzen, sonder sieht in ihm einen willkommenen Ersatz für einen Seemann, der gerade umgekommen ist als Humphrey an Bord geholt wird.
Auf der Ghost herrscht lediglich das Gesetzt des Stärkeren und daran, dass Wolf Larsen der Stärkste ist, besteht von Anfang an kein Zweifel. Auf seinem Schoner ist er der alleinige Herrscher und wer gegen ihn aufwiegelt wird auf brutalste Weise in die Schranken gewiesen. Hier drängt sich durchaus der Vergleich mit einem Wolfsrudel auf in dem Larsen der Alpha-Wolf ist.
Der Roman gliedert sich in zwei Bücher, die jeweils etwa die Hälfte des Buches einnehmen und stark mit zwei für Humphrey wichtigen Personen verknüpft sind.
Im ersten Buch ist dies Wolf Larsen und das zwiespältige Verhältnis des verweichlichten Schriftstellers zu dem brutalen aber auch sehr intelligenten Kapitän. Humphrey stellt mit erstaunen fest, dass der sadistische Kapitän autodidaktisch beachtliche Fähigkeiten erworben hat und sehr belesen ist. Da Larsen jedoch in eine Welt hineingeboren wurde, die ihm nie eine Chance gab, hat er sich von dieser Welt abgewandt. Nichts ist ihm heilig und die Debatten mit dem humanistisch veranlagten Schriftsteller sind wirklich interessant.
Die Beziehung zwischen Larsen und van Weyden ist sehr vielschichtig und nimmt den größten Teil des ersten Buches ein, in dem Humphrey vom Weichling van weiden zum Seefahrer Humph wird und in der harten Schule des Seewolfs zu einem anderem Menschen wird. Wie Larsen mein steht er jetzt zum ersten Mal in seinem Leben auf eigenen Füßen...
Das zweite Buch beginnt damit, dass die schiffbrüchige Schriftstellerin Maud Brewster an Bord genommen wird. Larsen verschont sie zwar, im Vergleich zu Humph, der inzwischen Steuermann auf der Ghost ist, aber auch sie ist eine Gefangene auf der Ghost. Als Wolf Larsen schließlich in einem Kampf gegen seinen Bruder Tod Larsen einen Großteil dessen Mannschaft gefangen nimmt gelingt Humphrey und Maud die Fluch in einem kleinem Beiboot.
Sie landen schließlich auf einer verlassenen Insel und beginnen sich auf den Winter einzurichten. Wo vorher die zwiespältige Hassliebe zu Larsen geschildert wurde kreisen jetzt Humphrey Gedanken nur noch um seine Liebe zu Maud. Aber das entsetzen der Beiden ist groß, als eines Morgens kein anderes Schiff als die Ghost in Ihrer Buch vor Anker liegt...
Wer mehr zur Story wissen will, soll selber lesen – es lohnt sich!
Meine Meinung:
Von Jack London hatte ich schon einiges gelesen und dachte mir zum Urlaub an die See sollte ich vielleicht einmal den Seewolf mitnehmen. Meine Erwartungen auf einen spannenden Roman wurden bei weiten übertroffen. Soviel Tiefgang hätte ich dem Werk nicht zugetraut, zumal ich den Film mit Reimund Harmsdorf (der die Kartoffel zerdrückt) vor Jahren gesehen habe und meinte die Story zu kennen.
Die vielschichtige Person der Seewolfs ist wirklich schwer einzuordnen. Ein Einzelgänger, der sagt, sein größter Fehler wäre es gewesen, je ein Buch aufzuschlagen. Diesen Roman aufzuschlagen war für mich aber sicher kein Fehler, da er mich von Anfang bis Ende gefesselt hat und auch noch hinterher Raum zum Grübeln läßt.
Ähnlich wie bei Huxley Brave New World habe ich hier Schwierigkeiten eine ethische Wertung der Verhaltensweise des Seewolfs zu geben. Er ist halt der Gott in seiner eigenen Welt und läßt sich schlecht in anderer Welten Maß messen.
Und sogar für die Bildung wird in meiner Diogenes Ausgabe etwas getan, indem in einem Wort und Sachverzeichnis das ganze Seefahrerlatein im Buch erklärt wird. (Hilfreich für Landratten wie mich.)
Auch wenn oft brutal auf jeden Fall ein Roman, den ich wärmstens empfehlen kann.
(erstveröffentlicht bei ciao)
14 Bewertungen, 3 Kommentare
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23.04.2002, 17:51 Uhr von kasmodiah
Bewertung: sehr hilfreichich kenn bisher nur den film.das buch noch nicht.
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23.04.2002, 15:20 Uhr von Fahrenheit451
Bewertung: sehr hilfreichHallo :) Kompliment-klasse Bericht! Jo, den Film mit dem "Kartoffelzerdrücker" Harmsdorf habe ich auch gesehen-den fand ich allerdings auch nicht so berauschend und habe mich daher auch niemals darum bemüht, ein Blick in das Buch zu wer
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18.04.2002, 15:56 Uhr von aldobar
Bewertung: sehr hilfreichMuß ewig her sein, daß ich den Roman gelesen habe. Aber brutal??? Ehrlich, daran kann ich mich nicht erinnern; aldobar
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