Mehr zum Thema Amerikanische Literatur Testbericht

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Erfahrungsbericht von Suedi

Brown, Dee: "Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses" / Der letzte Kampf der Indiane

Pro:

informativ, authentisch, fesselnd, verändert das Denken über den Wilden Westen

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Nein

Titel der amerikanischen Originalausgabe: Bury My Heart At Wounded Knee (Copyright 1970)

Der Autor:
Dee Brown wurde am 28.Februar 1908 in Louisiana, USA geboren und gilt als einer der bedeutendsten Kenner des Amerikanischen Westens.

Layout /Umschlaggestaltung:
Auf der Vorderseite ist das Porträt von -Young-Man-Afraid-of-His-Horses - einem Sioux-Indianerhäuptling auf einem rötlich braunem Hintergrund abgebildet, in großen gelben Lettern ist der Name des Titels aufgedruckt, auf der Rückseite ein weißer Hintergrund mit einer Inhaltsangabe des Buches.

Das Buch:
Taschenbuchausgabe, 450 Seiten, mit 50 Abbildungen, Bibliographie, ISBN: 3426613034

Preis:
8,90 € als Taschenbuch, 15,90 € als gebundenes Buch, was zur Zeit nur als englische Version erhältlich ist, wenn meine Recherchen stimmen.



Als Columbus 1492 amerikanischen Boden betrat, existierten auf dem amerikanischen Kontinent ca. 7-8 Millionen Ureinwohner,
unterteilt in ca. 2000 verschiedenen Stämmen mit fast ebenso vielen verschiedenen Sprachen. Nach dem die europäischen Einwanderer bzw. Amerikaner ? ihr Werk vollendet hatten, gab es gegen 1890 schätzungsweise nur noch ca.400.000, und die meisten Stämme und deren Kultur sind inzwischen ausgerottet. Heute leben die meisten Indianer in Reservaten, in denen 45% unterhalb der Armutsgrenze leben. Die Lebenserwartung liegt unter 50 Jahre und die Indianer haben die höchste Kindersterblichkeitsrate in den Vereingten Staaten.
Alkoholismus ist nur eines von unzähligen Problemen der Indianer.

Zum Inhalt:
In dem Buch geht es um die Ausrottung, Unterwerfung und den Untergang der Nordamerikanischen Indianer und deren Kultur.
Es erzählt die Geschichte von vielen bekannten, aber auch weniger bekannten Indianerstämmen über deren verzweifelten Kampf, Ihre Kultur, Ihr Erbe, Ihre Heimat, Ihr Heiliges Land und vor allem Ihre Freiheit zu bewahren. Geschrieben ist es aus der Sicht der Indianer, und der Autor läßt hier überwiegend die Ureinwohner zu Wort kommen. Hier scheint man als Leser zum erstenmal zu erfahren, wie es wirklich war. Der Autor behandelt die Schicksale von diversen Stämmen in einzelnen Kapiteln , die sich chronologisch zum Teil
schneiden. Der Einstieg in jedes Kapitel beginnt mit einer Ansammlung geschichtlicher Ereignisse, die sich in dem Zeitraum bewegen, auf dem das Kapitel basiert. Im Anschluß daran stehen originale überlieferte Zitate von großen Indianerhäuptlingen, die mit den Stämmen, um die es in dem jeweiligen Kapitel geht, in Verbindung steht.
Geronimo (Goyathlay) und Cochise von den Apachen, Sitting Bull, (Tatanka Yotanka) , Red Cloud (Mahpia Luhta) oder Crazy Horse
von den Lakota oder auch Sioux (sprich: Siú), Chief Joseph von den Nez Percés, Roman Nose oder Dull Knife von den Cheyennes,
Detailliert beschreibt dieses Buch den Kampf dieser großen unvergessenen Krieger gegen die Übermacht der weißen Einwanderer.
Der Leser wird Zeuge unvergessener Massaker wie 1864 am Sand Creek, als ein Dorf der Cheyennes trotz gehißter amerikanischer und weißer Flagge niedergemetzelt und die Indianer zerstümmelt wurden, wahllos auch Frauen und Kinder. Die große Schlacht der Vereinten Indianerstämme 1876 am Little Big Horn gegen General Lance Armstrong (Longhair) Custer’s 7. Kavallarieregiment oder dem letzen Massaker 1890 am Wounded Knee gegen Big Foot, an dem die Freiheit der Indianer Ihr symbolisches Ende fand.
Viele werden gar nicht wissen, daß Skalpieren nicht von den Indianern erfunden wurde, sondern von Weißen, die auf Kinder, Frauen oder Kriegerskalps Kopfgelder aussetzten. In diesem Buch werdet Ihr es erfahren.

Meine Meinung:
Eine umfassende Dokumentation über eines der dunkelsten Kapitel der amerikanischen Geschichte. Historie und Chronologie
fundiert belegt, versprüht diese Buch wirklich Authentizität. Es ist zwar aus der Sicht der Indianer dokumentiert, was der
Glaubhaftigkeit aber absolut nicht im Wege steht. Wann kamen die Indianer zu ihrer Zeit schon mal so zu Wort oder besser gesagt
wann wurde Ihnen jemals Aufmerksamkeit zuteil? Ohne Frage setzt der Autor den Indianern ein neues gerechteres heroisches
Denkmal auf, abseits von allen Klischees alter Wildwestfilme. Ich kann dieses Buch absolut jedem empfehlen. Den Lesern, die
schon ein wenig mit dem Thema Indianer vertraut sind, werden hier sicherlich noch einiges in Erfahrung bringen können, aber auch diejenigen unter Euch, die sich schon immer mal ein Bild darüber machen wollten, wie es im Wilden Westen wirklich zuging, sind mit diesem Werk bestens bedient.


Copyright 2002 By Suedi

16 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Asiamaniac

    12.03.2002, 21:03 Uhr von Asiamaniac
    Bewertung: sehr hilfreich

    Da ich gern Western sehe und mich für amerikanische Geschichte interessiere, sollte ich mir das wirklich mal merken.