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Erfahrungsbericht von sternja

Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen von Christian Rätsch

Pro:

DAS Standardwerk ! Ein Superschmöker!

Kontra:

Nix kontra. Das Buch ist sein Geld wert!

Empfehlung:

Nein

Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen
Christian Rätsch AT – Verlag

Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendungen

Das 941 Seiten Buch beginnt mit einer Einleitung von Dr. phil. Dr. h. c. mult. Albert Hoffmann, dem Entdecker des LSD.
Kurzer Auszug:
„Ganzheitliches Schauen lässt sich besser an der lebenden Natur als an von Menschen geschaffenen toten Objekten üben.
Schauen wir doch besser in ein lebendes Mandala,
z.B. in den Kelch einer blauen Windenblüte,
die an Vollkommenheit und Schönheit alles von Menschenhand Erzeugte
tausendmal übertrifft;
denn sie ist von Leben erfüllt, vom gleichen universellen Leben,
an dem beide, der Schauende und das Beschaute,
ihren individuellen Anteil haben als Manifestationen des einen gleichen Schöpfergeistes.“

Nach einem Vorwort des Verfassers folgt eine Einleitung in die allgemeine Thematik:
• Was sind psychoaktive Pflanzen?
• Der Gebrauch psychoaktiver Pflanzen
• Psychoaktive Pflanzen und schamanisches Bewusstsein
• Die Angst vor psychoaktiven Pflanzen
• Die Erforschung psychoaktiver Pflanzen
• Psychoaktive Pflanzen als kulturschaffende Faktoren

Ab der 27. Seite folgen die ausführlichen Erläuterungen,
der am meisten bekannten psychoaktiven Pflanzen:

Acacia (Akazien), Aconitum (Eisenhut), Acorus (Kalmus), Agave (Agaven), Alstonia (Ditabaum),
Anadenanthera (Cebil, Villca), Areca (Betelpalme), Argemone (Stachelmohn), Argyreia (Hawaiianische Holzrose),
Ariocarpus (Falscher Peyote), Artemisia (Wermut), Arundo (Riesenschilf), Atropa (Tollkirsche)

Banisteriopsis (Ayahuascaliane), Boswellia (Weihrauchbaum), Brugmansia (Engelstrompetenbaum),
Brunfelsia (Manaka, Brunfelsie)

Calea (Aztekisches Traumgras), Calliandra (Puderquastenstrauch), Camellia (Teestrauch), Cannabis (Indischer Hanf),
Carnegia (Riesenkaktus), Catha (Katstrauch), Cestrum (Hammerstrauch), Cinnamomum (Kampferbaum),
Coffea (Kaffeestrauch), Cola (Kolabaum), Coleus (Buntblatt), Convolvulus (Winden), Corymanthe (Pamprama),
Coryphanta (Warzenkakteen), Crocus sativus (Safrankrokus), Cytisus (Ginster)

Datura (Stechapfel), Desfontainia (Latuy), Diplopterys (Yaheliane), Duboisia (Pituristrauch)

Echinops (Seeigelkakteen), Ephedra (Meerträubelarten), Erythrina (Korallenbaum),
Erythroxylum (Kokastrauch), Escholzia (Goldmohn)

Heimia (Sinicuiche), Humulus (Hopfen), Hyoscyamus (Bilsenkraut)

Ilex (Cassinabaum, Guayusa, Mateteestrauch, Yaupon), Iochroma (Yasbaum, Veilchenstrauch), Ipomea (Prunkwinde)

Juniperus (Wacholder), Justicia (Justizia)

Lactuca (Giftlattich), Latua (Latúe, Baum der Zauberer) , Ledum (Sumpfporst), Leonurus (Löwenschwanz),
Lolium (Taumellolch), Lonchocarpus (Balche´baum), Lophophora (Peyotekaktus)

Mammillaria (Warzenkakteen), Mandragora (Alraune), Mesembryanthemum (Mittagsblumen, Eiskräuter),
Mimosa (Mimosenarten), Mitragyna (Kratom), Mucuna (Juckbohne), Myristica (Muskatnussbaum)

Nicotiana (Tabak), Nuphar (Teichrose, Seerose), Nymphaea (Lotusblume)

Pachycereus (Kamm-Baumkaktus), Papaver (Schlafmohn), Passiflora (Passionsblume), Paullinia (Guaranaliane),
Pausinystalia (Yohimbebaum), Peganum (Steppenraute), Pelecyphora (Asselkaktus, Peyotillo), Petroselinum (Petersilienkraut),
Phalaris (Rohrglanzgras), Phragmites (Schilfrohr), Phytolacca (Kermesbeerspinat), Piper (Pfefferarten),
Psidium (Guajavabaum, Guava), Psychotria (Chacruna, Wilder Kaffee)

Rhynchosia (Krebsaugenbohne)

Salvia (Wahrsagesalbei), Sassafras (Sassafrasbaum), Sceletium (Kougoed), Scopolia (Tollkraut),
Solandra (Goldkelch), Solanum (Nachtschattenarten), Sophora (Meskalbohne), Strychnos (Brechnussbaum)

Tabernaemontana (Hundsgiftgewächse), Tabernanthe (Ibogastrauch), Tagetes (Studentenblumen),
Tanaecium (Koriboranke), Theobroma (Kakaobaum), Trichocereus (San-Pedro-Kaktus),
Turbina (Ololiuquiranke), Turnera (Damiana)

Vaccinium (Rauschbeere), Veratrum (Germerarten), Virola (Paprikabaum, Talgmuskatnussbaum), Vitis (Weinrebe)

Withania (Schlafbeere)

Diese werden jeweils aufgegliedert in:

• Botanische Familie
• Formen und Unterarten
• Synonyme (bekannte Namen)
• Volkstümliche Namen
• Geschichtliches
• Verbreitung
• Anbau
• Aussehen
• Droge
• Zubereitung und Dosierung
• Rituelle Verwendung
• Artefakte
• Medizinische Anwendung
• Inhaltsstoffe
• Wirkung
• Marktformen und Vorschriften
• Literatur


Nach den bekanntesten psychedelischen Pflanzen folgen noch:
• Wenig erforschte psychoaktive Pflanzen
• Angeblich psychoaktive Pflanzen
• Psychoaktive Pilze
• Psychoaktive Produkte

Abschließend gibt es eine allgemeine Bibliographie, in der sämtliche Quellennachweise geliefert werden.


Die Fülle an Informationen und der Realitätsgehalt der Artikel
lässt wirklich keine Fragen offen,
wenn doch sind bei jeder Pflanze unzählige Angaben
zu weiterführender Literatur vorhanden.

Ausdrucksstarke Fotos und Bilder machen das Buch zu einem wunderbaren Schmöker, genauso wie die unzähligen Geschichten und Texte aus verschiedensten Völkern
und Epochen an den Seitenrändern.
Die fundierten Meinungen und Berichte der verschiedensten Erforscher von psychoaktiven Substanzen runden das Werk ab.

Am besten gefällt mir an diesem Buch, dass man wirklich erkennt,
dass der Gebrauch von Psychoaktiva,
um vieles älter und eigentlich alles andere als böse, dämonisch
oder schwarzmagisch ist, wie unsere hoch gelobte Zivilisation,
die der Natur mittlerweile nur noch eine untergeordnete Rolle zuteilt, behauptet,
und somit das natürliche Bedürfnis der Menschheit nach höherem Wissen
und anderen Weltsichten einfach verbietet.
Zudem die Erkenntnis, dass jedes Gift auch ein Heilmittel sein kann,
natürlich kommt es dabei auf die Dosierung an.
Christian Rätsch widerlegt hier einige Vorurteile, z.B. ist nicht ein einziger Todesfall durch Fliegenpilze belegt, trotzdem gilt er als tödlich giftig.

Ich habe auch einen kurzen Abschnitt gefunden, der meines Erachtens bestimmte Leute einmal wirklich zum Nachdenken anregen sollte.
Diesen möchte ich auch gerne hier zitieren:


BRUGMANSIA arborea (Engelstrompetenbaum)

Marktformen und Vorschriften:
Die Samen und Pflanzen aller Brugmansia-Arten sind frei verkäuflich.
Sie sind überall im Blumenhandel erhältlich.
Für die Urtinktur besteht Verschreibungspflicht.
Eigenartigerweise fallen die stärksten und gefährlichsten pflanzlichen Halluzinogene
nicht unter das Betäubungsmittelgesetz,
während vergleichsweise völlig harmlose Pflanzen wie Cannabis und Erythroxylum
als nicht verkehrsfähig gelten.
Dieser Tatbestand kann eigentlich nur bedeuten,
dass dem Betäubungsmittelgesetz keine wissenschaftliche Erkenntnis zugrunde liegt.
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Jedem an Pharmakologie und Bewusstseinserweiterung
interessierten Menschen kann ich diese
„Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen“ nur wärmstens empfehlen.

Und zudem ziehe ich den Hut vor einem Menschen,
der ein derart bahnbrechendes Werk
aufgrund eigener Erfahrungen und des Zusammentragen
unzähliger Berichte und Fakten zustande bringt.
Vielen Dank Christian Rätsch !

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