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Erfahrungsbericht von Corni

Ich übertreibe mal wieder... oder "Der Garten für intelligente Faule"

Pro:

für alle, die naturnahe Gärten mögen

Kontra:

nicht für akribisch Ordnungsliebende

Empfehlung:

Nein

Aufgabe: Bringe die Worte „Garten“, „Faulheit“ und „Intelligenz“ in einem Satz unter.

Ich habe einen unglaublich schönen Garten, ich bin unglaublich faul und ich bin unglaublich ....na, das lassen wir besser, sonst krieg ich zu viele Kommentare.

Zum ersten Punkt: der Garten ist wirklich schön, aber kompliziert. Er liegt an einem Hang, die beiden prächtigen Rotbuchen werfen auf den größten Teil ihren Schatten. Brennesseln laden Pfauenaugen zum Hochzeitstanz ein, ein großer wüster Holzstapel beherbergt allerlei Getier, allen voran einige Igel. Fette Erdkröten mit funkelnden goldgelben Äuglein möchten geküsst werden. Die heimische Vogelwelt ist mit vielen Arten präsent und an der großen Weide haben ein Grünspecht und ein Buntspecht ihr „Renommierloch“ – jedes Jahr wird es weiter ausgeschlagen und dem jeweiligen begeisterten Weibchen vorgeführt – gebrütet hat noch kein Specht darinnen, aber die Stare nutzen es nach.

Die Wiese ist zum Betreten und Spielen da, Kater und Dackel jagen sich inzwischen dort, der Pflaumen- und Apfelbaum können beklettert werden. Blumen zertreten kann man kaum, weil in dem Schatten wenig wachsen. Der Sandkasten ist in einen kleinen Moddertümpel verwandelt, weil die Kinder aus dem Alter heraus sind, ein kleiner Teich lädt den Kater zum Fischen ein, wenn keiner von und da ist....

Die Wühlmäuse und die Nacktschnecken kommen Jahr um Jahr, um mich schwer zu ärgern. Die Wühlmäuse werden mit stinkerigem weißen Kohlenanzünder vertrieben, die Schnecken eingesammelt und ...beim Nachbarn ausgesetzt.... ;-)

Kurzum: die reinste Idylle. Die fassungslosen Nachbarn betrachten – wenn sie sich unbeobachtet glauben – schaudernd unser Chaos ein Weilchen und wenden sich dann ihrem eigenen sterilen Garten zu, indem das letzte Hälmchen Unkraut schon vor Jahren ausgezogen ist und die Steinplatten nicht nur aussehen, wie frisch gewischt – sie sind es auch. Die Freunde tolerieren unseren naturnahen Garten ohne Naserümpfen (sonst flögen sie auch `raus!).

Ich liebe also unser Stückchen Natur fast so, wie es ist, aber eben nur fast. Hier und da könnte schon eine ordnende Hand eingreifen und den Garten auf wundersame Weise noch naturnaher und gleichzeitig etwas übersichtlicher gestalten (ich rede hier nicht von Ordnung). Obendrein kommt ja nun auch noch meine unglaubliche Faulheit dazu, auch nur einen Finger zu rühren – nein, das stimmt natürlich gar nicht, aber Familie und Job lassen kaum Zeit für eine Handschlag im Garten.

Lange Zeit hatte ich keine Idee, geschweige denn eine Lösung. Dann las ich irgendwo im Internet von einem Buch, das mir Hilfe versprach. Ich suchte es, fand es und war natürlich so intelligent (!!!), mir dieses zu kaufen.

Das Buch heißt „Der Garten für intelligente Faule“, geschrieben von Karl Ploberger. Es erschien bereits in der dritten Auflage im Österreichischen Agrarverlag und kostet die knapp 40 DM.
Zunächst erscheint es ganz unspektakulär, wie ein normales Gartenbuch eben. Erst bei näherem Hinsehen erweist es sich als vorzüglicher Ratgeber, der mit vielen intelligenten Tipps die Faulheit (oder besser den Zeitmangel) unterstützen hilft.

Das Buch ist sehr sinnvoll aufgeteilt in 9 Kapitel, am Ende jeden Kapitels findet man noch einmal Extratipps für besonders Faule und besonders Intelligente.

Die Kapitel:

Die Grundlagen

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Hier gibt es die ersten beruhigenden Informationen: für jeden Standort gibt es die passende Pflanze – also Boden- und Gartenverhältnisse hinnehmen, wie sie sind, aber diese erst mal erkennen.
10 goldene Regeln für die Gartengestaltung mit Grips und Tipps für das „Gärtnerstartpaket“ helfen auf dem Weg zur Faulheit.

So kann man „faul“ werden

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Die Themen Kompost und Mulchen beherrschen dieses Kapitel und sagen, wie man auch ohne Umgraben zum Ziel kommt,

Der intelligente Ziergarten

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Unkraut heißt ab jetzt „Beikraut“, Wildkräuter sind im Rasen erlaubt und viele wunderschöne Stauden lassen einen pflegearmen Ziergarten entstehen.
Hervorragende Tipps rund um das Wasser, inklusive Teich und kleiner Bachlauf, machen schon Lust auf Beobachtungen der zukünftigen Bewohner des neuen Biotops.

Ideen für einen intelligenten Gemüsegarten

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Biogemüse und Obst (sehr gute Vorschläge) aus dem eigenen Garten sollte einem schon ein Minimum an Arbeit wert sein. Viele wertvolle Tipps zu Nützlingen und zur Kräutergartenapotheke, die beide bei der Schädlingsbekämpfung helfen, werden gegeben.

Ideen für den intelligenten „Kinder“garten

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Der Garten ist zum Spielen da: Sand, Wasser, Kletterbäume und Baumhäuser, dazu viele Ratschläge, damit des Ganze nicht „schlampig“ aussieht.

Ideen für einen intelligenten Balkongarten

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Balkonpflegekalender, Gieß- und Pflanztipps sind hier bestens abgestimmt auf den faulen Gärtner.

Grüne Dächer, grüne Wände

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Die Thematik umfasst die Beschreibung vieler Kletterpflanzen bis hin zur Begrünung von Dächern – immer mit dem Ziel, stets pflegeleicht zu bleiben.

Helfer in Notsituationen

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Tja, die Empfehlung indische Laufenten gegen die Schnecken auszuleihen begeistert mich schon, stelle ich mir aber kaum realisierbar vor. Ansonsten gibt’s hier jede Menge Tricks gegen Wühlmäuse, Schnecken, Schädlinge jeder Art und Tipps bei Pflanzenkrankheiten.

Intelligent durchs Gartenjahr

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Ein kleiner Kalender mit den wichtigsten Informationen zu jedem Monat (z.B. Bequem durch den März) beendet das letzte Kapitel
Infos mit nützlichen Webadressen zur Thematik runden dieses gelungene Buch ab.

Es liest sich höchst angenehm und kurzweilig, ist sehr gut bebildert und passt vom Format her auch noch gut unters Kopfkissen – in der Hoffnung, dass der Garten dann ganz alleine gedeiht...(mein Gott, bin ich faul!)

(c) Corni

16 Bewertungen, 1 Kommentar

  • retilein

    21.04.2002, 20:38 Uhr von retilein
    Bewertung: sehr hilfreich

    für was waren doch gleich die indischen laufenten ?