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Erfahrungsbericht von little_maryann

Das Leben kann so hart sein

Pro:

selbstgeschriebene Kurzgeschichte

Kontra:

von meinem Mann geschrieben

Empfehlung:

Nein

Kühler Sekt prickelte in kostbar geschliffenen Kristallgläsern. Aus dem Hifi-Turm erklang sanft die neueste Auflage von Kuschelrock (natürlich von Arcade).Einige verharzte Holzscheite im Kamin knackten und knisterten den Takt dazu.
Mein Gott, dass er das noch erleben durfte. In seinen kühnsten Träumen hätte er das nicht zu hoffen gewagt und nun war es soweit. Ein eigenartiges, verlangendes Funkeln war in ihren rehbraunen Augen. Das flackernde Kaminlicht liess ihren Teint noch erotischer erscheinen. Und dann war da noch dieses hauchzarte, wie von morgentaufeuchten Spinnweben gewebte Hemdchen, dass ihren makellosen Körper eher betonte als verhüllte.
Fast schwebend strebte sie dem Bade zu, während zarte Spaghettiträger scheinbar zufällig über ihre weichen Schultern rutschten.
Hart pulsierte das Blut hinter seinen schweissnassen Schläfen, als sie ihm zuraunte:\"Ich mache mich etwas frisch, Liebster. Wenn ich fertig bin, werde ich dir ein Zeichen geben!\"

Ornella, was für ein Weib.
Während ihm, möglicherweise nicht ganz uninteressante Gedanken. durch den Kopf gingen (näheres sei hier aus Gründen des Jugendschutzes nicht erwähnt) musste er wohl etwas eingenickt sein.
Dann kam dieses seltsame, durchdringende Piepsen.....
Er schreckte hoch. Das mußte das Zeichen sein!
Doch, warum war das Zimmer dunkel??!!
Da....wieder dieses markerschütternde Gepiepse.
Jetzt mußte etwas passieren. Er riss die geschwollenen Augen auf, doch so sehr er sich auch bemühte, das Zimmer blieb dunkel. Nur halb links über sich erkannte er die leuchtend roten Zahlen 4 und 15, welche durch einen Doppelpunkt getrennt waren.
Das konnte nur \"4 Uhr 15 Minuten\" bedeuten.
Mit einem Schlag wurde ihm klar, dass ihn, die von perversen Menschenfeinden ersonnene \"Weckelektronik\" brutal zurück in die Realität geholt hatte.

Er fühlte sich wie gerädert. Mit der Hektik eines Zweizehenfaultier´s stürzte er sich in seine Klamotten und schleppte sich über den Flur zum Bad.
Während er sich die Stoppeln von seinem Kinn zu schaben versuchte, was in einem mittelschweren Blutbad endete, fluchte er noch halblaut über das dreiste Weckgerät, welches seinen oberscharfen Traum vorzeitig wie eine Seifenblase zerplatzen ließ.

Aus........vorbei...............

In der Küche schmierte er sich ein paar Kniften, füllte den, dank vorprogrammierbarer Kaffeemaschine bereits fertigen Kaffee in die Thermosflasche und verpackte das Ganze in seiner Tasche.
Nachdem er sich noch einen Joghurtbecher á la Aldi eingepackt hatte, zog er seine Jacke an, fiel noch zweimal über die nach Fast-Food lechzende Hauskatze und stiefelte dann die Treppe hinab zu seinem Rad.
Als er die Garage verliess, kollidierte er zuerst mit der, noch relativ kalten Morgenluft, als zweites sodann mit einem mürrischen, das örtliche Käseblatt austeilenden, Zeitgenossen.
Ein Tag, der so beginnt, sollte von Recht´s wegen schon vor der Kaffeepause anulliert werden.
Doch was nutzen \"weh und ach\" wenn der Job ruft.
Der Rubel muß halt rollen, (blöder Spruch, doch behaupte mal einer das Gegenteil)

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