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Erfahrungsbericht von FloVi

Dune - Die frühen Chroniken

Pro:

Hervorragende Story, spannend erzählt, glaubwürdige Charaktere.

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Dune - Die frühen Chroniken
Trilogie von Brian Herbert und Kevin J. Anderson

Die Vergangenheit der Zukunft

Einleitung
Der Dune-Zyklus von Frank Herbert (1920-1986) gehört zu den einflussreichsten Werken der Science Fiction. Sehr detailliert schildert der Autor seine Vision der Menschheit in fernster Zukunft, wo sich alles um den Wüstenplaneten Arrakis (auch Dune genannt) dreht. Genauer gesagt um das so genannte Spice, dem Gewürz das nur dort gewonnen werden kann und ohne das der interstellare Verkehr zwischen den tausenden und abertausenden Welten des Imperiums zu Jahrhunderte dauernden Odysseen verkommen müsste.

Die politische Ordnung besteht aus einer Monarchie, deren Einfluss jedoch durch weitere Machtfaktoren beschränkt ist. Zu den wichtigsten gehört die Raumfahrer-Gilde; nur dessen Angehörige sind in der Lage, den Raum mit Hilfe des Spice so zu manipulieren, dass die gewaltigen Entfernungen innerhalb kürzester Zeit bewältigt werden können.

Dieses Konstrukt benutzt Herbert, um seine eigentliche Geschichte zu erzählen, nämlich die der Notwendigkeit von einem Miteinander von Mensch und Natur, dargestellt in der Wechselwirkung zwischen Paul Atreides (bzw. seinem Sohn Leto) und dem Planeten Arrakis.

Der erste Teil des Zyklus wurde zwei Mal verfilmt. Beide Umsetzungen konzentrierten sich auf den ersten Teil des Zyklus, allerdings in Unterschiedlicher Ausführlichkeit. 1984 entstand unter der Regie von David Lynch der Film "Dune" (dt. "Der Wüstenplanet"), im Jahre 2000 folgte die für das Fernsehen produzierte Mini-Serie "Dune" (dt. "Frank Herberts Dune - Der Wüstenplanet"). Diese Version war ein außerordentlicher Erfolg für den produzierenden Fernsehsender Sci Fi Channel, weshalb im April diesen Jahres die Arbeiten an der Fortsetzung begannen (Arbeitstitel: "Children of Dune").

Anlässlich des Ausstrahlung der sechsstündigen Mini-Serie in Deutschland brachte der Heyne-Verlag eine Neuauflage des gesamten sechs Bände umfassenden Zyklus heraus, sowie den ersten Teil der Trilogie "Der Wüstenplanet - Die frühen Chroniken" mit dem Titel "Das Haus Atreides" heraus. Mit "Das Haus Harkonnen" folgte Band Zwei und in diesem Monat (Mai 2002) erschien mit "Das Haus Corrino" der Abschluss. Diese Trilogie setzt ca. vierzig Jahre vor den Ereignissen in "Der Wüstenplanet" ein und endet mit der Geburt von Paul Atreides.

Die Trilogie

Band 1: Das Haus Atreides
Das Imperium wird seit mehr als Einhundert Jahren von Elrood IX. regiert, dessen Sohn Shaddam bereits sei langer Zeit den Tod seines Vaters herbeisehnt, um endlich auf dem Löwenthron Platz nehmen zu können. Gemeinsam mit Hasimir Fenring, der im hochgradig intriganten Umfeld des Hofes dem Status eines Freundes noch am nächsten kommt, heckt er Maßnahmen aus, um seine Inthronisierung etwas zu beschleunigen.

Doch diese Ereignisse geraten fast zur Nebensächlichkeit, als Dinge in Gang gesetzt werden, die das Machtgefüge im Imperium für immer verändern könnten. Das Spice muss fließen und diese simple wie bedeutungsschwere Tatsache bestimmt das Leben aller. Doch was, wenn Arrakis nicht mehr die einzige Quelle für das Gewürz ist. Zusammen mit den allgemein verabscheuten Tleilaxu entwickelt der Imperator einen Plan zur Herstellung von künstlichem Spice. Als Produktionsstätte hat man den Planeten Ix auserkoren, der zurzeit von Dominic Vernius regiert wird und von wo so ziemlich alle technischen Innovationen im Imperium stammen.

Auf Caladan beschließt Herzog Paulus Atreides, dass sein siebzehnjähriger Sohn Leto etwas über staatsmännisches Handeln lernen müsse und schickt ihn zu seinem besten Freund, Graf Dominic Vernius auf Ix. Als die Intrige um das Haus Vernius und die Annektierung des Planeten in die entscheidende Phase geht, kann Leto zusammen mit den Kindern des Grafen fliehen. Jetzt muss sich das Haus Atreides darauf vorbereiten, selbst in das Fadenkreuz der Intriganten zu geraten, und zwar heftiger als je zuvor. Als Herzog Paulus frühzeitig stirbt sieht sich der junge Herzog Leto plötzlich einer gigantischen Herausforderung gegenüber, denn Zeit zur Trauer oder gar Eingewöhnung bleibt ihm nicht. Er muss sich vor dem Landsraat für ein Verbrechen verantworten, dass er nicht begangen hat. Hier kommt ein weiteres großes und auch dem Leser nicht unbekanntes Haus ins Spiel, denn natürlich haben die Harkonnen ihre Finger mit drin.

Band 2: Das Haus Harkonnen
Im Laufe der Jahre entwickelt sich Leto mehr und mehr zu einem allgemein anerkannten und vom Volk verehrten Staatsmann. Die Erben des Hauses Vernius, Rhombur und seine Schwester Kailea, befinden sich noch immer im Exil auf Caladan, während die teuflischen Tleilaxu auf Ix ihre Heimat und die Bevölkerung unter einer grausamen Knute halten.

Zwischen Kailea und Leto hat sich ein starkes Verhältnis entwickelt, und obwohl eine Heirat aus politischen Gründen unmöglich ist, stellt sich mit Victor Atreides bald Nachwuchs ein. Kailea wird mit der Zeit jedoch immer depressiver, sie träumt von einem Leben am imperialen Hof, doch das ist durch die Renegaten-Stellung ihres Hauses absolut ausgeschlossen. Ihre Unzufriedenheit wird immer stärker, das Verhältnis zu Leto verschlechtert sich massiv. Als bei einem Attentat dann ihr Victor getötet und ihr Bruder Rhombur schwer verletzt wird, ist Kailea dem Wahnsinn nahe.

Inzwischen pressen die Harkonnen Arrakis gnadenlos aus. Zwar ist der Spice-Planet nur ein Lehen auf Zeit, doch Vladimir Harkonnen hat bereits Pläne, die ihn dauerhaft zum Herrscher über das Gewürz machen sollen. Die Fremen wiederum geben in ihrem Widerstand nicht nach. Die "Ureinwohner" von Arrakis werden mittlerweile von Pardot Kynes geleitet, der ursprünglich als imperialer Planetologe von Elrood IX. nach Dune geschickt wurde. Er hat ganz andere Visionen von der Zukunft des Wüstenplaneten, deren Verwirklichung Konsequenzen hätte, die zum Zerfall des Imperiums führen müssen.

Band 3: Das Haus Corrino
Alles deutet auf eine Eskalation der Ereignisse hin. Shaddam entwickelt sich immer mehr zum Tyrannen mit Allmachtsphantasien, die durch die Aussicht auf das künstliche Spice genährt werden. Auf Ix hat der Forschungsminister der Tleilaxu und Leiter des Projektes seine eigenen Phantasien und das Haus Harkonnen lässt keine Gelegenheit aus, um den verhassten Atreides eins auszuwischen.

Rhombur wurde nach dem schweren Unfall von Dr. Yueh, einem Suk-Arzt wieder auf "die Beine" gestellt, doch da von seinem Körper nach dem Attentat nicht mehr viel übrig war, ist er mehr ein Cyborg als ein Mensch. Sein Geist dagegen ist hellwach, und der sinnt nach Vergeltung und Befreiung für sein Volk auf Ix.

Nichts ahnend von den Versuchen, die auf dem einst hoch geachteten Industrieplaneten durchgeführt werden, bereiten er und Leto die Rückeroberung vor. Der Atreides-Herzog steht loyal zu seinem Freund und hat die tragischen Ereignisse der jüngsten Vergangenheit gestärkt hinter sich gebracht. Unterstützt wurde er dabei von seiner großen Liebe Jessica, der er anfangs jedoch misstrauisch begegnete, da sie eine Schülerin der Bene Gesserit ist, die ja bekanntlich ebenfalls ihr eigenes Süppchen kochen.

Doch dann geschieht das Unfassbare. Ein Highliner - wie die interstellaren Raumer genannt werden - wird Opfer eines Navigationsfehlers, ein weiterer entkommt nur knapp diesem Schicksal und kann sich gerade eben nach Junction, dem Gilde-Planeten retten. An Board befanden sich Rhombur und Gurney Halleck, die den Angriff auf Ix von innen her vorbereiten sollten. Nun hat sich der Zeitplan um einen vollen Monat verschoben und ohne Kontakt zu Leto steht der Erfolg der Befreiungsaktion auf dem Spiel.

Als der Angriff dann startet, müssen sich Rhombur und Leto darauf verlassen, dass der jeweils andere seinen Teil des Planes eingehalten hat. Als Herzog kann Leto nicht direkt an der Aktion teilnehmen, sondern begibt sich am imperialen Hof auf das Schlachtfeld der Diplomatie. Allerdings ist er ein wenig abgelenkt, da sich auch Jessica hier befindet und gerade dabei ist, sein zweites Kind zu gebären.

Die Autoren

Kevin J. Anderson hat Erfahrung mit Auftragsarbeiten für "fremde Universen". Als fleißiger Schreiber für Serien wir Star Trek und Star Wars kennt er den Geschmack der jungen SF-Generation. In den Danksagungen taucht ab und zu der Name Rebecca Moesta auf. Sie ist selbst Autorin und hat u. a. die Star Wars-Serie "Young Jedi-Knights" mitentwickelt. Da sie außerdem die Ehefrau Andersons ist, dürfte sie einen großen Anteil an der Trilogie haben.

Brian Herbert, Frank Herberts Sohn, hat bislang nicht viel veröffentlicht, in erster Linie Sekundärliteratur zum Hauptwerk seines Vaters. Obwohl sein Name als erster auf den Buchcovern steht, dürfte der kreative Teil hauptsächlich von Anderson stammen, während Herbert die Fakten und Analysen besorgt hat. Ich möchte damit keineswegs seinen Anteil an diesen Büchern schmälern, es geht mir nur um die Arbeitsteilung und wie sie vermutlich stattgefunden hat.

Zusammenfassung und Meinung

Es ist schwer, die drei Bände zusammenzufassen, ohne viel von der Handlung zu verraten. Deshalb bitte ich um Entschuldigung, sollten einige Formulierung hölzern und unbeholfen wirken, schließlich bin ich kein Profi in solchen Dingen.

Leser des Dune-Zyklus werden in dieser Trilogie eine Menge Fragen beantwortet bekommen, auch solche, die sie vielleicht von sich nicht gestellt hätten. Sehr glaubhaft wird hier die Herkunft von Duncan Idaho erklärt, Baron Harkonnens Motive bekommen eine außerordentliche Tiefe. Viele (junge) Fans, die die Geschichte vielleicht nur von den Verfilmungen her kennen, bekommen nun die Möglichkeit sich weitergehend mit dem Thema zu befassen. Und tatsächlich reichen die Kenntnisse aus den Filmfassungen auch aus, um an dieser Trilogie seine Freude zu haben.

In ihrer Komplexität können die Bücher durchaus mit dem Hauptwerk mithalten, zumindest was die Vielfalt der Ereignisse angeht. Alle wichtigen Themen werden angesprochen, so erhalten wir beispielsweise tiefe Einblicke in das Zuchtprogramm der Bene Gesserit, deren Ziel schließlich nichts Geringeres als die Erschaffung eines neuen Messias ist.

in der zweiten Hälfte des dritten Bandes geht es dann richtig heiß her. Alle großen Pläne der drei Häuser befinden sich in den Endphasen und obwohl der generelle Ausgang klar ist, schafft es Andersons eine fast schon unerträgliche Spannung aufzubauen. Doch auch die ersten beiden Bücher lassen durch ihre Rasanz und ihrem (streckenweise an einen Videoclip erinnernden) Timing keine Langeweile aufkommen.

Ob versierte Kenner der Materie an den Büchern ihre Freude haben werden, hängt davon ab, was sie erwarten. Die öko-philosophischen Ebenen Herberts (von denen viele "Experten" der Ansicht sind, die eigentliche Message zu sein) bleiben hier völlig unbeachtet. Es geht nur darum, der Story an sich mehr Tiefe zu verleihen und diese Aufgabe erfüllt das Autorenduo absolut perfekt. Keine tief schürfenden Erkenntnisse, sondern Action und Fun, die aber durchaus Lust auf mehr machen und damit sicher viele neue Leser für Frank Herberts Dune-Bücher interessieren werden. Und die alten Hasen werden zumindest der ersten Band sicher gern wieder in die Hände nehmen. Mir zumindest ging es so...

Fazit

Brian Herbert und Kevin J. Anderson schufen mit modernen Stilmitteln eine würdige Einleitung zu Frank Herberts "Der Wüstenplanet". Ihrer Aufgabe, dieses Werk für eine neue Generation von Lesern interessant zu machen, wurden sie mehr als Gerecht und legten dabei viel Respekt für eines der wichtigsten Werke des Genres an den Tag. Diese erfolgreiche Gratwanderung verdient ein uneingeschränktes Empfehlenswert.

Aufmachung

Alle drei Bände kommen als broschiertes, großformatiges Taschenbuch.
Die Titelbilder sind phantastisch und kommen gut zur Geltung.
Im Innern finden sich Karten von Arrakis, Caladan und Giedus Prime, sowie einen Ahnentafel von Elroods Vater bis Herzog Leto Atreides. In den Nachworten erzählen Brian Herbert und Kevin J. Anderson etwas zur Entstehungsgeschichte der Trilogie.

Steckbrief

Brian Herbert, Kevin J. Anderson
"Der Wüstenplanet - Die frühen Chroniken"
http://www.dunenovels.com

Übersetzung: Bernhard Kempen, Berlin
http://www.epilog.de/Person/K/Kem_Keq/Kempen_Bernhard_1961.htm

Umschlagbilder: Frank M. Lewecke
http://fml.trendworx.com/deutsch.html

Band 1: Das Haus Atreides
834 Seiten
EUR 12,00
ISBN 3-453-18768-7

Band 2: Das Haus Harkonnen
850 Seiten
EUR 14,00
ISBN 3-453-19652-X

Band 3: Das Haus Corrino
754 Seiten
EUR 14,00
ISBN 3-453-21346-7

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-11 22:38:45 mit dem Titel Weltraumnation Deutschland: *Googol* von H.D. Klein

Inhalt
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Die Welt im Jahre 2045 wird von riesigen Wirtschaftsunternehmen regiert. Möglich wurde das durch eine globale Gesetzgebung, die den Unternehmen Souveränität einräumte, so dass Angestellte plötzlich zu Bürgern Ihrer Arbeitgeber wurden. Konsequenterweise versuchen diese Konzerne ihren Einflussbereich auch außerhalb der Erde zu erweitern und hierbei spielt die in Deutschland ansässige Firma Space Cargo eine große Rolle.

John Nurminen ist einer der Raumschiff-Kapitäne des Konzerns mit guten Verbindungen in die Führungsebene. Folgerichtig bekommt er den heikelsten Auftrag, den die Firma jemals vergeben hat. Nurminen soll ein Flugobjekt abfangen, das vor kurzem in unser Sonnensystem eingedrungen ist. Erste Messungen ergaben, dass es sich dabei um eine gigantische Pyramide mit einer Höhe von rund elf Kilometern handelt. Während die Fachwelt in heller Aufregung ist, will der Konzern bereits Maßnahmen einleiten bevor die Nachricht an die Öffentlichkeit drängt.

Der Konzernleitung ist klar, dass sie nicht als einzige von dem Objekt wissen und geben Nurminen ein Schiff mit einem experimentellen Antrieb. Zwar stehen abschließende Tests noch aus, doch der Entwickler, Dr. Joseph Schmidtbauer, ist von der Funtionsfähigkeit überzeugt, während für die Konzernleitung nur der daraus resultiernde Geschwindigkeitsvorteil relevant ist.

Dieser ist auch dringend erforderlich, denn angefangen bei der Konkurrenz bis hin zum Vatikan löst das UFO reges Interesse aus. Nurminen macht ich also mit der bunt gemischten Crew, der neben Schmidtbauer und seiner Frau eine Telepathin namens Halbmond angehört, auf den Weg. Außer Nurminens Stammteam ist seine Ex als Boardärztin mit dabei und da unter Umständen der Erstkontakt zu einer außerirdischen Intelligenz bevorsteht, sind auch ein Biologe und ein Mathematiker der Einladung gefolgt.

Die Schwierigkeiten beginnen bereits kurz nach dem Start. Es kommt zu Spannungen innerhalb der recht exzentrischen Gruppe und auch der Konzern spielt offenbar nicht mit sauberen Karten. Weiterer Ärger erscheint in Form eines amerikanischen Raumschiffs, das unbedingt dieses Rennen zur Pyramide gewinnen will und dabei nicht einmal die einzige Konkurrenz darstellt. Für Nurminen gibt es jedoch kein zurück mehr und obwohl er sich von seiner Firmen-Familie betrogen fühlt, steuert er seine Nostradamus unebirrt zur Pyramide.

Meinung
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Eintausendachtundfünfzig Seiten. Wow, nicht schlecht für ein Erstlingswerk. Fragt sich immer nur, ob man sich durch die Kapitel quälen muss, oder eine Überraschung der positiven Art erlebt. Immerhin haben wir es hier mit einer ziemlich seltenen Erscheinung zu tun, einer Space Opera aus deutschen Landen, die nicht im geringsten etwas mit Perry Rhodan oder so zu tun hat. Die Szene war derart überrascht, dass man in gewissen Kreisen sogar munkelte, dies sei das Werk eines bekannten deutschen SF-Autors, der unter Pseudonym schreibt. Doch mein Wort darauf, H. D. Klein ist echt.

Kommen wir zum Buch, oder sollte man sagen zu den Büchern? Der Autor selbst hat bereits eine entsprechende Einteilung vorgenommen, vielleicht weil er nicht glauben konnte, dass ein deutscher Verlag den Schinken komplett druckt. Die Einteilung macht jedoch Sinn: im ersten Buch beschreibt Klein die Welt von übermorgen, und so erfahren wir (nicht unbedingt in aller Ausführlichkeit aber soch ausreichend) wie es zu den souveränen Großkonzernen kam. Wir beobachten den Kapitän bei den Startvorberitungen und seinen Nachforschungen bezüglich der bevorstehenden Aufgabe, was noch für einige Überraschungen sorgt.

Das zweite Buch verfolgt die Reisegruppe auf ihrem Weg zu dem außerirdischen Artefakt und gehört zum interessantesten Teil des gesamten Buches. Nurminen muss hier von allen Seiten einstecken. Der Konzern, den er bisher als seine Familie betrachtet hat, belügt ihn nach Strich und Faden. Schmidtbauer, Entwickler des neuen Antriebs und technischer Leiter an Board, entpuppt sich klassischer Vertreter der Gattung "Mad Scientist" und auch von den restlichen Anwensenden hat jeder seine ganz persönliche Macke. Etwas komisch kommt einem lediglich die relative Geradlinigkeit vor, ein Problem taucht auf, es wird gelöst, nächstes Problem. Doch Kleins Einfallsreichtum in der Anwendung der Murphischen Gesetze macht das wieder wett.

Im letzten Teil schließlich geht es um das Artefakt selbst, von dem ich hier natürlich nichts schreiben will, schließlich möchte ich niemandem Verraten, dass der Gärtner der Mörder ist *g*.

Insgesamt ist das Buch ziemlich flott geschrieben und liest sich entsprechend. Größter Kritikpunkt ist die Darstellung des amerikanischen Captains, der stark karikiert dargestellt wird, was so gar nicht zum Rest des Buches passen will. Darauf angesprochen meinte der Autor, dass er einen Kontrapunkt zur klischeehaften Darstellung der Deutschen in amerikanischen Produktionen setzen wollte, mit anderen Worten, er wollte sich dafür rächen :-). Da dieser Part nur einen vergleichsweise kleinen Teil einnimmt, sei ihm das verziehen, zumal große Teile des Buches wirklich gelungen sind. Der qualitative Unterschied erklärt sich wohl dadurch, dass dieses Buch über einen Zeitraum von zehn Jahren verfasst wurde.

Die Auflösung des Buches ist interessant, auch wenn sie niemanden vom Hocker reißt. Echte Enttäuschung will aber nicht aufkommen, denn im Gegensatz zu manch anderen Schwarten musste man sich nicht bis zum Ende durchkämpfen, was ein Belohnung für's Durchhalten überflüssig macht.

Bleibt abschließend nur noch zu sagen, dass ich dem Buch nicht nur auf Grund seines Exotenstatus (irgendwie Paradox, das Buch eines einheimischen Autors als exotisch zu bezeichnen) ein Empfehlenswert gebe. Doch Vorsicht, wer hier wissenschaftliche Hard-SF á la Banks oder Benford erwartet, wird sicher enttäuscht. Liebhaber klassischer SF-Abenteuergeschichten kommen dagegen voll auf ihre Kosten.

Fakten
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H. D. Klein: Googol - Der Flug der Nostradamus
Deutsche Originalausgabe
Heyne-Taschenbuch, 1058 Seiten, EUR 12,95
ISBN: 3-453-17092-X

Internet
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http://www.hdklein.de (Autor)

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-12 00:39:51 mit dem Titel Edel sei der Mensch, hilfreich und gut! *Hauen und Stechen* Komische Fantasy von John Moore

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!

Prinz Charming ist ein solcher Mensch. Ein Ausbund an Hilfsbereitschaft, edel nicht nur von Herkunft, nein, auch von der Gesinnung. So reist der Königssohn durch die Lande, befreit es von wütenden Drachen und anderem Getier. Rettet unschuldige Prinzessinnen vor blutrünstigen Bestien und/oder bösartigen Zauberern. Natürlich erwartet er keinen Lohn, doch ist er überglücklich die Dankbarkeit und Liebe des Volkes entgegenzunehmen.

Okay, das ist die Story aus Sicht der PR-Abteilung des Königreichs. Tatsächlich beschäftigen den Prinzen ganz andere Dinge, denn jedes Mal wenn er bei Rettungsaktionen die halb- bis ganz nackten Mädels sieht, denkt er tagelang nur noch an eine Sach...nein zwei Sachen: Titten. Dass aber ein freundschaftlicher Kuss auf die Wange das Maximale ist, was die keuschen Schönheiten ihm anbieten, stürzt die männliche Jungfrau in eine arge Krise. Doch er ist ein treuer und wohl erzogener Sprössling, also begibt er sich erneut auf eine "Slay and Rescue"-Aktion. Die Reise führt in ein kleines, verarmtes Nachbarreich, wo eine böse Königin ihre Stieftochter wie eine Dienstmagd hält, nur weil ein dusseliger Spiegel meint, die Kleine wäre hübscher als sie. Nur langsam begreift Charming, wo die eigentliche Gefahr für ihn lauert, dass Frauen - besonders machthungrige - Männer nur als Mittel zum Zweck benutzen und sie daher nur als notwendiges Übel betrachten. Ein richtiges Märchen also. Daher auch genug von der Story, die ist eh' nur Nebensache und ab zur

Meinung
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Es ist klasse! Selten habe ich mich in letzter Zeit bei einem Buch derart amüsiert wie bei "Hauen und Stechen" ("Slay and Rescue" im Original). Natürlich wird auf dem Rückentext der wohl unvermeidliche Vergleich zu Terry Pratchett gezogen, doch das wird beiden nicht gerecht. Pratchett versucht eigentlich nicht witzig zu sein. Er beschreibt meist nur, wie heutige Technikstandards mit altertümlichen und magischen Mitteln umgesetzt werden. Die Absurdität der von ihm erzeugten Situationen bergen ihren eigenen Humor und lassen ihn auf den Leser einwirken, der dann den Witz für sich ganz allein entdecken muss. John Moore dagegen versucht wirklich witzig zu sein und im Gegensatz zu Kollegen wie Tom Holt schafft er es auch. Warum? Weil er nichts erzwingt! Nicht jeder Satz muss zwei Pointen enthalten, manches ergibt sich auch aus der Situation, anderes weil er eine Sprache verwendet wie wir sie von heute kennen (siehe Leseprobe). Manch zunächst plumper Joke erweist sich eine Seite weiter nur als Vorbereitung auf einen echten Lacher.

Dass er für die diversen Rettungsszenarien Prinz Charmings bekannte Volksmärchen benutzt erinnert etwas an den "Geralt-Zyklus" des brillanten Polen Andrzej Sapkowski. Doch während dieser seinen Protagonisten meist sehr ernst antreten lässt, wartet Charming bei seinen Aktionen schon mal drei Stunden im Wald, um mit einer "Rettung in letzter Sekunde" den besseren Effekt zu erzielen. Na gut, "Hauen und Stechen" ist kein literarisches Meisterwerk. Es ist auch kein besonders dickes Buch (was den Vorteil hat, dass es nur 7,95 kostet). Es ist einfach nur ein Kleinod witziger Fantasy das wirklich Spaß macht und wert ist, gelesen zu werden.

Das Umschlagbild stammt übrigens von Josh Kirby. Bekannt wurde der britische Zeichner mit den Titelillustrationen für Pratchetts Scheibenwelt-Romanen. Kirby verstarb im Oktober 2001, knapp einen Monat vor seinem 73. Geburtstag.

Leseprobe
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(Prinz Charming hat seinen Vater um ein persönliches Gespräch gebeten):
Charming lief auf und ab und trommelte mit zwei Fingern gegen den Griff seines neuen Schwertes. "Es geht um den Heldentrip, Paps. Lass mich in Zukunft außen vor. Ich komme nicht mehr damit klar."
Der König verschluckte sich an seinem Wein. "Warum denn? Charming, du hast wundervolle Arbeit geleistet. Superb! Das Volk liebt dich. DEIN Volk. Und jedes Mal, wenn du das Land wieder von irgendeinem üblen Einfluss befreit hast, steigt deine Popularitätskurve steil an."
Der König zog eine Papierrolle unter seiner Robe hervor. "Sieh dir nur mal die Ergebnisse der letzten Meinungsumfrage an."
"Meinungsumfragen sind mir schnurzegal! Ich habe die Schnauze voll! Immer nur Töten und Retten, Retten und Töten! Ich hab's satt. Jeder Westentaschenzauberer, jeder abtrünnige Ritter, jeder Drache, Troll oder Riese, der hier in der Gegend seinen Laden aufmacht, schnappt sich zum Einstand und als Arbeitsgrundlage irgendeine dunpfschädelige, aber jungfräuliche Eselin. Und dann sagt jeder sofort: 'Wir müssen Prinz Charming zu Hilfe rufen. Er wird sie schon retten.' Und das tue ich auch. Aber erhalte ich irgendeinen Dank dafür? Neeeeiiiin!"

Fakten
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John Moore: Hauen & Stechen
Übersetzung: Michael Siefener
Copyright der Erstausgabe: 1993
Slay And Rescue

Heyne Taschenbuch, 258 Seiten
ISBN: 3-453-21389-0
Preis: EUR 7,95

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-12 09:47:12 mit dem Titel Fisherman's Friend: *Sternenkadett Nick Seafort* SF von David Feintuch

Inhalt
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Interplanetares Reisen ist trotz Überlichtgeschwindigkeit ein langwieriges Unterfangen und während der oft Monate andauernden Fahrten ist eine Kommunikation aus technischen Gründen die meiste Zeit über nicht möglich. Dennoch haben die Menschen auch außerhalb des eigenen Sonnensystems bereits Planeten kolonisiert, der Handel mit diesen Außenposten wird zum größten wirtschaftlichen Faktor des uns bekannten Universums.

Die Parallelen zu seefahrerischen Bedingungen in der Frühzeit globalen Handels lassen auch die Traditionen dieser Zeiten wieder aufleben. Der Kapitän repräsentiert während der Fahrt die absolute Macht und führt sein Schiff mit harter Hand, die auch die Passagiere zu spüren bekommen können. Die einzige Instanz, die auch der Kapitän zu fürchten hat ist Gott, denn der Stellenwert der christlichen Religion hat deutlich zugenommen, selbst ein in Schreckmomenten ausgesprochenes "Oh Gott" wird schon als Blasphemie betrachtet.

Die Mannschaft hat sich eiserner Disziplin zu unterwerfen, das geht so weit, dass zu den erzieherischen Maßnahmen für Offiziersanwärter auch Schikanen gehören. So kann es schon mal passieren, dass Kadetten für einen kleinen Fluch "über das Fass gerollt" werden.

Nicholas Seafort ist einer dieser Kadetten und wie die meisten anderen akzeptiert auch er diese Ausbildungs-Methoden als Notwendigkeit, denn die Gefahren des Weltalls können nur von disziplinierten Offizieren gemeistert werden.

Durch eine Verkettung tragischer Ereignisse wird Seafort zum ranghöchsten Offizier des Schiffes und damit zum Kapitän, und das ausgerechnet, als die Menschen zum ersten Mal auf offensichtlich intelligentes, außerirdisches Leben stoßen, das jedoch genau so offensichtlich keine friedlichen Absichten hat.

Meinung
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Der Auftakt der Nick-Seafort-Saga ist einer der besten Erstlings-Romane, die ich je gelesen habe, zumindest im diesem Genre. Der Titel wird dem Buch absolut nicht gerecht, suggeriert er doch irgendwie ein harmloses Stück Fast-Food-Literatur in der Tradition schnell hingeschmierter Franchise-Serien (ich weiß, auch da gibt es herausragende Ausnahmen).

Feintuchs Stärke liegt sicher darin, dass er trotz detaillierter Schilderung dem Leser genügend Spielraum zum Finden einer eigenen Einstellung zu den Charakteren und deren Handlungsweisen und Motiven lässt. Auf der einen Seite propagiert er hier das Konzept einer militärischen Obrigkeit, wie ich es bislang nur von Heinlein kannte. Andererseits zeigt er auf, wie diese stets dazu neigen alles derart zu reglementieren, dass Situationen, die nicht im Handbuch stehen schnell zu unlösbaren Konflikten führen und Vorschriften oft nicht ihrem Sinn entsprechend beachtet werden, sondern man sie einfach nur deshalb befolgt, weil sie da sind.

Doch eben diese Konflikte macht der Autor zu seinem zentralen Thema: Um das Schiff samt Menschen zu retten, trifft Seafort Entscheidungen, die seiner festen Überzeugung nach in krassem Widerspruch zu Gottes Geboten und den Vorschriften der Marine stehen. Der innere Kampf, den der Junge auszutragen hat wird von Feintuch derart intensiv beschrieben, dass manchmal richtig weh tut. Ab und zu übertreibt er es auch, doch das scheint ein grundsätzliches Problem bei solchen Charakteren zu sein, dass sich der Zuschauer/Leser viel eher mit der Situation abfindet und den Protagonisten dann schnell als "wehleidig" betrachtet (siehe "Unbreakable" oder Frodo in "Herr der Ringe").

Dabei sind es hier aber keine "Warum ich" - Zweifel, die den Helden wider Willen quälen. Seine emotionale Zerrissenheit entspringt nicht mangelndem Selbstbewusstsein sondern der Notwendigkeit Maßnahmen zu ergreifen, dessen Rechtfertigung sein gesamtes Weltbild umstoßen.

Die folgenden vier Bände beschreiben das ganze Leben Seaforts. Sie sind von unterschiedlicher Qualität, kommen aber allesamt nicht an dieses erste Buch heran.

Übrigens, die Überschrift dieses Artikels bezieht sich auf den Beinamen "Der Fischer", den Seafort im Verlauf der Serie bekommt.

Fazit
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Kauft das Buch, leiht es Euch aus oder klaut es, aber LEST es!

Fakten
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Sternenkadett Nick Seafort
von David Feintuch
Taschenbuch, 539 Seiten, Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 1995
ISBN: 3404231694
Preis: EUR 6,45

Original:
Midshipman's Hope
Taschenbuch, 391 Seiten, Orbit
ISBN: 1857234340
Preis bei Amazon: EUR 10,48

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-12 11:20:11 mit dem Titel Utopia lässt grüßen: *Weißer Mars* SF von Brian W. Aldiss und Roger Penrose

Inhalt
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Nach langwierigen Diskussionen beschließt man auf der Erde, den Mars nicht zu besiedeln und auszubeuten, sondern ihn ganz der Wissenschaft zu überlassen, ähnlich dem Antarktis-Protokoll von 1991.

Einige Zeit läuft auch alles in geordneten Bahnen, doch dann kommt es auf der Erde zu einem weltweiten Wirtschaftscrash, der interplanetare Verkehr kommt zum Erliegen und sogar die Kommunikation fällt aus. Aus den Wissenschaftlern werden plötzlich 6000 Individuen, die vor der wohl größten persönlichen Katastrophe ihres Lebens stehen.

Der Philosoph Tom Jefferies findet sich am schnellsten mit der Situation ab und versucht die Chance zu nutzen eine neue Gesellschaft aufzubauen, unabhängig von der Erde, quasi befreit von den "Sünden der Väter". Jede Gesellschaft braucht, wenn schon keine Regierung, zumindest ein Management und Regelwerk, woraus sich hier eine Art anarchische Demokratie entwickelt. Doch es dauert nicht wirklich lange, bis die neue Gesellschaft vor alte Probleme gestellt wird.

Inhaltlich war es das tatsächlich im Großen und Ganzen. Es kommt zwar noch eine "Leben auf dem Mars"-Geschichte ins Spiel, die aber zu aufgesetzt wirkt. Davon abgesehen geht es Aldiss aber wohl mehr um die psychosozialen Aspekte seines Szenario.

Der Titel "Weißer Mars" ist eine Anspielung auf die Mars-Reihe vom Kim Stanley Robinson, der in seinen Büchern "Roter Mars", "Grüner Mars" und "Blauer Mars" das Terraformen des Planeten beschreibt. Weiß steht hier als Symbol für das Antarktis-Protokoll.

Meinung
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Es ist klar, dass das Stranden auf dem Mars nur ein Konstrukt ist, um eine große Gruppe von Menschen plausibel zu isolieren. Dennoch kommt weder die Philosophie noch die Science Fiction zu kurz.

Einen großen Teil des Buches nehmen die Versammlungen ein, auf denen selbst der größte Pragmatiker irgendwann einen Anfall von Entscheidungsfreude bekommt. Aldiss versucht wirklich, den Zeigefinger nicht zu erheben, allerdings hält er ihn das gesamte Buch über schon mal ausgestreckt. Dennoch ist es spannend, an der Entscheidungsfindung der Charaktere teilzuhaben, ein Stil der Aldiss wahrlich liegt und bei dem er immer mal wieder Gefahr läuft zu schwafeln.

Für die Science ist bei diesem Buch ist der Physiker Roger Penrose zuständig, der bislang nur Sachbücher veröffentlicht hat.

Fazit
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Ein interessantes Buch das weit über dem Niveau der SF-Serien-Kost liegt, ohne aber insgesamt herausragend zu sein, weshalb ich ihm auch keine lange Rezension gegönnt habe.

Fakten
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Weißer Mars
Von Brian W. Aldiss und Roger Penrose
Taschenbuch, 477 Seiten, Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 1999
ISBN: 3453161688
Preis: EUR 8,95

Original:
White Mars
Taschenbuch, 323 Seiten, Time Warner Publications
ISBN: 0751529788
Preis bei Amazon: EUR 13,98

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-15 00:06:50 mit dem Titel Das SF-Jahr 2002: Sachbuch, herausgegeben von Wolfgang Jeschke

Seit 1986 erscheint diese Reihe bereits im Heyne-Verlag, die vorliegende 17. Ausgabe wird wohl nicht die letzte sein, und dennoch bildet sie einen Abschluss, den der Ära Wolfgang Jeschke. Der Herausgeber und profunde Genre-Kenner geht in den Ruhestand und übergibt das Ruder an seinen Mitarbeiter Sascha Mamczak, dessen Name wohl Ausgabe 18 zieren wird.

Doch bleiben wir bei der aktuellen Veröffentlichung, die rund achthundertundfünfzig Seiten geballte Information bietet. Den Anfang macht auch dieses Jahr Hermann Urbanek mit einem umfassenden Überblick der deutschen, britischen und amerikanischen SF-Szene. Statistiken über die veröffentlichten Buchtitel fehlen ebensowenig wie die Betrachtungen der Fanzines und Websites zum Thema oder eine Übersicht der wichtigsten Auszeichnungen und ihrer Preisträger.

Natürlich kommen auch die Media-Fans auf ihre Kosten, mehr als einhundertundfünfzig Seiten sind für Filme, TV-Serien und Hörspiele reserviert, und auch die Computerspiele wurden nicht vergessen.

Und dann kommt das, worauf ich mich jedes Jahr am meisten freue: Interviews mit Autoren wie beispielsweise der bemerkenswerten Nancy Kress und Bruce Sterling und die Aufsätze zu den verschiedensten Thematiken mit der sich die SciFi beschäftigt: Denkmodelle zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen oder der Gentechnologie.

Zu den interessantesten Beiträgen in diesem Jahr zählt sicher auch Hartmut Kaspers *kleine Anatomie der deutsche Zukunftsroman-Serienhelden und ihrer Begleiter(innen)*.

Wer das Jahrbuch allerdings mit einer Kurzgeschichtensammlung verwechselt wird bitter enttäuscht. Hier finden sich Marktanalysen, Rezensionen und Betrachtungen zur Zukunft und Vergangenheit der Science Fiction; Lach- und Sachgeschichten sucht man vergebens. Mit einer Auflage von 3000 Exemplaren richtet sich die Reihe an Genre-Insider und solche die es werden wollen. Alle anderen sollten sich nicht von der wirklich atemberaubend schönen Titelillustration von Donato Giancola blenden lassen.

Mit 19,95 Euro gräbt sich das Buch leider tief in die Geldbörse, gehört man jedoch der Zielgruppe an ist es jeden Cent davon wert. Die Autoren sind mit Herzblut bei der Sache und präsentieren dem Leser ihre Sachkenntnis vor allem in den hochinteressanten Aufsätzen.

Fazit
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Unverzichtbar für alle, die sich näher mit dem Genre befassen (wollen), nix für "reine Leser".

Steckbrief
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Das Science Fiction Jahr 2002
Wolfgang Jeschke, Herausgeber
Heyne Taschenbuch, 866 Seiten
ISBN 3453196740
Preis: 19,95 EUR

Inhalt
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  • Deutsche, amerikanische und britische SF-Szene im Überblick
  • Das Jahrtausend der Bilder, die Filmszene 2000/2001
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----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-15 22:09:27 mit dem Titel *Moskito*: Wissenschaftsthriller von Nancy Kress

Drepanocythemia, die Sichelzellenanämie, ist eine Anomalie des Blutfarbstoffes Hämoglobin. Diese Erbkrankheit tritt zwar auch ab und an im Mittelmeerraum und Indien auf, doch eigentlich betrifft sie nur Farbige. Und sie ist eine zweischneidige Sache, denn obwohl es zu Thrombosenbildungen und anderen gut kontrollierbaren Begleiterscheinungen kommen kann, bietet sie einen natürlichen und wirksamen Schutz gegen Malaria, eine Infektionskrankheit die seit dem Zweiten Weltkrieg keinen nennenswerten Auftritt mehr in den USA hatte.

Als dann jedoch viele der so Geschützen an durch Malaria ausgelösten Gehirnblutungen sterben, kommt man schnell zu dem Schluss, dass es sich um einen im Labor gezüchteten Erreger handeln muss. Für die farbige Ärztin Melanie Anderson ist es absolut klar, dass dieser Erreger eine Bio-Waffe gegen ihr Volk darstellt, doch der ermittelnde FBI-Agent Cavanaugh ist zunächst skeptisch. Als seine Unteruchungen jedoch fortschreiten, muss er feststellen, dass seine eigenen Leute ihn immer wieder behindern und die Regierung versucht ihn von der Lösung des Falles fernzuhalten.

Melanies Nachforschungen führen sie unterdessen nach Afrika. Hier wurde der Erreger offenbar an einigen Dörfern einem Praxistest unterzogen. Ein Zufall ist ausgeschlossen, denn auch ein Mittel gegen den hochvirulenten Erreger wurde getestet, ein sicheres Zeichen für die Entwicklung und den Einsatz eines biologischen Kampfstoffes.

Da Anderson und Cavanaugh trotz massivster Behinderung von offizieller Seite nicht aufgeben, begeben sie sich selbst in Lebensgefahr. Als Cavanaugh für sich und Melanie ein Gespräch mit dem FBI-Direktor arrangiert, muss er Vorkehrungen treffen, um nicht einfach aus dem Weg geräumt zu werden. Was die beiden dann jedoch erfahren müssen, hätten sie sich in ihren schlimmsten Albträumen nicht ausmalen können.

Meinung
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Es ist schwer, wissenschaftliche Themen spannend zu verpacken und dem Leser nachvollziehbar zu präsentieren. Nancy Kress versteht ihr Handwerk jedoch meisterhaft, vermeidet jedes Abgleiten in trockene Prosa und zieht den Leser so völlig in den Bann der Geschichte. Während viele Autoren die wissenschaftlichen Komponenten sehr flach halten und selbst erstaunlichste Umstände einfach als gegeben präsentieren, setzen andere schon mal voraus, dass der Leser zumindest die Anfängerkurse in Astrophysik oder Gentechnologie belegt haben. Kress schafft es jedoch wieder einmal die Waage zu halten, Infotainment auf höchstem Niveau. Gleichzeitig vernachlässigt sie weder die Geschichte noch die Charaktere. Mit gewissem Abstand und einer gesunden Portion Ironie beschreibt sie die Bürokratien des FBI und diverser wissenschaftlicher Einrichtungen. Jeder hat so seine Windmühlen, die es zu bekämpfen gilt und gemeinsam mit den Einblicken in das Privatleben lernen wir die Protagonisten als ganz normale Menschen kennen, deren Schicksal uns nicht gleichgültig ist, auch wenn diese Beziehung nicht über das Ende des Buches hinausreicht. Wie schon in einigen vorangegangenen Büchern zeigt Kress die Gefahren der Medizintechnik einer nahen Zukunft, wenn nicht sogar schon Gegenwart. Elegant vermeidet sie den erhobenen Zeigefinger, ohne dabei an Eindringlichkeit einzubüßen. Es macht Spaß und ist ungeheuer spannend ihre Figuren zu begleiten und ganz nebenbei noch etwas zu lernen. Ganz so, wie gute SciFi halt sein sollte.

Steckbrief
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Moskito
*Stinger* von Nacy Kress, 1998
Deutsch von Biggy Winter, 2001
Heyne Taschenbuch, 466 Seiten
ISBN 3453196589
Preis: 8,95 Euro

18 Bewertungen, 5 Kommentare

  • Suchmaschinchen

    13.10.2002, 18:37 Uhr von Suchmaschinchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Auch sehr zu empfehlen: Die "Bettler-Saga" von Nancy Kress. Den Namen sollte man sich halt doch mal merken.

  • cnighthawk88

    03.08.2002, 23:40 Uhr von cnighthawk88
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hallo, guter Text und interresantes Buch.

  • mima007

    19.05.2002, 13:10 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hast du diese prima Rezi schon auf Ciao/dooyoo publiziert? CU, mima

  • blokk

    16.05.2002, 00:35 Uhr von blokk
    Bewertung: sehr hilfreich

    Zuzutrauen ist den Amis alles!

  • aroza

    16.05.2002, 00:17 Uhr von aroza
    Bewertung: sehr hilfreich

    und ist ja auch recht preiswert...