Mehr zum Thema Literatur Allgemein Testbericht

No-product-image
ab 7,88
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von larshermanns

Der Herr der Ringe, Band 1: Die Gefährten (John Ronald Reuel Tolkien)

Pro:

Noch spannender als Band 1 - Die Gefährten!

Kontra:

Macht ohne Vorkenntnisse von Band 1 nur wenig Sinn! Schwierige Ausdrucksweise => für Kinder und Jugendliche nur bedingt empfehlenswert!

Empfehlung:

Nein

Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,
sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,
den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,
einer dem dunklen Herrn auf dunklem Thron,
im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden
im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.

Vorwort:
========

Bereits 1936 begann John Ronald Reuel Tolkien seinen Klassiker Der Herr der Ringe. Zunächst nur zum eigenen Vergnügen geschrieben, sollte dieses Werk Jahre später zu einem Meilenstein der Fantasy Literatur werden. Mit Unterbrechungen schrieb Tolkien von 1936 bis 1949 an seinem Werk. Es enthält - nach eigenen Aussagen - jedoch keinerlei Verbindungen zu den damaligen Kriegswirren. Dies läßt sich auch daran erkennen, daß weder die Handlungen noch der Ausgang der Geschichte in irgendeinem Zusammenhang zur Realität stehen.
J.R.R. Tolkien schuf eine Welt, in der Menschen, Hobbits, Orks und manch andere Wesen neben- und miteinander leben. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Hobbits, denen diese Geschichte gewidmet sein soll.

Das Buch:
=========

Das Buch ist ein Kunstwerk für sich. Im Vorwort wird die Hintergrundgeschichte zur Erstehung von Der Herr der Ringe erläutert. Im Prolog erfährt man wichtige Informationen über Hobbits. Pfeifenkraut, der Ordnung im Auenland und erfährt auch, wie es überhaupt einst zum Ringfund kam. Anmerkungen zu den auenländischen Geschichtsbüchern schließen diese Informationen ab.
Im hinteren Teil des Buches befindet sich eine aufklappbare Karte, die die Orientierung in Mittelerde erleichtern soll. Diese ist sehr liebevoll und detailliert gezeichnet, so daß man sich ein sehr gutes Bild davon machen kann, wie es dort wohl ausgesehen haben mag.

Der Inhalt:
===========

Die Hobbits Bilbo Beutlin und sein Neffe Frodo feiern ihren gemeinsamen Geburtstag. Bilbo wird bereits stolze 111 Jahre alt (und feiert seinen einundelfzigsten) während Frodo 33 Jahre alt wird. Dies ist ein Grund, ein großes Fest zu geben, bei dem die meisten Verwandten und Bekannten der Umgebung geladen sind. Unter ihnen auch Gandalf, ein weiser Zauberer.
Während der Festtagsrede gibt Bilbo bekannt, daß er seine Heimat, das Auenland, endgültig verlassen wird und löst sich dabei wortwörtlich in Luft auf.
Gandalf beobachtet dies und folgt Bilbo in seine Höhle, wo er wieder sichtbar ist und die letzten Vorbereitungen für seine große Reise trifft. So hinterläßt er u.a. ein Testament, in dem er Frodo zum alleinigen Erben ernennt...und den Ring, den er einst von Sméagol erspielt hat. Den einen Ring...den Meisterring!
Den Ring, der unsichtbar macht und für den Tod der bisherigen Ringträger verantwortlich zu machen ist.
So macht sich Bilbo nun auf den Weg ins Ungewisse.

Viele Jahre später kommt Gandalf wieder nach Hobbingen, um Frodo über den Ring aufzuklären. Er sagt ihm, daß es sich um den einen Ring handele, den, der von Sauron selbst geschmiedet worden sei. Der Ring der Ringe.
Und er informiert ihn darüber, welchen Gefahren von diesem Ring ausgingen. Er erzählt ihm von Sméagol, den viele nur als Gollum kennen - eine bedauernswerte, jedoch trotz allem gefährliche Kreatur. Und er erklärt ihm, daß er sich bald auf eine große Reise machen müsse, um den Ring zu vernichten. Und zwar im Schicksalsberg in Mordor, wo er einst geschmiedet wurde.
Während dieser Ausführungen werden sie von Sam Gamdschie belauscht, Frodos besten Freund und Diener. Gandalf ist erzürnt und ermahnt Sam, ja still zu schweigen. Sonst würde er ihn unter Garantie verzaubern. Frodo rät er, sich zukünftig nicht mehr als Beutlin zu erkennen zu geben. Der dunkle Herrscher wüßte über die Beutlins bescheid und seine neun Ringgeister würden vermutlich schon nach ihnen suchen. Er solle sich daher zukünftig als Herr Unterberg ausgeben, um nicht erkannt zu werden.

So kommt es, daß sich wenige Monate später Frodo Beutlin und Sam Gamdschie auf den Weg nach Osten machen. Sie wollen zu den Elben nach Bruchtal, um dort mit dem Herrscher der Elben, Elrond, über das weitere Vorgehen zu beraten. Begleitet werden sie von Frodos Vettern Meriadoc Brandybock (Merry) und Peregrin Tuk (Pippin), die durch Sam von Frodos Vorhaben erfahren haben. Sie wollen ihren Freund und Verwandten nicht allein lassen. Außerdem könne Frodo in Hobbingen offiziell angeben, zu seinen Verwandten nach Bockland zu ziehen. Dadurch würde seine Abreise nicht weiter auffallen.

Auf dem Weg nach Bree, einem Dorf an der großen Oststraße in Richtung Bruchtal, begegnen sie nacheinander zwei schwarzen Reitern, denen sie jeweils nur knapp entkommen können. Sie bemerken, daß diese Geisterwesen sie nur schlecht erkennen, sondern vielmehr nur zu riechen vermögen. Daher beschließen sie, die Straße zu verlassen und querfeldein zu laufen. Quer durch den „Alten Wald“ direkt bis nach Bree. Doch schon im Wald gibt es Probleme, bei denen ihnen der Meister des Waldes, Tom Bombadil, aus der Patsche hilft.
Frodo bemerkt, daß der Ring auf diesen alten Mann offensichtlich keinerlei Wirkung zu haben scheint. Obwohl er ihn auf den Finger steckt, wird er nicht unsichtbar!
Frisch gestärkt machen sie sich Tage später wieder auf den Weg in Richtung Bree. Doch schon nach relativ kurzer Zeit geraten sie bei den Hügelgräberhöhen schon wieder in Bedrängnis. Und wieder ist Tom Bombadil zur Stelle, um ihnen zu helfen.
Er bringt sie nun bis kurz vor Bree. Dort endet sein Machtbereich.

In Bree angekommen, begeben sich die vier Hobbits direkt zur Gaststätte Tänzelndes Pony, wo sich Frodo eigentlich mit Gandalf treffen wollte. Doch sie treffen ihn nicht an.
In der Gaststube rauchen sie ihre Pfeifchen und lauschen den Unterhaltungen der anderen Gäste. Als Frodo gebeten wird, doch ein Liedchen aus dem fernen Auenland anzustimmen, kommt es zu einem tragischen Zwischenfall: er stolpert beim Tanz, wodurch ihm der Ring versehntlich auf den Finger gleitet - und wird unsichtbar!
Die anwesenden Gästen sind sehr erbost über diesen Zwischenfall, so daß sich Frodo entschließt, mit seinen Freunden zurück aufs Zimmer zu gehen. Zumal ihn in der Schenke ein Waldläufer angesprochen hat, der sich mit ihm noch einmal in aller Ruhe unterhalten wolle.
Auf dem Zimmer werden sie von ihm bereits erwartet.
Er nennt sich Streicher und gibt vor, von Gandalf geschickt worden zu sein. Gandalf hätte sie eigentlich in der Schenke treffen wollen, hätte es aber scheinbar nicht geschafft.
Nach langen Reden kommt heraus, daß es sich bei Streicher um Aragorn handelt, Arathorns Sohn. Einen direkten Nachkommen Isildurs, der Sauron einst den Ring von der Hand geschlagen hat. Aragorn schwört, sein Leben für das der Hobbits einzusetzen, wenn er ihnen dadurch helfen könne.
Er rät ihnen daher auch, sich nachts nicht in ihre Betten zu legen. Der vorherige Zwischenfall in der Schenke hätte vermutlich schon gereicht, um jeden über Frodos tatsächliche Identität zu informieren.
Tatsächlich finden die fünf Freunde am nächsten Morgen ihre Betten aufgeschlitzt vor. Ein Grund mehr, sich sofort auf den weg zu machen.
Die Ponys wurden nachts aus dem Stall entfernt, so daß ihnen nichts anderes übrig bleibt, als sich im Dorf nach neuen Tieren umzusehen. Dies gelingt ihnen auch und sie müssen erkennen, daß es wohl ein bestimmter Bewohner des Dorfes war, der sie an die Ringgeister verraten hat.

Aragorn führt sie den langen beschwerlichen Weg zur Wetterspitze, die sich direkt an der Oststraße befindet. Dort werden sie nachts plötzlich von Schattenwesen bedroht und angegriffen. Frodo steckt sich dabei plötzlich den Ring an den Finger und betritt dadurch die Schattenwelt der Ringgeister, die ihn nun sehen können. Es kommt zu einem kurzen Kampf zwischen Frodo und einem Geist, der ihm ein Messer in die linke Schulter stößt.
Durch Aragorns beherztes Eingreifen (mit Fackeln) kann Frodo vor schlimmeren beschützt werden. Jedoch ist die Messerspitze abgebrochen und droht nun, ihn nachträglich doch noch zu töten. Die fünft Freunde müssen so schnell wie möglich nach Bruchtal. Nur dort kann Frodo wirklich geholfen werden.

Auf dem Weg zur Furt nach Bruchtal treffen sie Glorfindel, einen Elben, der sich bereits auf die Suche nach ihnen gemacht hat. Er läßt Frodo auf den Rücken seine Pferdes, daß wesentlich schneller sein soll, als die Pferde der dunklen Reiter.
Kurz vor der Furt werden sie plötzlich von den schwarzen Reitern eingeholt, die sich nun Frodo und den Ring holen wollen. Doch Frodo gelingt die Flucht nach vorn. Es gelingt ihm, das Pferd über die Furt zu treiben. Dort sackt er ohnmächtig zusammen.
Den schwarzen Reitern hingegen gelingt es nicht, die Furt zu überqueren. Sie werden von einer plötzlichen Flutwelle erfaßt und mitgerissen. Und die zurückgebliebenen werden von Aragorn und Glorfindel mit Fackeln in die Fluten gedrängt.

In Bruchtal erwacht Frodo nach einem mehrtägigen Schlaf und erfährt, daß Elrond die Flutwelle geschickt habe, daß Gandalf aber auch ein bißchen mitgewirkt habe.
Er erfährt auch, daß Bilbo in Bruchtal sei. Welch eine Wiedersehensfreude.
Jedoch wird schnell klar, daß Bilbo dem Ring immer noch nicht widerstehen kann.

Dann kommt es zur großen Ratsversammlung, bei der über den weiteren Verlauf des Ringes beraten werden soll. Anwesend sind verschiedene Vertreter der Menschen, der Zwerge und der Elben - und natürlich Gandalf und die Hobbits.

Gandalf berichtet unter anderem, daß sein Großmeister Saruman dem Ring verfallen sei. Er habe ihn auf seinem Turm gefangen gehalten. Deshalb hätte er sich auch nnichtmit Aragorn und den Hobbits treffen können. Mit Hilfe eines Riesenadlers sei ihm dann schließlich die Flucht geglückt.
Nach langem hin und her wird entschieden, daß Frodo den Ring nach Mordor bringen soll, um ihn dort im Schicksalsberg zu vernichten. Sam, der die Versammlung heimlich verfolgt hat, soll ihn begleiten (da er ihn ohnehin nicht im Stich lassen würde). Merry und Pippin bestehen ebenfalls drauf, ihn zu begleiten.
So besteht die Gemeinschaft des Ringes letztendlich aus 9 Streitern: Gandalf dem Zauberer, Boromir aus Gondor und Aragorn als Vertreter der Menschen, Legolas dem Elben, Gimli aus dem Geschlecht der Zwerge und den vier Hobbits Frodo, Sam, Merry und Pippin.
Zur Verabschiedung der Helden erscheint auch wieder Bilbo, der während der Sitzung erfahren mußte, daß diese Reise nicht ihm zugedacht sein würde.
Er läßt es sich jedoch nicht nehmen, Frodo für die bevorstehende Reise auszurüsten. So überreicht er ihm sein Messer Stich, das bei der Anwesenheit von Orks zu leuchten beginnt, und ein Kettenhemd aus Mithrilsilber, welches er unter seiner Hobbitkleidung tragen soll.

So macht sich die Gemeinschaft des Ringes nun auf den langen Weg nach Süden. Über hohe Berge und durch eisige Schneestürme. Immer wieder kommt es zu Diskussionen, welcher Weg denn nun einzuschlagen sei.
Nach einem langen Marsch von mehreren Tagen erreichen sie nun endlich Moria, die berüchtigte Bergfestung der Zwerge. Gimli hofft noch immer darauf, dort seine verschollenen Verwandten anzutreffen. Nach einigen Schwierigkeiten gelingt es ihnen, in den Berg einzudringen. Nach einem tagelangen Marsch im Dunkeln gelangen sie schließlich in Richtung des Ausganges. Während des gesamten Marsches durch die Dunkelheit kommt es Frodo immer wieder vor, als ob sie verfolgt würden.
Kurz vorm Ausgang werden die Kameraden plötzlich von Orks und einem Troll überfallen. Es kommt zu einer heftigen Schlacht, bei der Sam leicht am Kopf verletzt wird. Frodo bekommt von einem riesigen Ork sogar einen Speer gegen die Brust geschleudert, der jedoch - unbemerkt - vom Panzerhemd abgelenkt wird. Am Ende der Schlacht kommt es jedoch zu einem tragischen Ereignis: Gandalf kämpft mit einem plötzlich auftauchenden Balrog. Es gelingt ihm, die Kreatur der Hölle in die Tiefe zu stürzen; jedoch gelingt es dem Balrog hingegen, Gandalf mit sich in die Tiefe zu reißen.

Nun sind die acht verbliebenen Kameraden gezwungen, den Weg nach Lothlórien - dem Reich der Hochelben - allein anzutreten. Als sie es endlich erreichen, sind sie von der Pracht völlig überwältigt. Keinem Nicht-Elben ist es bislang gelungen, den Wald der Elben lebend zu verlassen. Elrond ließ zum Glück ausrichten, daß sich der Trupp bald nähern würde.
In Lothlórien angekommen müssen aber alle Beteiligten feststellen, daß selbst hier schon zum Kampf gegen Sauron gerüstet wird.
Galadriel, die Elbenkönigin und Hüterin eines der Elbenringe, läßt Frodo in ihren geheimnisvollen Spiegel schauen, der ihn ein großes Auge erkennen läßt, welches ihn zu beobachten scheint. Saurons Auge!

Nach einigen Tagen der Ruhe in Lothlórien machen sich die Freunde wieder auf den Weg nach Süden. Mit Hilfe von ultraleichten Elbenbooten und in elbischer Kleidung (die den Träger mit der Natur förmlich verschmelzen läßt) fahren sie den großen Strom flußabwärts - in Richtung Gondor, Boromirs Heimat. Tagelang befahren sie den großen Strom, bis sie schließlich von der Ostseite aus beschossen werden. Orks haben sie entdeckt.
Sie beschließen daher, am Westufer zu übernachten - außer Reichweite der Orkbögen.

Hier wird nun auch Frodo gebeten, sich für den weiteren Weg der Gemeinschaft zu entscheiden. Soll er mit Boromir und Aragorn nach Gondor ziehen, um den Ring - wie von Boromir schon lange gefordert - für den Krieg gegen Sauron und Sauman einzusetzen? Oder soll er doch lieber seiner Bestimmung folgen und den Ring im Schicksalsberg vernichten?
Um dies überdenken zu können, bittet er die Gruppe, ihn für eine Stunde allein zu lassen.

Während er noch in Gedanken versunken ist, taucht plötzlich Boromir auf, der immer noch darauf drängt, den Ring nach Gondor bringen zu dürfen. Mit oder ohne den Hobbit.
Als er sich immer mehr in diesen Wahn steigert und Frodo anzugreifen droht, macht dieser sich mit Hilfe des Ringes unsichtbar und flieht. Für ihn ist die Sache nun klar: er wird sich von der Gruppe trennen, damit der Ring nicht noch mehr Zwietracht unter den Freunden stiften kann. Und er wird den Weg allein gehen, um seine Freunde (insbesondere die Hobbits) nicht in den Tod zu treiben.

Unterdessen machen sich die übrigen Teilnehmer der Ringfahrt auf die Suche nach ihm. Boromir gesteht, daß er mit ihm gesprochen habe und vermutlich etwas grob zu ihm gewesen sei. Daraufhin sei er verschwunden. Gimli und Legolas machen sich auf die Suche in einer Richtung, während Merry, Pippin und Boromir in einer anderen Richtung suchen. Aragorn und Sam gehen anfangs zu zweit auf die Suche. Jedoch fällt Sam plötzlich ein, daß sein Chef wohl mit den Booten fliehen würde, da der Fluß der einzig sichere Weg sei.
So kommt es schließlich auch, daß er Frodo - obwohl er unsichtbar ist - bei einem der Boote entdeckt (das auf dem Wasser treibt).

Beide entschließen sich, die Fahrt nun allein weiter fortzusetzen.

Dies ist das Ende des ersten Bandes, der immerhin 526 Seiten zählt!

Fazit:
======

Dieses Meisterwerk beinhaltet alles, was man als Fantasy Fan lesen mag. J.R.R. Tolkien beschreibt sehr anschaulich, wie es sich wohl im Auenland und im restlichen Mittelerde zutragen mag. Das Kartenmaterial verschafft der Story zusätzlich noch ein bißchen Authentizität, die ihresgleichen sucht.
Verfeinert werden die langen Texte immer wieder durch Lieder und Gedichte, die hauptsächlich von den Hobbits, den Elben und Tom Bombadil vorgetragen werden.
Dies verleiht dem gesamten Buch immer wieder einen gewissen Hauch von Jugendlichkeit, die sich letztendlich auch nicht gänzlich verleugnen lassen kann. Wieso aber auch?

Ich habe die drei Bücher vor etwa 10 Jahren das erste Mal gelesen und habe mich nun entschlossen, zum Erscheinen des Kinofilmes, die Bücher noch einmal zu lesen. Und ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr es J.R.R. Tolkien gelingt, mich mit seinem Werk in seinen Bann zu ziehen.
Allerdings finde ich es hin und wieder etwas gewöhnungsbedürftig, die Redeart der Elben auf Dauer zu lesen. Die Elben sprechen immer wieder in einer Art lyrischer Form, die nicht unbedingt Jedermanns Sache sein dürften. Andererseits gehört diese Art aber doch irgendwie zu dieser Geschichte und haucht den Elben ihre eigene Art des Lebens ein.

Ich würde dieses Buch immer wieder kaufen, wenn ich es nicht schon hätte! Es ist nicht umsonst der Klassiker schlechthin!

Zur Info:
=========

ISBN: 3-608-93541-X

© 2002 by Lars Hermanns
Erstveroeffentlichung bei www.ciao.com

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-14 21:33:37 mit dem Titel Spannung, Sex und Horror...!: "Dunkel" (Wolfgang Hohlbein)

Vorwort:
========

Wolfgang Hohlbein gilt bereits seit Jahren als deutscher "Steven King", der sich vor allem durch Dark-Fantasy-Bücher (z.B. Hexer-Reihe), Horror-Thriller (z.B. Azrael) und klassischen Fantasy (z.B. Enwor-Reihe) einen sehr guten Namen gemacht hat. Neben Science-Fiction (z.B. Charity), die mir persönlich nicht so am Herzen liegt, ist er mir aber vor allem durch einige Indiana-Jones-Bücher aufgefallen.

In seinem Roman Dunkel behandelt er ein Thema, das vor ihm schon etliche andere Autoren aufgefasst haben. Allerdings verleiht er diesem Roman seinen üblichen Charakter und einen gänzlich anderen Gesichtspunkt der Akteure.

Inhalt:
=======

Jan Feller ist ein Fotograf von 35 Jahren, wohnhaft in Neuss bei Düsseldorf.
Als er eines Abends mit seiner Freundin Katrin und deren Bruder ins Kino geht, um sich einen Leslie-Nielsen-Film anzusehen (von dem er im übrigen überhaupt nichts hält), wird ihm plötzlich schlecht, so dass er sich zu den Toiletten des Cinedom begeben muß.

Dort sieht er im Spiegel einen Mann, der vor seinen Augen zusammen bricht. Allerdings kann er im Spiegel noch einen Schatten wahrnehmen, der jedoch nicht mehr zu sehen ist, als er sich zu dem Mann umdreht. Ihm selbst wird aber auch immer schlechter, bis er selbst ebenfalls zusammenbricht. Während er nun am Boden liegt, kann er plötzlich wieder einen Schatten im Augenwinkel wahrnehmen, der offensichtlich über den anderen Mann gebeugt ist.
Dann - plötzlich - greift der Schatten nach ihm selbst und er kann spüren, wie sich die Hand des Schattenwesens in seine Brust gräbt und sein Herz zusammendrückt.....bis er plötzlich einen Herzstillstand erleidet.
Als Jan wieder zu sich kommt, sind bereits Katrin, ihr Bruder, ein Mitarbeiter des Cinedom und ein gewisser Dr. Mertens bei ihm, die ihn wiederzubeleben versuchen.

Jan wird in die Uniklinik Köln gefahren, wo er von Dr. Mertens untersucht wird. Allerdings fühlt sich Jan seit diesem Abend ständig von Schatten verfolgt, was ihn dazu veranlasst, das Klinikum plötzlich zu verlassen - gegen den Rat des behandelnden Arztes, Dr. Mertens.

In der nächsten Zeit ereignen sich immer wieder rätselhafte Zwischenfälle. So läuft Jan eines Tages vor eine Straßenbahn und kann nur sehr knapp von einer jungen Punkerin namens Vera gerettet werden. Aus Dank nimmt Katrin, Jan's Freundin, Vera bei sich in der gemeinsamen Wohnung auf (sehr zum Unwohl ihres Freundes).

Was beide zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen: Vera ist ein Vampir!!!

Dann taucht ein Mann auf, der dich als Mitarbeiter des Cinedom ausgibt, und der Jan um eine schriftliche Bestätigung bittet, daß das Cinedom nichts mit seinem Herzstillstand zu tun hätte. Wenige Minuten später stirbt dieser Mann vor Jans Wohnung bei einem Verkehrsunfall - durch Herzstillstand!!!

Es kommt zu weiteren Todesfällen, darunter Jan’s Bruder, Dr. Mertens, und der Chef von Jan's Bruder. Der ermittelnde Polizeibeamte, Krieger, weiß nicht, was er von Jan und diesem mysteriösen Zwischenfällen halten soll. Er misstraut Jan immer mehr und ist von dessen Arroganz und Ignoranz sehr ungehalten.

Die Spannung Geschichte steigert sich immer weiter, bis heraus kommt, dass offensichtlich ein durchgedrehter Vampir - Nosferatu, alias Vlad Tepes - für die Morde verantwortlich zu machen ist. Die Vampire der Neuzeit würden sich nur noch von Sterbenden ernähren; dazu auch nicht durch Bisse in den Hals, sondern durch Entzug der Lebensenergie.

Die scheint sich auch mit Erzählungen von Jan's verstorbenem Vater zu decken, der während seiner Zeit im Sterbebett immer wieder von Schatten erzählt haben will, die am Fußende gestanden und ihn beobachtet haben sollen. Jan's Vater nannte sie immer die Dunklen, da sie keine klaren Konturen zu haben schienen. Jan hatte diese Erzählungen damals immer als Deliriums-Erscheinungen abgetan. Heute muß er erfahren, dass vermutlich weitaus mehr an den Erzählungen seines Vaters dran ist, als er es sich jemals zuvor hätte eingestehen wollen.

Vlad ist nun den große Gegenspieler Jan's. Bei ihrem ersten Treffen, bei dem sich Vlad Jan offenbart hatte, hat Vlad verkündet, dass er jeden, der Jan nahe stünde, töten werde. Und zwar so, dass Jan es auch wirklich mitbekäme. Jan ist dabei, hinter ein Geheimnis zu blicken, für das auch er bald sterben würde.

So kommt es, dass Katrin eines Tages von Vlad entführt wird. Jan hat nur eine Chance, Katrin zu retten: er muß Vlad in sein Reich folgen! Und das spätestens bis Mitternacht!

Jan findet heraus, dass die Geschichten über den Kampf gegen Vampire nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Bei einem Kampf gegen Vlad findet er nämlich heraus, dass Vampire scheinbar allergisch auf Silber reagieren. Kruzifixe, Weihwasser und Holzpflock entstammen daher nur der Phantasie Bram Stoker's.
Es ist jedoch richtig, dass Vampire Aversionen gegen Spiegel haben. Allerdings nicht, weil man sie nicht im Spiegel erkennen kann, sondern ganz im Gegenteil: ein unsichtbarer Vampir, der sich der Sicht seines Gegners entziehen will, kann im Spiegel erkannt werden! Daher war es Jan auch unter anderem möglich, den Schatten auf der Toilette des Cinedom zu entdecken.
Eine andere Methode, Vampire sichtbar zu machen, ist, sie zu fotografieren oder zu filmen. Vampire sind in der Lage, sich dem Blickfang eines Menschen zu entziehen. Jedoch können sie nichts gegen die moderne Technik unternehmen.

So geschieht es beispielsweise eines Abends, dass Jan seine Freundin Katrin fotografiert, nachdem die beiden wilden Sex miteinander hatten. Auf den Abzügen ist dann aber auch plötzlich Vera zu sehen, die zu dieser Zeit eigentlich im Arbeitszimmer zu schlafen schien. Tatsächlich jedoch hinter der schlafenden Katrin an der Wand stand und den beiden vermutlich die ganze Zeit zugesehen hatte.

Nun aber zurück zu Vlad Tepes!
Jan entscheidet sich, den Kampf gegen diesen Vampir anzutreten. Unterstützt durch Vera, die dem Treiben des bösen Vampirs ebenfalls ein Ende bereiten möchte. Vlad sei es nämlich zu verdanken, dass man eines Tages wieder Jagd auf die Vampire machen würde. Seit langer Zeit würden die Vampire nämlich unerkannt unter den Menschen verweilen. Erst durch die plötzlichen Todesfälle (allein 16 Todesfälle im Cinedom...alle durch Herzstillstand) würde man eventuell auf sie aufmerksam werden. Zumal auch Vera einsehen muß, dass Vampire im 21. Jahrhundert nichts mehr zu suchen haben. Sie sind einfach nicht dem Fortschritt gewachsen, der selbst unsichtbare Vampire sichtbar machen kann.

Vera führt Jan zu einem Friedhof, auf dem sich ein versteckter Zugang zu Vlad's Reich befinden soll. Sie sei als Vampir in der Lage, andere Vampire aufzuspüren. Allerdings weiß Jan vom ersten Tag an, dass Vera im einiges verheimlicht.

So kam es schließlich auch, dass er eines Nachts mit Vera schlief und Sex mit ihr hatte, wie er ihn noch nie zuvor mit seiner geliebten Katrin zu haben pflegte. Vera ist für ihn eine Art Göttin mit einem perfekten Körper geworden. Eine Göttin, die absolut süchtig macht.
Daher befindet sich Jan auch stets in einer Art Zwiespalt; er liebt Katrin und begehrt jedoch Vera. Und er weiß nicht genau, wie er sich entscheiden soll. Zumal ihm Katrin das Leben nicht immer leicht gemacht hat. Immer wieder müssen Jan und Katrin erkennen, dass sie mehr durch ihre Gegensätze denn Gemeinsamkeiten zusammen gehalten werden.
Das plötzliche Auftauchen Vera's macht die ganze Sache auch nicht gerade leichter für Jan. Während sich Katrin für Vera verantwortlich fühlt (immerhin hat sie Jan schließlich das Leben gerettet), fühlt sich Jan anfänglich durch Vera bedrängt. Sie ist es auch, die Jan gleich so vertraut gegenüber tritt, während er anfänglich noch versucht, sie deutlich auf Distanz zu halten. Dies alles ändert sich jedoch, als Vera eines Abends verletzt nach Hause kommt.
Im Bad, wo sie ihre Schrammen versorgt (als ob sie mit irgend jemandem gekämpft hätte), steht sie plötzlich halbnackt vor Jan, so dass dieser ihre nackten Brüste sehen kann. Und diesen Anblick kann er einfach nicht wieder vergessen und wird seitdem von sexuellen Phantasien heimgesucht.
So kommt es dann auch, dass er eines Nachts mit Vera schläft, während Katrin nicht zu Hause ist.

Nun jedoch begibt er sich auf die Jagd nach Vlad, der Katrin entführt hat. Wissend, dass er diese Jagd vielleicht nicht überleben wird. Aber auch wissend, dass er - sollte die Jagd erfolgreich verlaufen - sich für eine von beiden Frauen entscheiden werden muß.

Während er im Untergrund auf die Jagd nach Vlad ist, fallen ihm immer mehr Ungereimtheiten auf. Bei einem kurzen Gefecht in der Kanalisation gelingt es Jan, Vlad mit einem silbernen Messer zu verletzen; Jan erleidet dabei aber selbst schwerste Verbrennungen an der hand, mit der er das Messer geführt hat. Dann bemerkt er, dass er immer besser im Dunkeln sehen kann. Dies führt er allerdings anfänglich auf Fäulnisbakterien zurück, die hier unten schließlich in rauen Mengen vorkommen müssten. So macht er sich also wieder auf die Jagd und folgt dabei einer Blutspur, die Vlad durch die Messerstiche hinterlassen hat.
Jan bemerkt nun aber auch, dass er plötzlich sogar in der Lage ist, das Blut des Vampirs zu riechen!!!

In einer großen Höhle, rund 100m unter der Erdoberfläche, trifft er auf eine Gruppe Zigeuner (oder zumindest Wesen, die wie Zigeuner aussehen), die nach und nach für ihn sichtbar werden. Zunächst nur mit Hilfe einer Digitalkamera, die er sich für die Jagd angeschafft hat. Später auch ohne Kamera.
Eine der anwesenden Frauen bietet ihm ihre Hilfe an und verarztet seine verletzte Hand. Dabei erfährt er, dass er sich die Hand wohl an Silber verletzt haben muß, und er beginnt immer mehr zu glauben, was er schon seit einiger Zeit befürchtet.

Dann taucht plötzlich Vlad wieder auf, und es kommt zum letzten, alles entscheidenden Kampf zwischen den beiden Männern.
Vlad, der weitaus Überlegende aufgrund seiner übermenschlichen Stärke, schlägt Jan immer und immer wieder nieder. Bis Jan plötzlich bewusst wird, dass tief in ihm eine bislang unbekannte Kraft lauert, die nur darauf wartet, endlich freigelassen zu werden.
Er geht zum Gegenangriff über und verletzt Vlad immer mehr. Bis er sogar so etwas wie Panik in den Augen des Vampirs entdecken kann. Eine Panik, die dieser Vampir bislang noch nie erleben musste. Eine wahre Todesangst!

Beide Streiter erkennen, dass Jan nicht mehr länger ein normaler Mensch ist. Jan ist zum Vampir geworden!!!

So kommt es dann auch, dass er Vlad nach einem langen Kampf niederstreckt.
Katrin kann er jedoch nicht mehr helfen. Obwohl Vlad sie nicht getötet hat, wird sie das Grauen dessen, was sie bis eben erleben musste, nie wieder vergessen. Dazu zählt auch der Anblick, den Jan ihr neuerdings bietet: seine Augen wirken tot, so tot wie die Augen der Vampire Vlad und Vera. Katrin ist nur noch total introvertiert und kaut mit voller Wucht auf ihrem Handrücken rum. Sie hat einen solchen Schock erlitten, dass sie vermutlich nie wieder normal werden würde.
Vera nimmt Jan die Entscheidung ab, für welche Frau er sich entscheiden soll. Sie gibt Katrin den Gnadentod durch Genickbruch.

Jan wird klar, dass Vera vom ersten Moment an nur mit ihm gespielt hat. Sie war immer bei ihm; auch, wenn er sie nicht anwesend vermutet hat. Sie selbst sagt ihm sogar, dass er ohne sie schon längstens gestorben wäre. Sie jedoch hätte ihn als neuen Gefährten gewählt, weil er selbst in der Lage war, sein Leben zu retten. Damals, als Vlad es ihm zum ersten Mal nehmen wollte: auf der Toilette des Cinedom.

Und sie erklärt ihm, mit wem er es bis eben zu tun hatte:

Baron Vladimir Tepes, der auch als Vlad der Pfähler bekannt geworden sei. Sein Volk nannte ihn Dracul, den Menschen noch heute als GRAF DRACULA bekannt.

Vladimir Tepes:
===============

Vladimir Tepes erhielt seinen Beinamen Der Pfähler, weil er während der Kreuzzüge gegen die Türken dafür bekannt war, seine Gegner auf lange Pfähle aufspießen zu lassen. Dies sollte den Türken als Abschreckung dienen. Sein Volk nannte ihn in seiner Sprache Dracul, der Grausame.

Hintergründe:
=============

Bram Stoker nahm einst die Geschichte um Vladimir Tepes auf, um seinen Vampir Graf Dracula zu kreieren. Mit dieser Geschichte begann ein wahrer Kult um Vampire und deren Bekämpfung, dessen sich viele weitere Autoren und später auch Regisseure anzunehmen wussten. Einzig der Horrorfilm "Bram Stoker's Dracula" klärt ein wenig über die geschichtlichen Hintergründe des Pfählers auf.

Entgegen sämtlicher Vampirvorlagen verzichtet Wolfgang Hohlbein hier auf beinah sämtliche bekannten Klischees. Seine Vampire sind anders. Sie sind nicht unbedingt moderner, so wie zum Beispiel die Vampire in Blade, Buffy im Bann der Dämonen oder gar in Angel, Jäger der Finsternis. Hohlbein's Vampire ernähren sich nicht von unserem Blut. Vielmehr entziehen sie uns unsere Lebensenergie und laben sich an unseren Todesängsten. Dennoch sagt selbst Vera, dass die Vampire die Jäger und die Menschen die Beute seien. Jedoch nicht mehr in dem Sinne, den man bislang den Vampiren nachgesagt hatte.

Wolfgang Hohlbein verbindet in diesem Roman erstklassig Horror mit dem bislang nur beiläufig (versteckt) angesprochenen Sex!

Während Graf Dracula in der Vergangenheit immer nur versteckt für Erotik Pate stand (durch seine Bisse in den Hals der Frauen und dem gelegentlichen Streicheln deren Körper) handelt es sich bei Dunkel tatsächlich um einen erotischen Horrorroman!
Um dies ein wenig besser zu verdeutlichen, möchte ich hier nun zwei kurze Ausschnitte angeben:

**********************************************************

>>Ich will jetzt spielen<<, sagte sie mit komisch verstellter Kleinmädchenstimme. Jan hatte niemals irgendwelche Neigungen zu kleinen Mädchen gehabt, aber dieser Anblick trieb ihn fast in den Wahnsinn.
>>Hast Du das nicht die ganze Zeit über sowieso schon getan?<< fragte er mühsam. Seine Erektion hatte eine Härte erreicht, die weh tat. Er zitterte am ganzen Leib. .......

....... Jan hörte endgültig auf zu denken, und irgendwann, während sie von Höhepunkt zu Höhepunkt trieben und dem Wort >Lust< eine vollkommen neue Dimension verliehen, hörte er auch endgültig auf, Mensch zu sein.


**********************************************************

Fazit:
======

Dunkel halte ich für einen der besten Romane von Wolfgang Hohlbein. Er versteht es schon immer erstklassig, spannende Geschichten zu schreiben und den Leser in seinen Bann zu ziehen. Hier gelingt ihm zudem, erstklassige Erotik mit einzubauen, ohne dass man dies als Stilbruch abtun könnte. Auch nimmt dies dem Roman nichts von dem Schrecken des Dunkel und der Wesen, die darin zu Hause sind.
Die erotischen Spiele zwischen Jan und Vera, bzw. zwischen Jan und Katrin sind so feinfühlig geschrieben, dass man auch nicht befürchten müsste, dass es in einer Art Obszönität enden könnte. Auch wird man hier keinerlei vulgärer Ausdrücke finden, die den erstklassigen Stil besudeln könnten.

Wer sich einen spannenden Roman mit einem Hauch von Erotik kaufen möchte, der ist mit Dunkel sehr gut beraten.

Allgemeines:
============

Bastei Lübbe Taschenbuch, Band 14 478
1. Auflage: Februar 2001
ISBN: 3-404-14478-3
Erhältlich unter anderem bei:
http://www.bol.de (DM 16,90)

Weitere Informationen über Bastei Lübbe:
http://www.luebbe.de

© 2001 by Lars Hermanns
Erstveröffentlichung: 23.12.2001 bei www.dooyoo.de

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-28 01:38:49 mit dem Titel Der Herr der Ringe, Band 2: Die zwei Türme (John Ronald Reuel Tolkien)

Drei Ringe, den Elbenkönigen hoch im Licht,
Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,
Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,
Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
Ins Dunkle zu treiben und ewig zu binden
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.

Vorwort:
========

Es ist schon einige Zeit her, daß ich einen Bericht über den ersten Band von DER HERR DER RINGE geschrieben habe. Die Kritiken Eurerseits waren sehr gut...bis auf wenige Ausnahmen, die der Meinung waren, ich hätte zu ausführlich geschrieben. Nun gut...das ist schließlich Geschmackssache! Auch jetzt werde ich wieder einen sehr detaillierten Bericht abliefern! Daher eine Bitte an alle...lest den Bericht wirklich nur dann, wenn Ihr wirklich ALLES über das Buch wissen wollt. Der Inhalt wird von mir so genau wie möglich wiedergegeben. Eine nicht so gute Bewertung, wie ich sie bereits vorher erhalten habe, akzeptiere ich nämlich nur dann, wenn mein Bericht Fehler enthalten sollte und/oder ungenau ausgefallen sein sollte. Ich akzeptiere jedoch nicht weiter, eine schlechtere Bewertung zu bekommen, nur weil ich ZU AUSFÜHRLICH geschrieben habe und sich wenige Leser darüber zu beschweren glauben, daß sie das Buch nun nicht mehr zu lesen bräuchten! Das ist nun einmal mein Stil! Ich denke, meine Leser ausführlichst informieren zu müssen. Man sieht doch auch schon gleich zu Beginn, daß es sich wohl um eine sehe, sehr ausführliche Berichterstattung handelt! Um es allen Recht zu machen, werde ich daher ab sofort zwei unterschiedliche Inhalte angeben.....einen extrem kurzen Abriß (für diejenigen, die eine sehr kurze Inhaltsangabe wünschen) und die von mir gewohnte, ausführliche Inhaltsangabe! Dann jeder selbst entscheiden, was er lesen möchte. Das halte ich für fair und hoffe, dem voran gegangenen Problem somit ausweichen zu können! Für sonstige (ernst zu nehmende) Kritiken habe ich natürlich weiterhin ein offenes Ohr.

Das Buch:
=========

Bei dem mir vorliegenden Buch handelt es sich um Band 2 der Trilogie im Sammelschuber. Diese ist folglich die Taschenbuchausgabe und am günstigsten zu haben (bekam ich von meiner Freundin zu Weihnachten geschenkt und weiß aus Erfahrung, daß diese Trilogie letztes Jahr DM 59.95 gekostet hat).
Die beiden ersten Seiten enthalten einen Überblick, welche Kapitel in Band 1 (Die Gefährten) und Band 2 (Die zwei Türme) behandelt werden. Danach kommt eine Inhaltsangabe von Band 2, gefolgt von oben angeführten, düsteren Worten und einer Übersicht, was bisher geschah.
Band 2 - Die zwei Türme, ist unterteilt in 2 Bücher, bei denen das "Dritte Buch" über 11 und das "Vierte Buch" über 10 Kapitel verfügt. Bevor Ihr Euch wundert...die Bücher "Eins" und "Zwei" findet Ihr logischerweise im Band 1 - Die Gefährten!
Nach der Übersicht, beginnt bereits die eigentliche Geschichte und zieht sich über fast 440 Seiten hin. Am Ende des Buches befindet sich auch hier wieder eine Übersichtskarte von Mittelerde, die einem die Orientierung erleichtern soll. Auch findet man am Ende des Buches Hinweise auf Tolkiens weitere Werke und Anhänge.

Was bisher geschah:
===================

Der Hobbit BILBO BEUTLIN hatte vor langer Zeit durch eine Gaunerei den MEISTERRING von SMÉAGOL, auch GOLLUM genannt, erhalten und bis zu seinem 111. Geburtstag aufbewahrt. Zu diesem Anlaß, nun, bat GANDALF ihn, den Ring seinem Vetter FRODO zu überlassen.
Jahre später, kam Gandalf wieder nach Hobbingen, um Frodo auf eine große Reise zu schicken. Der Ring müsse zerstört werden, da der Dunkle Herrscher SAURON wieder an Macht gewinne und bereits 9 Ringgeister, die NAZGÛL, ausgesandt habe, um den Meisterring zu finden. Dieses Gespräch wurde von SAM GAMDSCHIE, Frodos bestem Freund und Diener belauscht, der seinen Herrn begleiten wolle.
Ein paar Monate später machten sich die beiden Freunde auf den Weg, begleitet von MERIADOC BRANDYBOCK (MERRY) und PEREGRIN TUCK (PIPPIN), die von diesem Abenteuer hörten und ihre Freunde und Verwandte nicht allein lassen wollten.
Ihr Weg führte sie mit einigen Schwierigkeiten nach Bree, wo sie auf ARAGORN stießen, den alle nur den STREICHER nannten. Er stellte sich ihnen als Freund Gandalfs vor und begleitete sie nach Bruchtal, wo sie bereits von dem Elbenherrscher ELROND erwartet wurden. Viele Gefahren lauerten auf die Freunde, bis sie endlich ihr erstes Ziel erreichten.
Elronds Rat beschloß, eine Gruppe aus 9 Gefährten auf den gefährlichen Weg nach Mordor zu schicken, damit der Ring durch den Ringträger zerstört werden könne. Die Wahl fiel dabei auf Frodo, Sam, Merry und Pippin als Vetreter der Hobbits, Aragorn und BOROMIR als Vetreter der Menschen, GIMLI8/b] als Vertreter der Zwerge, LEGOLAS als Vertreter der Elben und Gandalf, den Zauberer.
Während ihrer Reise wurde immer klarer deutlich, daß der tapfere Krieger Boromir den Ring selbst haben wollte, um sein Volk von der Knechtschaft des dunklen Herrschers zu befreien. Als bei einer Schlacht, in den Höhlen von Moría, Gandalf ums Leben kam, drohte die Ringgemeinschaft bereits zu zerplatzen. Doch die Freunde besannen sich eines besseren und setzten ihre gemeinsame Reise, allen Gefahren zum Trotz, fort. Eines abends jedoch kam es wieder zu einem Streit zwischen Frodo und Boromir, als Folge dessen sich Frodo mit Hilfe des Ringes wieder unsichtbar machte und floh. Lediglich Sam konnte ihn aufspüren und ihm folgen. Gemeinsam nahmen sie nun ihren eigene Weg nach Mordor...ohne ihre Freunde.
Mit dieser Trennung endete der erste Band von DER HERR DER RINGE.

Der Inhalt von Band 2 (Kurzform):
=================================

Nach der Trennung der Gruppe, machen sich Frodo und Sam allein auf den gefahrvollen Weg nach Mordor, um sich Sauron zu stellen und den Meisterring zu vernichten. Boromir, von Gewissensbissen geplagt, gesteht den verbliebenen Kameraden, was geschehen war und macht sich mit ihnen auf dei Suche nach Frodo. Er erhält dabei den Auftrag, auf die beiden Hobbits Merry und Sam aufzupassen. Bei der Suche wird er jedoch von Orks getötet, die den Auftrag haben, einen Hobbit zu fangen und zu SARUMAN zu bringen, den ehemaligen Großmeister Gandalfs, der von der dunklen Seite verführt worden ist. Nicht wissend, um welchen Hobbit es sich konkret handelt, entführen sie beide Hobbitse und machen sich auf den Weg in Richtung Isengard, Sarumans Turm. Die restlichen Gefährten machen sich auf den Weg, ihre entführten Freunde zu befreien. Merry und Pippin gelingt es jedoch selbst, sich während einer Schlacht gegen das Reitervolk von Rohan, sich zu befreien und sie fliehen in einen dunklen Wald, wo sie auf den Ent BAUMBART treffen, der sie bei sich aufnimmt. Die übrigen Gefährten Aragorn, Legolas und Gimli treffen unterdessen auf Gandalf, der dem Tode entsprungen ist - einzig, um dem Kampf gegen den Dunklen Herrscher beizuwohnen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach Rohan, um dem dortigen Herrscher Théoden gegen die einfallenden Orks beizustehen. Es kommt zu einer vernichtenden Schlacht, bei der sie Saruman und den Orks den Garaus machen. Später treffen sie auf die Ents, die Isengard überrannt haben...und auf ihre vermißten Freunde Merry und Pippin.

Frodo und Sam hingegen, machen sich immer weiter auf den Weg nach Mordor, wo sie ziemlich bald auf Sméagol treffen. Sie zwingen ihn, ihnen zu helfen. Sam befürchtet ständig, von Sméagol betrogen und hintergangen zu werden. Keiner von beiden ahnt jedoch, was Sméagol tatsächlich mit ihnen vor hat. Nach vielen Abenteuern, bei denen sich Sméagol als offensichtlicher Freund erwiesen hat, treffen sie unter anderem auf weitere Nazgûl und Krieger aus Boromirs Heimat. Und sie müssen feststellen, daß sich Sam nicht geirrt hat, wenn er ständig an Sméagols Loyalität gezweifelt hat...!

Mehr werde ich HIER nicht verraten! Die detaillierte Inhaltsangabe findet Ihr nun jedoch im direkten Anschluß!!!

Der Inhalt von Band 2 (ausführlich):
====================================

Frodo und Sam beschließen, den Weg nach Mordor allein anzutreten. Zu groß ist die Gefahr, daß Boromir wieder und wieder nach dem Ring verlangen könne. Die Macht und Stärke, die von dem Ring ausgeht, nimmt von Mal zu Mal zu und der Ring wird mit jedem Schritt, den sie sich Mordor nähern, mehr und mehr zu einer scheinbar zentnerschweren Last um Frodos Hals.

Die übrigen Gefährten Aragorn, Boromir, Legolas, Gimli, Merry und Pippin machen sich derweil auf die Suche nach Frodo und Sam. Boromir, der den Freunden gesteht, was er getan hat, wird dazu bestimmt, die Angelegenheit wieder in Ordnung zu bringen. Zunächst soll er jedoch Merry und Pippin auf ihrer Suche nach Frodo helfen und sie beschützen. Zumal sie sich nun ja auch schon in der Nähe des Feindeslandes befinden, von dem sie gerade mal durch einen Fluß getrennt sind.
Auf ihrer Suche nach Frodo, treffen Merry und Pippin plötzlich auf eine Horde Orks, die ihrerseits selbst auf der Suche nach einem Hobbit sind. Boromir, der ihnen zu Hilfe eilt, wird dabei im Kampf von den Orks getötet...erschossen mit Pfeil und Bogen. Es gelingt ihm jedoch, noch in sein Horn zu blasen, um den anderen zu signalisieren, daß Gefahr droht und er Hilfe benötigt. Dieses Signal wird sogar von Frodo und Sam gehört...die jedoch nicht darauf reagieren können.
Als die übrigen Gefährten zu Boromir stoßen, sind Merry und Pippin bereits entführt. Und keiner weiß, ob sie überhaupt noch leben. Und falls ja...wohin man sie entführt haben mag. Aragorn verspricht dem sterbenden Boromir, daß er Boromirs Heimat Gondor beim Kampf gegen Mordor beistehen werde.
Sie beschließen, den Spuren der Orks sofort zu folgen und ihre Freunde zu befreien. Sie möchten einfach nicht die Hoffnung aufgeben, daß die beiden lebenslustigen Hobbits noch am Leben sind. Die tage- und nächtelange Verfolgung zehrt sehr an ihren Kräften. Und sie müssen ziemlich schnell erkennen, daß die Orks zum einen keine Angst vor der Sonne zu haben scheinen (was für Orks ziemlich ungewöhnlich ist) und zum anderen, daß sie Kurs auf Isengard zu nehmen scheinen. Der Heimat Sarumans, Gandals ehemaligen Großmeister, der zum Verräter wurde.

Währenddessen gelingt Merry und Pippin nach einigen Tagen die Flucht. Die Orks werden plötzlich von einer Gruppe Reiter angegriffen, so daß sie sich nicht so intensiv um die Gefangenen kümmern können. Dabei stellen Merry und Pippin fest, daß die Orks offensichtlich auf der Suche nach Frodo sind. Sie wissen jedoch nicht genau, weshalb sie Frodo fangen sollen, geschweige denn, wie Frodo eigentlich aussieht. Sie ahnen nur, daß er etwas sehr Wertvolles bei sich haben muß.
Merry und Pippin fliehen in einen naheliegenden Wald, um sich vor den Orks zu verstecken. Dort treffen sie auf BAUMBART, einen Ent, einen Baumhirten. Sie erzählen ihm, wer sie sind und was ihnen passiert ist. Jedoch wissen sie, daß sie nichts von Frodo erzählen dürfen. Sie erfahren jedoch, daß die Ents nicht gut auf Orks zu sprechen sind. Zu oft schon, haben Orks Bäume sinnlos vernichtet und beschädigt. Die Ents jedoch leben für die Bäume und wollen diesem Frevel nicht länger zusehen. So kommt es zu einer tagelangen Konferenz der Ents, die sich als sehr träge Kameraden herausstellen. Das Ergebnis dieser Konferenz ist jedoch eine wahre Überraschung: ein Angriff gegen Saruman! Eine Attacke auf Isengard! Die Vernichtung der Orks!

Aragorn, Legolas und Gimli treffen in den Weiten der Grasebenen auf eine Gruppe Reiter, die von einem Gemetzel mit Orks berichtet. Es handelt sich hierbei um die legendären Rohirrim, dem Reitervolk von den Ebenen von Rohan, auf denen sich die Freunde gerade befinden.Ihr Anführer ÉOMER, stellt sich als der Sohn des Königs vor. Fremde sind in Rohan lange nicht mehr willkommen. Daher fordert er Gimli, Legolas und Aragorn auf, die Ebenen umgehend wieder zu verlassen. Die Spannungen, die von Mordor ausgehen, sind auch den Bewohner Rohans nicht entgangen. Noch haben sie sich jedoch keiner Seite fest verschrieben. Sie dulden das Volk von Gondor...und versuchen, sich nicht unnötig mit Mordor anzulegen. Jedoch scheint es ihnen eine wahre Freude zu bereiten, Orks zu schlachten. daher erzählen sie ihnen, wo und wann sie auf die letzte Gruppe von Orks gestoßen sind. Sie erzählen den Gefährten aber auch, daß ihnen keine anderen Wesen als Orks begegnet seien. Andererseits sind die Gefährten von den Elben mit Umhängen ausgestattet worden, die sie in der Umgebung nahezu unsichtbar nachen können. Es besteht also immer noch die Hoffnung, daß die beiden Hobbits am Leben sein könnten.
Einige Zeit später, treffen sie auf den Ort des Geschehens. Sie können eine Unzahl toter Orks ausmachen; jedoch keinen Hobbit. Aber sie können spüren, daß eine unheimliche Aura von dem düsteren Wald und den Bäumen ausgeht.
Bei ihrer weiteren Suche nach den beiden Hobbits treffen sie plötzlich auf eine weiß gekleidete Gestalt. Ihr erster Gedanke ist, daß es sich wohl um Saruman handeln müsse, und daß sie ihn besser töten sollten, ehe er sie verwandeln mag. Es stellt sich dann aber heraus, daß es sich tatsächlich um Gandalf handelt. Er erzählt den Gefährten, wie er den Balrog mit in die Tiefe gezerrt hatte und dort von den Flammen verzehrt worden war. Aber seine Magie war so groß, daß sie mit seinem Tode sogar noch gewachsen ist. Er ist nun vom Tode zurück gekehrt, um sich dem Kampf gegen Saruman auf der einen und Mordor auf der anderen Seite zu stellen. Da er ja schon tot sei, sei er nun wohl die gefährlichste Waffe gegen die Mächte des Dunklen.
Gandalf erklärt, daß das Königreich von Rohan in große Gefahr sei. Der dort lebende König THÉODEN wirkt alt und schwach, unterstützt durch die giftigen Zusprüche seines Beraters GRIMA SCHLANGENZUNGE, der sich als Spion des dunklen Saruman herausstellt. Ihm ist es sogar gelungen, den König gegen seinen eigenen Sohn Éomer aufzubringen. Zeit also, endlich um eine Audienz zu bitten.
Als die Freunde die Festung Théodens erreichen, müssen sie feststellen, wie schwach der einstige stolze Herrscher doch wirkt. Seinen stattlichen Körper kann er nur noch mühsam auf einen Stock stützen.
Gandalf erklärt ihm, daß dies lediglich ein Trugschluß sei...er sei noch immer der unangefochtene Herrscher Rohans. Nur sein königlicher Berater Schlangenzunge sei Schuld daran, daß er - König Théoden - sich so alt fühle. Schlangenzunge betont auch immer wieder, daß er ja schon alt und schwach sei und sich nicht soviel aufregen dürfe. Nach langen Gesprächen sieht König Théoden dann jedoch ein, daß Gandalf Recht zu haben scheint und entschließt, gegen die Orks von Saruman in den Krieg zu ziehen, ehe sein Königreich gänzlich von ihnen überrannt wird. Grima Schlangenzunge gelingt die Flucht...aber König Théoden erlangt auf einmal seine alte Kraft und Würde wieder. Unterstützt von den Belehrungen Gandals.
So werden Gandalf, Gimli, Aragorn und Legolas von den Reitern Rohans, den Reitern der Mark, mit Waffen und Rüstungen ausgestattet, um Théoden beim Kampf gegen Saruman beizustehen. ÉOWYN, Éomers Schwester und Tochter des Königs, wird zur neuen Herrscherin über Rohan ernannt, da niemand über den Ausgang der bevorstehenden Schlacht bescheid weiß. Man entschließt sich, die Schlacht bei Helms Klamm zu schlagen, einer engen Schlucht, die noch immer den besten Schutz gegen herannahende Heere zu bieten im Stande ist.
In Helms Klamm kommt es dann zur alles entscheidenden Schlacht zwischen Menschen und Orks. Gandalf wohnt dieser Schlacht nicht bei. Er macht sich auf die Suche nach Éomer, den verstoßenen Sohn des Königs, um noch weitere Krieger mobilisieren zu können. Sie werden mann gebrauchen können, der abkömmlich ist.
Währenddessen stürmen die Truppen der Orks Helm Klamm. Es kommt zu sehr vielen Toten und Verletzten auf beiden Seiten der Mauern. Gimli und Legolas, die zwischenzeitlich die besten Freunde geworden sind, üben eine Art Wettstreit aus....wer die meisten Orks erschlagen hat! Während der Schlacht werden die Freunde voneinander getrennt. Während Aragorn, Legolas und König Théoden mit einigen Kriegern Schutz in den Höhlen hinter den Mauern finden, hat man Gimli zuletzt vor den Mauern gesehen...dort, wo sich nun die Horde der Orks befindet. König Théoden entschließt sich, einen Ausfall zu wagen. Er möchte nicht in den Höhlen sterben. Er möchte im Kampf fallen. Daher wagen sie einen letzten Gegenangriff...und erhalten plötzlich Unterstützung von weiteren Reitern...und von Gandalf! Die fliehenden Orks werden am Ausgang der Schlucht plötzlich von einem Wald behindert, so daß es den Reitern gelingt, auch diese Orks zu vernichten. Am Ende der Schlacht entdeckt Legolas Gimli, der die ganze Zeit über in Höhlen vor der Mauer gegen Orks gekämpft hat und nun stolz ist, mehr Orks als sein elbischer Freund erschlagen zu haben.
Saruman jedoch können sie nicht entdecken. Daher entschließen sie sich, durch den Wald in Richtung Isengard zu reiten und Saruman zu stellen.
In Isengard treffen sie plötzlich auf eine Überraschung. Der Turm des ehemaligen Großmeisters wurde angegriffen. Der Meister wurde offensichtlich geschlagen.
Vor dem Turm treffen die Freunde auf Merry und Pippin, die ihrerseits Saruman in seinem Turm gefangen halten. Die Wiedersehensfreude ist groß. So erfahren die Freunde von Baumbart und den Ents und dem Kampf gegen die Orks. Saruman befindet sich seitdem im Turm, zusammen mit seinem Berater Schlangenzunger, der bislang bei König Théoden spioniert hatte und diesen seinen giftigen Ratschlägen ausgesetzt hatte. Gandalf gerät in den Besitz des Palantír, einer Kugel, mit deren Hilfe Saruman mit Sauron in Kontakt treten konnte. Ein Blick in diese Kugel ist jedoch nur mächtigen Magiern bestimmt. So kommt es zu einem beinah tragischen Zwischenfall, als Pippin die Neugierde packt und er selbst in die Kugel blickt. Er wird ohnmächtig, kann aber wieder erweckt werden. Jedoch ahnt Gandalf, daß er Pippin in Sicherheit bringen muß. Außerdem entschließt er sich, zu Boromirs Volk nach Gondor zu reiten, um es im Kampf gegen Mordor zu unterstützen.

Von all den Geschehnissen bekommen Frodo und Sam nichts mit. Seit ihrer Trennung von den Kameraden, fühlen sie sich verfolgt und beobachtet. Dann, plötzlich, sehen sie ihren Verfolger und lauern ihm auf. Es ist SMÉAGOL, dem Bilbo einst den Ring wegnahm.Er schleicht ihnen immer noch nach, um wieder in den Besitz seines "Schatzes" zu kommen. Daher überrumpeln sie ihn und nehmen ihn gefangen (sehr zum Leidwesen Sams, der ihn lieber getötet hätte). Frodo ahnt, daß Sméagol einen Weg zum Schicksalsberg kennen müßte. Immerhin war ihm einst die Flucht geglückt und er hat sich seither unbemerkt bewegen können. So läßt er Sméagol auf den Ring schwören, daß er Frodo und Sam helfen und begleiten solle. Im Gegenzug dafür würden sie ihn von den Fesseln befreien.
So machen sie sich auf den Weg zum Schicksalsberg. Sméagol führt sie durch Sümpfe, in denen die Toten konserviert wurden. Sümpfe, aus denen es eigentlich kein Entkommen geben dürfte. Aber er scheint den Weg tatsächlich zu kennen. Es wird aber auch immer deutlicher, wie wenig es ihm behagt, den Ring in der Nähe des Dunklen Herrschers zu wissen. Es wird aber auch immer deutlicher, wie wenig Sam diesem Sméagol traut. Sam kann sich einfach nicht vorstellen, daß eine einfacher Eid auf den Ring einen solch immensen Sinneswandel bei einer solchen Kreatur hervorgerufen haben sollte. Er beschließt daher, sehr wachsam zu sein und seinen Herrn Frodo und Sméagol nicht aus den Augfen zu lassen.
Nach einiger Zeit stoßen die drei auf ein schwarzes Tor, einen direkten Zugang nach Mordor. Sméagol ist gar nicht wohl zumute. Und die drei müssen feststellen, daß sogar Menschen dem Dunklen Herrscher zu dienen scheinen. Sie bewachen das Tor und es scheint kein Durchkommen zu geben. Daher beschließt Frodo, sich von Sméagol einen anderen weg zeigen zu lassen. Dieser hingegen ist hin- und hergerissen zwischen dem abgelegten Schwur, Frodo zu helfen und der Gier und der Angst um den Ring, den er immer noch nicht in der Nähe des Dunklen Herrschers wissen möchte.
Auf ihrem weiteren Weg durchs Feindesland treffen sie eines Tages auf Krieger aus Gondor. Als diese erfahren, daß Frodo und Sam Boromir kannten, werden sie natürlich neugierig. Allerdings müssen sie den beiden Freunden nun mitteilen, daß Boromir im Kampf gefallen sei. Frodo und Sam haben damals das Horn gehört, konnten ihm aber nicht zu Hilfe eilen. Auch spürt Frodo, daß es wohl besser ist, den Kriegern nicht zu sagen, wie und warum sie sich von der Gruppe und Boromir getrennt haben. Und sie erfahren, daß der Anführer der Gruppe Boromirs Bruder ist. Sie erklären, daß sie nach Mordor müssen, um einen Auftrag auszuführen. Vermeiden aber, konkretere Informationen herauszugeben. Die Krieger raten ihnen sich von ihnen fern zu halten und auf Orks achtzugeben. Danach trennen sie sich wieder voneinander.
Nach weiteren Schwierigkeiten und Problemen, gelangen sie eines Tages nach Minas Morgul, einer Festung mit zwei Türmen (siehe Titel) und den Treppen von Cirith Ungol. Hier erkennen sie ein riesiges Heer, das sich auf den Weg in Richtung Gondor macht. Angeführt von einem riesigen schwarzen Krieger...einem Nazgûl! Sie können das Heer umgehen und ihren Weg fortsetzen. Spüren aber auch immer mehr, in welcher Gefahr sie sich befinden.
Nachdem sie Minas Morgul durchquert und die riesigen Treppen erklommen haben, gelangen sie an eine Felsmauer...einen riesigen Berg.
Frodo und Sam merken einmal mehr, wie gut sich Sméagol in dieser Region auszukennen scheint. Er erzählt Frodo und Sam von einem Tunnel, den es nun zu durchqueren gilt. Sie sollen ihm folgen und keine unnötige Pause einlegen.
Kaum haben sie den Tunnel betreten, spürt Frodo, daß ihm gar nicht wohl ist. Man kann kaum etwas erkennen. Aber er spürt instinktiv, daß sie offensichtlich beobachtet werden. Ein fauliger Gestank vestärkt zudem dieses ungute Gefühl. Ein Geräuch hinter ihnen und ein plötzliches Verschwinden von Sméagol lassen erahnen, daß Frodo mit seinem unguten Gefühl Recht zu haben scheint. Sie sitzen in der Falle! Frodo und Sam rennen, so schnell sie können, um den Tunnel hinter sich zu bringen. Als die Geräuche hinter Frodo lauter werden, entschließt er sich, Galadriels Licht zu nutzen und den Gang zu erhellen...und erkennt, in welcher Gefahr sie sich tatsächlich befinden!!!
Eine riesige Spinne bahnt sich ihren Weg zu ihnen. Eine Spinne, die durch das plötzliche Licht geblendet und durch die elbischen Waffen von Frodo und sam verletzt wird. Eine Spinne, die Hunger hat und ihre Beute nicht verlieren möchte.
Die beiden fliehen weiter und es gelingt ihnen sogar, den Tunnel zu verlassen. draußen werden sie aber plötzlich wieder von der Spinne.....und von Sméagol angegriffen! Beiden wird klar, daß Sméagol niemals vor hatte, ihnen zu helfen. Er wollte immer nur Frodo und Sam zu KANKRA bringen, der Spinne. Schon immer hat er ihr Opfer in den Tunnel gebracht. Diesmal wollte er zusätzlich aber auch noch von den Habseligkeiten der Hobbits profitieren, die Kankra selbst nicht interessieren: den Ring!
Während Sam mit Sméagol kämpft (er hat mit ihm ja noch einige Hühnchen zu rupfen), gelingt es Kankra, Frodo zu beißen und zu vergiften! Frodo gelingt es aber noch in letzter Sekunde, Kakra sehr schwer zu verletzen, so daß diese das Kampffeld räumen und Frodo zunächst zurück lassen muß. Auch Sméagol flieht und läßt Sam zurück. Dieser ist der Verzweiflung nah. Sein Freund ist tot und die Mission scheint gescheitert zu sein. Er beschließt, ins Auenland zurück zu kehren. Wissend, daß dieses nun dem Untergang geweiht sein wird. Nach einigen Metern kehrt er jedoch wieder um. Er will Frodos Tod nicht umsonst gewesen wissen und entschließt, den Gang nach Mordor allein fortzusetzen.
Kaum ist er jedoch einige Meter gelaufen, muß er sich schon wieder verstecken. Orks haben den toten Frodo entdeckt....und haben eine böse Überraschung für Sam: Frodo ist nicht tot!!! Kankra hat ihn gebissen und mit ihrem Gift gelähmt, um ihn später zu fressen. Wissend, daß der Dunkle Herrscher nach einem Hobbit fahndet, bringen sie ihn wieder in die Höhlen. Sam kann ihnen unerkannt folgen. Wird jedoch sehr schnell gänzlich von Frodo getrennt, als sich plötzlich eine Öffnung in einer Felswand schließt. HIER ENDET DER 2. BAND!

Fazit:
======

Meiner Meinung nach ist BAND 2 - DIE ZWEI TÜRME der bislang spannendste Band der Trilogie. mußte Band 1 erst mit der Vorgeschichte beginnen, kann Band 2 unmittelbar dort weiter machen, wo Band 1 endet. Außerdem finden hier dermaßen viele Kämpfe und Schlachten statt, daß man versucht ist, das Buch an einem Abend durchzulesen. Es ist einfach spannend, bis zur letzten Seite.
Der Schreibstil ist auch hier wieder sehr ausschmückend und zugleich schwierig im Verständnis. Dies hat zur Folge, daß das Buch für Kinder und Jugendliche nur bedingt zu empfehlen ist. Es ist einfach zu schierig geschrieben, als daß Kinder und Jugendliche mit dem Stoff gut zurecht kommen könnten. Auch sollte man nicht vergessen, wie intensiv in den Büchern, vor allem in diesem Band hier, auf Schlachten, Mord und Totschlag eingegangen wird. Auch die detaillierte Beschreibung von Kankra trägt nicht unbedingt zum ruhigen Schlaf eines Kindes bei.
Ich denke, man sollte schon einige Erfahrung im Lesen haben, um überhaupt mit dieser Trilogie zurecht zu kommen. Diese Erfahrung ist spätestens dann vonnöten, wenn man allein an die komplizierte, hoch gestochene Sprache der Elben denkt. Kinder und Unerfahrene werden dann ziemlich schnell überfordert werden. Und man sollte nicht vergessen, um was es in dieser Trilogie überhaupt geht! Die Vernichtung einer ganzen Welt durch die Macht des Bösen! Geisterreiter, Monster, blutrünstige Spinnen und eine komplizierte Schriftsprache...welche Altergruppe soll das lesen können? Ich weiß es nicht!
Da mir nicht bekannt ist, ab wieviel Jahren dieses Buch überhaupt empfohlen ist, werde ich meine Beurteilung aus der Sicht MEINES Alters abgeben. Der Sicht eines Erwachsenen.
Wie bereits been und im Fazit zu Band 1 erwähnt, bedient sich John Ronald Reuel Tolkien einer sehr lebhaften, ausschmückenden aber auch komplizierten Ausdrucksweise, die ein wenig an ältere Texte aus dem Mittelalter erinnern läßt. Beieindruckend finde ich, wie er extra eigene Sprachen für Elben, Zwerge und Orks entwickelt und perfektioniert hat. Auch beschreibt er diese Wesen dermaßen exakt, daß man sie sich förmlich vor seinem geistigen Auge vorstellen kann.
Ich halte diesen Band auch wieder für sehr gut. Sogar noch besser als Band 1, da eben mehr Spannung aufkommt. Daher vergeb ich hierfür auch die volle Punktzahl! Muß aber immer wieder darauf hinweisen, daß ich nicht der Meinung bin, daß Kinder diese Bücher lesen sollten. Und ich bin neugierug darauf, wie dieses Buch wohl im Film umgesetzt worden sein mag.

Herausgeber:
============

Klett-Cotta
ISBN: 3-608-93542-8
1. Auflage der neuen Übersetzung von 2000

weitere Infos:
==============

www.klett-cotta.de

© 2002 by Lars Hermanns

19 Bewertungen, 2 Kommentare

  • DrDuke

    28.04.2002, 10:57 Uhr von DrDuke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht mal wieder von dir. Wusst schon warum ich dir vertrau

  • chatterman90

    28.04.2002, 04:52 Uhr von chatterman90
    Bewertung: sehr hilfreich

    ui, Fertig! das war ja wahnsinn, toller Bericht, warum können nicht alle berichte so geil sein?