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Erfahrungsbericht von thomaspohl3

„Die roten Matrosen“ von Klaus Kordon

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Inhaltsangabe über „Die roten Matrosen“ von Klaus Kordon


In dem Buch „Die roten Matrosen“ von Klaus Kordon geht es um den Krieg und seine Folgen.
Die Hauptfigur ist ein kleiner Junge namens Helle (die Abkürzung für Helmut), der mit seiner Familie in der Zeit des Krieges um 1919 in Berlin lebt. Er ist dreizehn Jahre alt.
Es ist in dieser Zeit sehr schwer für die Familien, die Lebensmittel sind knapp, viele Leute leiden deshalb an Krankheiten und können nur sehr schlecht mit Medikamenten versorgt werden. Der Krieg fordert täglich seine Opfer, sowohl an der Front, wie auch im Land.
Als sein Vater eines Tages von der Front zurückkehrt, ist Helle sehr glücklich. Bis er dann bemerkt, dass sein Vater nur noch einen Arm hat. Nun ist Helle überhaupt nicht mehr gut auf den Krieg zu sprechen. Nicht nur, dass der Krieg die Menschen hungern lässt, sondern auch noch Menschenleben fordert! Das war ihm davor noch gar nicht so richtig bewusst
Als er dann von seinem Freund Ede erfährt, dass die Matrosen an der Front gegen den Krieg streiken, schöpft er wieder Hoffnung. Doch erfährt er auch, dass die Matrosen auf dem Weg zu Reichstag sind, um einen Aufstand gegen den Kaiser anzuzetteln. Das hätte zur Folge, dass dadurch auch bei ihnen in der Straße Krieg ausbrechen würde. Deswegen bekommt er Angst.
Als sein Vater wenige Tage später mit ein paar Flugblättern nach Hause kommt, auf denen die Hetzjagd auf den Kaiser gefordert wird, vergrößert sich seine Angst noch mehr. Dazu kommt noch, dass sein Vater ihm erzählt, dass schon am nächsten Tag der Aufstand geplant ist.
Nachdem er die Nacht über kaum ein Auge zugetan hat, geht er am nächsten Tag zur Schule. Doch diese endet frühzeitig. Deshalb hat Helle jetzt jede Menge Zeit, um nach Hause zu rennen und danach sofort in das Zentrum von Berlin zu gelangen. Was er da sieht, ist ihm ungeheuerlich. Die ganzen Straßen voller Matrosen, die das Gefängnis und den Reichstag stürmen. Doch die Generäle halten dagegen und schießen in die Menge. Wobei, wie Helle später erfährt, ein guter Bekannter ums Leben kommt. Helle und sein Freund Fritz, der ihm seit der Schule gefolgt ist, werden von der Menschenmenge einfach mitgerissen, bis sie eine Frau am Schopf packt und aus der Menge jagt, währenddessen sie die Kinder darauf aufmerksam macht, dass sie nichts bei Demonstrationen zu suchen hätten, worauf die beiden auch nach Hause gehen. In dieser Zeit stürmen die Matrosen fast alle öffentlichen Gebäude und besetzen sie.
Noch bevor er in die Wohnung gehen kann, ruft ihn ein Mädchen namens Anni, die eine schwere Krankheit hat, aus einem Kellerfenster zu sich. Sie schenkt ihm ein Kettchen, an dem ein Herz angebracht ist. Jetzt weiß Helle, dass er und Anni für immer zusammengehören.
Nachdem er nach Hause gegangen ist, lässt er sich am Abend genau von den Eltern berichten, was in der Stadt vorgefallen war. Sie berichten, dass der Kaiser gestürzt und eine neue Partei gebildet worden wäre. Da die Mutter in dieser Partei vertreten ist, müssen Mutter und Vater am nächsten Tag auch zu einer Lagebesprechung, bei der allerdings alles drunter und drüber läuft. Da drei kleinere Parteien zu Wahl stehen, haben diese sich gegenseitig bekämpft.
Als mehrere Wochen später die Matrosen vor der Residenz stehen und ihren Lohn einfordern, werden diese ihnen jedoch verweigert. Man gibt als Vorwand an, dass sie ihr Geld demnächst erhalten werden, da momentan nicht genügend Geld vorhanden sei. Doch damit geben sich die Matrosen nicht zufrieden, sie wollen ihr Geld und besetzen aus diesem Grund viele Straßen, sodass keine Lkws der Soldaten mehr passieren können! Dabei lernt Helle zwei Matrosen namens Heiner und Arno kennen. Sie unterhalten sich eine Weile über den Krieg und den Hunger auf Erden. Dabei kommt der Junge auf die missliche Hungerlage, mit der seine Familie zu kämpfen hat, zu sprechen. Da gibt Heiner ihm die Adresse seiner Eltern, etwas Schokolade und sagt, dass er kurz vor Weihnachten hingehen solle. Seine Mutter hätte sicher etwas für ihn. Dankbar nimmt er das Angebot an.
Als Helle zu Hause angekommen ist, erfährt er, dass seine kleine Schwester Martha krank ist. Er macht sich große Sorgen, dass dies gerade jetzt, da auch sein kleiner Bruder krank ist, passieren muss.
Nachmittags geht Helle zu Anni, die ihn zu sich bestellt hat, weil sie etwas Wichtiges mit ihm besprechen muss. Es geht darum, dass Anni seit längerem krank ist und endlich ein Bett in einem Krankenhaus bekommen hat und schon am nächsten Tag ins Krankenhaus eingeliefert wird.
Abends sitzen die Mutter, der Vater und Helle an den Betten der Kleinen und unterhalten sich über die Demonstrationen im Zentrum Berlins. Sie sind sich darüber einig, dass die Demonstrationen ja sehr schön sind, aber man auf diese Weise nicht viel erreicht. Man soll lieber eine Übermacht an Leuten sammeln und dann den Reichstag stürzen, wo sich immer noch viel Übeltäter, wie Generäle, Soldaten, Polizeipräsidenten und andere Kriegsstifter befinden.
Als Helle am letzten Tag vor Weihnachten sich mit seinem besten Freund Ede auf den Weg zu der Familie von dem Matrosen Heiner macht, ist es ihnen nicht ganz wohl, da die beiden ja wie Bettler zu den Eltern gehen. Doch Ede redet mit den Worten, dass sie ja fast so arm wie Bettler wären, Helle Mut zu.
Zu dieser Zeit stehen die Matrosen unter Dauerbeschuss. Und es werden viele von ihnen getötet.
Die beiden Jungen fahren erst eine halbe Stunde mit der Bahn, bis sie später endlich am Bauernhof von Heiner’s Eltern ankommen. Erst begegnen sie dem Vater, vor dem Heiner sie gewarnt hatte. Dieser ist nämlich kein Spartakist, sondern strenger Anhänger der SPD. Da Helle und Ede Anhänger der Spartakisten sind, ist er nicht sehr begeistert von den beiden! Doch sie sind genauso stolz auf die Spartakistengruppe wie ihre Eltern und lassen sich nicht unterkriegen. Also gehen sie weiter, bis sie die Mutter von Heiner antreffen. Sie nimmt die beiden, nachdem sie erzählt haben, dass sie von Heiner kommen, mit in ihre Stube. Dort beauftragt sie eine Magd, den beiden Mehl, Eier, Milch Kartoffeln und noch viele weitere Dinge einzupacken. Danach fordert sie die Jungs auf, etwas von Heiner zu erzählen. Als sie mit ihrem Bericht fertig sind, kommt die Magd mit den Sachen, die sie mit nach Hause nehmen sollen. Dankend verabschieden sich die beiden Jungen und verstauen die Sachen in einem Sack. Die Mutter legt noch schnell einen Brief für Heiner dazu und Helle und Ede machen sich auf den Heimweg.
Zu Hause angekommen, teilen sie ihre Sachen und verabschieden sich voneinander.
Die nächsten Tage sind die ganzen Straßen voller Demonstranten. Die ganzen Leute sind stocksauer auf die Soldaten und wollen den Reichstag, der inzwischen wieder Besitz der Regirung ist, stürmen. So kann Helle Heiner den Brief nur mit viel Mühe geben. Am Morgen des nächsten Tages hören sie jede Menge Kanonenschüsse. Die Eltern und Helle ziehen sich an und gehen in die Stadt. Sie sehen, wie der Marstall beschossen wird. Helle hat viel Angst um Arno und Heiner, muss sich, wie er später erfährt, aber keinerlei Sorgen machen. Sie hatten sich schon in Sicherheit gebracht.
Die Tage darauf kommt Helle nicht mehr an den Demonstranten vorbei, also hört er nichts mehr von Heiner und Arno.
Doch kann er jetzt wieder öfter Anni besuchen, die schon seit Tagen aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Er geht jeden Tag nach der Schule zu ihr und bleibt eine Weile. Sie sind echt gute Freunde. Er könnte es nicht aushalten, sie nicht mehr jeden Tag zu sehen.
Bald kommt jedoch Heiner zu Helle ins Haus und bittet ihn, ihn bei sich und seinen Eltern aufzunehmen. Er hat eine Verletzung am Knie, das sieht Helle sofort. Er fragt nach, was denn passiert wäre und erfährt, dass man ihn in die Beine geschossen hatte und die Kniescheibe verletzt habe. Arno hätte es erwischt, fügt er traurig hinzu. Er habe einen Brustschuss abbekommen und war auf der Stelle tot. Die Eltern nehmen Heiner also einige Tage bei sich auf und betreuen ihn.
Helle und Heiner reden die ganzen Zeit miteinander über den Krieg. Er ist mit ihm wirklich sehr gut befreundet. Es wird ihm schwer fallen, ihn zu seinen Eltern gehen zu lassen. ER erzählte auch, dass fast alle Matrosen nicht mehr leben und so können sie nichts mehr gegen die Regierung unternehmen.
Als Helle am nächsten Tag nach der Schule zu Anni gehen will, begrüßt sie ihn mit sehr schlechter Laune. Auf die Frage, was denn mit ihr los sei, antwortet sie nur traurig, dass sie weg auf einen Bauernhof ziehen würden. Helle raubt es so die Luft, dass er sich setzen muss. Er kann sich nicht vorstellen, wie ein Tag ohne Anni wäre. Jetzt ist er genauso traurig wie sie und fragt mit einem schweren Seufzer, wann sie denn wegziehen. So erfährt er von ihr, dass sie noch in dieser Woche wegziehen werden.
Später fragt ihn Heiner, was denn los wäre. Nachdem Helle das mit Anni erzählt hat, sagt ihm Heiner, dass er auch noch diese Woche zu seinen Eltern auf den Bauernhof ziehen wird. Das ist ein zu großer Schock für ihn!


Bewertung und Beurteilung des Buches aus meiner Sicht:


Ich finde, dass das Buch „Die roten Matrosen“ von Klaus Kordon sehr wirklichkeitsnah geschrieben ist.
Da die Geschichte um 1919 spielt, ist es in einer etwas älteren Sprache geschrieben. Die Handlung ist manchmal doch recht verwirrend und nicht so nachvollziehbar Meiner Meinung nach ist des deshalb für den Leser auch sehr schwierig, das Buch zu lesen und zu ver- stehen und eignet sich nicht unbedingt als Vorstellungsbuch. Weil es jedoch sehr spannend zu lesen ist und man sich auch gut in die Personen hineinversetzen kann, ist es jedoch für mich ein sehr guter Kriegsroman.
Lediglich das Ende des Buches lässt sehr viele Fragen offen, man weiss nicht, wie die Handlung weitergeht und wie sich die Personen im weiteren Verlauf verhalten.


Zu den Charakteren:


Helle:
Die Hauptfigur ist ein kleiner Junge, der mit seinen dreizehn Jahren schon sehr viel Kriegsgeschehnisse mitbekommen hat, sehr selbständig und verantwortungsbewusst dadurch geworden ist.

Vater und Mutter:
Ihr Leben ist von den Kriegsgeschehnissen geprägt, sie leben für den Spartakismus und würden sogar ihr Leben dafür opfern.

Martha und Heiner:
Die beiden sind die kleineren Geschwister von Helle.

Heiner und Arno:
Zwei junge Matrosen, die Heiner während der Demonstrationen kennenlernt. Auch sie würden sich für den Spartakismus opfern.

Anni:
Ist ein krankes Nachbarskind, das, seit es Helle ein Kettchen geschenkt hat, mit ihm sehr nach verbunden ist.



Zur Erklärung:
Die Spartakistengruppe ist eine radikale Gruppe innerhalb der SPD, die sich um Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gebildet hat.






----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-02-16 12:41:57 mit dem Titel „Neun Leben“ von CHEN DANYAN

Inhaltsangabe:

In diesem Buch erzählt Chen Danyan von ihrer Kindheit, besonders von ihrer Schulzeit, die stark von der Kulturrevolution geprägt wurde.
„Kinder, die Kulturrevolution hat angefangen!“ Das ist der erste Satz, den ihre Lehrerin an ihrem ersten Schultag, in jenem glühendheißen Herbst 1966, vor der versammelten Klasse sagt. Alles beginnt in dem Sansan (so nennt sie sich) in ihrem Klassenzimmer sitzt. Sie hat den ganzen Sommer davon geträumt, endlich in die Schule gehen zu dürfen.
Sie hat einen Sprachfehler und deshalb nicht viele Freunde, daher war sie so heiß darauf endlich etwas zu lernen und in die Schule zu dürfen, so wie ihre älteren Brüder auch. „Kinder, die Kulturrevolution hat angefangen!“ Dieser Satz steht seither wie ein Zauberspruch über ihrem Leben.
Die Kulturrevolution hatte gerade angefangen... In China wird die Kommunistische Partei gegründet und Mao Tse Tung wird dessen Vorsitzender. Zu der Zeit gibt es große Hungersnöte, also führt Mao ein, dass auch die Professoren, Lehrer und sonstige studierte Personen aufs Land ziehen müssen um dort zu arbeiten, da er der Ansicht ist, dass Bauern genau so wichtig sind wie Professoren und andere Leute, die Wissen verbreiteten. Mao nützt die Unzufriedenheit des Volkes mit den herrschenden Missständen in Schul- und Arbeitswesen aus und ruft zunächst die Jugend zur Rebellion auf. Dies führt 1966 zur Kulturrevolution. Vor allem die Mitschüler und Studenten der Hochschulen folgen dieser Aufforderung und schließen sich zusammen zur „roten Garde“ (Studenten). In mehreren Etappen beginnt schließlich der Kampf gegen den „Revisionismus“, deren Anführer diese Roten Garden werden. Diese bestimmen seit August den Lauf der „Großen Proletarischen Kulturrevolution“ und lassen sie völlig außer Kontrolle geraten. Ein Millionenherr von fanatisierten Schülern und Studenten, die meist unter 20 Jahre alt sind, ergießen sich über das Land, um gegen die alten Ideen, die alte Kultur, die alten Bräuche und gegen alte Gewohnheiten vorzugehen. Dabei werden wahllos Kulturdenkmäler, Universitäten und ähnliches zerstört und 100 000de von Menschen werden gedemütigt, misshandelt und ermordet.
Sansan hat noch keine Ahnung was auf sie zukommen wird, da sie ja erst 6Jahre alt und einfach glücklich ist, endlich in die Schule kommen zu dürfen. Sie will schnell eine erwachsene, hübsche und intelligente Frau werden, so wie ihre Mutter oder ihre Lehrerin. Sie hasst es, anders als die anderen Kinder zu sein, die sie auslachen und nicht mit ihr spielen wollen, aufgrund ihres Sprachfehlers.
Noch ist Sansan in der Schule. Doch die Lehrerin hat Mühe zu unterrichten, da viele Schüler der Schule sich ebenfalls zur Roten Garde zusammen schließen und nun in der Schule rebellieren. Bald muss die Schule geschlossen werden, da auch die Lehrer sich nun an der Kulturrevolution beteiligen (müssen).
Sansan bleibt daraufhin wieder zu Hause. Die Kulturrevolution verschlimmert sich. Sansan’s Brüder haben sich nun auch zu den Roten Garden gesellt und sind brutal geworden. Da Mao angeordnet hat, dass alle Leute ihre Bücher, Briefe und sonstiges verbrennen müssen, in denen ‚Wissen’ enthalten ist, durchsuchen die Revolutionäre immer mehr Wohnungen und das auf brutale Weise!
Wenn Sansan auf die Straße geht hänselten sie die Kinder noch mehr als früher, da Sansan\'s Eltern noch keine Revolutionäre sind und sich nicht an der Revolution beteiligen, wie andere Eltern und Familien. Ihr Vater wird aufs Land versetzt um Handarbeiten zu erledigen und ihre Mutter hat sich ihr gegenüber sehr verändert! Sie schreit sie an und ist die ganze Zeit gestresst. Sie wird mit der ganzen Situation nicht fertig. Wenn ihr Vater an den Wochenenden kommt, musst er mit Trauer feststellen, wie sehr sich seine geliebte Frau von der eigenen Tochter entfremdete.
Xiao Xuezi, ein Junge der zu einem Waisen geworden ist (da die Revolutionäre seine Eltern verschleppt hatten) und der in ihrer Klasse ist, wird ihr bester Freund. Er ist ebenfalls ein Außenseiter, genau wie sie.
Bald finden die großen Bücherverbrennungen statt, auch bei Sansan im Hof. Manche schmeißen die Bücher einfach so aus dem Fenster, direkt ins Feuer, andere stehen nur neben dem Feuer und sehen den Kinder zu, die um das Feuer herum tanzen. Viele verstehen gar nicht was eigentlich los ist. Sansan’s Mutter sucht Tag täglich nach Büchern oder Briefen, die sie noch nicht verbrannt hat, aus Trotz oder aus Angst vor den Hausdurchsuchungen der Revolutionäre. Ihre Mutter weiß was mit denen geschieht, bei denen Briefe, Bücher oder ähnliches gefunden wird. Sie wird auch launischer und ab und zu hat Sansan sogar Angst vor ihr. Die Lage verschlimmert sich auch immer mehr! Irgendwann mündet die Situation in bürgerkriegsähnliche Zustände aus, es beginnen die Bandenkriege.
Sansan’s Bande, zu denen Xiao Xuezi und seine neuen Freunde gehören, töten viele Katzen, denn das ist das Zeichen von Stärke. Doch Sansan ekelt sich zutiefst davor. Immer mehr Banden töten Katzen, schlitzen ihnen die Bäuche auf oder schlagen ihnen den Kopf ab und stecken sie auf Stöcke und rennen so durch die einzelnen Straßen und Gassen. Bei einem heftigen Streit mit einer anderen Bande stirbt Sansan’s bester Freund Xiao Xuezi in ihren Armen. Sie ist geschockt! Doch sie erzählt keinem davon, denn wen würde es auch interessieren, in dieser Zeit hat jeder seine eigenen Probleme.
1968 bekommt die KPCh die Lage wieder in den Griff. Auf dem 9. Parteitag 1969 bekommt Mao wieder alle Fäden der Macht in die Hände. 1976 kann die Armee gegen die Roten Garden, die immer mehr Schaden anrichten die Kontrolle wiederherstellen.1000de von Parteikadern werden verhaftet und das so entstandene Führungsvakuum von der Armee ausgefüllt. Die Entmachtung der Roten Garden wird mit der millionenfachen Verschickung der jugendlichen Revolutionäre in ländliche Gebiete besiegelt. Als Sansan in die 6.Klasse kommt hat sich die Lage beruhigt. Die Kinder können wieder zur Schule und die Eltern zur Arbeit. Durch ihre tolle Stimme kann Sansan in einen Chor. Im Chor lernt sie eine neue Freundin(Lao Ying) kennen.
Ihre beiden Brüder sind jetzt in der Armee und nicht mehr bei den brutalen Roten Garden, doch die Kulturrevolution hat sie stark verändert. Und auch das Verhältnis zu ihrer Mutter bessert sich nicht.
Mao lässt das Volk immer noch spüren, dass die Kulturrevolution noch nicht vorüber ist! Sansan’s Chor darf nur bestimmte Lieder singen, vor allem solche, die Mao selbst geschrieben hat oder die von ihm und seinen „guten“ Taten handeln.
Doch Sansan kann jetzt ein einigermaßen geregeltes Leben führen.
1976 beginnt für Sansan das letzte Schuljahr. In diesem Jahr verändert sich viel für sie. Sie hat ihren Vater in den Sommerferien besucht, der nach Quingdao versetzt worden ist. Eines Nachmittags als sie in seiner Wohnung auf dem Balkon sitzt hört sie Radio. Plötzlich wird Trauermusik eingespielt und es wird gesagt, dass Mao gestorben ist. Obwohl Sansan diesen Mann zutiefst verachtet, ist sie geschockt. Der Mann, von dem man gesagt hat, er wird 1000 Jahre leben, der ihr Leben geprägt hatte, ist tot. Sansan kann es nicht fassen. Immerhin war der erste englische Satz, den sie gelernt hat in der Mittelstufe: „Long live Mao!“ Das war auch der erste Satz, den sie überhaupt lesen konnte und durfte: „Mao möge 1000 Jahre leben.“ Und jetzt ist er Tod. Sie fährt mit dem Schiff nach Shanghai zurück. In der Schule werden Kränze aufgehängt. Eine riesige Trauerfeier findet im ganzen Land für Mao statt. Doch insgeheim trauert keiner. Denn jeder weiß, jetzt ist die Kulturrevolution endgültig vorbei! Die sogenannte Viererbande, zu denen Mao (der ja tot war), seine Frau und 2 Freunde von ihm gehörten werden verhaftet. Im Radio wird gebracht: „Heute endet nach 10jähriger Dauer die große proletarische Kulturevolution. Sie hat viel Unheil gebracht.“ Als Sansan das hört beginnt sie zu zittern. Was steht ihr jetzt noch bevor? Sie sollte sich freuen, doch aus irgendeinem Grund wird sie traurig. Aus dem Grund, da selbst Maos Tod ihr ihre „verlorene“ Kindheit nicht mehr wieder geben kann. Ende 1976 hat Sansan die Schule abgeschlossen. Sie wartet nun zu Hause darauf, dass ihr eine Arbeitsstelle zugeteilt wird. Es gibt Gerüchte, dass die Universitäten die noch übrig geblieben waren wieder aufgemacht werden...
...Chen Danyan(oder auch Sansan)studiert auf der China Normal University chinesische Literatur und wird Schriftstellerin. Wenn sie heute danach gefragt wird warum sie dieses Buch „9 Leben“ genannt hat, antwortet sie:, Ich brauchte einfach neun Leben um das alles zu überstehen und so weit zu kommen, wie ich heute bin!’
Das gute Verhältnis zwischen ihr und ihrer Mutter hat sich bis heute nicht wieder hergestellt.


Über die Autorin:

Chen Danyan ist 1958 in Peking(Volksrepublik China) geboren und kam als Kind nach Shanghai(Volksrepublik China) wo sie noch heute lebt.
Sie ist verheiratet und Mutter eines Mädchens. Neben ihrer Arbeit als Redakteurin schreibt und übersetzt sie Kinderbücher. Für ihr Buch: „Tod einer Schülerin“ erhielt sie in China den Goldenen Preis. In „Ein Mädchen“ (In Deutschland unter “Neun Leben“ bekannt) erinnert sie sich an ihre Kindheit, besonders an ihre Schulzeit die geprägt war von den Ereignissen während der Kulturrevolution.


Charakterisierung der Personen:

-Sansan:
Sie ist als Kind noch sehr träumerisch, doch keineswegs naiv. Da sie, auf Grund ihres Sprachfehlers keine Freunde hat, ist sie von klein auf eine Einzelgängerin, was sie zwar nicht gerade selbstbewusst, aber stark macht. Sie hat viele Träume die durch die Kulturrevolution zerstört werden. Im Laufe ihrer Kindheit wird sie mit vielen schlimmen Dingen konfrontiert. Das macht sie stark. Und da sie nicht viele Dinge hat die ihr Halt geben können, ist sie von Anfang an sehr kämpferisch und gibt nicht auf. Den Tod ihres besten Freundes, die Wut auf Mao und die harte Kindheit bereiten sie auf den Ernst des Lebens vor und machen sie zu dem was sie heute ist.

-Sansan’s Mutter:
Sie ist eine strenge Mutter. Doch vor der Kulturrevolution ist sie eine Mutter die ihren Kinder, besonders Sansan viel
Zuwendung und Liebe zukommen lässt und sie gut aufzieht. Sie ist eine sehr selbstbewusste Frau(zumindest für die Verhältnisse der chinesischen Frauen) und nimmt ihre Aufgabe als Mutter und Ehefrau sehr ernst. Doch die Kulturrevolution macht sie traurig, ängstlich und sogleich zornig. Sie weiß nicht wie sie damit umgehen soll und lässt ihre ganzen Gefühle an ihrer kleinen Tochter aus, da diese sich ja nicht wehren kann!

-Sansan’s Vater:
Er liebt seine Familie und ist ihr ein guter Vater und Ehemann. Chen Danyan beschreibt ihn als sehr stark und vernünftig. Die ewigen Streitereien zwischen seine Frau und Tochter versucht er immer wieder im Zaum zu halten. Danyan geht nicht sehr auf das Verhältnis zwischen Vater und seine beiden Söhnen ein.

-Sansan’s Brüder:
Vor der Kulturrevolution sind sie zwei liebenswerte Jungen, doch die Kulturrevolution macht sie zu zwei brutalen Männern, die sich ihrer Familie und sich selbst völlig entfremden! Sie machen sich etwas selber vor und tun rein äußerlich auf stark, doch im Grund sind sie beide sehr schwach und verletzlich.


Eigene Bewertung des Buches:

Ich fand das Buch persönlich nicht schlecht, doch manches nicht ganz passend.
Die Autorin geht in dem Buch auf ihre eigenen Träume und Gedanken ein, jedoch nicht auf ihre Gefühle. Das fand ich nicht besonders gut, da sie ja die Hauptrolle spielt und es daher eigentlich wichtig wäre. Obwohl sie das Buch in der ‚ich’ Person geschrieben hat, merkt man, dass sie manchmal eigentlich gar nicht sich selbst, sondern irgendjemand anderen beschreibt. Das fand ich nicht besonders gut. Doch sie ist sehr auf die Veränderung von sich und vielen Anderen durch die Kulturrevolution eingegangen und das fand ich sehr wichtig und gut. Es hat mich gewundert das es Leute, die ein solches Erlebnis hinter sich haben, es trotzdem so weit gebracht haben.

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