Erfahrungsbericht von djaba
Suizid ist ein stets vorhandener Notausgang
Pro:
Gutes Deutsch, sauber recherchiert, umfangreich
Kontra:
depremierend, kleines ABC des Selbstmords
Empfehlung:
Nein
Heute möchte ich einen Bericht schreiben über das \"Lexikon der prominenten Selbstmörder\". Wohl jeder von uns hat schon mal über Selbstmord nachgedacht, vielleicht nicht besonders ernsthaft, aber dennoch haben sich die meisten Menschen schon einmal damit beschäftigt. So wundert es auch nicht, dass der Suizid bei den unter 21 jährigen die häufigste Todesursache ist. Denn ein oder anderen wird es vielleicht verwundern, dass sich gerade junge Menschen so häufig töten, denen doch noch das ganze Leben offen steht. Ich denke dies liegt in der speziellen Dynamik dieses Alter begründet, in der man sich kritischer sieht als je zuvor. So empfinden sich Jugendlich und junge Erwachsene meist als unzureichender als sich ein dreissig jähriger sehen würde.
Das Buch befaßt sich weniger mit den Ursachen des Suizids im Allgemeinen (wenngleich das Vorwort dieses Thema kurz angeht), sondern mit den Selbstmördern als Personen.
*** Gliederung des Buchs
Nach dem sehr guten Vorwort werden gleich die ersten Selbstmörder vorgestellt, die alphabetisch angeordnet sind. Sie stammen aus den verschiedensten Epochen (von der Antike bis zu Neuzeit) und den unterschiedlichsten Bereichen des öffentlichen Lebens (von Musikern, Dichtern, Politikern, hohen Militär bis zu Pornodarsteller). Die Berichte zu den jeweiligen Personen sind stets gleich aufgebaut. Zu jedem Toten steht eine kurze Lebensgeschichte, die Gründe für den Selbstmord (soweit bekannt), die Art und Weise des Suizids und bei den meisten ist auch noch ein schwarzweiß Foto angebracht. Es werden insgesamt über 300 Selbstmörder (ich war überrascht über die hohe Anzahl) mit einer kleinen Biographie gewürdigt. Neben den bekanntesten Selbstmördern wie Kleopatra VII, Nero, Vincent van Gogh, Kurt Cobain, Marilyn Monroe und Rex Gildo werden auch weniger bekannte Selbstmörder wie Sandor Kocsis (ungarischer Fußballspieler), Yuko Mishima (japanischer Schriftsteller) und Jean Amery (österreichischer Schriftsteller) gewürdigt.
Nach den Biographien folgen ein paar Seiten mit Fachbegriffen zum Thema Selbstmord, wie z.B. Abschiedsbrief und Christliche Position zum Suizid und ihrer Erklärung. Es sind allerdings nur 8 Seiten und die einzelnen Begriffe werden nur sehr oberflächlich abgehandelt. Das ganze steht unter der wie ich finde ein wenig zynischen Überschrift das „kleines ABC des Selbstmordes“. Dieses ABC ist der einzige wirklich Schwachpunkt des Buches, da es zu oberflächlich ist. Anschließend folgen mehre Listen wie die „zehn Filme in denen Selbstmord eine große Rolle spielt“ und „99 Selbstmord-Songs“ usw. Das Buch endet mit einer Bibliographie.
***Die Autoren
Gerald Grote ist 1955 geboren worden und eigentlich Grafik-Designer. Seit 1983 ist er als freier Autor tätig
Michael Völkel ist 1969 geboren worden und seit 1995 Chefredakteure des Braunschweiger Stadtmagazins „Cocktail“. Davor arbeitete er freiberuflich für Tageszeitungen und verfaßte unter anderen Songtexte für Rockbands.
Karsten Weyershausen kam 1963 zu Welt und ist sowohl als Autor als auch als Illustrator tätig. So erschienen seine Comic-Strips u.a. bei „Bravo“ „TV Hören und Sehen“, „Strichkunst“ und „Ilsemann“. Das „Lexikon der prominenten Selbstmörder“ ist sein erstes Sachbuch.
***Kurzinformationen
Lexikon Imprint im Schwarzkopf und Schwarzkopf Verlag(TB Nr. 35935)
Erstveröffentlichung: September 2000
345 Seiten
19,90 DM
ISBN 3-89602-265-2
***Links zum Thema Selbstmörder
Wer sich im Internet kundig machen will zum Thema Suizid, dem seien die Seiten: http://go.to/forum3222 (Hier kann man sich mit Betroffenen und Interessierten austauschen) sowie http://www.unet.univie.ac.at/~a9125121/selbstm1.html (hier wird der Suizid aus der Sicht Arthur Schopenhauers beleuchtet) und http://www.nur-ruhe.de/ (eine Seite mit weiterführenden Links zum Thema)ans Herz gelegt. Alle drei Seiten sind in Deutscher Sprache. Wenn ihr jetzt schon mal bei Ciao seid dann solltet ihr euch auch noch den Bericht von Asura über Suizid ansehen, da er meiner Meinung nach sehr gelungen ist.
***Fazit
Das Buch selbst ist sehr sauber und sachlich recherchiert worden. Allerdings handelt es sich um ein echtes Lexikon das heißt. man darf keine spannende Gute-Nacht-Lektüre erwarten und bei der Thematik ist natürlich klar dass Wiederholungen nicht ausbleiben können. Auch ist das Buch nicht gerade aufbauend, wenn man es an einem Stück durchliest, wie ich es tat, macht es einen ganz schön melancholisch. Ich denke, dass man das „kleine ABC des Selbstmordes“ hätte weglassen sollen, da es zu dürftig ist. Dieses ABC wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Entweder hätte man es ganz streichen sollen oder es richtig ausführlich angehen müssen. Insgesamt ist das Lexikon der prominenten Selbstmörder bis auf kleinere Schwächen sehr gut geschrieben und für alle Interessierten empfehlenswert. Über Sinn und Unsinn eines solchen Lexikon läßt sich natürlich streiten. Auch stellt sich die Frage wie es sich mit den nicht prominenten Selbstmördern verhält die dieses Buch mit keinen Satz würdigt.
PS: Der Titel meines Berichts ist übrigens ein Zitat von Hermann Hesse
erstellt am 17.02.2002 bei djaba 741 Wörter
Das Buch befaßt sich weniger mit den Ursachen des Suizids im Allgemeinen (wenngleich das Vorwort dieses Thema kurz angeht), sondern mit den Selbstmördern als Personen.
*** Gliederung des Buchs
Nach dem sehr guten Vorwort werden gleich die ersten Selbstmörder vorgestellt, die alphabetisch angeordnet sind. Sie stammen aus den verschiedensten Epochen (von der Antike bis zu Neuzeit) und den unterschiedlichsten Bereichen des öffentlichen Lebens (von Musikern, Dichtern, Politikern, hohen Militär bis zu Pornodarsteller). Die Berichte zu den jeweiligen Personen sind stets gleich aufgebaut. Zu jedem Toten steht eine kurze Lebensgeschichte, die Gründe für den Selbstmord (soweit bekannt), die Art und Weise des Suizids und bei den meisten ist auch noch ein schwarzweiß Foto angebracht. Es werden insgesamt über 300 Selbstmörder (ich war überrascht über die hohe Anzahl) mit einer kleinen Biographie gewürdigt. Neben den bekanntesten Selbstmördern wie Kleopatra VII, Nero, Vincent van Gogh, Kurt Cobain, Marilyn Monroe und Rex Gildo werden auch weniger bekannte Selbstmörder wie Sandor Kocsis (ungarischer Fußballspieler), Yuko Mishima (japanischer Schriftsteller) und Jean Amery (österreichischer Schriftsteller) gewürdigt.
Nach den Biographien folgen ein paar Seiten mit Fachbegriffen zum Thema Selbstmord, wie z.B. Abschiedsbrief und Christliche Position zum Suizid und ihrer Erklärung. Es sind allerdings nur 8 Seiten und die einzelnen Begriffe werden nur sehr oberflächlich abgehandelt. Das ganze steht unter der wie ich finde ein wenig zynischen Überschrift das „kleines ABC des Selbstmordes“. Dieses ABC ist der einzige wirklich Schwachpunkt des Buches, da es zu oberflächlich ist. Anschließend folgen mehre Listen wie die „zehn Filme in denen Selbstmord eine große Rolle spielt“ und „99 Selbstmord-Songs“ usw. Das Buch endet mit einer Bibliographie.
***Die Autoren
Gerald Grote ist 1955 geboren worden und eigentlich Grafik-Designer. Seit 1983 ist er als freier Autor tätig
Michael Völkel ist 1969 geboren worden und seit 1995 Chefredakteure des Braunschweiger Stadtmagazins „Cocktail“. Davor arbeitete er freiberuflich für Tageszeitungen und verfaßte unter anderen Songtexte für Rockbands.
Karsten Weyershausen kam 1963 zu Welt und ist sowohl als Autor als auch als Illustrator tätig. So erschienen seine Comic-Strips u.a. bei „Bravo“ „TV Hören und Sehen“, „Strichkunst“ und „Ilsemann“. Das „Lexikon der prominenten Selbstmörder“ ist sein erstes Sachbuch.
***Kurzinformationen
Lexikon Imprint im Schwarzkopf und Schwarzkopf Verlag(TB Nr. 35935)
Erstveröffentlichung: September 2000
345 Seiten
19,90 DM
ISBN 3-89602-265-2
***Links zum Thema Selbstmörder
Wer sich im Internet kundig machen will zum Thema Suizid, dem seien die Seiten: http://go.to/forum3222 (Hier kann man sich mit Betroffenen und Interessierten austauschen) sowie http://www.unet.univie.ac.at/~a9125121/selbstm1.html (hier wird der Suizid aus der Sicht Arthur Schopenhauers beleuchtet) und http://www.nur-ruhe.de/ (eine Seite mit weiterführenden Links zum Thema)ans Herz gelegt. Alle drei Seiten sind in Deutscher Sprache. Wenn ihr jetzt schon mal bei Ciao seid dann solltet ihr euch auch noch den Bericht von Asura über Suizid ansehen, da er meiner Meinung nach sehr gelungen ist.
***Fazit
Das Buch selbst ist sehr sauber und sachlich recherchiert worden. Allerdings handelt es sich um ein echtes Lexikon das heißt. man darf keine spannende Gute-Nacht-Lektüre erwarten und bei der Thematik ist natürlich klar dass Wiederholungen nicht ausbleiben können. Auch ist das Buch nicht gerade aufbauend, wenn man es an einem Stück durchliest, wie ich es tat, macht es einen ganz schön melancholisch. Ich denke, dass man das „kleine ABC des Selbstmordes“ hätte weglassen sollen, da es zu dürftig ist. Dieses ABC wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Entweder hätte man es ganz streichen sollen oder es richtig ausführlich angehen müssen. Insgesamt ist das Lexikon der prominenten Selbstmörder bis auf kleinere Schwächen sehr gut geschrieben und für alle Interessierten empfehlenswert. Über Sinn und Unsinn eines solchen Lexikon läßt sich natürlich streiten. Auch stellt sich die Frage wie es sich mit den nicht prominenten Selbstmördern verhält die dieses Buch mit keinen Satz würdigt.
PS: Der Titel meines Berichts ist übrigens ein Zitat von Hermann Hesse
erstellt am 17.02.2002 bei djaba 741 Wörter
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