Mehr zum Thema Literatur Testbericht

No-product-image
ab 6,52
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von Peter3110

DER ERSTE SCHLÜSSEL

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Die Welt und ihre Menschen haben im Laufe der Geschichte große literarische Werke hervorgebracht. Wer mich und meine Berichte kennt, was wohl bei den Wenigsten der Fall sein wird, weiß, dass ich mich besonders mit den Werken der Griechen beschäftige.
Um sich einen Zugang zu diesen großen Werken zu verschaffen, kann man zwei Wege gehen.
Zum einen die wohl am weitesten verbreitete Methode, nämlich das Kaufen einer Übersetzung. In diesem Fall muss man sich jedoch auf die Richtigkeit der Übersetzung verlassen können und man besitzt auch keine Möglichkeit diese Richtigkeit zu überprüfen.
Die andere Möglichkeit ist die Eigenübersetzung. Diese Methode beinhaltet zwar ein teilweise sehr mühsames Lernen und garantiert auch nicht eine fehlerfreie Übersetzung, doch sie hat eine Reihe von nicht zu unterschätzenden Vorteilen, die ich kurz nennen möchte:
Jede Übersetzung ist bereits eine Interpretation, da viele Worte anders aufgefasst werden können. So wird zwar die Bedeutung des Textes kaum verändert, die Tendenz, die er besitzt wird verändert, wodurch nicht mehr alle Denkrichtungen offen bleiben und einige Möglichkeiten so schon zuvor einfach ausgeschlossen werden.
Außerdem eröffnet sich durch das Arbeiten mit solchen Texten sofort ein ganz anderer Blick auf die Inhalte und Aussagen, was das Verständnis eines solchen Textes erleichtert.
Ferner nimmt das Übersetzen zwar mehr Zeit als das Lesen einer Übersetzung in Anspruch, was aber dazu führt, dass man sich automatisch eingehender mit dem Text beschäftigt.
Wie eben schon gesagt, hat diese von mir favorisierte Methode den scheinbaren Nachteil des Erlernen des Altgriechischen, was immer wieder als Buch mit sieben Siegeln bezeichnet wird. Neben Grammatik und Syntax (Satzbau) gehört dazu das große Feld der Vokabeln, was ein Schloss zum Altgriechischen ist. Hierzu möchte ich euch einen Schlüssel liefern, nämlich das Griechische Schulwörterbuch, den Gemoll, von dem ich euch heute berichten möchte.
Hin und wieder werde ich andere Sprachlexika zum Vergleich heranziehen, die ich euch dann aber auch nennen werde.

Aussehen/Design
Die äußere Gestaltung des Gemoll ist sehr spartanisch gehalten. Er ist in einer dicken grünen Karton gebunden, auf dem nur am Buchrücken und an der Vorderseite das Emblem „Gemoll“ aufgedruckt ist.
Der Gemoll ist 23cm lang, 17cm breit und 6cm dick. Damit gehört er zu den größeren Lexika und ist nur wenig kleiner als der Oxford Dictionary. Seine äußere Form ist insgesamt etwas abschreckend, was nicht am Einband, sondern an der Größe und vor allem dem Gewicht liegt.
So hat er eher einen „erschlagenden“ Charakter, weshalb ich meinen eigenen Gemoll nicht mit in die Schule nehme, sondern statt dessen immer einen aus unserem Griechisch Raum nehme.
Das Äußere eines Buches ist eigentlich nie wichtig und das gilt besonders für dieses Buch, denn hier kommt es nur auf den Inhalt an, wobei vom psychologischen Aspekt dieses Buch nur schwer zum Freund des Schülers oder des Übersetzers wird.
Nun aber zum Inhalt.

Inhalt
Der Gemoll umfasst den gesamten Wortschatz aller bisher katalogisierten griechischen Autoren, wobei ein Augenmerk auf die gelegt wird, die heute noch verstärkt gelesen werden.
Hier die Auflistung der Autoren: Aischylos, Aristophanes, Aristoteles, Arria, Bakchylides, Demosthenes, Euripides, Herodot, Hesiod, Homer, Isaios, Isokrates, Lukian, Lykurgos, Lysias, Das Neue Testament (natürlich kein Autor, aber der Gemoll beinhaltet dern Wortschatz aller Evangelien, aller Apostelbriefe, der Apostelgeschichte und der Offenbarung des Johannes), Pindar, Platon, Plutarch, Polybios, Sophokles, Thukydides, Theokrit, Timotheus und Xenophon.
Ferner bietet der Gemoll einen Anhang mit den neuesten Vokabeln aus Papyrus-Funden.
Zu diesem Angebot an Vokabeln kommt eine wirklich ausgezeichnete Einleitung von Heinz Kronasser. Diese gehandelt die geschichtlichen Umstände der Hellenen (Griechen), sowie vor allem die griechischen Dialekte, da das Griechische reich an Dialekten ist, die teilweise vermischt wurden. So seien hier nur das Dorische, das Attisch-Ionische und das Äolische (auch Lesbisch genannt, da es auf der Insel Lesbos gesprochen wurde). Hierz aber mehr in der Rubrik Gebrauch und Handhabung, mit der ich jetzt fortfahren werde.

Gebrauch/Handhabung
Der Gebrauch des Gemoll gestaltet sich im Vergleich zu den meisten anderen Sprachlexika äußerst schwierig. Als erstes fehlen an der Seite die Buchstabenaufdrucke, die normalerweise ein schnelles Aufschlagen eines Buchstaben ermöglichen. Dieses Problem kann man durch das Einfügen von kleinen Zetteln beheben, wobei ich diese Zettel immer als sehr störend empfinde, weshalb ich mein Exemplar auch so belassen habe, denn man gewöhnt sich auch daran ohne solche Buchstaben zu arbeiten.
Als nächstes muss man die fehlende Schülerfreundlichkeit kritisieren. Der Gemoll ist zwar schon in der neunten Auflage, doch da diese 1965 herausgegeben wurde und sich kein Verlag findet, der ihn neu auflegen und überarbeiten will, wie es zum Beispiel mit dem lateinischen Lexikon „Stowasser“ gemacht wurde.
So fehlen viele Querverweise und das Auffinden von Nebenformen gestaltet sich oft sehr schwierig. Ich hatte hier zu Beginn einige Problem, da ich jedoch sehr häufig mit dem Gemoll arbeite, habe sich diese Probleme gelegt. Ich kann sogar sagen, dass dieser Aufbau das logische Denken noch einmal zusätzlich fördert, da man so gezwungen ist um mehrere Ecken zu denken, um so zu seinem Ziel zu kommen. Im Endeffekt habe ich so mit dem Finden von Vokabeln auch praktisch keine Probleme mehr, weshalb ich diesen scheinbaren Nachteil zuletzt als einen Vorteil sehe.
Im Bereich des Inhalts hatte ich ja bereits die Dialekte angesprochen. Hier liegt das große Plus des Gemoll, da er diese Dialekte wirklich vorzüglich differenziert und auch daraufhin weist welcher Autor in welchem Dialekt schreibt. Besonders hilfreich wurde der Gemoll so im Bereich der attische Tragödie. So werden die einzelnen Episoden im Attisch-Ionischen gesprochen, während die Chorlieder im Dorischen vorgetragen werden.
So ist der Gebrauch als durchweg gut zu bewerten, womit ich dann auch zum Fazit meines Berichtes komme.

Fazit
Der Gemoll ist im Bereich des Altgriechisch konkurrenzlos und ist zum Preis von ca. 31€ zu kaufen. Sein Äußeres ist etwas „klotzig“, doch darauf kommt es nicht an.
Inhaltlich hat er zwar einige Schwächen, die aber darauf zurückzuführen sind, dass er schon lange nicht mehr aktualisiert wurde.
Der Gebrauch ist zwar nicht immer ganz leicht, dafür fördert er jedoch das logische Denken.
So bekommt der Gemoll von mir die Höchstnote und hoffe er wird mich noch lange, vor allem in meinem Griechisch-Abi in einem dreiviertel Jahr, unterstützen.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich schon auf zahlreiche Kommentare.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-19 16:18:35 mit dem Titel DER RETTER IN DER NOT

Ein überfüllter Raum. Alle Köpfe rauchen. Vor mit liegt eine Lateinklausur. Ich kämpfe mich durch die Syntax (Satzstruktur) und die Kongruenz (Beziehung der einzelnen Worte zueinander), doch da gibt es ein weiteres Problem: Die Vokabeln.

Um dem lieben Schüler in diesem Bereich eine Hilfestellung zu gewähren, ist es erlaubt sich ein Lateinisch-Deutsch Lexikon zu zulegen.
Zwar darf man ein Lexikon nicht von Anfang an benutzen, doch sobald man sich den Grundwortschatz angeeignet hat und die einzelnen Texte zu speziell werden, ist ein Lexikon strengstens erwünscht.
In meiner Schule ist der „Stowasser“ das am weitesten verbreitet Lexikon. So habe auch ich mit ihm mehrere Jahre sehr erfolgreich gearbeitet.
Meinem Bericht liegt die neu bearbeitete Auflage aus dem Jahre 1994 zu Grunde.

Die Aufmachung/ Das Äußere
An und für sich ist das Äußere eines Lexikon nicht sehr wichtig, wobei hier immer ein gewisses Maß an Psychologie mitspielt. Dieser neue Stohwasser ist mit seinen Maßen 16cm*23cm*4,5cm sehr handlich und macht durch diese für ein Lexikon sehr geringe Größe einen „freundlichen“ Eindruck auf den Schüler. Dies wird durch den farbenfrohen Einband, der von Friedensreich Hundertwasser gestaltet wurde, noch weiter verstärkt. Einige werden jetzt sicher denken was das ausmachen soll, diesen möchte ich jedoch andere Lexika entgegen halten, die oft dicker und vor allem größer sind und durch diesen Charakter auf den Schüler erschlagend wirken kann. So zum Beispiel mit dem Griechisch-Deutsch Lexikon, dem Gemoll, der fast sogar beängstigend aussieht.

Der Inhalt/Die Benutzung
Jetzt aber zum für den Schüler wichtigsten Teil, wobei ich Inhalt und die Benutzung miteinander verbinde, da ich dies für passend halte.
Im Stowasser sind alle Vokabeln der lateinischen Literatur, die publiziert wurde, aufgeführt. Die neue bearbeitete Ausgabe nimmt dazu noch eine Reihe von römischen Dichter auf, die wegen ihrer Anrüchigkeit in den 70er Jahren in der Schule nicht gelesen wurden. So ist die Vokabelauflistung praktisch umfassend und für den Schüler sogar perfekt.
Für die Benutzung ist die Art der Auflistung besonders wichtig, deshalb werden nun nicht nur einfach das Präsens beim Verb oder der Nominativ beim Substantiv aufgelistet, sondern auch das Perfekt und vor allem die unregelmäßigen Kojugations- und Deklinationsreihen. Womit der Stowasser dadurch extrem schülerfreundlich wird.
Ferner teilt er die einzelnen Wortbedeutungen in Sinneinheiten ein, damit man nicht wild herumsuchen muss und im Bereich einer Sinneinheit bleibt.
Außerdem geht die neue Ausgabe auch näher auf die Morphologie (Herkunft) eines Wortes ein und ist damit besonders gut für verrückte Menschen wie mich, die neben Latein auch noch Griechisch lernen.

Fazit
Die Zeit meines Latein ist mit dem so eben beendeten 12.Schuljahr zu Ende gegangen. Ich blicke auf 8 schöne Jahr zurück von denen mich der Stowasser 4 Jahre mit Rat und Tat unterstützt hat. Er besticht durch seine gute Strukturiertheit und vor allem durch seine Schülerfreundlichkeit, die mich das eine um das andere Mal gerettet haben.
So kann ich jedem Schüler, aber auch allen die in ihrer Freizeit einen der großen Klassiker übersetzen wollen, den Stowasser wärmstens empfehlen, da er alles bietet was man braucht. Der Preis von 23€ halte ich dafür auch für angemessen.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich schon auf zahlreiche Kommentare.

17 Bewertungen