Mehr zum Thema Literatur Testbericht

No-product-image
ab 6,52
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von feuermohn

das Buch : Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Dieses Buch bekam ich vor etwa einem halben Jahr von einer Freundin geschenkt, so nach dem Motto: „Lese mal, und Du wirst einiges besser verstehen“ ich dachte, es wäre wieder einer der üblichen Ratgeber für glückliche Beziehungen nach dem Motto: ziehen Sie sich etwas reizvolles an, kochen sie ihm sein Lieblingsessen und er wird sie auf ewig lieben und ich habe es dann daraufhin erst einmal eine ganze Zeit beiseite gelegt, da mich solche Bücher die im allgemeinen sogenannte Beziehungsprobleme ansprechen nicht wirklich interessieren.
Doch ich wurde angenehm überrascht. Auf leicht verständliche und humorvolle Weise werden einem hier die neuesten Erkenntnisse der Gehirn- und Evolutionsforschung vermittelt, wird geschildert, wie sehr unsere Gefühle und Stimmungen auch von Hormonen beeinflußt werden und plötzlich wird einem klar, warum viele Frauen Schwierigkeiten haben, Straßenkarten zu lesen und warum Männer in Konfliktsituationen den Mund nicht mehr aufkriegen. Beide können nichts dafür, daß sie sind wie sie sind, denn ihre Gehirnstrukturen sind völlig unterschiedlich angelegt.

Die Autoren Allan und Barbara Pease gehen in ihrem Buch nämlich auf allgemeine geschlechtsbezogene Vorurteile ein und liefern \"Ganz natürliche Erklärungen für eigentlich unerklärliche Schwächen\"

Haben wir Frauen uns nicht schon immer gefragt, warum uns der Liebste scheinbar nicht zuhört wenn er liest oder fernsieht?
Haben wir uns nicht schon immer darüber geärgert, dass er etwas das genau vor seiner Nase lag nicht fand?
Und werfen die Männer uns Frauen nicht schon seit Jahrhunderten vor, dass wir Plappermäuler sind und keinen Orietierungssinn haben?

In zahllosen Beispielen werden typische Beziehungssituationen geschildert, die jeder von uns hinreichend kennt.
Vor allen Dingen, mal so ganz nebenbei gesagt, hat mich dieses Buch auch in gewisser Weise recht erheitert. So dass ich selbst im Wartezimmer eines Arztes laut lachen mußte, als ich darin gelesen habe. Ich wurde natürlich bösen Blickes gestraft – nur es war halt o nett beschrieben und macht einige Dinge einfach klar und verständlich.
Hier einige Beispiele aus dem Buch:
Ein Mann steht vor dem geöffneten Kühlschrank.
Und fragt: \"Wo ist die Butter?\"
Sie antwortet: \"Im Kühlschrank.\"
Er daraufhin: \"Da ist sie nicht.\"

Sie kommt dann, greift zielsicher in den Kühlschrank und hält ihm die Butter hin.

Aber das heißt nicht das er blind ist, sein peripheres Gesichtsfeld ist einfach kleiner als das der Frau. Während eine Frau auf einen einzigen Blick ein interessantes Stück auf einem Wühltisch erspähen kann, muß der Mann den ganzen Wühltisch systematisch mit den Augen abtasten.
Dafür hat er aber ein sehr viel besser ausgeprägtes räumliches Sehen, was ihn mühelos rückwärts einbrachen lässt, während sie für einen winzigen Kleinwagen eine Parklücke in der Größe eines LKW mit Anhänger braucht.
Die Autoren erklären das eben so, das Frauen früher das Nest bewacht haben und dadurch bedingt den sogenannten Rund um Blick hatten und Männer eben früher auf die Jagt gegangen sind und dadurch nur zielsicher in eine Richtung geschaut haben.

Hier eines der Szenen aus dem Buch, welcher als Cartoon dargestellt ist:
Jane liebt Tarzan und wünscht sich, er würde sagen: Jane, du bist die einzige Frau für mich. Sag, daß du meine Dschungelkönigin sein willst.
Tarzan liebt Jane und wünscht sich, sie möge ihn erhören. Was sagt er? \"Ich Tarzan, du Jane.\"

Er nimmt dabei weder ihre Hand, noch fällt er auf die Knie. Für ihn ist die Sache klar. Er liebt sie ja und ist der Meinung, er habe alles wichtige gesagt.
Was lernen wir daraus: Frauen sind Gefühlsmenschen und tragen das nach außen. Männer sind auch Gefühlsmenschen, doch sie verbergen es geflissentlich. Als ehemaliger Jäger und Sammler hält \"er\" es instinktiv für gefährlich, seine Gemütsverfassung zu zeigen, weil er dann angreifbar für den Gegner würde.


Und hier noch etwas, damit wir Frauen das Geschlecht Mann besser verstehen können:
Er hat Probleme. Ärger im Job, der Wagen ist defekt, außerdem plagen ihn Geldsorgen. Was tut er? Er setzt sich vor den Fernseher und zappt entweder von einem Programm ins andere, oder er starrt wie hypnotisiert auf die Mattscheibe - und schweigt.
Wenn „Frau“ ihn dann fragt, ob etwas los wäre, antwortet er nur mit einem Nein.
Sie jedoch spürt, das etwas nicht stimmt und hakt immer weiter nach – nur er will seine Ruhe und erst einmal eine Lösung für sich finden.
Sie ist sauer. Sie will ihm doch nur helfen. Er ist sauer, denn er braucht die Ruhe, um über eine Lösung seiner Probleme nachzudenken.
Was lernen wir daraus: Eine Frau löst ihre Probleme, indem sie mit anderen darüber spricht. Ein Mann spricht erst darüber, wenn er eine Lösung gefunden hat - wenn überhaupt.
Meiner Meinung nach ist dieses Buch eine wirkliche Hilfe im Umgang miteinander. Hat man erst einmal begriffen, warum Männer und Frauen so unterschiedlich auf die gleiche Situation reagieren, wächst das Verständnis füreinander und es kommt viel seltener zu Frustrationen, die oft darin enden, das sie sich fragt: liebt er mich überhaupt noch.......

12 Bewertungen