Erfahrungsbericht von audicla
Gunter Sachs: Die Akte Astrologie
Pro:
erste wissenschaftl. Untersuchung zum Thema
Kontra:
viel Statistik, zum Teil Wiederholungen
Empfehlung:
Nein
Fische-Männer heiraten am liebsten ...
1997 erschien erstmalig im Goldmann-Verlag „Die Akte Astrologie“ von Gunter Sachs, ein wissenschaftlicher Nachweis eines Zusammenhangs zwischen den Sternzeichen und dem menschlichen Verhalten – so der Untertitel. Ich habe es in einer überarbeiteten und erweiterten Taschenbuchausgabe von Goldmann gelesen, die 1999 erschien.
Gunter Sachs, eher bekannt als Filmer und Fotograf und aus anderen Bereichen, studierte auch Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, wie man dem Buch entnehmen kann. Aus Lust an der Forschung selbst und weniger aus einem besonderen „Glauben“ an die Astrologie hat er diese wissenschaftliche Untersuchung vorgenommen, die hauptsächlich mit den Mitteln der Statistik erfolgte.
Wer sich von diesem Buch Aufschluss darüber erhofft, welches Sternzeichen sein Traumpartner haben sollte oder welches der erfolgversprechendste Beruf ist, liegt falsch. Denn Informationen dieser Art findet man hier nicht.
Interessanter ist das Buch schon eher für Menschen, die sich mit Astrologie beschäftigen, aber bislang in jeder Diskussion unterlagen, wenn es um die Beweiskraft ging. Denn zumindest die Tatsache, dass es einen Zusammenhang zwischen Sternzeichen und Verhalten gibt, kann Sachs mit dieser Untersuchung belegen.
Aber zunächst zum Aufbau des Buches:
Nach einem kurzen Vorwort, in dem Sachs schildert, wie er zu dieser Untersuchung gekommen ist, kommt eine Einführung in die Geschichte der Astrologie. Anschliessend wird in relativ einfachen Worten, die auch Nicht-Statistiker verstehen, aber auch genau und detailliert erklärt, wie die Studie gemacht wurde bzw. eine kurze Einführung in die Statistik gegeben.
Nun kommen einige Kapitel, in denen die verschiedenen Untersuchungs-Einheiten wie z. B. Wer lebt allein? oder Wer macht sich strafbar? oder Wer wählt den Freitod? dargestellt werden – sowohl schriftlich als auch graphisch. Nach dem Resümee äußern sich Dr. Rita Künstler (Dipl-Statistikerin – Ludwig Maximilian Uni München) und Jürgen Chlumsky und Dr. Manfred Ehling (Statistisches Bundesamt) zu der Untersuchung und auch zu den Argumenten der Kritiker und Gegner dieses Buches. Sie entkräften dabei die meisten Einwände, dass das Buch unwissenschaftlich wäre.
Im Anhang ist dann noch eine weitere sog. „Allensbacher Studie“ angefügt, wo es auch um das unterschiedliche Verhalten versch. Sternzeichen geht.
Das Buch liest sich gut, ist interessant, neigt aber aus Gründen der Wissenschaftlichkeit vielfach zu Wiederholungen. Für manche mag es dabei nicht so interessant sein, genau informiert zu werden, wie die Statistiken gemacht wurde, ist aber wie gesagt aus Gründen der Wissenschaftlichkeit sehr wichtig gewesen.
Die Erkenntnisse darüber, dass es zum Teil zu signifikanten Ergebnissen kommt, ist zwar sicherlich für die Astrologie bahnbrechend, für mein Empfinden waren diese Signifikanzen jedoch nicht so extrem, dass sich daraus besondere Erkenntnisse ableiten ließen. Vor allem aber sagt es über den einzelnen Menschen überhaupt nichts aus – wie es ja so oft mit der Statistik ist. Nur weil Fische signifikant häufiger Suizid verüben als andere Sternzeichen, muss es längst nichts für jeden Fisch bedeuten. Dies als Beispiel.
Diese Untersuchung kann von daher wohl nicht viel mehr als ein Grundstein für weitere Untersuchungen sein, in denen klarere und exaktere Ergebnisse herauskomme könnten.
Aber es ist immerhin die erste – zumindest bei einigen Fachleuten – anerkannte Untersuchung überhaupt zu diesem Thema, zumindest meines Wissens.
So, das sollte erst einmal genügen. Sicher spricht das Buch nur eine ganz spezielle Leserschaft an.
1997 erschien erstmalig im Goldmann-Verlag „Die Akte Astrologie“ von Gunter Sachs, ein wissenschaftlicher Nachweis eines Zusammenhangs zwischen den Sternzeichen und dem menschlichen Verhalten – so der Untertitel. Ich habe es in einer überarbeiteten und erweiterten Taschenbuchausgabe von Goldmann gelesen, die 1999 erschien.
Gunter Sachs, eher bekannt als Filmer und Fotograf und aus anderen Bereichen, studierte auch Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, wie man dem Buch entnehmen kann. Aus Lust an der Forschung selbst und weniger aus einem besonderen „Glauben“ an die Astrologie hat er diese wissenschaftliche Untersuchung vorgenommen, die hauptsächlich mit den Mitteln der Statistik erfolgte.
Wer sich von diesem Buch Aufschluss darüber erhofft, welches Sternzeichen sein Traumpartner haben sollte oder welches der erfolgversprechendste Beruf ist, liegt falsch. Denn Informationen dieser Art findet man hier nicht.
Interessanter ist das Buch schon eher für Menschen, die sich mit Astrologie beschäftigen, aber bislang in jeder Diskussion unterlagen, wenn es um die Beweiskraft ging. Denn zumindest die Tatsache, dass es einen Zusammenhang zwischen Sternzeichen und Verhalten gibt, kann Sachs mit dieser Untersuchung belegen.
Aber zunächst zum Aufbau des Buches:
Nach einem kurzen Vorwort, in dem Sachs schildert, wie er zu dieser Untersuchung gekommen ist, kommt eine Einführung in die Geschichte der Astrologie. Anschliessend wird in relativ einfachen Worten, die auch Nicht-Statistiker verstehen, aber auch genau und detailliert erklärt, wie die Studie gemacht wurde bzw. eine kurze Einführung in die Statistik gegeben.
Nun kommen einige Kapitel, in denen die verschiedenen Untersuchungs-Einheiten wie z. B. Wer lebt allein? oder Wer macht sich strafbar? oder Wer wählt den Freitod? dargestellt werden – sowohl schriftlich als auch graphisch. Nach dem Resümee äußern sich Dr. Rita Künstler (Dipl-Statistikerin – Ludwig Maximilian Uni München) und Jürgen Chlumsky und Dr. Manfred Ehling (Statistisches Bundesamt) zu der Untersuchung und auch zu den Argumenten der Kritiker und Gegner dieses Buches. Sie entkräften dabei die meisten Einwände, dass das Buch unwissenschaftlich wäre.
Im Anhang ist dann noch eine weitere sog. „Allensbacher Studie“ angefügt, wo es auch um das unterschiedliche Verhalten versch. Sternzeichen geht.
Das Buch liest sich gut, ist interessant, neigt aber aus Gründen der Wissenschaftlichkeit vielfach zu Wiederholungen. Für manche mag es dabei nicht so interessant sein, genau informiert zu werden, wie die Statistiken gemacht wurde, ist aber wie gesagt aus Gründen der Wissenschaftlichkeit sehr wichtig gewesen.
Die Erkenntnisse darüber, dass es zum Teil zu signifikanten Ergebnissen kommt, ist zwar sicherlich für die Astrologie bahnbrechend, für mein Empfinden waren diese Signifikanzen jedoch nicht so extrem, dass sich daraus besondere Erkenntnisse ableiten ließen. Vor allem aber sagt es über den einzelnen Menschen überhaupt nichts aus – wie es ja so oft mit der Statistik ist. Nur weil Fische signifikant häufiger Suizid verüben als andere Sternzeichen, muss es längst nichts für jeden Fisch bedeuten. Dies als Beispiel.
Diese Untersuchung kann von daher wohl nicht viel mehr als ein Grundstein für weitere Untersuchungen sein, in denen klarere und exaktere Ergebnisse herauskomme könnten.
Aber es ist immerhin die erste – zumindest bei einigen Fachleuten – anerkannte Untersuchung überhaupt zu diesem Thema, zumindest meines Wissens.
So, das sollte erst einmal genügen. Sicher spricht das Buch nur eine ganz spezielle Leserschaft an.
17 Bewertungen, 1 Kommentar
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22.04.2002, 10:40 Uhr von schnuppi
Bewertung: sehr hilfreichman sollte mehr zeit zum lesen haben...
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