Erfahrungsbericht von Indigo
Marco Polo auf Usedom und seine Insider-Tipps
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Marco Polo auf Usedom und seine Insider-Tipps
Wenn der Winter die Stadt verlässt und sich der Frühling in die Metropole quält, wenn die Ostseeküste gemächlich aus dem Winterschlaf erwacht, dann kann man vielleicht für ein verlängertes Wochenende dem Alltagsstress entfliehen. Was gibt es da im Vorfeld für Entscheidungskriterien? Die Entfernung (von Berlin) sollte nicht mehr als einen halben Tag im Auto zur Folge haben, vor Ort wäre ein Thermalbad oder ein schönes Erlebnisbad im März ein weiterer Faktor, der die Wetterlage relativiert und ein Kino würde die Erwartungen fast schon übertreffen, wenn es denn fußläufig erreichbar wäre. Zur Abrundung ist auch eine mittelgroße Stadt im näheren Umfeld interessant, einerseits zur Besichtigung, andererseits aber auch zum stressgemilderten Shopping.
Im Angebot waren dann Travemünde, Bensersiel, Damp 2000, Rügen, Prerow, Zingst auf dem Darß und die Insel Usedom. Die Suchmaschinen im Internet scheitern auf den Inseln der Nordsee regelmäßig am Monat März, zumindest dann, wenn es eine Pension mit Frühstück oder gar Halbpension sein soll. Alle eMail-Antworten verdeutlichten eindrucksvoll, dass erst ab Ostern so richtig Geld verdient werden kann. An der Ostseeküste hingegen war beim ersten Versuch in Kühlungsborn das Wunschangebot zum Wunschtermin schon ausgebucht. Letztlich ergab eine Anfrage in Zinnowitz eine positive Resonanz, eine sehr preiswerte Lösung meines Ansinnens: Drei Nächte mit Frühstücksbuffet im Doppelzimmer für zwei Personen für 90 Euro!
Hatte ich ursprünglich meine Recherche auf ein Pauschalarrangement konzentriert, so war nach der Buchungsbestätigung klar, dass nun das Arrangement für drei Tage eigenständig konstruiert werden musste. Ich habe an anderer Stelle schon darauf hingewiesen, für mich beginnt der urlaub schon mit der Vorbereitung. Der Erwerb von entsprechender Reiseliteratur gehört für mich ebenso dazu wie die differenzierte Information im Internet. Bei einem Kurzurlaub unter einer Woche greife ich in der Regel zum Marco Polo Reiseführer, der handlich, preiswert und kompakt die notwendigen Infos liefert. Für 7,95 Euro war die Wochenendlektüre beschafft und die erste Neugier zu befriedigen. Mein erster und letzter Usedom-Besuch ist inzwischen über 10 Jahre her und war auf einen Tagesausflug begrenzt.
Marco Polo Reiseführer werden in Mairs Geographischen Verlag aus Ostfildern herausgegeben und sind für insgesamt mehr als 4.000 Reiseziele vom Allgäu bis Vietnam und von Australien bis Zypern vorrätig. Das Impressum verrät das der Usedom-Reiseführer von Marco Polo inzwischen in der 7. aktualisierte Auflage 2003 vorliegt. Gehen wir davon aus, dass vor dem Beitritt der jungen Bundesländer die zweitgrößte deutsche Insel ebenso wie die größte deutsche Insel noch nicht im Programm war, dann fand der kleine Reiseführer entweder reißenden Absatz oder die dynamische Entwicklung nach der Wende verlangte immer wieder aktualisierte Neuauflagen.
Marco Polo strukturiert die Vorstellung der Insel Usedom klassisch mit geographischen Zahlen und historischen Daten zum traditionsreichen Badeort, stichwortartig wird das Wesentliche herausgearbeitet: Von Dr. Wernher Freiherr von Brauns ambivalenter Bedeutung, über Otto Lilienthal bis hin zu Karl Wilhelm Meinhold werden bedeutsame Personen der Usedomer Historie ebenso auf Günther-Jauch-Niveau vorgestellt wie die herausragende Tatsache, dass der gute, alte Strandkorb – dereinst in Rostock erfunden, noch heute auf Usedom in traditioneller Handarbeit hergestellt wird. Strandkörbe an der Nordseeküste und auf den ostfriesischen Inseln kommen heutzutage meines Wissens meistens aus Polen. Der Zusammenhang zwischen Handarbeit, Stundenlohn und Marktwirtschaft. verdeutlicht das Dilemma. Vielleicht eine ebenso erfolgsversprechende Variante für die neudeutsche Ich-AG. Auch Marco Polo wirbt in seinem kleinen Reiseführer für den Besuch des polnischen Teils der Insel Usedom. Ein Tagesausflug von Ahlbeck über den Grenzübergang an der B 111 ins polnische Swinemünde ist jedoch nur für Fußgänger und Radfahrer zugelassen. Der Reiseführer deutet zudem an, dass durchaus auch die umgekehrte Variante einen preiswerten Urlaub ergeben kann. Nicht wenige Touristen quartieren sich demnach in Swinemünde bzw. auf der Nachbarinsel Wolin in Misdroy ein und besuchen von dort dann den deutschen Inselteil.
Im weiteren Verlauf stellt Marco Polo die traditionellen Badeorte, die entsprechenden Sehenswürdigkeiten ebenso knapp wie übersichtlich vor. Tipps zu Übernachtungen, Restaurants, Kneipen, Theater, Musik und auch Thermalbädern liefern die notwendigen Infos.
Die für den Marco Polo Fan obligatorischen Ausflugsrouten per Auto, per Fahrrad und zu Fuß runden die Übersicht mit einem ausreichenden Kartenmaterial auf insgesamt 120 Seiten ab.
Immer wieder kritikfähig finde ich die Marco Polo Aufmachung mit den wunderbaren Insider-Tipps. Ich bin mir auch bei diesem Reiseführer wieder nicht sicher, was die Reiseführerredaktion mir damit sagen will. Entweder ich erhalte einen Tipp, den nicht jeder erhält und eine Information, die nicht jeder erfährt. Dann kann man dies einen Insider-Tipp nennen. Steht der sogenannte Tipp hingegen bei Marco Polo, dann beschränkt sich mein Insider-Wissen womöglich auf die Tatsache, dass die Information noch nicht in der BILD-Zeitung stand.
Insofern war ich dann doch erleichtert, dass die von mir gebuchte Pension nicht im Marco Polo Reiseführer für Usedom stand, über keine Homepage verfügte, sondern ihre Öffentlichkeitsarbeit auf ein Online-Foto mit eMail-Adresse beschränkt hat. Die Beruhigung fand keine Grenzen mehr, als auch meine Recherche bei www.marcopolo.de mit dem Versuch, ein Wochenendarrangement auf Usedom zur fraglichen Zeit zu buchen, kläglich scheiterte.
Aber dies war dann auch eigentlich schon wieder www.lastminute.com und eigentlich eine ganz andere Geschichte. Auch wenn der Marco Polo Reiseführer mir diverse Internetcafe-Adressen auf Usedom liefern kann, so werde ich den Aufenthalt wohl eher zu einem Internet-Kurzentzug nutzen.
Ein Reisebericht folgt dann als absoluter Insider-Tipp!
Indigo 2005
Wenn der Winter die Stadt verlässt und sich der Frühling in die Metropole quält, wenn die Ostseeküste gemächlich aus dem Winterschlaf erwacht, dann kann man vielleicht für ein verlängertes Wochenende dem Alltagsstress entfliehen. Was gibt es da im Vorfeld für Entscheidungskriterien? Die Entfernung (von Berlin) sollte nicht mehr als einen halben Tag im Auto zur Folge haben, vor Ort wäre ein Thermalbad oder ein schönes Erlebnisbad im März ein weiterer Faktor, der die Wetterlage relativiert und ein Kino würde die Erwartungen fast schon übertreffen, wenn es denn fußläufig erreichbar wäre. Zur Abrundung ist auch eine mittelgroße Stadt im näheren Umfeld interessant, einerseits zur Besichtigung, andererseits aber auch zum stressgemilderten Shopping.
Im Angebot waren dann Travemünde, Bensersiel, Damp 2000, Rügen, Prerow, Zingst auf dem Darß und die Insel Usedom. Die Suchmaschinen im Internet scheitern auf den Inseln der Nordsee regelmäßig am Monat März, zumindest dann, wenn es eine Pension mit Frühstück oder gar Halbpension sein soll. Alle eMail-Antworten verdeutlichten eindrucksvoll, dass erst ab Ostern so richtig Geld verdient werden kann. An der Ostseeküste hingegen war beim ersten Versuch in Kühlungsborn das Wunschangebot zum Wunschtermin schon ausgebucht. Letztlich ergab eine Anfrage in Zinnowitz eine positive Resonanz, eine sehr preiswerte Lösung meines Ansinnens: Drei Nächte mit Frühstücksbuffet im Doppelzimmer für zwei Personen für 90 Euro!
Hatte ich ursprünglich meine Recherche auf ein Pauschalarrangement konzentriert, so war nach der Buchungsbestätigung klar, dass nun das Arrangement für drei Tage eigenständig konstruiert werden musste. Ich habe an anderer Stelle schon darauf hingewiesen, für mich beginnt der urlaub schon mit der Vorbereitung. Der Erwerb von entsprechender Reiseliteratur gehört für mich ebenso dazu wie die differenzierte Information im Internet. Bei einem Kurzurlaub unter einer Woche greife ich in der Regel zum Marco Polo Reiseführer, der handlich, preiswert und kompakt die notwendigen Infos liefert. Für 7,95 Euro war die Wochenendlektüre beschafft und die erste Neugier zu befriedigen. Mein erster und letzter Usedom-Besuch ist inzwischen über 10 Jahre her und war auf einen Tagesausflug begrenzt.
Marco Polo Reiseführer werden in Mairs Geographischen Verlag aus Ostfildern herausgegeben und sind für insgesamt mehr als 4.000 Reiseziele vom Allgäu bis Vietnam und von Australien bis Zypern vorrätig. Das Impressum verrät das der Usedom-Reiseführer von Marco Polo inzwischen in der 7. aktualisierte Auflage 2003 vorliegt. Gehen wir davon aus, dass vor dem Beitritt der jungen Bundesländer die zweitgrößte deutsche Insel ebenso wie die größte deutsche Insel noch nicht im Programm war, dann fand der kleine Reiseführer entweder reißenden Absatz oder die dynamische Entwicklung nach der Wende verlangte immer wieder aktualisierte Neuauflagen.
Marco Polo strukturiert die Vorstellung der Insel Usedom klassisch mit geographischen Zahlen und historischen Daten zum traditionsreichen Badeort, stichwortartig wird das Wesentliche herausgearbeitet: Von Dr. Wernher Freiherr von Brauns ambivalenter Bedeutung, über Otto Lilienthal bis hin zu Karl Wilhelm Meinhold werden bedeutsame Personen der Usedomer Historie ebenso auf Günther-Jauch-Niveau vorgestellt wie die herausragende Tatsache, dass der gute, alte Strandkorb – dereinst in Rostock erfunden, noch heute auf Usedom in traditioneller Handarbeit hergestellt wird. Strandkörbe an der Nordseeküste und auf den ostfriesischen Inseln kommen heutzutage meines Wissens meistens aus Polen. Der Zusammenhang zwischen Handarbeit, Stundenlohn und Marktwirtschaft. verdeutlicht das Dilemma. Vielleicht eine ebenso erfolgsversprechende Variante für die neudeutsche Ich-AG. Auch Marco Polo wirbt in seinem kleinen Reiseführer für den Besuch des polnischen Teils der Insel Usedom. Ein Tagesausflug von Ahlbeck über den Grenzübergang an der B 111 ins polnische Swinemünde ist jedoch nur für Fußgänger und Radfahrer zugelassen. Der Reiseführer deutet zudem an, dass durchaus auch die umgekehrte Variante einen preiswerten Urlaub ergeben kann. Nicht wenige Touristen quartieren sich demnach in Swinemünde bzw. auf der Nachbarinsel Wolin in Misdroy ein und besuchen von dort dann den deutschen Inselteil.
Im weiteren Verlauf stellt Marco Polo die traditionellen Badeorte, die entsprechenden Sehenswürdigkeiten ebenso knapp wie übersichtlich vor. Tipps zu Übernachtungen, Restaurants, Kneipen, Theater, Musik und auch Thermalbädern liefern die notwendigen Infos.
Die für den Marco Polo Fan obligatorischen Ausflugsrouten per Auto, per Fahrrad und zu Fuß runden die Übersicht mit einem ausreichenden Kartenmaterial auf insgesamt 120 Seiten ab.
Immer wieder kritikfähig finde ich die Marco Polo Aufmachung mit den wunderbaren Insider-Tipps. Ich bin mir auch bei diesem Reiseführer wieder nicht sicher, was die Reiseführerredaktion mir damit sagen will. Entweder ich erhalte einen Tipp, den nicht jeder erhält und eine Information, die nicht jeder erfährt. Dann kann man dies einen Insider-Tipp nennen. Steht der sogenannte Tipp hingegen bei Marco Polo, dann beschränkt sich mein Insider-Wissen womöglich auf die Tatsache, dass die Information noch nicht in der BILD-Zeitung stand.
Insofern war ich dann doch erleichtert, dass die von mir gebuchte Pension nicht im Marco Polo Reiseführer für Usedom stand, über keine Homepage verfügte, sondern ihre Öffentlichkeitsarbeit auf ein Online-Foto mit eMail-Adresse beschränkt hat. Die Beruhigung fand keine Grenzen mehr, als auch meine Recherche bei www.marcopolo.de mit dem Versuch, ein Wochenendarrangement auf Usedom zur fraglichen Zeit zu buchen, kläglich scheiterte.
Aber dies war dann auch eigentlich schon wieder www.lastminute.com und eigentlich eine ganz andere Geschichte. Auch wenn der Marco Polo Reiseführer mir diverse Internetcafe-Adressen auf Usedom liefern kann, so werde ich den Aufenthalt wohl eher zu einem Internet-Kurzentzug nutzen.
Ein Reisebericht folgt dann als absoluter Insider-Tipp!
Indigo 2005
Bewerten / Kommentar schreiben