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Erfahrungsbericht von LosGatos

Marco Polo Reiseführer Gran Canaria

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wenn einer eine Reise macht....


.....und den Urlaub nicht ausschließlich mit Faulenzen am Tage und Disco-Besuchen bei Nacht verbringen möchte, sondern auch Land und Leute kennenlernen möchte, muss sich entsprechend darauf vorbereiten, wenn er die meist eher begrenzte Urlaubszeit effektiv nutzen und das zu Erlebende nicht ganz dem Zufall überlassen möchte. Mit anderen Worten, er braucht einen geeigneten Reiseführer. Die Auswahl des oder der Reiseführer wird dabei auch davon abhängen, wie lange die Reise dauern soll und wohin sie gehen soll. Wer z.B. eine längere China-Reise vorhat, wird sich auf den Urlaub anders und umfangreicher vorbereiten als jemand, der z.B. eine Woche auf Sylt verbringen möchte. Im ersteren Fall wird man vielleicht gleich mehrere umfangreichere Reiseführer anschaffen oder geeignete Lichtbildervorträge zur Einstimmung besuchen. Wer wie ich ausgesprochen gerne Insel-Urlaub macht, hat wahrscheinlich eher weniger ausführlichen Bedarf, weil Inseln meist etwas überschaubarer sind.

Dafür eignen sich meiner Meinung nach ganz hervorragend die Reiseführer der Reihe Marco Polo, die in Mairs Geographischem Verlag erschienen sind. Sie sind für 200-300 unterschiedliche Reiseziele herausgegeben worden, von A wie Ägypten bis Z wie Zypern. Sie sind entweder für die Bedürfnisse eines Inselurlaubs völlig ausreichend (Beispiel: Mallorca) oder gewähren zumindest die grundlegenden Einblicke in das Wissenswerte über ein Land (Beispiel: Australien).

Am Beispiel des Reiseführers für Gran Canaria, der mir bei meinem letzten Urlaub wertvolle Dienste geleistet hat, möchte ich im folgenden die Struktur vorstellen. Wer an detaillierteren Informationen über Gran Canaria interessiert ist, sei auf meine Berichte „Die ganze Welt ist da...“ und „Der schönste Ort auf Gran Canaria verwiesen“.


AUFTAKT: ENTDECKEN SIE GRAN CANARIA

Neben einem kurzen geschichtlichen Abriss (von der Entdeckung bis zum Tourismus) erhält man zunächst einen Überblick, was einen auf dieser Insel erwartet: Lage, Klima, Landschaft, Bevölkerung, Motivation zum Besuch


STICHWORTE: DÜNEN, SCHNEE UND CARNAVAL

Hier sind einige wichtige Stichworte alphabetisch geordnet: Altkanarier für geschichtliche Aspekte, Bananen für Vegetation, Dromedare für vierbeinige Inselbewohner oder Schnee für das, was man eigentlich hier am allerwenigsten erwartet. Das sind nur einige Beispiele.


ESSEN & TRINKEN: TAFELN WIE DIE CANARIOS

Wenn es um Kulinarisches geht, ist die Grundhaltung bei jedem ja sehr verschieden. Dem einen ist es völlig egal, was er isst, Hauptsache, es ist billig. Der andere schwört auf riesige Portionen. Der Misstrauische akzeptiert nur, was er kennt und von zu Hause gewohnt ist. Und manch einer wähnt sich nur bei Fast Food auf der sicheren Seite. Und dann bleiben noch diejenigen, zu denen auch ich mich zähle, die unbedingt die Spezialitäten des jeweiligen Landes kennenlernen möchten, auch wenn so was u.U. mit einem Risiko behaftet ist. Eine ehemalige asiatische Kollegin hat das auf einer Dienstreise einmal mit der Feststellung honoriert „Michael, you are very adventurous“.
So erweckt dieser Reiseführer entsprechende Neugier auf Gofio (Mehlsorte), Papas Arrugadas (kanarische Schrumpfkartoffeln) oder Mojo (Knoblauchsoße) und vieles mehr.


EINKAUFEN & SOUVENIRS: KERAMIK, KÄSE UND CALADO

Einkaufen kann man zwar auch daheim, aber dort hat man nicht immer die Zeit dazu. Vor allem ist man dort nicht in Spendierlaune. So verleiten riesige Einkaufszentren in Touristengebieten zum vermehrten Geldausgeben. Die Erfindung der Kreditkarte tut dazu ein übriges.
Somit sind Einkaufstips in einem Reiseführer i.a. von großem Interesse. Unter Calado (s.o.) verbergen sich übrigens handarbeitliche Erzeugnisse.


GRAN-CANARIA-KALENDER: FIESTAS UND WALLFAHRTEN

In vielen Ländern und Regionen gibt es ja landestypische Feste und Ereignisse. Wenn man das Glück hat, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, können religiöse oder musikalische Festivitäten durchaus von Interesse sein.



LAS PALMAS: ZWISCHEN KOLONIALZEIT UND JAHRTAUSENDWENDE

Der Hauptstadt Gran Canarias ist eineigenes Kapitel gewidmet. Es enthält u.a. Angaben über Hotels, Restaurants, Besichtigungen, Einkaufsmöglichkeiten sowie eine TOP6-Liste mit den Highlights.


DAS LANDESINNERE: WILDE SCHLUCHTEN, SCHROFFE HÖHLEN

Hier kommt insbesondere der Natur- und Wanderfreund auf seine Kosten. Denn Gran Canaria ist weit mehr als Sonne, Strand und Meer.


DER NORDEN: GRÜNE HÜGEL, SCHROFFE KLIPPEN

Hier ist der touristisch weniger besuchte, aber dafür umso interessantere und ursprünglichere Norden der Insel beschrieben. Leichter zu erreichen als die Bergwelt, weil man die Insel kreisförmig umfahren kann, ohne über die Serpentinen des Landesinneren zu müssen. Das Kapitel enthält Informationen über viele Ortschaften mit Angaben von Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants, Sehenswürdigkeiten, Öffnungszeiten und Preisen.


DER SÜDEN: STRÄNDE OHNE ENDE

Ein Bericht über die Sonnenseite Gran Canarias. Wo viel Sonne, da ist normalerweise auch viel Schatten. Mit Schatten meine ich hier die touristischen Hochburgen wie Maspalomas oder Playa del Inglés.


ROUTEN AUF GRAN CANARIA: ZWISCHEN HIMMEL UND MEER

Wer auf eigene Faust etwas unternehmen möchte, ist natürlich an lohnenswerten Routen interessiert, die man evtl. an einem Tag mit einem Mietwagen abfahren kann. Auf Gran Canaria sind das im Wesentlichen zunächst mal 2: einmal rund um die Insel, einmal quer durch.


PRAKTISCHE HINWEISE: VON ANKUNFT BIS ZOLL

Hier alphabetisch geordnet alles, was sonst noch im Urlaub wichtig ist. Das ganze wird ergänzt durch ein paar Sicherheits- und Verhaltenshinweise . Denn da wo Tourismus ist, gibt es meist auch mehr oder weniger Kriminalität. Außerdem gilt ja bei manchem Touristen immer noch der Grundsatz: Wer zahlt, schafft an. Was soviel heißt, der Tourist bestimmt auch die Landessitten. Wer dagegen ein guter Botschafter seines Landes sein will, tritt als Vorbild auf und sorgt nicht dafür, dass (meist negative) Vorurteile über seine Landsleute entstehen. Also erhält man hier im Reiseführer auch ein paar Hinweise zu Landessitten.


SPRACHFÜHRER SPANISCH: SPRECHEN UND VERSTEHEN GANZ EINFACH

Das ist natürlich leichter gesagt als getan, wenn man gar keine Grundkenntnisse hat. Auch wenn man auf Gran Canaria wenig Probleme hat, wenn man die Landessprache nicht spricht, zeugt es doch von Respekt vor den Einheimischen, wenn man wenigsten Grußformeln und Grundformen der Höflichkeit in der Landessprache beherrscht. Folge: man wird auf viel mehr Freundlichkeit stoßen. Ein kleiner Wortschatz ist hier zusammengestellt.


REISEATLAS GRAN CANARIA

Hier findet man ein paar Ausschnitte von Straßenkarten. Die Anschaffung zusätzlicher Straßenkarten ist dadurch nicht notwendig. Es sei denn, man hat vor, die entlegensten Buckelpisten per Geländewagen abzufahren. Hier ist auch gesondert vermerkt, was landschaftlich besonders lohnenswert ist.


FAZIT

Der Marco Polo Reiseführer GRAN CANARIA hat sich bei meinem 3wöchigen Urlaub im letzten Jahr als sehr hilfreich und völlig ausreichend erwiesen, um alles Wissenswerte über Gran Canaria in Erfahrung zu bringen. Bis Ende 2001 kostete er 14,80DM (vor Ort etwas teurer). Diese Reiseführer werden natürlich ständig gepflegt und aktualisiert, was Neuerungen, Veränderungen, Preise und Öffnungszeiten angeht. Die 11. von mir benutzte Ausgabe stammt aus dem Jahr 2000.

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 14.4.2002
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