Menhir Testbericht

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Erfahrungsbericht von vonFalkenberg

Ich wurde Fan von Fanzines

Pro:

Von Fans für Fans

Kontra:

Erträgliche Qualitätsvarianz

Empfehlung:

Ja

Ich bin vor einiger Zeit über ein etwas älteres Heft des Menhirs gestolpert und habe (für das x-zine.de) eine rezi zum Menhir #12 verfasst:

Dieses als Grenzzeitmagazin für Phantasten“ firmierende Fanzine bietet für 6 DM immerhin 52 Seiten mit Rollenspielabenteuern, Artikeln (die allerdings durchaus statt phantastischen Themen auch mal den letzten Abend im griechischen Lokal beschreiben), Stories und „dumme“ Sprüche aus Rollenspielgruppen. Durchgehend mit mehr oder weniger gelungenen Zeichnungen versehen ist dem Heft die Begeisterung der echten Fans durchaus anzusehen, welche über kleinere Schwächen leicht hinwegsehen lässt.

In einem ersten Artikel des Menhier #12 wird auf Musik in der Fantasy-Literatur eingegangen, wobei dies von der Bibel bis hin zu McCaffrey reicht. Dies ist sicherlich Interessant und könnte für das Rollenspiel durchaus einige Ideen liefern.
Weniger brauchbar für Rollenspieler, aber trotzdem informativ war ein Bericht über eine Kandidatin für die Fernsehshow „Risiko“. Man bekam hier einen guten Eindruck über das Gerangel hinter den Kulissen einer solchen Show.

Ein weiterer Beitrag kümmert sich um eine besonders possierliche Tierart: Ratten ! Hier werden so allerlei echte oder legendenumwobene Tatsachen um die Ratte zusammengestellt und mit Literaturhinweisen versehen. Da lässt sich auch für den Rollenspieler etwas finden. Ich bin aber immer noch kein grosser Fan dieser niedlichen kleinen Racker geworden.

Schon der nächste Beitrag ist schwer einzuordnen. Ein Erlebnis im griechischen Lokal lässt sich durchaus zu einer lustigen Begebenheit im nächsten Rollenspielabend ausbauen, ist allerdings kaum als besonders phantastisch zu bezeichnen. Sei´s drum, es war ganz witzig zu lesen.
Auch der nächste Bericht bleibt dem Thema \"Essen\" treu: Wer seine Kampagne im kulinarischen Bereich etwas historischer anlegen will ist mit dem Bericht über die antike Küche gut bedient.

Es gibt auch mehrere Kurzgeschichten im Heft: „Der Ruf“ beschreibt den Kontakt zu Aliens während eines interstellaren Krieges. „Ausgesperrt“ scheint eher einen Alptraum als eine reale Begebenheit zu beschreiben. Mit 6 Seiten die längste Geschichte ist die Fantasy-Story „Wächter der Dämmerpfade“. Ich fand persönlich „Der Sender“ am interessantesten, in der 2 Flüchtlinge entkommen, aber einen Funksender in einem nicht abnehmbaren Halsband tragen. Hier ist ganz offensichtlich nicht alles wie es scheint...
Im Gegensatz dazu ist „Ruhe“ eine eher humorvolle Geschichte in Anlehnung an den „Zauberlehrling“, und „Das Tier mit Rädern“ zeigt den Autoverkehr mal aus anderer Perspektive.

Aber ich gebe zu: Kurzgeschichten kann ich woanders auch bekommen; ich will ausgearbeitete Abenteuer ! Wie sieht es damit aus ? Da gäbe es zunächst mal mit „Kneipengespräche“ ein paar Ereignisse in einer Wirtschaft, welche man durchaus in das nächste Abenteuer einbauen kann. Als Ablenkung vom eigentlichen Abenteuer genauso gut geeignet wie als Beginn einer Kampagne.
Und mit „Entführt“ wird eine Kampagne vorgestellt, welche recht gut aussieht und den Vorteil hat das man sie auf Sparflamme laufen lassen kann. Hat mir ebenfalls recht gut gefallen.

Fazit: Die Geschichten sind recht nett zu lesen (auch wenn der kommende Bestsellerautor nicht dabei war), und alleine die Abenteuer wären die 6 DM schon wert. Man merkt jeder Seite an das sie mit Freude an der Sache verfasst wurde, und das macht mir den Menhir wirklich sehr liebenswert. Das \"fannische\" Aussehen abseits von mordernem Hochglanzdruck stört den gesamtewindruck keineswegs, da es mit soviel Sorgfalt und Liebe produziert wurde. Weiter so !

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