Mercedes-Benz S-Klasse Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2007
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Summe aller Bewertungen
- Fahreigenschaften:
- Fahrkomfort:
- Platzangebot:
- Zuverlässigkeit:
Erfahrungsbericht von pnh-135
Ein nahezu perfektes Auto
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Heute möchte ich über ein Auto schreiben, dass auf unseren Strassen einen ganz besonderen Platz einnimmt. Am Steuer eines solchen Wagens erwartet man in der Regel einen Politiker, einen Sportstar, einen Musiker, oder einen der im Lotto gewonnen hat. Die Rede ist von dem Spitzenmodell von Mercedes, nämlich der S-Klasse. Ich hatte die Gelegenheit mir den S600er (mit langem Radstand) genauer anzuschauen.
A.) Die S-Klasse
B.) Optik außen
C.) Optik innen
D.) Fahrtest
E.) Ausstattung
F.) Extras
G.) Technische Details
H.) Schlussfazit
A.) Die S-Klasse
Die S-Klasse ist ein Synonym für Luxus und Bequemlichkeit. Fast überall auf der Welt fahren die Reichen mit der S-Klasse. Sie gilt als besonders komfortabel, sicher und leistungsstark. Die aktuelle S-Klasse gibt es in 12 verschiedenen Varianten.
Das Einsteigermodell ist der S320 CDI, er hat 6 Zylinder, einen Dieselmotor und ist für 55.000 €zu haben.
Das Spitzenmodell ist der von mir getestete S600 mit langem Radstand. Dieser hat dann 12 Zylinder, keinen Dieselmotor und wahnsinnige 367 PS, der Preis liegt mit 110.000 € allerdings auch noch eine Etage höher.
B.) Optik außen
Außen sieht die neue S-Klasse nicht mehr so unsportlich aus wie die alte. Die S-Klasse ist, wie eine normale Limousine, geformt. Wert wurde dabei auch ein sportliches Aussehen gelegt. Es gibt keine Kanten oder Ecken, alles ist sehr schön abgerundet. Dennoch wirkt der Wagen auch sehr imposant, das liegt vor allem an seiner Länge von etwas mehr als 5 Metern. Allerdings hatte ich nie den Eindruck, dass der Wagen zu protzig, oder unsportlich wirkt. Das Außendesign ist Mercedes absolut gelungen, eine schöne, große Form und ein Hauch von Sportlichkeit machen den S600 zu einem sehr schöne Auto.
C.) Optik innen
Innen ist natürlich alles piekfein. Eine komplette Lederausstattung, Holzelemente in Wurzel-, oder Kastanienholz sind natürlich Standard. Was mir besonders gut gefallen hat war, dass wirklich jedes kleinste Instrument absolut verziert ist. Fast nirgends ist mehr Plastik zu sehen. Die vielen Bedienknöpfe sind sehr übersichtlich und leicht erreichbar angeordnet. Wenn Der S600 kein Lenkrad hätte, könnte man glatt meinen in einem Ufo zu sitzen.
D.) Fahrtest
Den Fahrtest werde ich, wie immer, an einer Art Beispielstrecke vornehmen. Diese Strecke fahre ich mit jedem Auto, über welches ich eine Meinung schreiben will, ab. Um einen möglichst guten Gesamtüberblick zu liefern, wurden folgende Strassen befahren: waldwegtrasse, Stadt, Autobahn, und einer Schnellstrasse. Ich denke, dass dies die gängigsten Strassen sind. In dem Fahrtest geht es wirklich nur um die Fahrleistung, das heißt um die kraft des Motors, der Federung und den dabei empfundenen Komfort. Auf Ausstattung und genaue Messwerte werde ich später eingehen.
Los geht die Fahrt auf einer Art Waldweg, der zwar asphaltiert, aber ziemlich holprig ist. Langsam lasse ich den Motor an, doch von dem ist fast nichts zu hören. Da ich die folgende Strecke schon kenne und weiß wie viel Probleme andere Autos auf diesem Weg schon hatten, fahre ich ganz langsam los. Und langsam rollt der S600 los. Die viele Unebenheiten bemerkt man fast gar nicht. Es ist als ob man einen halben Meter über dem Boden schweben würde. Das habe ich noch nie erlebt, nicht einmal in einem Geländewagen (BMW X5). Etwas übermütig trete ich das Gaspedal noch ein wenig weiter runter, und plötzlich passiert etwas, das ich nie von einem Auto dieser Größe gedacht hätte, der Wagen wird verdammt schnell. Die Beschleunigung ist echt fantastisch. Aber auch bei Tempo 100 bemerkt man kaum, dass man nicht daheim auf dem Teppichboden, sondern auf einem holprigen Feldweg fährt.
FAZIT: Auf dem Waldweg ist der S600 sehr gut, und muss sich hinter keinem Geländewagen verstecken. Allerdings wird man ganz schön blöd angeguckt, wenn man mit einem 200 000 DM Auto auf einem dreckigen Feldweg fährt.
Weiter geht die Fahrt auf einer Schnellstrasse. Und auch hier kam ich zu einem unglaublichen Erlebnis. Der Mercedes fährt sich wie ein Porsche (mein Vergleich ist der Porsche 911 Carrera 4 Cabrio, den ich auch schon getestet habe). Die Beschleunigung ist phänomenal, und die Lenkung ist sehr direkt. Somit lässt sich leicht die Spur wechseln. Ich würde sagen, dass mit dieser Limousine jeder sofort zurecht käme, der einen Führerschein besitzt. Einfacher kann Fahren nicht sein. Halt! Da ist doch eine Waschanlage, der Waldweg war doch ganz schön dreckig, und mit einer dreckigen S-Klasse möchte ich eigentlich nicht rumfahren. Natürlich ist es kein täglicher Anblick, dass jemand mit der S-Klasse durch die Waschmaschine fährt. Kinder schauen, und auch einige Erwachsene drehen sich um. Als der Wagen dann sauber ist, geht es weiter. Noch einmal auf die Schnellstrasse, Richtung Stadt. Beim Einfädeln in die richtige Spur bekommt man irgendwie sehr viel Respekt gezollt, den bisher lässt mich jeder freundlich passieren.
FAZIT: Auch auf der Schnellstrasse lässt sich der S600 sehr gut fahren. Toll ist auch, wie der Wagen andere Autofahrer abstoßen zu scheint, den jeder lässt Platz.
Weiter geht die fahrt in der Stadt, ein paar Besorgungen machen. Hier ist es nichts mehr mit freundlich Platz machen, hier sind die Strassen überfüllt, die Ampeln rot, und die Kurven eng. Hier schaut jeder, dass er selbst voran kommt. Und dass klappt in meinem Fall recht gut, die Kurven werden erstaunlich leicht genommen, und die Automatik sorgt dafür, dass auch die rechte Hand am Lenkrad ist, wenn sie nicht gerade irgendeine der vielen Tasten drückt, um irgendeine Funktion zu starten, die das Leben erleichtert. Plötzlich hört man weiter vorne Bremsen quietschen, und dann macht es auch schon bum. Da war da vorne wohl wieder ein Unfall. Eine Minute später hört man schon die Sirene tuten, und die Feuerwehr kommt auch. Na das kann ja dann dauern. Da bleibt wenigstens mal Zeit sich ein bisschen im wagen umzuschauen. Da ist wirklich alles am Platz. Jetzt fängt es plötzlich auch noch zu regnen an, und plötzlich schalten sich auch die Scheibenwischer automatisch ein. Würde man die riesigen Scheibenwischer nicht sehen, könnte man fast meinen, dass sie ausgeschaltet sind, so leise arbeiten sie. Nach einer viertel Stunde geht die Fahrt dann weiter. Also auf zum nächsten Supermarkt, dessen Parkplatz natürlich wieder überfüllt ist. Und hie stellt sich dann auch schon das erste Problem: wo soll ich parken, mit einem so langen Auto? Als ich dann einen geeigneten Platz gefunden habe, geht der Rest wie von alleine. Das Einparken funktioniert wirklich problemlos, das hatte ich mir nicht so leicht vorgestellt. Beim Aussteigen schauen natürlich viele Leute, wer denn da kommt, den eine S-Klasse vor dem Aldi hat schon Seltenheitswert. Aber an diese Blicke gewöhnt an man sich doch recht schnell. Nach dem Einkaufen mache ich zum ersten mal den Kofferraum auf. Und so groß wie ich ihn mir vorgestellt habe, ist der gar nicht. Natürlich reichen die 500 Liter Volumen aber durchaus für normale Einkäufe.
FAZIT: In der Stadt fährt sich der S600 ebenfalls sehr gut, allerdings macht sich die Größe, spätestens bei der Suche nach einem Parkplatz, bemerkbar.
Weiter geht mein Test auf einer Landstrasse, sie ist sehr schön, kurvig, und das Verkehrsaufkommen ist durchschnittlich. Auch hier fährt der 600er sich einwandfrei, die Kurven werden genommen, als seine es Gerade. Das Überholen läuft trotz Gegenverkehr sehr gut, da zum einen die Beschleunigung spitze ist, und zum anderen hat man das Gefühl, dass sowieso nicht passieren kann. Und so unrecht hat man damit auch gar nicht. Ein Auto dessen Leergewicht über 2 Tonen beträgt, und alle nur erdenklichen technischen Finessen hat, muss sich wohl kaum vor einem anderen Auto fürchten (ABER damit will ich auf keinen Fall zu rücksichtslosem Verhalten im Straßenverkehr raten! Aber das weiß natürlich jeder Autofahrer selbst. Wenn man sich vorstellt, dass die S-Klasse gegen einen kleinen Smart fährt, da fühlt man sich danach schon ganz schön anders.)
FAZIT: Hier machte die Fahrt bisher am meisten Spaß. Man fühlt sich wie auf einem Luftkissen.
Und schließlich kommt die letzte Etappe meiner Teststrecke, nämlich die Autobahn. Wollen wir doch sehen, was in dem Wagen steckt. Wie bereits mehrfach erwähnt ist die Beschleunigung top. Beim Hochbeschleunigen ruckelt absolut nichts, man könnte fast meinen, dass der Wagen nur einen Gang hätte. Komisch ist, dass fast alle Autofahrer Platz machen. Der 3er BMW macht freiwillig (ohne Hupkonzert) Platz. Und auch alle anderen Autofahrer tun so, als ob der Papst höchstpersönlich am Steuer sitzen würde. Bei Tempo 250 hört die Beschleunigung dann auf. Sogar bei Tempo 250 liegt der Wagen noch wie ein Brett auf der Strasse. Kein Über- oder Untersteuern. Auch wenn ich mich wiederhole: man fühlt sich wie auf einem Luftkissen.
FAZIT: Auch auf der Autobahn werden absolute Spitzenwerte erreicht.
E.) Ausstattung
Dies ist die Liste mit der serienmäßigen Ausstattung des S 600. Achtung! Sie ist sehr lang, wer sich nicht dafür interessiert kann sie getrost überspringen:
- Ablagefach unter dem Fahrsitz
- Fahrer- und Beifahrerairbag
- Sidebag (4 Stück)
- Windowbag
- Armlehne mit Fach im Fond
- Elektrische Außenspiegel, mit integriertem Blinklicht
- Außentemperaturanzeige
- Autotelefonvorrüstung, inklusive Telefon
- Brems-Assistent-System (BAS)
- Anzeige des Bremsverschleißes
- Verchromte Einstiegsleisten
- Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) beinhaltet: Anti-Blockiersystem (ABS) und Antreibsschlupf-Reglung (ASR)
- 4fach elektrische Fensterheber
- Warnanzeige für Öl- und Wasserstand
- Beleuchteter Fußraum
- Gepäcknetz im Kofferraum, und im Fußraum hinten
- 5gang Automatik
- Klimatisierungsautomatik mit Motor-Restwärmeausnutzung, inklusive Staub und Aktivkohlefilter
- 5 Kopfstützen
- beleuchteter Kosmetikspiegel im Fond
- elektrisch verstellbare Lenksäule, automatische Verstellung bei ein und Ausstieg
- Luftfederung
- Münzenhalter
- Multifunktionslenkrad
- Nebelscheinwerfer
- Radio mit 10 Lautsprechern, Antenne in Rückscheibe integriert
- Regensensor
- Reiserechner
- Sonnenblenden mit Vergrößerungsspiegel
- Tempomat
- Tippstartautomatik
- Verbandskasten
- Automatische Verrieglung während der Fahrt, mit Notöffnung bei Crash (abschaltbar)
- Wegfahrsperre
- Zentralverrieglung mit Crashsensor
- Active Body Control (ABC)
- Garagentoröffner im Außenspiegel
- 17 Zoll Leichtmetallräder
- Parktronic
- Elektrischer Rollladen für Heckfenster
- Schiebedach
- Sitzheizung auf allen Sitzen
- Xenonscheinwerfer mit Reinigungssystem
- Zylinder-Abschaltungs.System (ZAS)
- Warndreieck
Ich denke diese Ausstattung ist nahezu perfekt. Es sind sehr nützliche Dinge dabei, wie zum Beispiel die vielen Airbags, aber auch unnütze Sachen, wie zum Beispiel die Fußraumbeleuchtung. Toll finde ich, dass auch kleinere Dinge wie zum Beispiel ein Warndreieck oder Verbandskasten nicht vergessen wurden.
F.) Extras
Extras gibt es noch folgende:
- Abstandsregeltempomat
- Anhängevorrichtung
- Feuerlöscher
- Klapptisch
- Eigene Klimaanlage im Fond
- Kühlfach
- Standheizung
Und noch viele anderen Kleinigkeiten, wie zum Beispiel ein Skisack, andere Räder, und so weiter.
G.) Technische Details
Das sind die technischen Details die ich finden konnte (Werksangaben):
Anzahl Zylinder 12
Anzahl Ventile 3
Hubraum in cm3 5786
Nennleistung in kW 270
Nennleistung bei U/min 5500
Nenndrehmoment in Nm 530
Nenndrehmoment bei U/min 4250
Verbrauch auf 100 km: 19,9
Beschleunigung 0 - 100 km/h 6,3
Höchstgeschwindigkeit km/h 250
cw-Mittelwert 0,29
Radstand in mm 3085
Länge in mm 5158
Breite in mm 1855
Höhe in mm 1444
Wendekreis in m 12,1
Leergewicht 2035
Nutzlast in kg 425
Anhängelast ungebremst in kg 750
Anhängelast gebremst in kg 2100
Kofferraum Ladevolumen in Liter 500
Tankinhalt in Liter 88
Preis etwa 110.000 €
H.) Schlussfazit
Für über 100.000 € bekommt man mit dem Mercedes S600 ein nahezu perfektes Auto. Das Auto zu fahren ist einfach wunderschön, allerdings bekommt man für über 100.000 € auch andere schöne Autos. Dennoch ist der S600 absolut empfehlenswert, sowohl für Familien, als auch für Leute die gerne Aufsehen erregen. Da das aktuelle Modell erst wenige Monate alt ist, liegt der Gebrauchtwagenpreis noch relativ hoch. Aber in einem Jahr wird es dann bestimmt schon die ersten 600er für 50.000 € geben. Wer S-Klasse fahren will, der wird auch die Möglichkeit dazu haben, den der S600 ist nun mal das teuerste Modell. Billigere Modell gibt es gebraucht schon für rund 30.000 €.
A.) Die S-Klasse
B.) Optik außen
C.) Optik innen
D.) Fahrtest
E.) Ausstattung
F.) Extras
G.) Technische Details
H.) Schlussfazit
A.) Die S-Klasse
Die S-Klasse ist ein Synonym für Luxus und Bequemlichkeit. Fast überall auf der Welt fahren die Reichen mit der S-Klasse. Sie gilt als besonders komfortabel, sicher und leistungsstark. Die aktuelle S-Klasse gibt es in 12 verschiedenen Varianten.
Das Einsteigermodell ist der S320 CDI, er hat 6 Zylinder, einen Dieselmotor und ist für 55.000 €zu haben.
Das Spitzenmodell ist der von mir getestete S600 mit langem Radstand. Dieser hat dann 12 Zylinder, keinen Dieselmotor und wahnsinnige 367 PS, der Preis liegt mit 110.000 € allerdings auch noch eine Etage höher.
B.) Optik außen
Außen sieht die neue S-Klasse nicht mehr so unsportlich aus wie die alte. Die S-Klasse ist, wie eine normale Limousine, geformt. Wert wurde dabei auch ein sportliches Aussehen gelegt. Es gibt keine Kanten oder Ecken, alles ist sehr schön abgerundet. Dennoch wirkt der Wagen auch sehr imposant, das liegt vor allem an seiner Länge von etwas mehr als 5 Metern. Allerdings hatte ich nie den Eindruck, dass der Wagen zu protzig, oder unsportlich wirkt. Das Außendesign ist Mercedes absolut gelungen, eine schöne, große Form und ein Hauch von Sportlichkeit machen den S600 zu einem sehr schöne Auto.
C.) Optik innen
Innen ist natürlich alles piekfein. Eine komplette Lederausstattung, Holzelemente in Wurzel-, oder Kastanienholz sind natürlich Standard. Was mir besonders gut gefallen hat war, dass wirklich jedes kleinste Instrument absolut verziert ist. Fast nirgends ist mehr Plastik zu sehen. Die vielen Bedienknöpfe sind sehr übersichtlich und leicht erreichbar angeordnet. Wenn Der S600 kein Lenkrad hätte, könnte man glatt meinen in einem Ufo zu sitzen.
D.) Fahrtest
Den Fahrtest werde ich, wie immer, an einer Art Beispielstrecke vornehmen. Diese Strecke fahre ich mit jedem Auto, über welches ich eine Meinung schreiben will, ab. Um einen möglichst guten Gesamtüberblick zu liefern, wurden folgende Strassen befahren: waldwegtrasse, Stadt, Autobahn, und einer Schnellstrasse. Ich denke, dass dies die gängigsten Strassen sind. In dem Fahrtest geht es wirklich nur um die Fahrleistung, das heißt um die kraft des Motors, der Federung und den dabei empfundenen Komfort. Auf Ausstattung und genaue Messwerte werde ich später eingehen.
Los geht die Fahrt auf einer Art Waldweg, der zwar asphaltiert, aber ziemlich holprig ist. Langsam lasse ich den Motor an, doch von dem ist fast nichts zu hören. Da ich die folgende Strecke schon kenne und weiß wie viel Probleme andere Autos auf diesem Weg schon hatten, fahre ich ganz langsam los. Und langsam rollt der S600 los. Die viele Unebenheiten bemerkt man fast gar nicht. Es ist als ob man einen halben Meter über dem Boden schweben würde. Das habe ich noch nie erlebt, nicht einmal in einem Geländewagen (BMW X5). Etwas übermütig trete ich das Gaspedal noch ein wenig weiter runter, und plötzlich passiert etwas, das ich nie von einem Auto dieser Größe gedacht hätte, der Wagen wird verdammt schnell. Die Beschleunigung ist echt fantastisch. Aber auch bei Tempo 100 bemerkt man kaum, dass man nicht daheim auf dem Teppichboden, sondern auf einem holprigen Feldweg fährt.
FAZIT: Auf dem Waldweg ist der S600 sehr gut, und muss sich hinter keinem Geländewagen verstecken. Allerdings wird man ganz schön blöd angeguckt, wenn man mit einem 200 000 DM Auto auf einem dreckigen Feldweg fährt.
Weiter geht die Fahrt auf einer Schnellstrasse. Und auch hier kam ich zu einem unglaublichen Erlebnis. Der Mercedes fährt sich wie ein Porsche (mein Vergleich ist der Porsche 911 Carrera 4 Cabrio, den ich auch schon getestet habe). Die Beschleunigung ist phänomenal, und die Lenkung ist sehr direkt. Somit lässt sich leicht die Spur wechseln. Ich würde sagen, dass mit dieser Limousine jeder sofort zurecht käme, der einen Führerschein besitzt. Einfacher kann Fahren nicht sein. Halt! Da ist doch eine Waschanlage, der Waldweg war doch ganz schön dreckig, und mit einer dreckigen S-Klasse möchte ich eigentlich nicht rumfahren. Natürlich ist es kein täglicher Anblick, dass jemand mit der S-Klasse durch die Waschmaschine fährt. Kinder schauen, und auch einige Erwachsene drehen sich um. Als der Wagen dann sauber ist, geht es weiter. Noch einmal auf die Schnellstrasse, Richtung Stadt. Beim Einfädeln in die richtige Spur bekommt man irgendwie sehr viel Respekt gezollt, den bisher lässt mich jeder freundlich passieren.
FAZIT: Auch auf der Schnellstrasse lässt sich der S600 sehr gut fahren. Toll ist auch, wie der Wagen andere Autofahrer abstoßen zu scheint, den jeder lässt Platz.
Weiter geht die fahrt in der Stadt, ein paar Besorgungen machen. Hier ist es nichts mehr mit freundlich Platz machen, hier sind die Strassen überfüllt, die Ampeln rot, und die Kurven eng. Hier schaut jeder, dass er selbst voran kommt. Und dass klappt in meinem Fall recht gut, die Kurven werden erstaunlich leicht genommen, und die Automatik sorgt dafür, dass auch die rechte Hand am Lenkrad ist, wenn sie nicht gerade irgendeine der vielen Tasten drückt, um irgendeine Funktion zu starten, die das Leben erleichtert. Plötzlich hört man weiter vorne Bremsen quietschen, und dann macht es auch schon bum. Da war da vorne wohl wieder ein Unfall. Eine Minute später hört man schon die Sirene tuten, und die Feuerwehr kommt auch. Na das kann ja dann dauern. Da bleibt wenigstens mal Zeit sich ein bisschen im wagen umzuschauen. Da ist wirklich alles am Platz. Jetzt fängt es plötzlich auch noch zu regnen an, und plötzlich schalten sich auch die Scheibenwischer automatisch ein. Würde man die riesigen Scheibenwischer nicht sehen, könnte man fast meinen, dass sie ausgeschaltet sind, so leise arbeiten sie. Nach einer viertel Stunde geht die Fahrt dann weiter. Also auf zum nächsten Supermarkt, dessen Parkplatz natürlich wieder überfüllt ist. Und hie stellt sich dann auch schon das erste Problem: wo soll ich parken, mit einem so langen Auto? Als ich dann einen geeigneten Platz gefunden habe, geht der Rest wie von alleine. Das Einparken funktioniert wirklich problemlos, das hatte ich mir nicht so leicht vorgestellt. Beim Aussteigen schauen natürlich viele Leute, wer denn da kommt, den eine S-Klasse vor dem Aldi hat schon Seltenheitswert. Aber an diese Blicke gewöhnt an man sich doch recht schnell. Nach dem Einkaufen mache ich zum ersten mal den Kofferraum auf. Und so groß wie ich ihn mir vorgestellt habe, ist der gar nicht. Natürlich reichen die 500 Liter Volumen aber durchaus für normale Einkäufe.
FAZIT: In der Stadt fährt sich der S600 ebenfalls sehr gut, allerdings macht sich die Größe, spätestens bei der Suche nach einem Parkplatz, bemerkbar.
Weiter geht mein Test auf einer Landstrasse, sie ist sehr schön, kurvig, und das Verkehrsaufkommen ist durchschnittlich. Auch hier fährt der 600er sich einwandfrei, die Kurven werden genommen, als seine es Gerade. Das Überholen läuft trotz Gegenverkehr sehr gut, da zum einen die Beschleunigung spitze ist, und zum anderen hat man das Gefühl, dass sowieso nicht passieren kann. Und so unrecht hat man damit auch gar nicht. Ein Auto dessen Leergewicht über 2 Tonen beträgt, und alle nur erdenklichen technischen Finessen hat, muss sich wohl kaum vor einem anderen Auto fürchten (ABER damit will ich auf keinen Fall zu rücksichtslosem Verhalten im Straßenverkehr raten! Aber das weiß natürlich jeder Autofahrer selbst. Wenn man sich vorstellt, dass die S-Klasse gegen einen kleinen Smart fährt, da fühlt man sich danach schon ganz schön anders.)
FAZIT: Hier machte die Fahrt bisher am meisten Spaß. Man fühlt sich wie auf einem Luftkissen.
Und schließlich kommt die letzte Etappe meiner Teststrecke, nämlich die Autobahn. Wollen wir doch sehen, was in dem Wagen steckt. Wie bereits mehrfach erwähnt ist die Beschleunigung top. Beim Hochbeschleunigen ruckelt absolut nichts, man könnte fast meinen, dass der Wagen nur einen Gang hätte. Komisch ist, dass fast alle Autofahrer Platz machen. Der 3er BMW macht freiwillig (ohne Hupkonzert) Platz. Und auch alle anderen Autofahrer tun so, als ob der Papst höchstpersönlich am Steuer sitzen würde. Bei Tempo 250 hört die Beschleunigung dann auf. Sogar bei Tempo 250 liegt der Wagen noch wie ein Brett auf der Strasse. Kein Über- oder Untersteuern. Auch wenn ich mich wiederhole: man fühlt sich wie auf einem Luftkissen.
FAZIT: Auch auf der Autobahn werden absolute Spitzenwerte erreicht.
E.) Ausstattung
Dies ist die Liste mit der serienmäßigen Ausstattung des S 600. Achtung! Sie ist sehr lang, wer sich nicht dafür interessiert kann sie getrost überspringen:
- Ablagefach unter dem Fahrsitz
- Fahrer- und Beifahrerairbag
- Sidebag (4 Stück)
- Windowbag
- Armlehne mit Fach im Fond
- Elektrische Außenspiegel, mit integriertem Blinklicht
- Außentemperaturanzeige
- Autotelefonvorrüstung, inklusive Telefon
- Brems-Assistent-System (BAS)
- Anzeige des Bremsverschleißes
- Verchromte Einstiegsleisten
- Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) beinhaltet: Anti-Blockiersystem (ABS) und Antreibsschlupf-Reglung (ASR)
- 4fach elektrische Fensterheber
- Warnanzeige für Öl- und Wasserstand
- Beleuchteter Fußraum
- Gepäcknetz im Kofferraum, und im Fußraum hinten
- 5gang Automatik
- Klimatisierungsautomatik mit Motor-Restwärmeausnutzung, inklusive Staub und Aktivkohlefilter
- 5 Kopfstützen
- beleuchteter Kosmetikspiegel im Fond
- elektrisch verstellbare Lenksäule, automatische Verstellung bei ein und Ausstieg
- Luftfederung
- Münzenhalter
- Multifunktionslenkrad
- Nebelscheinwerfer
- Radio mit 10 Lautsprechern, Antenne in Rückscheibe integriert
- Regensensor
- Reiserechner
- Sonnenblenden mit Vergrößerungsspiegel
- Tempomat
- Tippstartautomatik
- Verbandskasten
- Automatische Verrieglung während der Fahrt, mit Notöffnung bei Crash (abschaltbar)
- Wegfahrsperre
- Zentralverrieglung mit Crashsensor
- Active Body Control (ABC)
- Garagentoröffner im Außenspiegel
- 17 Zoll Leichtmetallräder
- Parktronic
- Elektrischer Rollladen für Heckfenster
- Schiebedach
- Sitzheizung auf allen Sitzen
- Xenonscheinwerfer mit Reinigungssystem
- Zylinder-Abschaltungs.System (ZAS)
- Warndreieck
Ich denke diese Ausstattung ist nahezu perfekt. Es sind sehr nützliche Dinge dabei, wie zum Beispiel die vielen Airbags, aber auch unnütze Sachen, wie zum Beispiel die Fußraumbeleuchtung. Toll finde ich, dass auch kleinere Dinge wie zum Beispiel ein Warndreieck oder Verbandskasten nicht vergessen wurden.
F.) Extras
Extras gibt es noch folgende:
- Abstandsregeltempomat
- Anhängevorrichtung
- Feuerlöscher
- Klapptisch
- Eigene Klimaanlage im Fond
- Kühlfach
- Standheizung
Und noch viele anderen Kleinigkeiten, wie zum Beispiel ein Skisack, andere Räder, und so weiter.
G.) Technische Details
Das sind die technischen Details die ich finden konnte (Werksangaben):
Anzahl Zylinder 12
Anzahl Ventile 3
Hubraum in cm3 5786
Nennleistung in kW 270
Nennleistung bei U/min 5500
Nenndrehmoment in Nm 530
Nenndrehmoment bei U/min 4250
Verbrauch auf 100 km: 19,9
Beschleunigung 0 - 100 km/h 6,3
Höchstgeschwindigkeit km/h 250
cw-Mittelwert 0,29
Radstand in mm 3085
Länge in mm 5158
Breite in mm 1855
Höhe in mm 1444
Wendekreis in m 12,1
Leergewicht 2035
Nutzlast in kg 425
Anhängelast ungebremst in kg 750
Anhängelast gebremst in kg 2100
Kofferraum Ladevolumen in Liter 500
Tankinhalt in Liter 88
Preis etwa 110.000 €
H.) Schlussfazit
Für über 100.000 € bekommt man mit dem Mercedes S600 ein nahezu perfektes Auto. Das Auto zu fahren ist einfach wunderschön, allerdings bekommt man für über 100.000 € auch andere schöne Autos. Dennoch ist der S600 absolut empfehlenswert, sowohl für Familien, als auch für Leute die gerne Aufsehen erregen. Da das aktuelle Modell erst wenige Monate alt ist, liegt der Gebrauchtwagenpreis noch relativ hoch. Aber in einem Jahr wird es dann bestimmt schon die ersten 600er für 50.000 € geben. Wer S-Klasse fahren will, der wird auch die Möglichkeit dazu haben, den der S600 ist nun mal das teuerste Modell. Billigere Modell gibt es gebraucht schon für rund 30.000 €.
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