Metal Gear Solid 3 - Snake Eater (PS2 Spiel) Testbericht

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ab 45,80
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Summe aller Bewertungen
  • Grafik:  sehr gut
  • Sound:  sehr gut
  • Bedienung:  sehr einfach
  • Wird langweilig:  nie
  • Suchtfaktor:  sehr hoch
  • Spielanleitung:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Magickatrin

Überleben im Dschungel

Pro:

Grafik, Sound, Story, Abwechslung

Kontra:

Kameraführung

Empfehlung:

Ja

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Story:
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Als Spieler übernimmt man die Rolle des Super-Agenten Snake. Die Story spielt im Jahre 1964, somit dürfte von vornherein klar sein das es nicht der aus Metal Gear Solid oder Metal Gear Solid 2 bekannte Solid Snake ist, den man fortan durch die Spielwelt steuern wird. Metal Gear Solid 3 - Snake Eater spielt weit vor den Geschehnissen der beiden direkten Vorgänger. Kenner der Metal Gear Reihe wissen daher schnell, das es kein geringerer als der berühmt berüchtigte Big Boss ist, um den es hier geht.

Die erste Mission führt Snake in den russischen Dschungel. Er soll einen Wissenschaftler befreien, der dort festgehalten wird. Natürlich ist das nicht irgendein Wissenschaftler. Der gute Mann hat einen Panzer entwickelt, der in der Lage ist nukleare Sprengkörper von jeden beliebigen Punkt Russlands auf die USA abzufeuern. Ganz freiwillig hat er dabei nicht an der Entwicklung gearbeitet, vielmehr wurde er von einem gewissen Colonel Volgin dazu gezwungen. Die geplante Rettungsmission geht allerdings schief...

Metal Gear Solid 3 wartet mit einer enorm spannenden Hindergrundgeschichte auf, bei der es um eine Verschwörung von enormen Ausmaß geht.

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Steuerung:
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Kenner der bisherigen Metal Gear Spiele dürften sich recht schnell zurechtfinden, denn die Steuerung ist vom Grundprinzip her nicht wesentlich verändert worden. Noch immer wird der Held des Spiels aus einer Ansicht von schräg oben gesteuert.

Neulinge allerdings werden mit Sicherheit eine Weile brauchen um die vielen Aktionen wirklich zu beherrschen, denn ganz einfach ist der Einstieg in das Spiel nicht. Ein Tutorial oder anderweitige Trainingsmissionen gibt es leider nicht. Dafür kann man sich aber kurze Erklärungen samt Video ansehen, eine Art Anschauungsunterricht wenn man so will.

Prinzipiell lässt sich sagen das die Steuerung in der Praxis sehr gut funktioniert. Einziger Kritikpunkt ist die Kameraperspektive. Leider gibt es nach wie vor keine frei bewegliche Kamera und dummerweise ist das Sichtfeld in der vorgegebenen Einstellung arg begrenzt. Das kennt man natürlich auch schon aus den beiden Vorgängern. Aber bei Snake Eater kommt erschwerend hinzu das es den altbekannten Radar nicht mehr gibt. Zwar stehen ähnliche Hilfsgeräte im Objektmenü zur Verfügung, allerdings sind diese nur eingeschränkt als Alternative zu sehen. Es ist nicht möglich die Blickrichtung der Gegner zu sehen und auch Geräte die beispielsweise sich bewegende Objekte anzeigen sind nicht wirklich verlässlich, denn es werden nicht nur Menschen erfasst, sondern auch Tiere - und davon gibt es im Dschungel reichlich.

Um nicht völlig orientierungslos herumlaufen zu müssen gibt es eine Übersichtskarte. Hier ist die eigene Position eingezeichnet und man weiß auch stets in welche Richtung man sich bewegen muss um zum nächsten Zielpunkt zu gelangen.

Um einen Überblick der näheren Umgebung zu erhalten ist es oft notwendig in die Ego-Perspektive zu wechseln. Das geht zwar mit einem Knopfdruck blitzschnell, allerdings kann man sich in dieser Ansicht nicht vorwärtsbewegen.

Während des Spiels kommt es häufig vor das man diverse Menüs aufrufen muss. Auch das ist gut gelöst und immer sehr übersichtlich.

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Grafik:
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Die Grafik ist einfach Top, wobei man das immer relativ sehen muss, denn in gewisser Weise sind natürlich die Möglichkeiten der PS2 seitens des technisch machbaren begrenzt.

Die meiste Zeit verbringt man im Dschungel. Und der ist einfach unglaublich realitätsnah dargestellt, üppige Vegetation, viele verschiedene Tiere, ab und zu Gewässer und sogar Höhlen durchstreift man. Es fallen Blätter von den Bäumen, das Gras bewegt sich wenn man darüber läuft, man findet sogar Fußabdrücke von Gegnern und es gibt schöne Wettereffekte. Farblich gibt es natürlich bei der Gestaltung der Dschungel-Level kaum Abwechslung, aber das ist trotzdem nicht als Kritikpunkt zu sehen, sondern einfach realistisch. Abwechslung bei der Optik gibt es aber dennoch. So klettert man auf Berggipfel und gelegentlich führen die Einsätze auch in verschiedene Gebäude. Auch hier gibt es nichts negatives zu sagen.

Besonders beindruckend sind jedoch die Charaktere, die sehen nicht nur extrem detaliert aus, sondern verfügen auch über ansehnliche und vor allem natürlich wirkende Animationen.

Eine sehr große Rolle haben bei Metal Gear schon immer die Videosequenzen gespielt und mich persönlich haben sie stets sehr beeindruckt. Bei Metal Gear 3 Snake Eater ist das nicht anders. Die ohnehin fantastische Story wird in unglaublich tollen Zwischensequenzen erzählt, die man ohne Übertreibung als filmreif bezeichnen kann.

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Sound:
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Wer jemals Metal Gear Solid auf der PSOne gespielt hat, der wird sich mit Sicherheit noch an die deutsche Synchronisation des Spiels erinnern, denn die war wirklich grauenhaft. In Metal Gear Solid 2 und Metal Gear Solid - The Twin Snakes (nur für Game Cube erschienen und ein Remake des ersten Teils) wurde dann von vornherein auf eine deutsche Sprachausgabe verzichtet. In Anbetracht der gelungen englischen Synchronisation war das allerdings genau die richtige Entscheidung. Und so verwundert es wohl auch nicht das Metal Gear Solid 3 erneut ohne deutsche Sprachausgabe ist. Toll finde ich das Snake erneut den gleichen Sprecher hat und der passt irgendwie perfekt zu dieser Figur im Spiel. Aber auch bei den anderen Charakteren gibt es hinsichtlich der Synchronstimmen nichts zu kritisieren. Bei Bedarf kann man sich übrigens deutsche Untertitel anzeigen lassen.

Perfekt ist auch die ProLogic II. Soundkulisse insgesamt, man könnte tatsächlich meinen der Dschungel erwacht zum Leben in diesem Spiel. Man hört Geräusche verschiedener Tiere, das Rascheln des Grases, wenn beispielsweise eine Schlange angekrochen kommt oder falls sich Gegner nähern.

Und auch bei den actionreicheren Szenen ist der Sound stets überzeugend, Waffengeräusche oder Explosionen hören sich sehr überzeugend an.

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Spielspass:
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Neben der Fortsetzung von Splinter Cell gehörte Metal Gear Solid 3 zu meinen ganz persönlichen Favoriten bei Spielen, die in diesem Jahr erscheinen sollten. Und während bei Splinter Cell die Wartezeit auf den Nachfolger nur ein knappes Jahr betrug, waren es bei Metal Gear Solid weit über 2 Jahre. Meine Erwartungen waren zugegebenermaßen hoch, etwas skeptisch war in Bezug auf Metal Gear auch, schließlich war die Story ein gut gehütetes Geheimnis - gemäß der Serien-Tradition könnte man fast meinen. Und bei Metal Gear Solid 2 gab es da ja schon etwas Verwunderung (eventuell auch Verärgerung) darüber, das man plötzlich nach kurzer Spielzeit statt Snake einen jungen Nachwuchsagenten steuerte.

Ohne zuviel vorweg zu nehmen - wer den blonden Jüngling aus Teil 2 nicht leiden konnte, der kann vollkommen unbesorgt sein, denn in Metal Gear Solid 3 ist es ausschließlich Snake, dessen Geschicke der Spiele leiten wird.

Zu Beginn des Spiels hat man zunächst einmal verschiedene Auswahloptionen, z.B. "Ich spiele zum erstem Mal MGS", "Mir Gefällt MGS 1" oder "Mir gefällt MGS 2". Weiterhin kann man den Schwierigkeitsgrad auswählen, von sehr einfach bis Extrem, insgesamt gibt es 5 Stück. Nach erstmaligen Durchspielen steht dann noch ein zusätzlicher Schwierigkeitsgrad zur Verfügung, nämlich Europäisches Extrem.

Nach einer spektakulären Videosequenz, in der Snake mit dem Fallschirm im Dschungel landet, übernimmt der Spieler die Rolle von Snake. Dummerweise hat sich der Rucksack mit Ausrüstungsgegenständen in einem Baum verfangen und der Top-Agent hat für den Anfang lediglich ein Messer bei sich. Doch besagter Baum ist zum Glück nur wenige Meter entfernt. Ein Druck auf die Aktionstaste des Controllers genügt und schon klettert Snake völlig eigenständig den Baumstamm hinauf und sammelt das gute Stück wieder ein. Anschließend setzt er seinen Weg zielstrebig fort. Nach nur wenigen Spielminuten trifft er auf die ersten Gegner. Von seinem Vorgesetzten hat er eine exakte Aufgabenstellung - den Wissenschaftler zu befreien und dabei unbemerkt bleiben. Doch letzteres ist leichter gesagt als getan. Ein neues Feature ermöglicht es zwar die Kleidung jederzeit zu wechseln, passend zur Umgebung, was eine hervorragende Tarnmöglichkeit ist, durch das Dschungelgras kriechend kann sich Snake gut den Blicken sämtlicher Widersacher entziehen. Aber sofort macht sich auch das Fehlen des Radarbildschirms negativ bemerkbar. Die Schritte eines Feindes kann man hören und die Richtung auch gut zuordnen, allerdings lässt sich nur schwer feststellen in welche Richtung er gerade blickt. Ebenso hat man keine Ahnung ob möglicherweise Kollegen von ihm in der Nähe sind. Da hilft nur das Fernglas weiter. Aber natürlich bringt es rein gar nichts im Liegen hindurchzuschauen, mitten im Gras ist die Sicht logischerweise schlecht. Also muss sich Snake notgedrungen etwas aufrichten, kniend kann die Umgebung so ganz gut ausgekundschaftet werden. Aber die Gefahr der Entdeckung steigt, der eingeblendete Wert des Tarnindexes gibt darüber sofort Auskunft. Scheinbar sind nur 2 Wachen in der Nähe, um jeglichen Ärger zu vermeiden ist es besser um die beiden einen weiten Bogen zu machen. Leider misslingt das aber, denn irgendwie hat Snake wohl noch nicht die richtige Orientierung erlangt...
Also an dieser Stelle hab ich zum ersten mal das unflexible Kamerasystem verflucht, denn es ist schwierig die nähre Umgebung im Auge zu behalten während man durchs Gras robbt. Das Ganze endete dann so das ich doch entdeckt wurde von den Wachen. Aber zum Glück verfügt Snake ja auch über recht gute Nahkampftechniken, so war es nicht schwer die beiden Gegner KO zu schlagen und schnell das Weite zu suchen. Dabei ist das ganz am Anfang alles noch ein Kinderspiel, mit fortschreitender Spieldauer nimmt aber der Schwierigkeitsgrad zu. Obwohl Metal Gear Solid 3 zeitweise richtig actionreich ist, so ist es immer noch ein Schleichspiel, denn auf höherem Schwierigkeitsgrad enden Frontalangriffe gegen eine große Übermacht von Feinden stets tödlich. Davon abgesehen ist auch Munition stets sehr knapp bemessen. Und dann wird auch die mangelnde Übersicht oftmals zum Problem. Höhepunkt des Ärgernisses ist dann ein Bosskampf, bei dem der Gegner in der Lage ist sich unsichtbar zu machen. An einem Fleck stehen bleiben und die Umgebung in Ego-Ansicht genau zu beobachten geht natürlich nicht, weil man ja so unfreiwillig zur perfekten Zielscheibe wird. Läuft man umher und entdeckt den Gegner plötzlich hat man aber ganz schnell die Übersicht verloren beim Versuch die Ansicht zu wechseln um einen präzisen Treffer zu landen.

Im weiteren Spielverlauf entpuppen sich dann auch die verschieden Aktionen als äußerst schwierig. So hat es in den Vorgänger-Spielen unglaublich viel Spaß gemacht sich von hinten an Gegner anzuschleichen und diese dann zu packen um sie als menschliches Schutzschild zu benutzen oder auch nur um sie lautlos auszuschalten. Aufgrund des fehlenden Radars ist das bei Metal Gear Solid 3 allerdings kaum von Erfolg gekrönt, denn dank der geringen Sichtweite scheiterten meine Versuche größtenteils. Dabei gibt es nun sogar zusätzliche Möglichkeiten für Snake im Nahkampf.

Aber mal abgesehen vom Kamerasystem gibt es sonst absolut nichts zu kritisieren, ganz im Gegenteil. Da wäre zum einen die Story, die so unglaublich spannend in genialen Zwischensequenzen erzählt wird. Man wird sofort davon in den Bann gezogen und bis zum Schluss bleibt die Spannung erhalten, wenn man erst mal mit dem Spiel begonnen hat kann man sich kaum davon losreisen bis man das Ende der Geschichte kennt. Es gibt immer wieder überraschende Wendungen. Interessant ist natürlich auch das Wiedersehen mit bekannten Charakteren aus Teil 1 und 2.

Aber auch spielerisch bleibt es stets enorm spannend und es mangelt auch keinesfalls an Abwechslung. Die Spielweise von Metal Gear hat mich schon seit jeher begeistert und Snake Eater ist eigentlich der Höhepunkt der Serie. Die Spielatmosphäre ist glaubhaft umgesetzt, realistischer kann ich mir einen Dschungel in einem Videospiel eigentlich gar nicht vorstellen.

Gegenüber den Vorgängern gibt es natürlich auch einige Änderungen. So ist es nicht mehr damit getan im Objektmenü einen Verband auszuwählen um eine Blutung zu stoppen oder Lebensenergie mit sogenannten Rationen wieder aufzufüllen. Stattdessen gibt es nun ein spezielles Optionsmenü in dem man den Punkt Heilung auswählt. Hier gibt es dann ein Röntgenbild wo eventuelle Verletzungen angezeigt werden. Je nach Verletzungsart wählt man eine entsprechende Behandlung. Hat Snake sich Beispielsweise beim durchqueren des Flusses Blutegel eingefangen, dann werden die mit der Zigarre ausgebrannt. Bei einer Schusswunde wird die Kugel mit dem Messer entfernt, die Wunde desinfiziert, die Blutung gestoppt und schließlich wird noch ein Verband angelegt. Brandwunden hingegen müssen mit einer speziellen Salbe behandelt werden. Auch kann es vorkommen das Snake man einen Bruch hat, etwa nach einem Sturz, dann wird eine Schiene angelegt und es kommt ein Verband darüber. Eine weitere Art der medizinischen Behandlung sind beispielsweise die Behandlungen von Vergiftungen, schließlich passiert es im Dschungel schnell mal von einer Schlange gebissen zu werden. Aber auch Magenbeschwerden können unter gewissen umständen auftreten und sollten umgehend behandelt werden. Aber auch hierfür gibt es das richtige Mittel. Doch ganz gleich ob Verbandsmaterial, Salben oder Serum, nichts ist in beliebiger Anzahl vorhanden. Daher muss immer Ausschau gehalten werden um die Vorräte aufzufüllen.

Ebenfalls über dieses Menü kann man den Rucksack auswählen. Hier finden sich alle Dinge, getrennt nach Objekte und Waffen, die Snake gegenwärtig in seinem Besitz hat. Platz im Rucksack ist beliebig. Für das Schnell-Auswahl-Menü muss man jedoch Prioritäten setzen, denn im Waffen- und Objektmenü können jeweils nur 8 Gegenstände abgelegt werden.

Eine weitere Neuerung ist die Tarnung. Konnte sich Snake früher höchstens unter einem Karton verstecken, so hat er nun die Möglichkeit Kleidung und Gesichtsbemalung der Umgebung anzupassen. Im Idealfall ist der Tarnindex so gut das Snake für seine Feinde quasi unsichtbar ist.
Auch Snakes leibliches Wohl muss nun Beachtung geschenkt werden, denn der Top-Agent benötigt für`s Überleben im Dschungel auch Nahrung. Und die muss er sich natürlich selbst suchen. Gelegentlich finden sich in Warenlagern fertige Lebensmittel, hauptsächlich werden die aber direkt in der Natur gesucht. So gibt es Pilze und Früchte, aber auch ordentliche Fleischportionen nachdem ein Tier erlegt wurde. Ob Krokodil, Hase, Ziege oder Frosch, alles kann verspeist werden. Selbst einige Schlangenarten sind durchaus essbar. Aber - wie im echten Leben- solche Nahrungsmittel halten sich natürlich nicht ewig. Nach einiger Zeit verderben sie, was wiederum zu Magenbeschwerden führt falls sie dennoch vertilgt werden. Dabei ist nicht jedes Nahrungsmittel gleichwertig was den Sättigungsgehalt und damit verbunden die Wiederherstellung der Ausdauer anbelangt.

Ich muss sagen das mir besonders am Anfang das Tarnen, Heilen oder Nahrung suchen sehr viel Spaß gemacht haben. Es sind schon geniale Ideen. Mit fortstreitender Spieldauer habe ich es allerdings als etwas lästig empfunden immer wieder ins Menü wechseln zu müssen.

-Ausrüstung-

Gewohnt umgangreich fällt das Waffensortiment und sonstige Ausrüstungsgegenstände aus. Waffentechnisch ist alles erdenkliche vorhanden, ein Messer für den Nahkampf (wobei es aber auch nur für zahlreiche andere Zwecke dient), Betäubungspistole, Scharfschützengewehr, Maschinengewehr, Schrotflinte, Raketenwerfer, diverse Granaten, Sprengstoff u.s.w., es ist also für jede Situation die passende Waffe vorhanden. Außerdem gibt es viele nützliche Objekte, etwa Fernglas, Nachtsichtgerät, Fackeln, Geräte mit verschiedenen Ortungsfunktionen, die berühmten Kartons dürfen natürlich auch nicht fehlen, obgleich die in Snake Eater etwas an Bedeutung verloren haben.

Ebenfalls zur Ausrüstung gehört ein Funkgerät, über das Snake direkten Kontakt zu seinen Vorgesetzen und anderen Teammitgliedern hält. Hat die Einsatzleitung wichtige Informationen, dann meldet diese sich automatisch. Aber es ist auch jederzeit möglich selbst bei einem der zur Verfügung stehenden Personen anzurufen. Die Gespräche sind immer sehr interessant und oftmals erfährt man so auch nützliche Dinge.

-Snakes Bewegungs-Aktionen-

Um im Dschungel überleben zu können und eine Chance gegen zahlenmäßig überlegene Feinde zu haben, muss ein Top-Agent wie Snake natürlich auch über athletische Fähigkeiten verfügen. Und in dieser Beziehung hat er wirklich eine Menge drauf. Er kann laufen, schwimmen, kriechen, sich mit dem Rücken an eine Wand pressen und dabei vorsichtig um Ecken spähen, mit der richtigen Ausrüstung ist er zudem in der Lage aus der Deckung heraus zu schießen. Auch das erklimmen hoher Bäume stellt für ihn kein Problem dar. An Geländern oder Felsvorsprüngen kann er sich Entlanghangeln und mit dem richtigen Timing gelingt es sogar Feinde zu überwältigen, wenn er sich blitzschnell wieder nach oben schwingt. Aus dem Lauf heraus kann Snake außerdem eine Rolle vollführen und Gegner damit zu Boden reißen. Und auch im Nahkampf hat er zahlreiche Moves drauf.

Die Bewegungen sehen dabei realistisch aus, allerdings bewegt sich Snake nicht so elegant wie beispielsweise ein Sam Fisher.

-KI-

Die Ki funktioniert sehr gut, obwohl man hier deutliche Unterschiede feststellen kann im Zusammenhang mit dem gewählten Schwierigkeitsgrad. Gelingt es auf der leichtesten Stufe noch relativ einfach an Gegnern unbemerkt vorbei zu kommen, so muss man sich auf den höherem Schwierigkeitsgraden schon einiges einfallen lassen um Feinde auszutricksen, denn die sehen und hören nahezu alles. Wurde man entdeckt dann geht sofort der Alarm los und Verstärkung rückt an. Und dann wird systematisch die ganze Umgebung durchkämmt, ein Versteck zu finden ist dann nicht immer leicht. Und auf einen offenen Schusswechsel kann man es kaum ankommen lassen, denn die zahlenmäßig überlegenen Gegner treffen in der Regel sehr gut und suchen außerdem geschickt Deckung, um sich dann von unterschiedlichen Seiten aus vorzuarbeiten.

Aber nicht nur vor menschlichen Gegnern muss man sich in acht nehmen. Von Zeit zu Zeit bekommt es auch mit Wachhunden zutun. Hier nützt dann natürlich auch die beste Tarnuniform nichts mehr...

-Charaktere-

Ein besonderes Merkmal der Metal Gear Serie sind seit jeher die Charaktere, keine 08/15 Figuren, sondern alle mit ganz besonderen Eigenschaften und jeder davon hat seine eigene Geschichte. Dabei will ich jetzt keine unnötige Aufzählung sämtlicher Charaktere darbieten, aber ein kleiner Einblick erscheint mir schon wichtig.

Im Mittelpunkt steht natürlich der Held des Spieles, der den Codename Snake trägt. Er ist Mitglied der Fox-Spezialeinheit. Er ist bestens ausgebildet für den Nahkampf, beherrscht es sich ungesehen durch feindliches Territorium zu bewegen, kann aber auch hervorragend mit allen erdenklichen Waffen umgehen. Interessant ist natürlich für Kenner der Vorgänger-Spiele seine charakterliche Entwicklung. Wie konnte ein Top-Agent der treu seiner Regierung diente schließlich zum legenderen "Big Boss" werden? Sehr interessant ist aber auch die Figur eines jungen Majors der Spetsnaz, nämlich Ocelot, der in Teil 1 und 2 ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt hat. Weitere Personen sind etwa die Spionen Eva, die ganz offensichtlich eine Leidenschaft für das Motorradfahren hat und die Snake bei seinen Missionen unterstützt. Offenbar ist sie eine Spionin des KGB, früher soll sie aber für die NSA gearbeitet haben. Doch was sind ihre wirklichen Ziele, warum hilft sie Snake ? Natürlich soll das an dieser Stelle nicht verraten werden, aber bei Metal Gear ist alles möglich und am Ende kommt es schließlich ganz anders als erwartet. Man darf also wirklich gespannt sein. Im Vorfeld tauchte bereits oft der Name "The Boss" auf und man hat sich natürlich gefragt wer oder was dahinter steckt. Nun, gleich zu Spielbeginn folgt die Erklärung. The Boss ist eine Frau, die jahrelang Snakes Mentorin war. Im Prinzip hat Snake all seine Fähigkeiten von ihr vermittelt bekommen. Auch sie hat natürlich ihre ganz eigene Geschichte und man wird immer wieder erneut überrascht, denn in Metal Gear ist nichts und niemand so, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.

-Bosskämpfe-

Im Verlauf des Spiels trifft man auf Verschiedene Zwischen- bzw. Endgegner. Diese Bosskämpfe sind auf jeden Fall immer wieder Highlights, jeder Gegner verfügt über andere Fähigkeiten, teilweise auch Übernatürliche. Daher braucht man für jeden Endgegner eine ganz besondere Strategie. Es macht unglaublich viel Spaß und schafft dabei stets Abwechslung. So trifft man irgendwann auf "The End", ein Mann von über 100 Jahren. Er sitzt die meiste Zeit im Rollstuhl und schläft, gilt aber als meisterhafter Scharfschütze, der zudem perfekt die Tarnung im Dschungel beherrscht. Beim Scharfschützenduell zwischen ihm und Snake wird sofort klar, diesen Mann darf man nicht unterschätzen. Ich persönlich empfand "The End" als den Schwierigsten Bossgegner, zumal Snake während dieser Zeit schnell an Kondition verlor und daher auch die Nahrungssuche immer notwendig war.

Obwohl das Spiel Metal Gear Sold 3 heißt, tritt man diesmal nicht gegen den legendären Panzer auf 2 Beinen an, der in der Lage ist Nuklearraketen abzufeuern. Aber es gibt immerhin eine Alternative, den sogenannten Shagohod, der immerhin einige Parallelen zu Metal Gear Ray oder Metal Gear Rex aufweist. Erwähnt wird der Metal Gear aber dennoch und es ist schon äußerst interessant zu erfahren wie es dazu kam das dieser Kampfkoloss ein paar Jahre später tatsächlich gebaut wurde.

-Spielzeit-

Eine generelle Aussage zur Spielzeit lässt sich schwer treffen, denn es kommt natürlich darauf an auf welchen Schwierigkeitsgrad man spielt und damit verbunden auch auf die eigene Spielweise. Wer wie Rambo durch den Dschungel läuft sieht den Abspann mit Sicherheit deutlich früher. Setzt man hingegen auf Schleicherei, dann kann das bedeutend länger dauern. Ich habe für das Erstmalige Durchspielen rund 20 Stunden gebraucht, wobei ich oftmals versucht habe unauffällig zu bleiben, aber gelegentlich auch die direkte Variante gewählt habe. Die reine Spielzeit ist allerdings um ein paar Stunden kürzer, denn die häufigen und teilweise auch sehr langen Zwischensequenzen sowie die Funkgespräche machen schon ein paar Stunden der Gesamtspielzeit aus. Nach dem Hauptspiel stehen dann außerdem noch zusätzliche Möglichkeiten zur Verfügung, die durchaus ebenfalls noch ein paar unterhaltsame Spielstunden bescheren können. Der Wiederspielwert ist aufgrund der Linearität des Spiels nicht unbedingt hoch für den Durchschnittspieler, der lediglich ein unterhaltsames Game erwartet. Für Fans der Serie dürfte das aber anders sein und höhere Schwierigkeitsgrade, neue Waffen und Uniformen könnten durchaus Motivation sein für mehrmaliges durchspielen.

-Zusatz-

Neben dem Hauptspiel gibt es noch zusätzliche Möglichkeiten der Unterhaltung.

Da wäre zum Beispiel der Modus "Schlange gegen Affe". Insgesamt gibt es 7 Level, die allesamt aus dem Hauptspiel stammen, allerdings räumlich stark eingrenzt sind. Ziel ist es alle Affen (stammen aus Ape Escape) einzufangen, was durchaus unterhaltsam ist. Die entflohenen und ausgeflippt wirkenden Biester müssen mit Betäubungspistole oder einer Betäubungsgranate außer Gefecht gesetzt und anschließend eingesammelt werden. Eine wirklich spaßige Angelegenheit.

Weiterhin gibt es den Menüpunkt "Duell". Hier können alle 10 Bosskämpfe des Spiels erneut angewählt werden. Entweder spielt man unter gleichen Bedingungen wie im Hauptspiel oder man wählt spezial aus, was dann gewisse Sonderregelungen einschließt, beispielsweise nur einen begrenzen Munitionsvorrat.

Unter "Filmbetrachter" hat man die Möglichkeit alle Zwischensequenzen des Spiels anzuschauen. Allerdings stehen nur die zur Auswahl, die man auch im Spiel zu Gesicht bekommen hat. An bestimmten Stellen gibt es jedoch alternative Filme und diese sind eben nicht automatisch vorhanden.

Schließlich gibt es noch den Menüpunkt "Spezial". Dieser beinhaltet die Hauptaktionen von Snake als eine Art Lehrvorführung. Es gibt ein Fotoalbum, wo sämtliche Fotos gespeichert werden können, die man während des Spiels selbst gemacht hat. Natürlich muss man hierfür erst einmal die Kamera im Spiel erhalten. Außerdem ist es möglich weitere Tarnkleidung online herunterzuladen.

-Altersfreigabe-

Metal Gear Solid 3 Snake Eater hat eine Altersfreigabe ab 16 Jahren, was meiner Meinung nach auch vollkommen in Ordnung geht. Natürlich dürfte jeden klar sein das es bei diesem Spiel nicht unbedingt zimperlich zur Sache geht, aber übertriebene Gewaltdarstellung kann man dem Spiel nicht vorwerfen. Die actiongeladenen Zwischensequenzen sind nach meiner Ansicht diesmal nicht so heftig wie bei den Vorgängern, was das Blutvergießen anbelangt. Szenen wie das Gemetzel des mysteriösen Ninja aus Teil 1 oder die Aktionen von Vamp in Teil 2, als er das komplette Team der Seals auslöschte, gibt es nicht. Was nun aber nicht heißen soll das kein Blut fließt, aber eben nicht in diesem Maß.

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Preis:
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Der Vollständigkeit wegen hier noch der Preis für dieses Spiel: durchschnittlich zahlt man knapp 60,- Euro dafür, was zwar viel Geld ist, aber im Prinzip dem allgemeinen Preisniveau neu erschienener Konsolenspiele entspricht.

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Fazit:
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Bisher haben mich alle Metal Gear Spiele begeistert, zuletzt das Remake des 1.Teils auf dem Game Cube. Aber Metal Gear Solid 3 - Snake Eater schafft es tatsächlich das nochmals zu überbieten. Die Story ist enorm spannend, es wird jede Menge Abwechslung geboten und die verschiedenen Endgegner sind mal wieder ein echtes Highlight. Als einzig negativer Aspekt wäre das unflexible Kamerasystem zu nennen, das an manchen Stellen im Spiel zu einem echten Ärgernis werden kann. Ansonsten gibt es an der Steuerung nichts auszusetzen, die ist zwar augrund der Komplexität nicht gerade einsteigerfreundlich, funktioniert aber tadellos.

Um Spaß an Metal Gear Solid 3 zu haben und der Story folgen zu können ist es nicht Vorraussetzung die Vorgänger zu kennen. Allerdings möchte ich behaupten das man als Kenner der Teile 1 und 2 die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel sieht. Ich meine schließlich geht es um Big Boss!

Wer Metal Gear Solid und Metal Gear Solid - Substance gespielt hat und diese Spiele toll fand, der dürfe mit Sicherheit vom 3.Teil begeistert sein, auch wenn manches etwas anders ist als von den Vorgängern gewohnt. Noch immer ist es aber ein typisches Metal Gear. Und die Idee das Ganze im Dschungel spielen zu lassen wurde in jeder Hinsicht genial umgesetzt.

Von mir gibt es natürlich eine klare Empfehlung für dieses Spiel und die volle Punktzahl in der Bewertung.

39 Bewertungen, 3 Kommentare

  • anonym

    24.01.2007, 18:54 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • morla

    07.04.2006, 13:27 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • flowerdoro

    23.12.2005, 21:16 Uhr von flowerdoro
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner bericht und schöne weihnachtsfeiertage! lg