Metallica Testbericht

Metallica
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Saturn
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut
  • Gesamteindruck:  sehr gut

Erfahrungsbericht von angel2901

One (Clip) - Landmine left me with life in hell...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Metallica – One (1988)


Als die Entscheidung, wegen des nächsten Themas meines Berichts aufkam, fiel mir die „Shake Heads – to stop that fucking war“ Aktion von Wishmaster ein. Ich muss zugeben, dass ich das Video nicht kannte. (Bitte! Ich war damals 4!) Mal davon abgesehen, dass ich mich der „Shake heads“-Fraktion bei Ciao verbunden fühle, fand ich die Aktion passend und wollte mich beteiligen. Aus diesem Grund hab ich mir den 7:42 Minuten langen Clip aus dem Internet runtergeladen und ihn mir bestimmt 5 mal hintereinander angeschaut. Nicht nur, dass „One“ ein Meisterwerk ist ... der Clip wirft einen nieder und lässt einen nicht mehr los...
Nun nach der Rückkehr aus meinem Wochenende werde ich endlich den Bericht posten, der schon seit 4 Tagen auf meinem PC ist.


Zu Metallica selbst sag ich nur noch so viel: Wer die nicht kennt, sollte sich schämen ;)


Der Clip
*~*~*~*
In der ersten Einstellung sehen wir James Hetfield mit seiner Gitarre in Großaufnahme. Schwarz-weiß mit eine Blaustich. So schaut er uns grimmig an. Das Bild wechselt in eine komplett Schwarz-weiße Szene, die einen Schützengraben zeigt, hinter den gerade ein Mann gesprungen war. Dann ertönt das (uns wohl ZUM GLÜCK nicht so bekannte) bedrohliche Pfeifen einer Bombe. Eine große Explosion folgt.

Szenenwechsel. Ein Krankenbett wird von Schwestern und Ärzten umringt in ein Zimmer geschoben. Die Tür wird geschlossen. Dann sehen wir aus der Opferperspektive die Ärzte um das Bett stehen und hören sie über die Ausweglosigkeit und die Ratlosigkeit des vorliegenden Falles sprechen. Johnny liegt mit einer Gesichtsmaske vor ihnen. Er hat seine Arme und Beine verloren, hat kein Augenlicht mehr, ist stumm und taub. So liegt er da und dreht den Kopf verwirrt zu allen Seiten. Der Zuschauer des Videos hört die Gedanken des Opfers. „Father? Where am I? ... I need help!“

Szenenwechsel. Man sieht in Farbe den kleinen Johnny mit seinem Vater. „What is demoCracy?“, fragt der Kleine. Sein Vater erklärt ihm, dass für die Demokratie jeder Vater seinen Sohn in den Krieg schicken würde. Auch er wäre dazu bereit... wäre anscheinend stolz darauf, wenn sein Sohn für das Vaterland kämpfen und vielleicht auch sterben würde.

Untermalt werden diese Sprechparts, die aus dem Film „Johnny got his gun“ in den Clip eingearbeitet wurden, von den Anfangsgitarrenklängen des Liedes. Man sieht wieder Szenen aus dem Film. Johnny verabschiedet sich von seiner Freundin und steigt in den Zug. Danach wieder die Bilder vom Einschlag der Bombe in den Schützengraben. Nun wieder die ratlosen Ärzte und die Gedanken des Opfers, das immer noch nicht begriffen hat, was mit ihm geschehen ist.

Hetfield beginnt, die erste Strophe von „One“ zu singen. Wir sehen, dass die Band in einer großen Lagerhalle steht. Es ist anscheinend Nacht und durch die Fenster scheint ein wenig Licht. Wie vom Vollmond oder von Straßenlaternen.

Nach dem ersten Gesangspart wird wieder Johnny gezeigt. Er ist sich seiner Lage bewusst geworten. Keiner hört ihn... Seine Gedanken sind in schneller Folge für den Zuschauer zu hören. Er ruft immer wieder nach seinem Vater und bittet um Hilfe. Er möchte so nicht weiterexistieren. „Wie ein Stück Fleisch, das weiterlebt“.

Nach der zweiten Strophe sehen wir nun abwechselnd schwarz-weiß Szenen des Krankenbetts, farbige Szenen über seinen Vater und die schwarz-weiß-blauen Szenen mit Metallica, deren Spiel nun immer lauter wird, bis sie langsam den Höhepunkt de Liedes erreichen um in die Gitarren zu hauen und mit ihren (damals noch) langen Haaren durch die Gegend zu bangen. Zu erkennen ist der agressive Unterton, den die Jungs dadurch an den Tag legen.

Im Weiteren Verlauf sehen wir einen Offizier mit seinen Soldaten, der ihnen Anweisungen gibt. Darüber, außerhalb des Schützengrabens hängt ein Soldat tot im Stacheldraht. Dann wieder die Schlüsselszene... und diesmal komplett. Johnny springt in einen Schützengraben um sich vor der pfeifenden Bombe zu retten. Doch sie schlägt genau auf der Stelle ein, auf die Johnny gesprungen war. Wieder die Explosion.
Szenenwechsel. Johnny versucht alle auf sich Aufmerksam zu machen. Doch keiner hört ihn und keiner reagiert wirklich. „Father? I need help! I m in terrible trouble and I need help!“ und plötzlich schickt ihm sein Vater die ersehnte Hilfe. Johnny erinnert sich an einen Moment seiner Kindheit, in dem sein Vater ihm das Morsen beigebracht hat. Somit versucht er sein Verlangen mit ständigem Kopfnicken über Morsecode an die Ärzte zu bringen. Ärzte, ein Hauptmann und ein Offizier stehen am Bett.

Offizier:“It s Morsecode.“
Hauptmann:“For what?“
Offizier:“S.O.S... Help“
Hauptmann:“What s he say?“
Offizier:“He says: Kill me. Over and over again: Kill me!“

Die Militärs verlassen daraufhin den Raum. Es ist nur noch die Krankenschwester anwesend, die ihn sonst pflegt. Man sieht ihr an, dass sie fast mit Johnny mitfühlt und dass sie Mitleid hat. So nimmt sie eine Klemme und setzt diese auf den Schlauch, der Johnny mit Atemluft versorgt. Im Moment des Abklemmens hören wir die ausgelaugte und erleichterte Stimme von Johnny... „Thank you!“ Als ein Offizier ins Zimmer kommt zeigt er erst Entsetzen, doch dann schließt er nur noch die Läden, damit Johnny in Ruhe sterben kann. So liegt er im Dunkel und stirbt allein...
Nach einem „Good bye Father“ hören wir noch die ergreifenden letzten Worte. Die Musik von Metallica ist wieder etwas ruhiger geworden.
„Inside I am screaming and nobody pays any attention. If I had arms, i could kill my self. If I had legs, i could run away. If I had a voice, I could talk and be some kind of company for myself... I can\'t see how I can go on like this. S.O.S. ... Help me! S.O.S. ... Help me!
Zum Schluss hin wird die Stimme immer schwacher und die letzten paar Worte sind eigentlich nur noch gehaucht. Johnny ist tot... erlöst und das Lied ist zu Ende. Die Finale Szene wird ausgefüllt von einer Gruppe von Menschen (in Farbe), die mit Gläsern in der Hand zusammenstehen und anstoßen. Jemand beginnt ein Lied zu singen und alle stimmen ein.



Meine Gedanken
*~*~*~*~*~*~*
Nach dem gut sieben Minuten dauernden Clip saß ich erst mal da und starrte vor mich hin. So etwas hatte ich nicht erwartet... schon gar nicht von einem Musikvideo einer Metalband. Dann sah ich es mir noch einmal an... und noch einmal ... und noch einmal.
Die Szenen waren so perfekt gewählt, dass die Musik eigentlich die Sprechteile nur untermalte und verstärkte. Jede Szene war für sich wichtig und anzeigend. Metallica hat damit eine Atmosphäre erschaffen, wie ich sie in einem einfachen Clip noch nie gesehen hatte. Gut... wer die heutigen Clips von Musikerverschnitten wie Bro’sis oder Puff Daddy gewohnt ist, dem kann man den Punkt nicht verdenken. Allerdings fällt hier auf, dass heutige Videos nur noch für den Kommerz gedreht werden. Jeder verfolgt doch damit nur den Weg, dass es der Zielgruppe mal wieder gefällt, wie Christina halbnackt vor der Kamera rumtänzelt.

Ich schätze, einige waren damals überrascht, dass Metallica ein Video machen wollen. Es war ihr erstes und ich denke, dass man ihnen (vor dem Sehen des Videos) endlich den Hang zum Kommerz nachsagen konnte. Doch wenn man einmal verfolgt hat, was Metallica da geschaffen hat, wird einem klar, dass dies nur gedreht wurde um die Menschen aufzurütteln und auf das Leid aufmerksam zu machen, das die Kriege mit sich bringen ... einfach um dem Unmut über sinnloses Töten und Zerstören von Menschen Ausdruck zu geben.

Dies macht sich auch in der Art bemerkbar, wie die Metaler sich selbst dabei darstellen. Die Gesichter, die Blicke selbst, die Körperhaltung, die Kraft hinter den Mundbewegungen, mit denen Hetfield das Lied in das Mikrophon zu schreien scheint... alles wirkt anklagend und agressiv.

Seien wir mal ehrlich... wenn der Krieg, sagen wir mal ein halbes Jahr, vorbei ist, redet keiner mehr über die Soldaten oder die Einwohner Iraks. Ok, man trauert in öffentlichen Messen um die Verstorbenen und stellt Denkmäler auf. Aber denken wir, denen es gut geht, wirklich noch an die Opfer, die nicht tot sind, sondern wie Johnny hier verstümmelt irgendwo liegen und gegen ihren Willen am Leben gehalten werden? Nicht wirklich... und das kommt einem nach Sehen des Videos fast wie eine Schande vor.

Ein weiterer Punkt, der mich zum Nachdenken gebracht hat, ist die patriotische Einstellung des Vaters. Gut... dass die Amis da immer ein wenig krasser waren, als so manch anderes Land ist uns schon bewusst. (Man muss sich einfach nur mal „Pearl Harbour“ ansehen...) Allerdings ist man schon irgendwie geschockt, als der Vater seinem kleinen Sohn beibringt, dass er ihn, ohne nach zu denken, in den Krieg schicken würde. Das Lied ganz am Schluss bei der finalen Szene kommt mir auch irgendwie wie ein Trauer-Loblied vor. Es herrscht dort eine bedrückte Stimmung, aber es scheint, als ob die Leute stolz auf Johnny wären.

Was natürlich auch noch einen großen Part im Sinn einnimmt ist die aktive Sterbehilfe. Jeder Zuschauer hat Mitleid mit Johnny und versteht seine Lage. Bitte... wer würde nicht wie die Schwester handeln und ihm dabei helfen, die Erlösung zu finden? Ehrlich gesagt finde ich es schrecklich, wie das Gesetz mit diesem Punkt umgeht. Alte Menschen, die nur noch bettlegerisch sind und die Ärzte darum BITTEN nicht mehr am Leben gehalten zu werden, werden gegen ihren Willen wieder ins Bett zurück gedrückt und mit Morphium über die Schmerzen getragen. Meiner Meinung nach nicht richtig, wofür mich manche natürlich wieder als Unmensch betrachten.


Fazit
*~*~*
Seht euch das Video an ... und nochmal ... und nochmal ... und denkt darüber nach. Ein Kunstwerk von Kriegsverurteilung mit perfekter Musik. Ich werde auch zum Schluss den kompletten Songtext posten, auch wenn ich das bei anderen Videos als überflüssig angesehen hätte.
Meiner Meinung nach sollte das Lied von Metallica in diesem Moment neu aufgemacht werden und überall laufen. Wenn nicht die Gefahr bestehen würde, dass sie sich auf der Verleihung gegen den heiligen Herrn Bush aussprechen, würden sie vielleicht sogar für einen Oscar (spricht man bei Videos auch vom Oscar?) nominiert werden.

Ich wünsche euch, dass ihr eure Söhne und Töchter nie auf diese Weise verlieren werdet.

In diesem Sinne:
Shake heads – to stop that fucking war!!!!!

Monja

Die Aktion \"SHAKE HEADS\" läuft bei CIAO.
Bei Ciao gepostet unter dem Nick \"gnu2901\".


Metallica – One

I cant remember anything
cant tell if this is true or dream
deep down inside I feel to scream
this terrible silence stops me

now that the war is through with me
I\'m waking up, I cannot see
that there\'s not much left of me
nothing is real but pain now

hold my breath as I wish for death
oh please God, wake me

back in the womb it\'s much too real
in pumps life that i must feel
but can\'t look forward to reveal
look to the time when I\'ll live

fed through the tube that sticks in me
just like a wartime novelty
tied to machines that make me be
cut this life off from me

hold my breath as I wish for death
oh please God, wake me

now the world is gone I\'m just one
oh God, help me hold my breath as I wish for death

darkness imprisoning me
all that I see
absolute horror
I cannot live
I cannot die
trapped in myself
body my holding cell

landmine has taken my sight
taken my speech
taken my hearing
taken my arms
taken my legs
taken my soul
left me with life in hell

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