Microsoft XBOX Video Games SYS Cntrl S S.E. Testbericht

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ab 31,13
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Summe aller Bewertungen
  • Design:  gut

Erfahrungsbericht von MisterBomber

XBOX - Sie ist die beste!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

INSTALLATION UND MITGELIEFERTES

Wir haben die XBox einmal ausgepackt und die Installation ist für einen halbwegs technisch Versierten schnell möglich. Mit im Paket sind hochwertige Cinch Kabel mit Skart-Adapter, die für bestmöglichste Grafikdarstellung sorgen. Das Pad gehört mit zu den besten, die jemals designt wurden – es liegt angenehm schwer in der Hand, besitzt eine beachtenswerte Stabilität und hat sehr gut zugängliche Kontrollen, die eine Vielzahl an Steuerungsmöglichkeiten geben. Beispielsweise lassen sich die Mini-Joysticks auch nach unten drücken – z.B. um bei Halo zu zoomen. Das 3 Meter lange Kabel ist lang genug, um einen hervorragenden Bewegungsspielraum zu ermöglichen und man muss sich nicht direkt vor die Flimmerkiste hocken um zu spielen sondern kann gemütlich vom heimischen Sessel aus daddeln. Ein sehr durchdachtes Feature ist hierbei die „Reissleine“, die bewirkt, dass sich bei ruckartigem Wegziehen des Pads nur der Stecker von der Box löst und einem das Microsoft-Wunderkind nicht aus dem Schrank fällt. Die XBox bleibt unberührt stehen, wenn man das Kabel rausreisst – bei der empfindlichen Hardware eine gute Idee die bestimmt so manchen User vor weiteren Investitionen bewahrt. An der XBox sind 4 Adapter für Pads zu finden – das Angebot liesse sich aber auch noch erweitern. Mit den 3 Meter langen Kabeln ist somit ein lustiges Scharen um die Konsole erfreulicherweise nicht unbedingt mit einer Drängelei verbunden.

SINN UND UNSINN

Ich selbst habe lange überlegt, ob ich denn nun eine XBox brauche und bin zum folgenden Schluss gekommen: Nein, noch nicht. Warum? Weil die XBox ein total überteuertes Gerät ist und den Konkurrenzprodukten nicht im Preis-Leistungsverhältnis gewachsen ist. Bei Microsoft habe ich mir angewöhnt, alle Features ein wenig kritisch zu hinterfragen, daher fange ich am Besten mal mit der Festplatte an. Bis jetzt liefen Konsolenspiele meist fast vollkommen fehlerfrei – weil die Designer es sich nicht leisten können, ein Spiel auf den Markt zu schiessen, das total verbuggt ist. Wenn die CDs erstmal draussen sind, kann kein Mensch mehr das darauf gespeicherte Programm updaten und der Hersteller könnte fix sein Bündel packen, da seine Spiele als total verbuggt gelten – und wer gibt schon 60 € auf gut Glück raus? Bei PC-Spielen ist das ein wenig anders, da wird der Community ein halbfertiges Spiel in den Rachen geworfen und die Patches kommen wenig später raus, weil man das eigentliche Spiel ja auf der Platte speichert und dort auch bequem ein Update durchführen kann. Jetzt versucht es Microsoft auch bei den Konsolen. Wenn das Beispiel Schule macht, wird die Qualität der Konsolenspiele auf jeden Fall sinken, nur damit die Entwicklerteams ein Spiel nach dem anderen rausbringen können und weniger feilen müssen. Es würde insgesamt wesentlich billiger werden, für die Konsole zu schreiben. Und würde das etwas am Preis mindern? Nein. Seit Jahren bezahlt eine treue Community um die 60 € für neue Spiele – wesentlich mehr als die Computer-Gemeinde – und bildet sich ein, das müsse so sein. Die Entwickler haben im Verlauf der letzten 10 Jahre bestimmt irgendwo Prozesse optimiert und die gesamte Produktion wirtschaftlicher gemacht, aber davon bekommt der Käufer nichts mit. Wo sich der Käufer gegen wehren kann ist eine Qualitätsminderung bei der Ware und das sollte er hier auch tun, weil nun auf Kosten der Qualität gespart wird. Und kein Mensch kann mir erzählen, dass die 10 GB Festplatte nur dazu benötigt wird, um Spielstände zu speichern. So viele spielerbezogene Informationen habe ich im Laufe meiner 15 jährigen PC-Erfahrung nicht anhäufen können, was z.B. Spielstände usw. angeht. Gut, mit 50.000 und mehr Speicherblöcken stellt die XBox ein gutes Arsenal an Spielständen zur Verfügung – Microsoft ließ verlauten, dass es bis zu 300.000 Blocks sein könnten – bei 10-100 Blocks pro Speicherstand eine beachtliche Menge. Ein weiteres positives Feature: Spiele können Daten auf festgelegte Festplattenbereiche auslagern und die Ladezeiten verkürzen sich teilweise drastisch. Bei der Festplatte ist also eine eher dialektische Betrachtungsweise von Sinn und Unsinn gefragt – technisch einwandfrei (bis auf die Tatsache, dass sich Festplatten abnutzen und stoßempfindlich sind), gefühlsmäßig eine Neuerung, der ich misstrauisch gegenüberstehe.

Hinzu kommt, dass die XBox netterweise über Ethernet onlinefähig ist – klar, kann man die Patches gleich von der Microsoft-Seite laden, da freuen sich auch die Internet-Provider mit denen Microsoft Verträge hat. Der DVD-Player ist im Preis inbegriffen, allerdings hat sich Microsoft eine weitere Schikane für den Kunden einfallen lassen: Spielfilme darf man nur mit der Fernbedienung sehen, die nochmals mit 50 € auf die Brieftasche schlägt. So läppert sich das. So spart Microsoft die Lizenzgebühren und rechnet sie über den Verkauf dieses Gimmiks ab. Die Folge: Die XBox glänzt mit Features, die sie eigentlich gar nicht standardmäßig hat. Der dazugehörige Dongle wird in den passenden Adapter gesteckt, fungiert als Antenne für die Fernbedienung und gibt auch gleich den Ländercode vor. Das hieße, man könnte einen Ami-Dongle draufschrauben und man hat dann einen Region Code 1 – aber Vorsicht… die XBox merkt sich den Dongle, der als 1. eingesteckt wurde, also ist ein späteres Wechseln nicht möglich. Eine Memory-Card kann man übrigens auch kaufen (45 €). Natürlich wird diese benötigt, um seine Spielstände auf andere Konsolen zu übertragen.

HARDWARE UND TECHNIK

Der Grafikprozessor von NVidia mit seinen 250 MHz ist mit der aktuellen GeForce 3 Generation im PC-Bereich vergleichbar, heißt also eine flüssige Grafikdarstellung auch bei den verlgeichsweise niedrigen TV-Auflösungen nicht so das Problem sein dürfte. Und hier hat Microsoft tatsächlich seine Hausaufgaben gemacht, denn mangelhafte PAL-Darstellungen durch bis zu 50 Hz langsamere Framerates und die störenden PAL-Balken kommen bei der XBox bedingt durch den Grafikprozessor nicht vor. Der 64 MByte Hauptspeicher schaufelt seine 6,4 GByte in der Sekunde – für Konsolen vorbildlich gut. Die XBox ist die einzige Konsole, die den Dolby 5.1 Standard unterstützt. Das dazugehörige Kabel schlägt noch mal mit 30 € auf die Patte – wer Surround Sound will, der muss sich den auch leisten können.

Ein sehr positives Feature ist das Kopieren von Musiktiteln auf die Festplatte (ha, die ist ja doch zu was zu gebrauchen) um sie später in den Spielen als Hintergrunddudelei zu verwenden. Spiele wie „Project Gotham Racing“ und „Amped – Freestyle Snowboarder“ machen von diesem Feature regen Gebrauch.

Nun, da Nintendo den Gamecube auf den Markt geworfen hat, wird es wieder ein wenig enger im Bereich der Spielekonsolen und diese kleinen Features des XBox verschaffen Microsoft vielleicht den entscheidenenden Vorteil auf dem europäischen Markt. In Japan hängt die Box wie Blei in den Regalen, sogar die Playsation 1 verkauft sich besser, was aber wohl eher an der protektionistischen Einstellung der Japaner als an der XBox selbst liegen dürfte. In den Staaten hingegen kamen die Händler mit der XBox in Lieferengpässe – was wohl auch darauf zurückzuführen ist, dass der aufrechte Amerikaner lieber ein Produkt aus dem eigenen Land kauft. Der europäische Kunde wird wohl entscheiden, welches Produkt das bessere ist.

FAZIT

Was würde ich also empfehlen? Abwarten und einen guten Tee trinken. Preissenkungen auf 200 € sind angekündigt worden. Der User kann darauf vertrauen, dass sich Microsoft die Preise des Gamecubes von ca. 200 € nicht gefallen lassen wird. Wer ausreichend lange wartet kann die Kiste wesentlich günstiger bekommen. Bei EBay sind Preise um 200 € zum Zuschlagen geeignet – bei reichhaltigem Zubehör auch mehr. Auch Abzuwarten bleibt, ob Microsoft das bis jetzt im Vergleich zur Playstation doch recht dürftige Spieleangebot erweitern wird - ein nicht zu vernachlässigender Vorteil der PS2 ist nämlich ihre Abwärtskompatibilität.

Mir selbst sind die Preise momentan viel zu teuer. Erfahrungsgemäß kann man sagen, dass die Konsolen teurer werden, wenn es auf das Weihnachtsgeschäft zugeht und danach sacken die Preise wieder ab. Wer sich eine XBox kaufen will, sollte also überlegen, ob er sein Geld nicht lieber in bessere PC-Hardware oder ein Konkurrenzprodukt steckt, nicht allein wegen der vielen Sekundäranschaffungen, die z.T. benötigt werden, daher ein Stern Abzug. Mein Misstrauen gegen Microsoft lasse ich nicht mit in die Wertung einfliessen, aber ich denke, ein wenig Vorsicht gegenüber dem Softwaregiganten kann nur gesund für die Geldbörse sein.

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