Einmal und immer wieder (gebundene Ausgabe) / Lisa Moos Testbericht
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Erfahrungsbericht von Ranofer
Von der Clubszene auf den Straßenstrich
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
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Liebe Ciao-Leser!
Mein heutiger Bericht ist mein zweiter Buchbericht, den ich bis jetzt verfasst habe.
Er handelt von dem Buch "Das erste Mal und immer wieder" von der Autorin Lisa Moos.
(Keine Angst, ich habe mich nicht im Titel vertan, sondern es steht ein falscher Titel im System.)
Es handelt sich um die autobiografische Schilderung einer Prostituierten.
In meinem Bericht beschäftige ich mich mit folgenden Punkten:
1.) Literarische Daten des Buches
2.) Über die Autorin
3.) Kurzinhalt
4.) Leseprobe
5.) Meine Eindrücke über das Buch und die Autorin
6.) Bezug zum Titelbild
7.) Pro und Kontra
8.) Meine Meinung und Empfehlung
1.) Literarische Daten des Buches
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MOOS, L.: Das erste Mal und immer wieder.
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag,
Berlin, 2006, 7.Auflage
Das Buch besteht aus 256 Seiten.
2.) Über die Autorin
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Lisa Moos wurde 1968 in Göttingen geboren. Ihr bewegtes Leben schildert sie in ihrer Autobiografie, die ihr erstes und einziges literarisches Werk darstellt. Sie arbeitet seit 20 Jahren als Prostituierte. Seit zehn Jahren lebt L. Moos mit ihrem Sohn Christopher auf Mallorca, wo sie scheinbar bis jetzt ihrem Gewerbe nachgeht. Moos erhielt keine Preise und trat nie in der Öffentlichkeit auf. Die einzigen Details aus ihrem Leben schreibt Lisa Moos in ihrem Werk, das ich nun vorstellen werde.
3.) Kurzinhalt
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Lisa Moos erlebt eine sehr traurige Kindheit. Sie pflegt ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter und verschließt sich ihr seit frühster Kindheit. In Ihrem siebten Lebensjahr verstirbt Lisas Vater, den sie über alles geliebt hatte. Von nun an verschlechtert sich das Verhältnis zur Mutter noch mehr. Ein grausames Erlebnis hat Lisa mit gerade einmal 11 Jahren, als sie ihr Opa in seinem Keller vergewaltigt und unter Drohungen zum Schweigen zwingt. Von nun an gilt ihre höchste Verachtung "Opa Heins". Durch dieses traumatische Erlebnis wird Lisas Sexualität auf ewig gestört vielleicht sogar zerstört. Sie entwickelt sich als ein frühreifes Mädchen und erlebt noch vor ihrem 16. Lebensjahr verschiedene sexuelle Kontakte und Alkoholexzesse. Auf einer Party wird Lisa schließlich unter starkem Alkoholeinfluss erneut vergewaltigt. Davon weniger beeinflusst sondert Lisa sich immer mehr von ihrem Zuhause ab und treibt sich oft in der Stadt herum, wo sie schließlich mit 16 Jahren auf einen Mann trifft, der sie für eine volljährige Prostituierte hält und ihr Geld gegen Geschlechtsverkehr anbietet. Interessiert nimmt Lisa das Angebot vorerst an, bricht die Aktion allerdings aus Angst frühzeitig ab. Der Gedanke der Prostitution bleibt aber in Lisas Kopf verankert, bis sie sich später sogar mit diesem anfreundet. Entflohen von zu Hause macht sich das 16-jährige Mädchen auf die Suche nach einem Job und landet in einem Bordell, wo sie erneut für volljährig gehalten und vorerst angestellt wird. Noch am selben Abend hat Lisa den ersten sexuellen Kontakt zu einem Freier, nachdem sie sehr freundlich unter den "Kolleginnen" aufgenommen wurde, die sich wie eine große Familie fühlen und behandeln. Gelockt durch die Chance auf das große Geld und imponiert durch den Reichtum ihrer Freier lässt Lisa sich auf das Nachtleben ein und erlebt eine Bandbreite an Perversionen. Schon bald hat die junge Frau einige Stammgäste, die sie sympathisch findet und sich sogar mehrfach in einige von diesen verliebt. Einige weinige Kontakte entwickeln sich sogar zu längeren Beziehungen, die jedoch scheitern, da Lisa die Prostitution nicht aufgeben will. In diesen Beziehungen bekommt die jungendliche Prostituierte zwei Kinder, deren Erziehung ihr neben ihrem Job große Probleme bereitet. Eine Abtreibung hatte sie bereits nach ihrer zweiten Vergewaltigung heimlich vornehmen lassen. Probleme mit dem Jugendamt sind in Lisas Lebenssituation natürlich vorprogrammiert. Ihren jüngeren Sohn muss sie schließlich zur Adoption freigeben. Lisa kündigt häufiger ihre Arbeitsstellen und erlebt einen starken sozialen Abstieg. Ihre Einkünfte sind durch billige Preise sehr gering geworden. Ihr Leben ist ein reines Chaos. Längst arbeitet die Prostituierte nicht mehr in edlen Clubs mit Whirlpools und literweise Champagner, sondern versucht sich auf dem Straßenstrich mit zweistelligen D-Mark Preisen durchzuschlagen. So kann es natürlich nicht weitergehen. Von einer Freundin erhält Lisa den Tipp auszuwandern und zieht übereilt nach Mallorca. Ihren Sohn lässt sie unter einem Vorwand bei den Eltern seines leiblichen Vaters allein in Deutschland. Doch auf der Insel ist es derzeit nicht einfach, eine neue Existenz zu gründen. Über die Prostitution lernt Lisa wieder einmal einen reichen Mann kennen, in den sie sich sofort verliebt. Es entwickelt sich eine vertrauensvolle Beziehung, sodass Lisa ihren Beruf vorerst aufgibt und ihren Sohn zu sich nach Mallorca reisen lässt. Doch, wie viele andere scheitert auch diese Beziehung an der Routine des Alltags. Auf der Suche nach Selbstständigkeit reist Lisa erneut nach Deutschland, während sie ihren Sohn bei ihrem Ex-Freund auf Mallorca allein lässt. In Deutschland arbeitet Lisa wieder auf dem Straßenstrich und in billigen Stundenhotels, bis sie aus Angst vor der Gewalt in diesem Gewerbe wieder nach Mallorca flieht. Ihr Leben ist vom puren Chaos gezeichnet. Nachdem sich Lisa mit Hilfe ihres Ex-Freundes auf Mallorca eine keine Existenz geschaffen hat, ihr Sohn bereits volljährig und ausgezogen ist, widmet sich Lisa einem anderen Zweig ihres Gewerbes. Sie vermarktet sich über das Internet zu teilweise tagelangen Treffen mit Freiern, die extra nach Mallorca reisen, um ihre Perversionen jeglicher, teilweise unvorstellbarer Art auszuleben.
Lisa ist von ihrem Beruf und ihrem Leben gezeichnet. Sie konnte dem Gewerbe der Prostitution nicht mehr entfliehen und fand sich schließlich damit ab. Bis zum Ende des Buches vermarktet sie sich für "Sonderwünsche" übers Internet und lebt auf Mallorca.
Ihren senkrechten sozialen Abstieg konnte Lisa einigermaßen verkraften, allerdings zu einem hohen Preis. Sie hat ihr Leben an die Prostitution verloren.
4.) Leseprobe
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Meine ausschnitthafte Leseprobe stammt von Seite 243 ff. Sie zeigt einen Teil Lisas Arbeit auf Mallorca, die darin besteht "Sonderwünsche" von Sextouristen zu erfüllen:
Ein Gast aus Deutschland hatte sich angemeldet. [...]
Sven war erst 27, arbeitete aber schon in gehobener Stellung. Und genau das war sein Problem. Durch die Anforderungen in seinem Job sah er sich manchmal dem Alltag nicht mehr gewachsen. Kurzurlaube und Homöopathische Therapien hatten nicht den gewünschten Erfolg. Er wollte entspannen, zur Ruhe kommen, gar nichts mehr denken. Auch Potenzprobleme schlugen sich nieder. Sven hatte Schwierigkeiten zu erigieren, wie er mir mitteilte. Medizinische Gründe waren ausgeschlossen worden, und er erhoffte sich, "durch was anderes", endlich wieder ein Mann zu werden. [...]
Ich erklärte ihm nun "das Spiel". Im Groben hatten wir es am Telefon erläutert, doch ich wollte sichergehen, dass er alles verstanden hatte. [...]
Swen, nun doch nervös, hatte sich entkleidet und stand nackt vor mir. Erst würde er einen Einlauf bekommen und das war ihm unbehaglich. Als er mich mit dem Gefäß und dem langen Schlauch hantieren sah, wurde er doch unruhig. [...]
Und dann gab ich ihm, worauf er schon gewartet hatte: seinen Nuckel.
Swen würde für die nächsten 48 Stunden ein Baby sein.
5.) Meine Eindrücke über das Buch und die Autorin
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Meine Eindrücke über dieses Buch zu schildern ist nicht ganz einfach. Auf der einen Seite war ich fasziniert über das Leben und Leiden einer Prostituierten zu erfahren und einmal hinter die Kulissen zu sehen; zu sehen, wie eine Prostituierte denkt und was sie fühlt. Für die meistem Menschen ist es völlig unverständlich, wie man es fertig bringen kann, seinen Körper für Geld zu verkaufen und keine Perversionen zu scheuen. Wie kann eine Prostituierte so eine psychische und physische Barriere brechen und diesen Schritt gehen? Diese Frage beantwortet das Buch sehr ausführlich. Und zwar nicht anhand von verschiedenen Fakten, sondern durch die geschriebenen Gedanken einer im tiefsten Innern sehr emotionalen Frau, die sich kritisch mit ihrem Innern und ihrem Leben auseinandersetzt.
Auf der anderen Seite haben mich die ausführlichen Schilderungen über unverschönert dargestellten Praktiken und Wünsche der Freier zunächst etwas erschreckt, später aber interessiert. Denn man erhält nicht nur einen Einblick in die Seele einer Prostituierten, sondern auch in die Seele der oft schwer gestörten und teils gewalttätigen Freier.
Der Stil des Buches ist wirklich beeindruckend. Lisa Moos nimmt niemals ein Blatt vor den Mund und benutzt möglicherweise jeden erdenklichen, vulgären und fäkalen Ausdruck. Diese Ausdrucksweise wird mit den Schilderungen ihrer Gefühle und Gedanken gemischt, die sehr gefühlvoll beschrieben sind. Durch diese Vermischung wird noch deutlicher dass die emotionale und liebevoll denkende Lisa Moos in die Widerwärtigkeit der Prostitution hineingezwängt wird. Unschuld und Widerwärtigkeit werden sowohl inhaltlich als auch verbal gemischt und konfrontiert.
6.) Bezug zum Titelbild
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Auf dem Titelbild sieht man eine junge Frau, wie Lisa Moos, die aufreizend gekleidet nachdenklich in eine enge Gasse blickt. In einer ähnlich beschriebenen Gasse arbeitete Lisa Moos in einer billigen Absteige. Es befindet sich etwas versteckt ein Schild, das auf ein Internetcafé verweist. Dieses Schild könnte eine Anspielung auf die Internetvermarktung sein, durch die sich Lisa auf Mallorca an Sextouristen verkauft.
Der versteckte nachdenkliche Blick könnte eine kritische Betrachtung des Milieus bedeuten.
7.) Pro und Kontra
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Pro:
- gefühlvoll erzählte Autobiografie
- Einblick in das Rotlichtmilieu
- Eindruck in das Leben und Leiden einer Prostituieren
- Einblick in die Seele der Freier und der Frauen
- eine bewegend erzählte Lebensgeschichte
Kontra:
- harte Konfrontation mit schockierenden Perversionen
8.) Kurzgefasstes Fazit und Empfehlung
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Meiner Meinung nach ist dies eine sehr gelungene Autobiografie, da man einen tiefen Einblick in eine oft so verborgene Welt bekommt. Für einen Augenblick kann man sich direkt in die Lebenssituation der Prostituierten hineinversetzen und ein paar Eindrücke erhalten, wie eine Frau dazu kommt ihren Körper, ihre Seele und ihr Leben zu verkaufen.
Ich empfehle das Buch jedem, der keine Scheu vor der "nackten" Wahrheit und harten Ausdrücken hat.
Ich wünsche euch, dass ihr dieses Buch (ab ca. 9€) nicht ungelesen lasst und eure Eindrücke von der Welt erweitert!
Liebe Grüße,
Sebastian für ciao! und yopi
32 Bewertungen, 13 Kommentare
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20.08.2006, 02:25 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreich~sh~ ..liebe Grüße Sandra
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18.06.2006, 15:52 Uhr von BjörnderGroße
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich, abba krasser inhalt***
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18.06.2006, 15:20 Uhr von SuicideToday
Bewertung: sehr hilfreich~*~sehr hilfreich~*~man liest sich~*~
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18.06.2006, 14:44 Uhr von topfmops
Bewertung: sehr hilfreich. . . und dann war da noch der Boxer, der sich an die christliche Regel hielt, anders als viele Schreiber- und Leserlinge hier, und meinte: „Geben ist seliger denn Nehmen!“
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18.06.2006, 13:13 Uhr von presscorpse
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich ! lg presscorpse
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18.06.2006, 13:11 Uhr von marina71
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht. lg
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18.06.2006, 12:02 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreich*~*~*~*SH~*~*~*~*LG*~*~*~*ANJA*~*~*~* & einen schönen Sonntag !!
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18.06.2006, 10:52 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichVorbildlich aufgebaut! vg, mima
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18.06.2006, 01:11 Uhr von moniseiki
Bewertung: sehr hilfreich***************************************** ***********Liebe grüße**************** *****************************************
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18.06.2006, 01:05 Uhr von sokinai
Bewertung: sehr hilfreichlg sonja
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17.06.2006, 23:56 Uhr von waltraud.d
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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17.06.2006, 23:41 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh + lg
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17.06.2006, 23:36 Uhr von Eurovision
Bewertung: sehr hilfreich♫ ♫ ♫ ... ♪ ..E.. ♪ ..U.. ♪ ..R.. ♪ ..O.. ♪ ..V.. ♪ ..I.. ♪ ..S.. ♪ ..I.. ♪ ..O.. ♪ ..N.. ♪ ... ♫ ♫ ♫
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