Erfahrungsbericht von aroza
Ein Film, den man sich sparen kann
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Das Schöne an Programmkinos ist, dass sie immer mal wieder Filme zeigen, die eigentlich aus den Kinos schon längst wieder verschwunden sind und die – und das halte ich bei diesem Film für besonders erwähnenswert – nicht allzu viel an Eintritt kosten. Denn – und das muss ich an dieser Stelle gleich einmal erwähnen – im Gegensatz zu den meisten anderen Autoren auf dieser Meinungsplattform war dieser Streifen meiner Meinung nach seine 3,50 € nicht wert. Keinesfalls.
Bevor ich in den Vorspann gesehen hatte, kannte ich außer dem Namen „Moulin Rouge“ nichts über diesen Film. Insgesamt habe ich zwei witzige Momente während der zweieinhalb Stunden erlebt, ansonsten war ich, um dem Tiefschlaf zu entgehen, zwischendurch aus lauter Langeweile noch ein Tässchen Cola trinken und mal pullern. Aber von Anfang an, worum geht’s in dem Film?
Im Jahre 1900 reist der amerikanische Autor Christian, gespielt von Ewan McGreogr, um dort Inspiration zu sammeln und zu einem großen Autor zu werden. Diesen Wesenszug möchte ich an dieser Stelle nicht weiter kommentieren, außer dass es für eine ziemliche Zweitklassigkeit spricht, wenn man Inspiration ausgerechnet dort sucht, wo so viele andere auf der Suche nach Glückseligkeit und Erleuchtung sind. Man saugt sozusagen begierig das von all den anderen vorverdaute gierig auf. Das spricht nicht für Christian. Aber der Autor des Drehbuchs musste den Helden der Geschichte an diese Stelle versetzen, da sich ansonsten diese Geschichte nicht so hätte konstruieren lassen.
Christian jedenfalls trifft in seinem angemieteten Zimmer – oder vielmehr wird er von jenen getroffen – auf eine Gruppe von Künstlern, die der Meinung sind, ein modernes Theaterstück entwickeln zu müssen, ohne dafür wirklich über Talent zu verfügen.
Nachdem Christian den verhinderten Stars sein Können demonstriert hat, war ich nicht überrascht, dass man das Genie ohne weiteres als Autor für das neue Stück „Spectacular, Spectacular“ zu gewinnen. Der Rest ist schnell erzählt. Die Gruppe sucht im Moulin Rouge einen Sponsor für das Stück, und durch einen Trick, organisiert vom Kopf der Künstlertruppe Toulouse-Lautrec, gespielt von John Leguizamo, gelangt Christian an die Heldin des Filmes – dir Kurtisane Satine, gespielt von Nicole Kidman. Da der Chef des Moulin Rouge einen ehrgeizigen Umbau seiner Einrichtung plant, hat er jedoch Satine am selben Abend einem Fianzier, dem einflussreichen Duke of Monroth, gespielt von Richard Roxburgh, versprochen. Es kommt wie es kommen muss, während der Duke sich noch eine Chance bei Satine durch die Finanzierung des Umbaus des Moulin Rouge in ein seriöses Theater mit „Spectacular, Spectacular“ als erstes Stück erhofft, buhlt Christian um die Liebe der Satine und verarbeitet dabei gleich die eigene Geschichte in der Story des an sich gar nicht einmal so spektakulären Theaterstücks. Da Christian gleich zu Beginn des Filmes den Tod der Satine beklagt, verrate ich an dieser Stelle nicht zu viel, wenn ich erwähne, dass die einzig spannende Frage während des Films war, ob Satine nun erschossen wird oder ob sie an Schwindsucht oder Syphilis verstirbt.
Bisher wäre das alles noch kein Grund zum Klagen über diesen Film gewesen, ähnlich fantasievolle Leistungen kennen wir ja schon aus den Heimatfilmen der 40er und 50er. An dieser Stelle hätte ich den Film einfach nur langweilig finden müssen. Das Dumme ist, dass der Streifen der Meinung ist, eine großartige Hommage an die Musicals dieser Welt zu sein.
Dementsprechend singen sich insbesondere die Hauptdarsteller beständig durch die englischsprachigen Evergreens der vergangenen Jahre. Traurig ist, dass die beiden es nicht einmal geschafft haben, sozusagen als Hommage an Paris, einen einzigen französischen Titel auswendig zu lernen. Gesanglich kann Nicole Kidman noch am ehesten im Duett der Heulbojen überzeugen, der Tenor in Rolle des Christian besticht vielleicht am ehesten dadurch, dass er kastratenhafte Leidensfähigkeit zu vermitteln vermag. Aber wiegesagt, um mir die besten Hits der 70er, 80er und 90er anzuhören, muss ich nicht im Kino rumsitzen. Es wirkt schon unglaublich öde, wenn etwa zwanzigmal Elton Johns „Song for you“ angesungen wird. Ein geradezu spaßiger Moment ist, als die beiden Nirvana zu interpretieren suchen. Aber wie gesagt, der Streifen bemüht sich ja eine Hommage ns Musical zu sein und keine Persiflage auf die Musikindustrie. Apropos Persiflage, die gesanglichen Qualitäten im Film insgesamt erinnert mich irgendwie an den verkommen Spross des Grafen in „Ritter der Kokosnuss“, der doch „immer nur singen will“.
Die Ausstattung bedient im Großen und Ganzen – das muss ich an dieser Stelle geben – zumindest in relativ guten Computeranimationen die Klischees, die man so vom Paris der Jahrhundertwende hat. Da fehlt auch nicht die versoffene Kylie Minogue als grüner Absinth-Schrat, die Christians ersten Kontakt mit Absinth begleitet. Klar, im Moulin Rouge, klar, dass alle Beteiligten danach völlig high sind...
Auf Dauer, das muss an dieser Stelle aber noch einmal gesagt werden, ist die Computeranimation doch ein wenig nervend, letztendlich wiederholt sich doch alles immer wieder im Stile eines Videoclips. (Tolle Hommage an die Musicals!) Sehr schön computeranimieren lässt sich natürlich der sprechende Mond, die Sternentreppe und anderer Firlefanz aus „Mary Poppins“.
Die Kostüme erinnern irgendwie an einen Kostümfilm, ein wenig albern erscheint die Raumausstattung. Dass sich Christian und Satine im Gemach mit Herzfenstern und Elefantenatrappe als kleines Extra näherkommen, wirkt eigentlich nur dumm. Ich war mir nie ganz sicher, ob das Herzfenster nun der Elefantenafter sein soll oder nicht.
Das alles, wie erwähnt, untermalt mit Popsongs, teilweise als Medley („All you need is love“, „I was made for loving you“, „In the Name of Love“, „Lift us up where we belong“, „Heroes“ und „I will alway love you“). Doch, seien wir ehrlich, bei der heutigen Radiolandschaft sind wir doch alle froh, wenn wir genau diese, einschließlich der unsäglichen Madonna, eher selten als öfter hören müssen.
Mein Fazit ist, dass ich diesen Film nach dem Schreiben dieses Berichtes möglichst bald wieder zu vergessen suche. Ich kann ihn nur denen empfehlen, die auf Stories stehen, die genauso fahl sind wie die virtuelle Wirklichkeit der Farben. Und Filmemachern, die die Fehler dieses Filmes wierderholen wollen, sein an dieser Stelle empfohlen: Greift um Himmelswillen auf Musikanten von „Jugend musiziert“ zurück, da könnte man wenigstens auf eine gewisse Natürlichkeit und Unverkrampftheit der Darsteller hoffen!
"Moulin Rouge" ist doch eher "Moulin Ridicule".
Bevor ich in den Vorspann gesehen hatte, kannte ich außer dem Namen „Moulin Rouge“ nichts über diesen Film. Insgesamt habe ich zwei witzige Momente während der zweieinhalb Stunden erlebt, ansonsten war ich, um dem Tiefschlaf zu entgehen, zwischendurch aus lauter Langeweile noch ein Tässchen Cola trinken und mal pullern. Aber von Anfang an, worum geht’s in dem Film?
Im Jahre 1900 reist der amerikanische Autor Christian, gespielt von Ewan McGreogr, um dort Inspiration zu sammeln und zu einem großen Autor zu werden. Diesen Wesenszug möchte ich an dieser Stelle nicht weiter kommentieren, außer dass es für eine ziemliche Zweitklassigkeit spricht, wenn man Inspiration ausgerechnet dort sucht, wo so viele andere auf der Suche nach Glückseligkeit und Erleuchtung sind. Man saugt sozusagen begierig das von all den anderen vorverdaute gierig auf. Das spricht nicht für Christian. Aber der Autor des Drehbuchs musste den Helden der Geschichte an diese Stelle versetzen, da sich ansonsten diese Geschichte nicht so hätte konstruieren lassen.
Christian jedenfalls trifft in seinem angemieteten Zimmer – oder vielmehr wird er von jenen getroffen – auf eine Gruppe von Künstlern, die der Meinung sind, ein modernes Theaterstück entwickeln zu müssen, ohne dafür wirklich über Talent zu verfügen.
Nachdem Christian den verhinderten Stars sein Können demonstriert hat, war ich nicht überrascht, dass man das Genie ohne weiteres als Autor für das neue Stück „Spectacular, Spectacular“ zu gewinnen. Der Rest ist schnell erzählt. Die Gruppe sucht im Moulin Rouge einen Sponsor für das Stück, und durch einen Trick, organisiert vom Kopf der Künstlertruppe Toulouse-Lautrec, gespielt von John Leguizamo, gelangt Christian an die Heldin des Filmes – dir Kurtisane Satine, gespielt von Nicole Kidman. Da der Chef des Moulin Rouge einen ehrgeizigen Umbau seiner Einrichtung plant, hat er jedoch Satine am selben Abend einem Fianzier, dem einflussreichen Duke of Monroth, gespielt von Richard Roxburgh, versprochen. Es kommt wie es kommen muss, während der Duke sich noch eine Chance bei Satine durch die Finanzierung des Umbaus des Moulin Rouge in ein seriöses Theater mit „Spectacular, Spectacular“ als erstes Stück erhofft, buhlt Christian um die Liebe der Satine und verarbeitet dabei gleich die eigene Geschichte in der Story des an sich gar nicht einmal so spektakulären Theaterstücks. Da Christian gleich zu Beginn des Filmes den Tod der Satine beklagt, verrate ich an dieser Stelle nicht zu viel, wenn ich erwähne, dass die einzig spannende Frage während des Films war, ob Satine nun erschossen wird oder ob sie an Schwindsucht oder Syphilis verstirbt.
Bisher wäre das alles noch kein Grund zum Klagen über diesen Film gewesen, ähnlich fantasievolle Leistungen kennen wir ja schon aus den Heimatfilmen der 40er und 50er. An dieser Stelle hätte ich den Film einfach nur langweilig finden müssen. Das Dumme ist, dass der Streifen der Meinung ist, eine großartige Hommage an die Musicals dieser Welt zu sein.
Dementsprechend singen sich insbesondere die Hauptdarsteller beständig durch die englischsprachigen Evergreens der vergangenen Jahre. Traurig ist, dass die beiden es nicht einmal geschafft haben, sozusagen als Hommage an Paris, einen einzigen französischen Titel auswendig zu lernen. Gesanglich kann Nicole Kidman noch am ehesten im Duett der Heulbojen überzeugen, der Tenor in Rolle des Christian besticht vielleicht am ehesten dadurch, dass er kastratenhafte Leidensfähigkeit zu vermitteln vermag. Aber wiegesagt, um mir die besten Hits der 70er, 80er und 90er anzuhören, muss ich nicht im Kino rumsitzen. Es wirkt schon unglaublich öde, wenn etwa zwanzigmal Elton Johns „Song for you“ angesungen wird. Ein geradezu spaßiger Moment ist, als die beiden Nirvana zu interpretieren suchen. Aber wie gesagt, der Streifen bemüht sich ja eine Hommage ns Musical zu sein und keine Persiflage auf die Musikindustrie. Apropos Persiflage, die gesanglichen Qualitäten im Film insgesamt erinnert mich irgendwie an den verkommen Spross des Grafen in „Ritter der Kokosnuss“, der doch „immer nur singen will“.
Die Ausstattung bedient im Großen und Ganzen – das muss ich an dieser Stelle geben – zumindest in relativ guten Computeranimationen die Klischees, die man so vom Paris der Jahrhundertwende hat. Da fehlt auch nicht die versoffene Kylie Minogue als grüner Absinth-Schrat, die Christians ersten Kontakt mit Absinth begleitet. Klar, im Moulin Rouge, klar, dass alle Beteiligten danach völlig high sind...
Auf Dauer, das muss an dieser Stelle aber noch einmal gesagt werden, ist die Computeranimation doch ein wenig nervend, letztendlich wiederholt sich doch alles immer wieder im Stile eines Videoclips. (Tolle Hommage an die Musicals!) Sehr schön computeranimieren lässt sich natürlich der sprechende Mond, die Sternentreppe und anderer Firlefanz aus „Mary Poppins“.
Die Kostüme erinnern irgendwie an einen Kostümfilm, ein wenig albern erscheint die Raumausstattung. Dass sich Christian und Satine im Gemach mit Herzfenstern und Elefantenatrappe als kleines Extra näherkommen, wirkt eigentlich nur dumm. Ich war mir nie ganz sicher, ob das Herzfenster nun der Elefantenafter sein soll oder nicht.
Das alles, wie erwähnt, untermalt mit Popsongs, teilweise als Medley („All you need is love“, „I was made for loving you“, „In the Name of Love“, „Lift us up where we belong“, „Heroes“ und „I will alway love you“). Doch, seien wir ehrlich, bei der heutigen Radiolandschaft sind wir doch alle froh, wenn wir genau diese, einschließlich der unsäglichen Madonna, eher selten als öfter hören müssen.
Mein Fazit ist, dass ich diesen Film nach dem Schreiben dieses Berichtes möglichst bald wieder zu vergessen suche. Ich kann ihn nur denen empfehlen, die auf Stories stehen, die genauso fahl sind wie die virtuelle Wirklichkeit der Farben. Und Filmemachern, die die Fehler dieses Filmes wierderholen wollen, sein an dieser Stelle empfohlen: Greift um Himmelswillen auf Musikanten von „Jugend musiziert“ zurück, da könnte man wenigstens auf eine gewisse Natürlichkeit und Unverkrampftheit der Darsteller hoffen!
"Moulin Rouge" ist doch eher "Moulin Ridicule".
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