Müller Crema di Joghurt Erdbeer Testbericht

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Erfahrungsbericht von LosGatos

"...isse krämig"

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Es gibt Tage, da neige ich zu Übermut. Will heißen, ich tue Dinge, an die ich mich sonst nie heranwagen würde. Heute scheint so ein Tag zu sein. Ich spiele mit dem Gedanken, einen Verbraucherbericht über einen Joghurt zu schreiben. Soll ich (LosGatos) mich dazu tatsächlich herablassen?! Was heißt hier herablassen, höre ich mein innerstes Yopi-Gewissen fragen? Einen Reisebericht zu schreiben, ist schließlich kinderleicht. Da muss man nur der Reihe nach das Erlebte aufschreiben. Ebenso stellt die Rezension eines Buches oder einer CD keine wirkliche Herausforderung dar. Einen wirklich guten Berichteschreiber erkennt man doch daran, dass er das langweiligste Allerweltsprodukt zu einem Renner macht.

Mir ist sofort klar, ein Joghurt muss her. Also gehe ich gleich mal in den Supermarkt hinunter und stelle mich vor das Kühlregal. Die Auswahl ist in der Tat riesig, ein wahres Eldorado für Berichteschreiber. Trotzdem kommen nur zwei Produkte in die engere Auswahl, die auch auf unterschiedliche Art und Weise einen sehr hohen Bekanntheitsgrad erreicht haben. Da ist natürlich zum einen der berühmte Dr. Oetker-Joghurt, empfohlen von den Drei-Cent-Köchen von Ciao. Aber über ein Dr. Oetker-Produkt habe ich ja erst kürzlich geschrieben. Einseitigkeit oder gar Parteilichkeit will ich mir deshalb auf keinen Fall nachsagen lassen. Und dann ist da noch der Joghurt „Crema di Yogurt“ aus der Werbung mit Trappatoni. Aus Sympathie für letzteren entscheide ich mich für den.

Dieser Joghurt ist in der Tat erst durch die Werbung so bekannt geworden wie Giovanni durch seinen berühmten Wutausbruch zu seiner Zeit beim FC Bayern. Bis dato war er zwar ein in Fachkreisen bekannter Fußballtrainer, der dem FC Bayern die effiziente Mauertaktik beibrachte, was ihm Paul Breitner heute noch verübelt, wie erst bei einem seiner RAN-Auftritte während der Weltmeisterschaft wieder zu vernehmen war. Bis irgendwann die Bayern und allen voran der Spieler Struuuuntz so schlecht spielten, dass er den öffentlich als „Flasche leer“ bezeichnete. Mittlerweile hat wohl auch Struntz’ Ehefrau erkannt, dass Giovanni recht hatte. Sogar Effenzwerg soll besser sein als ihr Thomas. Deutschlands Frauen, hättet ihr das für möglich gehalten?! Kurzum, seit dem ist Giovanni Trappatoni auch Nicht-Fußballfans ein Begriff und seine Popularität lässt sich trefflich vermarkten, auch wenn Giovanni Deutschland längst den Rücken gekehrt hat und bei der WM vergeblich versucht hat, mit seinen Mannen einen 1:0 gegen Südkorea zu verteidigen. Aber er hat ja in einem der ersten Joghurt-Fernsehspots in Aussicht gestellt, irgendwann mal wieder in Deutschland tätig zu werden (außer für Joghurts), schließlich sei „Dooortmund auch schön“. Mittlerweile tritt er mit der Botschaft „isse krämig“ auf. Allerdings war mir aufgrund der Werbung bislang nicht klar, ob sich die Aussage auf den Joghurt oder die Ragazza (ital.: Mädchen) bezieht, die er gebannt anstarrt.

Da im Supermarkt gerade keine dunkelhaarigen Schönheiten herumlaufen, beschließe ich (LosGatos) erst mal den Joghurt zu erwerben. Joghurt-Becher sind ja im Grundton meist weiß gehalten. Die Firma Müller macht es mir hier aber leicht, denn der dunkelblaue Becher hebt sich kontrastreich vom restlichen Angebot ab. Schon habe ich ihn gesichtet. Ich muss mich nur noch zwischen den Geschmacksrichtungen Bianco (weiß, also ohne Fruchtzusätze), Erdbeere, Pfirsich-Aprikose, Kaffee und Stracciatella entscheiden. Aus dem Bauch heraus (oder war es das Auge?) wähle ich Erdbeere, weil die mich mit ihrer roten Farbe auf einem Sahnehäufchen vom Becher her anlacht (sonst lacht mich nämlich gerade niemand an). An der Kasse hinterlasse ich noch 44 Cent und ziehe von dannen.

Fortan widme ich mich dem just Erworbenen etwas intensiver. Joghurt ist ja heute meistens in Plastikbechern verpackt, die über den Grünen Punkt / Gelber Sack zu entsorgen sind. So auch in diesem Fall. Er ist auch wie üblich mit einer Alufolie verschlossen, sodass ich keine Probleme habe, den Becher mittels der Lasche (oder war es der Nippel ?) zu öffnen. Die Alufolie wandert bei mir gleich in die Plastiktüte mit den Metallabfällen.

Nun warten insgesamt 175g Crema di Joghurt, angereichert mit Erdbeerstückchen, auf mich, die ich auf einmal auslöffele und über meinen Gaumen gleiten lasse. Wirklich „krämig“, was mich bei einem Fettgehalt von 7,5% auch nicht wundert. Also, es geht auch kalorienbewusster, aber meistens geht das ja auf Kosten des Geschmackes. Und dafür gibt es halt heute abend keine Schokolade. Aber lohnt sich dieser Kuhhandel? Irgendwie schmeckt mir das ganze zu „artifischel“ und für meinen Geschmack auch zu süß. Da bekomme ich ja gleich Durst, den es erst mal zu löschen gilt (ganz neutral erst mal mit Mineralwasser). Und was habe ich sonst noch gerade zu mir genommen? Das muss ich zum Glück nicht selbst auswiegen, sondern vertraue mal den Angaben auf dem Becher, als da sind: 2,9 g Eiweiß, 15g Kohlenhydrate, 124kcal bzw. 521kJ und 2,2 Broteinheiten (BE).

Da ich gerade keine Schieblehre zur Hand habe, verzichte ich darauf, die Wandstärke des leeren Bechers genau auszumessen. Somit tue ich ihn gleich in die Geschirrspülmaschine. Wenn er dann sauber ist, wandert er in den gelben Sack.


FAZIT

Obwohl ich ganz gerne Fruchtjoghurt esse, hat mich die Crema di Joghurt geschmacklich nicht so überzeugt. Ich werde demnächst doch lieber stattdessen Schokolade essen. Ein Giovanni macht halt noch keinen Joghurt. Wahrscheinlich war es dann doch die Ragazza, von der er so angetan war. Und nach dem faden WM-Auftritt der Italiener hat Trappatoni vielleicht wieder Lust, seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Es muss ja nicht in Dortmund sein....ich habe fertig.

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 22.6.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, Yopi, eComments

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