Müsli selbstgemacht Testbericht

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  • Arbeits- und Zeitaufwand:  sehr niedrig
  • Kosten:  niedrig

Erfahrungsbericht von jozeil

So einfach spart man sich eine Menge Geld

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Flocken, Zucker, Trockenfrüchte oder Schokolade und häufig auch künstliche Aromen und Emulgatoren. So lässt sich ein, oftmals teures, Fertigmüsli beschreiben. Bei Knuspermüslis kommt zudem meist auch noch viel zu viel Fett hinzu. Wer täglich mit einem gesunden und vitalstoffreichen Start in den Tag beginnen will, merkt bald, dass das ganz schön ins Geld gehen kann.

Dabei gibt es aber, oftmals aus Faulheit übersehen, eine günstige und noch viel wertvollere Variante den Tag zu begrüßen. Warum sein Müsli nicht einmal selber zusammen setzen, mit biologischem Getreide, frischen Früchten und, wohl am wichtigsten, ohne Zucker sondern, wenn schon süß sein soll, mit Honig.

Als ich vor einigen Jahren mit dieser Ernährung am Morgen begonnen habe, griff auch ich noch zu den Pappkartons im Supermarkt. Es war auch schon nicht schlecht, ich fühlte mich fit für den Tag, wurde richtig munter, und das Frühstück hielt meist bis Mittag an, ohne schlapp zu werden. Doch mir waren diese Flocken meist zu süß, zudem fehlte mir das frische Obst. Außerdem wurde es langweilig, täglich das Gleiche zu essen, eben so lange, bis die Verpackung verbraucht war.

So machte ich mich also auf Erkundungstour zwecks Alternativen zu Fertigmischungen. Was liegt da näher als mal in einen Bioladen zu gehen, um sich schlau zu machen. Und da gab es dann ja auch jede Menge an Flocken, Nüssen und Samen.

Also, kam ich mit einer ganzen Schachtel rohem Getreide wieder nach Hause. Erst mal alles ausgepackt, gekauft hatte ich Weizen, Roggen, Hafer und Dinkelflocken sowie verschiedene Nüsse, Kürbis- und Sonnenblumenkerne als auch Lein- und Sesamsamen, und in vorher bereitgestellte Dosen abgefüllt. Will mir ja schließlich keine Lebensmittelmotten ins Haus holen.

Eigentlich hatte mir die Verkäuferin im Geschäft ja auch noch ein Getreidekochbuch andrehen wollen, aber das hab ich dann ausgeschlagen, so schwer kann doch das Mischen eines Müslis nicht sein, dachte ich.

Also in eine leere Dose mal zu gleichen Teilen die verschiedenen Flocken, einige Nüsse zuvor im elektrischen Cutter gehackt und die Kerne dazu, Deckel auf die Dose und gut durch geschüttelt.
Jetzt ließ ich die Mischung ermal stehen, es war ja Nachmittag und da hatte ich keine Lust auf Müsli.

Am nächsten Morgen kam das selbst Gemixte eben dann zum Einsatz. Etwas Milch warm gemacht, in der Zwischenzeit eine halbe Banane, einige Erdbeeren und eine Birne geschnitten, eben das Obst, was gerade im Haus war. Müsli in eine Schüssel, Milch drauf und schön mit Obst garnieren.

Mahlzeit!

Denkste. Irgendwie schmeckte es nicht so recht wie Eingekauftes. Die Flocken waren hart und beinahe nicht zu kauen. Vom Müsli nach Eigenbau nicht gerade angetan machte ich mich nun also doch schlau, wie denn ein Frischkornmüsli zubereitet wird.

Und siehe da, dank Internet, fand ich schnell heraus was ich falsch gemacht hatte. Am Vorabend die Flocken und Körner in Wasser, ich nehme lieber Milch, einweichen und über Nacht zugedeckt stehen lassen. Und wahrhaftig, am nächsten Morgen war es schon essbarer. Geschmackvoller und bei Weitem besser als all die Fertigprodukte, die ich je probiert habe.

Wenn auch Ihr jetzt mal auf diesen Genuss kommen wollt, so probiert doch einfach mal folgende Mischungen aus.

Meine Lieblingszusammensetzung schlechthin ist das folgende Rezept:

Zutaten für 2 Personen

50 g Hafervollkornflocken
30 g Weizenvollkornflocken
20 g Roggenvollkornflocken
1 EL geschrotete Leinsamen
50 g Kokosraspeln
50 g Mandeln, ganz oder gehackt
50 g Rosinen oder getrocknete Datteln, Pflaumen, Feigen, Marillen oder von allem etwas
2 Bananen, in Scheiben geschnitten
1 TL Zimt
1 EL Zuckerrübensirup oder Agavendicksaft (wenn unbedingt notwendig)
einige Tropfen Walnussöl
300 ml Milch, Joghurt oder Buttermilch (kann auch etwas mehr sein)

Zu aller erst einmal die Flocken am Vorabend (wer es lieber etwas knackiger mag, der lässt dies sein) in genügend Wasser, besser Milch, einweichen. Am Morgen dann mit den Leinsamen, den Kokosraspeln, dem Zimt und den Mandeln vermengen, die Milch darüber gießen, die Bananen mit den Rosinen oder Trockenfrüchten ins Müsli mischen und wenn unbedingt nötig mit Zuckerrübensirup süßen (vorsicht, denn die Trockenfrüchte haben eine hohe, natürliche Süße). Zu guter Letzt mit einigen Tropfen Walnussöl verfeinern.

Das wäre mal so das Grundrezept wie ich es meist mache, wobei ich allerdings die Koskosraspeln meist gleich in größerer Menge leicht in einer beschichteten Pfanne ohne Fett etwas hellbraun röste, wodurch diese einen noch besseren Geschmack bekommen. Dasselbe mache ich auch mit den Mandeln oder je nach belieben anderen Nüssen.

Anstatt der Leinsamen könnt ihr natürlich auch Kürbiskerne, Sesam, Sonnenblumenkerne oder einfach von allem etwas nehmen. Auch die Rosinen könnt ihr durch getrocknete Datteln, Pflaumen, Feigen, Marillen oder anderem Dörrobst ersetzen oder kombinieren.

Das wohl bekannteste Müsli-Rezept ist das nach Max Bircher-Benner, welches ich euch hier nicht vorenthalten will.

Zutaten für 1 Portion

10 g Haferflocken
3 EL Wasser zum einweichen
1 EL Zitronensaft
1 EL Kondensmilch
200 g Äpfel
1 EL Haselnüsse gerieben

Haferflocken in 3 EL kaltem Wasser für 12 Std. einweichen.

Zitronensaft und, wenn gewünscht, gezuckerte Kondensmilch beifügen und zu glatt rühren. Eventuell noch. 1 - 2 EL Wasser beifügen.
Äpfel waschen und direkt, vor dem Servieren, in die Flüssigkeit hinein raspeln. Dabei immer wieder umrühren, um das bräunen des Apfels zu vermeiden. Jetzt nur noch die Nüsse darüber streuen und fertig.

Als Abwandlung könnt ihr auch ganze oder geschrotete Getreidekörner, die ihr vorher aber mindestens über Nacht einweichen müsst, dazugeben.
So könnt ihr dieses Müsli mit Weizen-, Reis-, Gerste-, Roggen-, Hirse-, Buchweizen- oder Sojaflocken kombinieren.

Wer jetzt sagt: „Ich esse aber immer die Knuspermüsli Sorten, und die selbst machen, nein das geht doch nicht“, der irrt.

Knuspermüsli

200g Haferflocken
50g Sonnenblumenkerne
50g Kokosflocken
50g grob geriebene Haselnüsse
50g grob geriebene Mandeln
Eine Prise Zimt
Eine Prise Vanillepulver
3 Esslöffel, besser etwas Butter
3 Esslöffel Honig (Akazienhonig ist hier nach meinen Erfahrungen besonders geeignet)
150g ungeschwefelte Rosinen

Die Haferflocken und alle anderen Zutaten bis auf die Rosinen miteinander mischen, mit Zimt und Vanille abschmecken. In einer großen, beschichteten Pfanne Öl oder Butter und den Honig erhitzen. Die Mischung in der Pfanne unter ständigem Rühren 5 Minuten rösten. Jetzt die Rosinen zugeben und noch einmal 5 Minuten weiter rösten. Das Knuspermüsli abkühlen lassen, in ein gut schließendes Glas füllen und am Bestem im Kühlschrank aufbewahren. So hält es sich ca. eine Woche. Innerhalb der solltet ihr es auch verbrauchen, da es sonst an Knusprigkeit verliert.
Beim anrichten könnt Ihr es natürlich, wie jedes andere Müsli auch, mit frischem Obst oder etwas Schokolade verfeinern.

Wer es noch knuspriger und knackiger will, der kann auch mal Folgendes probieren.
Sesamkrokantmüsli

Zutaten für 1 Personen

1 geh. EL Rohrzucker
1 tl Honig
1 tl Butter
25 g Sesam
etwas Öl
50 g Haferflocken
25 g Dinkelflocken
25 g entsteinte Datteln, entsteint
125 ml Milch

1 El Rohrzucker, Honig und Butter in einer Pfanne schmelzen und leicht karamellisieren lassen. Sesam dazu geben und die Masse sofort auf eine leicht geölte Platte streichen. Nachdem erkalten den Krokant in kleine Stücke brechen und gemeinsam mit den würfelig geschnittenen Datteln und den Flocken mischen. Mit Milch übergießen und vernaschen.

Wie schon mal erwähnt, lassen sich all diese Rezepte natürlich je nach Lust und Laune verändern, indem Ihr andern Flockensorten, verschiedene Nüsse und Trockenfrüchte, Samen und frisches Obst kombiniert. Auch frische Sprossen schmecken wirklich super als Ergänzung.

Welche Getreide bzw. Flockensorten Eignen sich nun?

Ja, da kann man eigentlich sagen, so ziemlich alles. Hier mal die Wichtigsten.

Der Hafer ...
... ist hier wohl die bekannteste Flockenart. Nebst hochwertigem Pflanzenfett und wertvollem Eiweiß enthält er auch noch eine Vielzahl an Mineralien und Vitaminen. So finden sich in ihm die Vitamine E, B1, B2 und B6 sowie das seltene Biotin (Vitamin H). Er wirkt sich günstig auf Haare und Nägel aus und bietet eine gute diätische Hilfe bei Zivilisationskrankheiten wie Magen- und Darmverstimmungen, Magnesium- und Eisenmangel, oder aber auch Herz-, Kreislaufschäden und Anämie.

Weizen ...
... hat reichlich Vitalstoffe in Form von Vitaminen des B Komplexes sowie Karotin, Kalium, Phosphor, Magnesium, und Kieselsäure, welche sich hauptsächlich in den Randschichten des Korns befinden. Deshalb sollt Ihr auch Vollkornhaferflocken wählen, was auch für alle anderen Sorten gilt.

Der Roggen ...
... enthält ebenso viele B-Vitamine und Kalium, Phosphor, Fluor, Kieselsäure und Eisen. Die Flocken sind etwas härter, weshalb ich, wann immer ich Roggenflocken ins Müsli mische, diesen vorher einweiche.

Die Gerste ...
... ist reich an Kalium, Kalzium, Phosphor und Kieselsäure und ist wohl eine eher unbekannte Flockensorte.

Auch Hirse ...
... lässt sich in Flockenform wunderbar in ein Müsli mischen und liefert so viel Kieselsäure, was den Knochenbau, die Haut und Haarerneuerung, den Zähnen und dem Bindegewebe zugute kommt. Zudem decken schon 50 g Hirse den Tagesbedarf an Eisen und 50% von Fluor.

Der Grünkern ...
... eigentlich der unreife und auf Holzfeuer geröstete Dinkel, gibt durch seinen nussartigen Geschmack eine besondere Note an das Müsli ab. Er verfügt über einen hohen Eiweißgehalt und enthält viel Phosphor und Eisen.

Zuguterletzt gibt es noch den Mais ...
... den wohl die meisten in Form von Popkorn. Er ist aber auch der Hauptbestandteil von Cornflakes, welche sich hervorragend zur Abrundung des Ganzen eignen.

Zur Anreicherung an wertvollen Mineralstoffen und Vitaminen eignen sich hervorragend Hefeflocken. Diese mische ich selber auch in Suppen und Saucen, wo sie geschmacklich gar nicht auffallen, mir aber eben viele Vitalstoffe liefern.

An Nüssen lässt sich alles verwenden, was schmeckt. Hasel- oder Walnüsse, Erdnüsse, Mandeln oder aber auch exotische Sorten wie Para- oder Cashewnüsse machen sich immer gut.

Zudem kann man es durch Zugabe verschiedener Geschmackträger verfeinern. So passen als Gewürze Zimt, Nelkenpulver, Vanillepulver oder aber auch Schokolade hervorragend. Wem es nach exotischen Geschmäckern lüstert, der sollte Kokosflocken nicht vergessen.

Wer es süß mag, erreicht dies am besten mit Honig, wobei ich in so einem Fall immer Akazienhonig verwende, da dieser geschmacksneutral ist. Aber auch Ahornsirup schmeckt mir sehr gut.

Außerdem lässt sich durch die Zugabe von einigen Tropfen hochwertigem Öl ein besonderer Geschmack erzielen. Geeignet ist vor allem Walnussöl, aber auch Hanf- oder Sesamöl machen sich sehr gut.

An Obst nehme ich meist das, was gerade so im Haus ist. Extra dafür einkaufen gehe ich dafür sicher nicht. Zur Not greife ich halt dann auf Trockenfrüchte zurück, wobei mir Rosinen einfach immer noch das Liebste sind.

Was kostet euch jetzt der Spaß?

Ich kann euch jetzt natürlich nur die Preise sagen, die ich in meinem Bioladen dafür bezahle, wobei diese aber doch teilweise stark variieren, weshalb ich euch rate doch vorher mal etwas genauer auf die Preise zu schauen.
500 g Gerstenflocken 1,20 Euro, 500 g Weizenflocken 1,20 Euro, 500 g Haferflocken 0,99 Euro, 500 g Hirseflocken 1,95 Euro, 500 g Dinkelflocken 1,50 Euro, 500 g Reisflocken 1,49 Euro.
Weiters kommen dann noch die Nüsse dazu, wobei ich euch hier keinen Preis nennen kann, da ich Sie aus dem eigenen Garten beziehe. Gar so teuer kann es aber dann nicht sein.

Fazit:

Ohne mein tägliches Frühstücksmüsli fühle ich mich immer etwas müde und einfach antriebslos. Seit ich angefangen habe, Flocken in verschiedener Form zu essen bin ich einfach besser drauf. Besonderes Augenmerk lege ich dabei allerdings darauf, woher das Getreide und die restlichen Zutaten stammen. So kommen bei mir auf keinen Fall geschwefelte Trockenfrüchte in die Milch. Ansonsten bleibt mir eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Also einfach mal einige Flockensorten kaufen und je nach Geschmack mischen. Phantasie ist hier einfach gefragt, und um mal ehrlich zu sein, mir schmeckt einfach so ziemlich jedes Gemisch, solange es nicht zu süß ist.

Knackt das Korn

Euer Jörg

© by Jozeil

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