Music Box - Mariah Carey Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von Stepnwolf
MARIAH CAREY PART IV
Pro:
das Album, die Balladen, und mal wieder Mariah selbst
Kontra:
Bitte was??
Empfehlung:
Ja
>>> MARIAH CAREY - MUSIC BOX <<<
Liebe Leserin, lieber Leser
diese Meinung ist Teil einer laufenden Bio- und Discografie über die Künstlerin Mariah Carey. Sämtliche biografische Daten umreißen lediglich den Zeitraum des Erscheinungsjahres des jeweiligen Albums.
Für die komplette Biografie ist es daher ratsam alle Meinungen in Reihenfolge der veröffentlichten Alben zu lesen. Aber natürlich keine Bedingung ;-)
Danke fürs Lesen!
===============
VORGESCHICHTE
===============
Das Jahr 1993 begann mit den American Music Awards und somit mal wieder mit einigen Auszeichnungen (Favourite Pop/Rock Artist und Top Contemporary Album). Aber viel besser war der Erfolg auf einer ganz anderen Ebene – der Gerichtsebene. Denn Joseph Vian, Patricia Careys zweiter Ehemann, wollte nach kurzer Ehe und schneller Scheidung gern ein Stück vom musikalischen Erfolg Mariahs abbekommen. Er verklagte sie auf einen Teil ihres Vermögens, da er sie angeblich emotional und auch finanziell unterstützt habe, als sie noch keinen Erfolg hatte. Die Klage wurde abgewiesen und ich kann nur sagen: Joseph, Geld allein macht nicht glücklich...
Denn, wie sagten schon die Beatles „All you need is love“. Und im Juni 1993 sollte die Liebe zwischen Columbia-Boss Tommy Mottola und Umsatzgarant Mariah Carey in einer Heirat münden, die eigentlich nicht sehr überraschend kam. Anwesende Gäste in der „St. Thomas Episcopal Church“ in Manhattan waren u.a. Bruce Springsteen, Robert de Niro und Ozzy Osbourne (die sich dazu verpflichtet hatten, den Ort und die Zeit der Heirat niemandem zu sagen). Mariah später: „I never ever thought I‘d get married, because I always had such a bad outlook on the whole thing ...“ (da ja ihre Mutter nun mittlerweile schon das zweite Mal geschieden war). Ihre Flitterwochen auf Hawaii waren sehr kurz, denn da stand ja noch ein Projekt an. Mariahs drittes offizielles Album „Music Box“, das sie wieder an die Spitze der Charts führen sollte ...
Und noch im November 1993 ging Mariah (durch ihren Erfolg gezwungenermaßen) auf ihre erste Tournee. Sofern man das so bezeichnen wollte, denn es war lediglich eine 6-Städte-Tour. Dafür Karten zu bekommen grenzte an ein Wunder (allein ihr Heimatkonzert im Madison Square Garden in New York war in weniger als einer Stunde ausverkauft). Ihr Konzertdebüt gab sie vor 15.000 begeisterten Fans in der Miami Arena. „I was ok until I had to walk up this ramp to the stage and I heard this defeaning scream. It was kinda like everything in my life ...“ Tja, Lampenfieber hat halt jeder, egal wie berühmt man auch ist.
Denn berühmt wurde sie mit diesem Album nun endlich auch weltweit (inklusive Deutschland). Wer Mariah bis dato noch nicht kannte, mußte spätestens jetzt feststellen, „without her“ ging es nicht mehr in den 90iger Jahren.
Der endgültige Erfolg war geschafft ...
===========
DAS ALBUM
===========
„Music Box“ wurde ihr kommerziell erfolgreichstes Album mit ca. 27 Mio. verkaufter Alben weltweit. Es erhielt 10 (!!!) Platin-Ehrungen und wurde zusätzlich mit Diamant ausgezeichnet. Es ist unbestritten neben „Daydream“ ihr wohl bestes Album. Und warum Mariah das Album „Music Box“ nannte? „The beautiful tinkling sound that comes out of a music box is so pretty and so delicate. I love it.“
Na dann, hören wir mal rein ...
DIE TITEL
„Dreamlover“ (3:52 min)
Eine Mid-Tempo-Nummer mit locker aufspielendem Keyboard und einem seichten Bassdrum dienen als Background. Mariah klingt fröhlich und singt auch so, dabei wird sie vor allem im Refrain vom Chor unterstützt. Der übernimmt mehr und mehr den Gesangspart, während Mariah zum Ende alle erdenklichen Tonlagen auskostet, die ihr zur Verfügung stehen. Das verbreitet gute Laune ...
[# # # # -]
„Hero“ (4:16 min)
Falls es ein erklärtes Lieblingslied von mir gibt, tendiere ich da wohl zu diesem (und zwar bezogen auf alle Alben). Es beginnt ruhig und leise. Mariahs Gesang wird nur von einem Piano begleitet, das es aber vermeidet auch nur ansatzweise hervorzutreten, um den Gesang zu stören. Dann kommt das Drum und gelegentlich einzelne Basseinsätze hinzu. Im Refrain wird sie von Streicherarrangements (die an Intensität zunehmen) unterstützt. Ihr Gesang wird immer lauter und überzeugender, um dann leise auszuklingen.
Der Text war selten so aussagekräftig: Wenn man nur fest an sich glaubt, erreicht man alles was man will. In jedem steckt ein Held, man muß sich nur trauen. „Hero“ wurde 2001 anläßlich des Benefit-Concert vom WTC-Anschlag noch einmal als Single veröffentlicht, denn wenn nicht hier, wo soll der Text dann passen?
[# # # # #]
„Anytime you need a friend“ (4:25 min)
Dieses R’n’B Stück geht wieder sehr in den Gospel-Touch über. Ein tief brummendes Bassdrum begleitet die Keyboardmelodie. Ein Chor übernimmt den Refrain, bei dem sich Mariah zurückhält. Dafür singt sie ihre Strophen dramatisch und fordernd, wozu der Einsatz einer Hammond beiträgt. Zum Ende voller Einsatz von Chor und Solistin im Wechsel- und Zusammenspiel.
[# # # # -]
„Music Box“ (4:55 min)
Kennt ihr diese Primaballerina-Figuren, die, wenn man sie aufzieht, sich drehen und dieses klingende Geräusch von sich geben? Genauso fängt das Lied an. Mariah flüstert den Text regelrecht und klingt im kompletten Lied ziemlich verträumt. Ein Keyboard und später auch ein brummendes Bass sind zu hören, halten sich aber dezent im Hintergrund. Ihr Gesang wird emotionaler, aber bleibt doch immer sehr träumerisch und so leise, wie es begann, endet das Stück auch wieder. Schnell wieder aufziehen ...
[# # # # #]
„Now that I know“ (4:17 min)
So, nach drei eher ruhigen Stücken haben wir doch mal wieder was flotteres verdient. Aber was ist das? Dieses Keyboardgeklimpere am Anfang läßt schlimmes erahnen. Und richtig, da ist er wieder, mein ausgesprochener Lieblingspianist, David Cole. Und der drückt dem Lied seinen Stempel auf: Bassdrum, Percussions und Keyboard im Zusammenspiel mit Mariahs beschwingtem und fröhlichen Gesang. Der Chor darf natürlich auch nicht fehlen und sogar ein Saxophon ist vernehmbar. Aber wer mich kennt weiß, das ich diesem Mr. Cole irgendwie nichts abgewinnen kann, daher ...
[# # # - -]
„Never forget you“ (3:44 min)
Dann doch lieber eine gefühlvolle Ballade, wie diese hier. War ja auch klar, das bei Anwesenheit von Babyface nichts anderes herausspringen kann und soll. Denn Balladen schreiben und instrumentieren kann er!
Diese besticht durch eine lockere Keyboardmelodie und Basseinsatz zur im Refrain singenden, sonst summenden Unterstützung des Chores. Der Gesang von Mariah wird immer lauter und bringt ihre Verzweiflung zum Ausdruck: „No I‘ll never forget you, I‘ll never let you out of my heart ...“ Das klingt so traurig, so abgrundtief traurig ...
[# # # # -]
„Without you“ (3:33 min)
... und setzt sich in diesem Lied nahtlos fort.
Das Original ist von Nilsson aus dem Jahre 1974. Aber hier muß ich leider sagen, das Mariahs Version einfach besser ist. Nicht zuletzt, weil sie es durch ihre Stimme schafft, dem Lied dieses gewisse Etwas zu verpassen, das Nilsson nicht geschafft hatte. Trotzdem danke ich W.Peter Ham und Tom Evans für das Schreiben dieses Liedes.
Eine Pianomelodie beginnt und begleitet Mariahs (noch) ruhigen Gesang. Dann folgt Bass und Drumeinsatz, sowie Streicher im Refrain. Aber das wohl faszinierendste ist dieser stimmlich einwandfreie Wechsel zwischen hohen und tiefen Tonlagen beim Singen des wohl bekanntesten Refrains („I can’t live, if living is without you“), der immer dramatischer wird und dann viel zu schnell dem Ende entgegensteuert ... Einfach nur schön!
[# # # # #]
„Just to hold you once again“ (3:58 min)
Und wieder ist die Verzweiflung im Gesang zu erkennen. Eine leise und langsame Keyboardmelodie schmiegt sich dem Gesang an. Der Chor summt im Hintergrund ... Das Drum beginnt sein Spiel ab der 2. Strophe und das Lied steigert sich mit der Zeit, wird lauter durch den wachsenden Einsatz des Chorgesanges. Aber dieses traurige und melancholische Gefühl, was mich beschleicht, läßt einfach nicht nach ...
[# # # # -]
„I’ve been thinking about you“ (4:46 min)
Ein dumpfes Bassdrum stampft den Beat der durchweg im tanzbaren Stil daherkommt. Das Keyboard spielt die Melodie und vereinzelt sind verschiedene Synthieklänge vernehmbar, die auf die Kappe eines gewissen D. Cole gehen (Punktabzug in der B-Note). Mariah und ihr Chor wechseln sich im Gesang ab oder harmonieren gekonnt zusammen. Doch der Chor übernimmt zunehmend den Refraingesang und wiederholt sich dabei immer mehr, während Mariah dazu im Hintergrund trällert ... Etwas zu lang geraten, für meinen Geschmack.
[# # # - -]
„All I’ve ever wanted“ (3:50 min)
Wir nähern uns dem Ende des Albums. Und was wäre da besser, als eine Ballade (oder zwei *g*) ...
Leise sind Streicher zu hören, die W. Afanasieffs Pianomelodie treffend begleiten. Mariahs Gesang ist wieder sehr gefühlsbetont und steigert sich im Verlauf des Liedes, was der zusätzliche Drum- und Basseinsatz noch hervorhebt. Sie macht ihm klar, das er der einzige ist und das mal wieder auf überzeugende Art und Weise: „All I’ve ever wanted is you and you alone and I love you so, more than you could ever know“. Wer wird da nicht schwach?
[# # # # -]
„Everything fades away (Bonustrack)“ (5:25 min)
Eine sehr leise Instrumentierung bestimmt das komplette Lied. Der Chor unterstützt Mariahs traurigen Gesang vor allem im Refrain. Sie singt von der Liebe, die sie verlassen hat (aha, so lang geht’s also auch Ms Carey) und das ihr Gedanke an ihn langsam verschwindet. Und genauso langsam wird der Gesang leiser, bis nur noch die leise Pianomelodie zu hören ist und somit das Album beendet ...
[# # # # #]
CD-INFOS
„Music Box“ hat eine Spiellänge von 47:28 min und ist erschienen bei Columbia Records.
Mitwirkende Produzenten an diesem Album natürlich Walter Afanasieff (der Mann für die Balladen) und das Team Clivilles/Cole, die schon auf „Emotions“ für die schnelleren Stücke zuständig waren, sowie Dave Hall bei „Dreamlover“ und Babyface bei der tollen Ballade „Never forget you“.
Im Booklet sind wieder alle Texte abgedruckt, sowie die obligatorischen Danksagungen (übrigens hier das erste Mal überhaupt ein Dankeschön an ihre Fans).
=====
FAZIT
=====
4 der 11 Songs wurden als Single ausgekoppelt. Davon schafften es „Dreamlover“ und „Hero“ auf Platz 1 der US-Billboard Charts und erhielten jeweils Platin. „Without you“ kam bis auf Platz 3 und wurde mit Gold ausgezeichnet. Immerhin noch Platz 12 als höchste Position errang „Anytime you need a friend“.
„Dreamlover“ (Platz 42), „Hero“ (Platz 58) und „Anytime you need a friend“ (Platz 41) erschienen auch alle in Deutschland als Single. Was aber den absoluten Durchbruch in Deutschland, Europa und den Rest der Welt schaffte war natürlich der Titel „Without you“, der als einziger Titel in Deutschland Platz 1 eroberte. Das schaffte kein Mariah Carey Song vorher oder danach. Deshalb auch zurecht bei uns mit Platin ausgezeichnet.
„Music Box“ gehört zu den Meilensteinen in Mariahs Musikgeschichte und wer auch nur ein wenig auf wunderschöne Balladen und exzellente Frauenstimmen steht, sollte sich dieses Album nicht entgehen lassen. Außer 3 schnelleren tanzbaren Popliedern, findet man sonst durchweg nur langsame und gefühlvolle Titel, von denen „Hero“ und „Without you“ hervorstechen. Aber und das ist der größte Pluspunkt, die restlichen Titel fallen überhaupt nicht ab, sondern sind allesamt hörenswert. Darum gibt es für mich auch nur eine Entscheidung: 5 Sterne und auf jeden Fall Kaufempfehlung!
Ob das noch irgendein darauffolgendes Album toppen kann? Warten wir’s ab ...
... to be continued ...
( >>Copyright by Stepnwolf << )
(Quellen für Teile der Biografie: www.mariah-carey-fan.de und „Mariah Carey-A tear-out photo-book“)
Liebe Leserin, lieber Leser
diese Meinung ist Teil einer laufenden Bio- und Discografie über die Künstlerin Mariah Carey. Sämtliche biografische Daten umreißen lediglich den Zeitraum des Erscheinungsjahres des jeweiligen Albums.
Für die komplette Biografie ist es daher ratsam alle Meinungen in Reihenfolge der veröffentlichten Alben zu lesen. Aber natürlich keine Bedingung ;-)
Danke fürs Lesen!
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VORGESCHICHTE
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Das Jahr 1993 begann mit den American Music Awards und somit mal wieder mit einigen Auszeichnungen (Favourite Pop/Rock Artist und Top Contemporary Album). Aber viel besser war der Erfolg auf einer ganz anderen Ebene – der Gerichtsebene. Denn Joseph Vian, Patricia Careys zweiter Ehemann, wollte nach kurzer Ehe und schneller Scheidung gern ein Stück vom musikalischen Erfolg Mariahs abbekommen. Er verklagte sie auf einen Teil ihres Vermögens, da er sie angeblich emotional und auch finanziell unterstützt habe, als sie noch keinen Erfolg hatte. Die Klage wurde abgewiesen und ich kann nur sagen: Joseph, Geld allein macht nicht glücklich...
Denn, wie sagten schon die Beatles „All you need is love“. Und im Juni 1993 sollte die Liebe zwischen Columbia-Boss Tommy Mottola und Umsatzgarant Mariah Carey in einer Heirat münden, die eigentlich nicht sehr überraschend kam. Anwesende Gäste in der „St. Thomas Episcopal Church“ in Manhattan waren u.a. Bruce Springsteen, Robert de Niro und Ozzy Osbourne (die sich dazu verpflichtet hatten, den Ort und die Zeit der Heirat niemandem zu sagen). Mariah später: „I never ever thought I‘d get married, because I always had such a bad outlook on the whole thing ...“ (da ja ihre Mutter nun mittlerweile schon das zweite Mal geschieden war). Ihre Flitterwochen auf Hawaii waren sehr kurz, denn da stand ja noch ein Projekt an. Mariahs drittes offizielles Album „Music Box“, das sie wieder an die Spitze der Charts führen sollte ...
Und noch im November 1993 ging Mariah (durch ihren Erfolg gezwungenermaßen) auf ihre erste Tournee. Sofern man das so bezeichnen wollte, denn es war lediglich eine 6-Städte-Tour. Dafür Karten zu bekommen grenzte an ein Wunder (allein ihr Heimatkonzert im Madison Square Garden in New York war in weniger als einer Stunde ausverkauft). Ihr Konzertdebüt gab sie vor 15.000 begeisterten Fans in der Miami Arena. „I was ok until I had to walk up this ramp to the stage and I heard this defeaning scream. It was kinda like everything in my life ...“ Tja, Lampenfieber hat halt jeder, egal wie berühmt man auch ist.
Denn berühmt wurde sie mit diesem Album nun endlich auch weltweit (inklusive Deutschland). Wer Mariah bis dato noch nicht kannte, mußte spätestens jetzt feststellen, „without her“ ging es nicht mehr in den 90iger Jahren.
Der endgültige Erfolg war geschafft ...
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DAS ALBUM
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„Music Box“ wurde ihr kommerziell erfolgreichstes Album mit ca. 27 Mio. verkaufter Alben weltweit. Es erhielt 10 (!!!) Platin-Ehrungen und wurde zusätzlich mit Diamant ausgezeichnet. Es ist unbestritten neben „Daydream“ ihr wohl bestes Album. Und warum Mariah das Album „Music Box“ nannte? „The beautiful tinkling sound that comes out of a music box is so pretty and so delicate. I love it.“
Na dann, hören wir mal rein ...
DIE TITEL
„Dreamlover“ (3:52 min)
Eine Mid-Tempo-Nummer mit locker aufspielendem Keyboard und einem seichten Bassdrum dienen als Background. Mariah klingt fröhlich und singt auch so, dabei wird sie vor allem im Refrain vom Chor unterstützt. Der übernimmt mehr und mehr den Gesangspart, während Mariah zum Ende alle erdenklichen Tonlagen auskostet, die ihr zur Verfügung stehen. Das verbreitet gute Laune ...
[# # # # -]
„Hero“ (4:16 min)
Falls es ein erklärtes Lieblingslied von mir gibt, tendiere ich da wohl zu diesem (und zwar bezogen auf alle Alben). Es beginnt ruhig und leise. Mariahs Gesang wird nur von einem Piano begleitet, das es aber vermeidet auch nur ansatzweise hervorzutreten, um den Gesang zu stören. Dann kommt das Drum und gelegentlich einzelne Basseinsätze hinzu. Im Refrain wird sie von Streicherarrangements (die an Intensität zunehmen) unterstützt. Ihr Gesang wird immer lauter und überzeugender, um dann leise auszuklingen.
Der Text war selten so aussagekräftig: Wenn man nur fest an sich glaubt, erreicht man alles was man will. In jedem steckt ein Held, man muß sich nur trauen. „Hero“ wurde 2001 anläßlich des Benefit-Concert vom WTC-Anschlag noch einmal als Single veröffentlicht, denn wenn nicht hier, wo soll der Text dann passen?
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„Anytime you need a friend“ (4:25 min)
Dieses R’n’B Stück geht wieder sehr in den Gospel-Touch über. Ein tief brummendes Bassdrum begleitet die Keyboardmelodie. Ein Chor übernimmt den Refrain, bei dem sich Mariah zurückhält. Dafür singt sie ihre Strophen dramatisch und fordernd, wozu der Einsatz einer Hammond beiträgt. Zum Ende voller Einsatz von Chor und Solistin im Wechsel- und Zusammenspiel.
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„Music Box“ (4:55 min)
Kennt ihr diese Primaballerina-Figuren, die, wenn man sie aufzieht, sich drehen und dieses klingende Geräusch von sich geben? Genauso fängt das Lied an. Mariah flüstert den Text regelrecht und klingt im kompletten Lied ziemlich verträumt. Ein Keyboard und später auch ein brummendes Bass sind zu hören, halten sich aber dezent im Hintergrund. Ihr Gesang wird emotionaler, aber bleibt doch immer sehr träumerisch und so leise, wie es begann, endet das Stück auch wieder. Schnell wieder aufziehen ...
[# # # # #]
„Now that I know“ (4:17 min)
So, nach drei eher ruhigen Stücken haben wir doch mal wieder was flotteres verdient. Aber was ist das? Dieses Keyboardgeklimpere am Anfang läßt schlimmes erahnen. Und richtig, da ist er wieder, mein ausgesprochener Lieblingspianist, David Cole. Und der drückt dem Lied seinen Stempel auf: Bassdrum, Percussions und Keyboard im Zusammenspiel mit Mariahs beschwingtem und fröhlichen Gesang. Der Chor darf natürlich auch nicht fehlen und sogar ein Saxophon ist vernehmbar. Aber wer mich kennt weiß, das ich diesem Mr. Cole irgendwie nichts abgewinnen kann, daher ...
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„Never forget you“ (3:44 min)
Dann doch lieber eine gefühlvolle Ballade, wie diese hier. War ja auch klar, das bei Anwesenheit von Babyface nichts anderes herausspringen kann und soll. Denn Balladen schreiben und instrumentieren kann er!
Diese besticht durch eine lockere Keyboardmelodie und Basseinsatz zur im Refrain singenden, sonst summenden Unterstützung des Chores. Der Gesang von Mariah wird immer lauter und bringt ihre Verzweiflung zum Ausdruck: „No I‘ll never forget you, I‘ll never let you out of my heart ...“ Das klingt so traurig, so abgrundtief traurig ...
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„Without you“ (3:33 min)
... und setzt sich in diesem Lied nahtlos fort.
Das Original ist von Nilsson aus dem Jahre 1974. Aber hier muß ich leider sagen, das Mariahs Version einfach besser ist. Nicht zuletzt, weil sie es durch ihre Stimme schafft, dem Lied dieses gewisse Etwas zu verpassen, das Nilsson nicht geschafft hatte. Trotzdem danke ich W.Peter Ham und Tom Evans für das Schreiben dieses Liedes.
Eine Pianomelodie beginnt und begleitet Mariahs (noch) ruhigen Gesang. Dann folgt Bass und Drumeinsatz, sowie Streicher im Refrain. Aber das wohl faszinierendste ist dieser stimmlich einwandfreie Wechsel zwischen hohen und tiefen Tonlagen beim Singen des wohl bekanntesten Refrains („I can’t live, if living is without you“), der immer dramatischer wird und dann viel zu schnell dem Ende entgegensteuert ... Einfach nur schön!
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„Just to hold you once again“ (3:58 min)
Und wieder ist die Verzweiflung im Gesang zu erkennen. Eine leise und langsame Keyboardmelodie schmiegt sich dem Gesang an. Der Chor summt im Hintergrund ... Das Drum beginnt sein Spiel ab der 2. Strophe und das Lied steigert sich mit der Zeit, wird lauter durch den wachsenden Einsatz des Chorgesanges. Aber dieses traurige und melancholische Gefühl, was mich beschleicht, läßt einfach nicht nach ...
[# # # # -]
„I’ve been thinking about you“ (4:46 min)
Ein dumpfes Bassdrum stampft den Beat der durchweg im tanzbaren Stil daherkommt. Das Keyboard spielt die Melodie und vereinzelt sind verschiedene Synthieklänge vernehmbar, die auf die Kappe eines gewissen D. Cole gehen (Punktabzug in der B-Note). Mariah und ihr Chor wechseln sich im Gesang ab oder harmonieren gekonnt zusammen. Doch der Chor übernimmt zunehmend den Refraingesang und wiederholt sich dabei immer mehr, während Mariah dazu im Hintergrund trällert ... Etwas zu lang geraten, für meinen Geschmack.
[# # # - -]
„All I’ve ever wanted“ (3:50 min)
Wir nähern uns dem Ende des Albums. Und was wäre da besser, als eine Ballade (oder zwei *g*) ...
Leise sind Streicher zu hören, die W. Afanasieffs Pianomelodie treffend begleiten. Mariahs Gesang ist wieder sehr gefühlsbetont und steigert sich im Verlauf des Liedes, was der zusätzliche Drum- und Basseinsatz noch hervorhebt. Sie macht ihm klar, das er der einzige ist und das mal wieder auf überzeugende Art und Weise: „All I’ve ever wanted is you and you alone and I love you so, more than you could ever know“. Wer wird da nicht schwach?
[# # # # -]
„Everything fades away (Bonustrack)“ (5:25 min)
Eine sehr leise Instrumentierung bestimmt das komplette Lied. Der Chor unterstützt Mariahs traurigen Gesang vor allem im Refrain. Sie singt von der Liebe, die sie verlassen hat (aha, so lang geht’s also auch Ms Carey) und das ihr Gedanke an ihn langsam verschwindet. Und genauso langsam wird der Gesang leiser, bis nur noch die leise Pianomelodie zu hören ist und somit das Album beendet ...
[# # # # #]
CD-INFOS
„Music Box“ hat eine Spiellänge von 47:28 min und ist erschienen bei Columbia Records.
Mitwirkende Produzenten an diesem Album natürlich Walter Afanasieff (der Mann für die Balladen) und das Team Clivilles/Cole, die schon auf „Emotions“ für die schnelleren Stücke zuständig waren, sowie Dave Hall bei „Dreamlover“ und Babyface bei der tollen Ballade „Never forget you“.
Im Booklet sind wieder alle Texte abgedruckt, sowie die obligatorischen Danksagungen (übrigens hier das erste Mal überhaupt ein Dankeschön an ihre Fans).
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4 der 11 Songs wurden als Single ausgekoppelt. Davon schafften es „Dreamlover“ und „Hero“ auf Platz 1 der US-Billboard Charts und erhielten jeweils Platin. „Without you“ kam bis auf Platz 3 und wurde mit Gold ausgezeichnet. Immerhin noch Platz 12 als höchste Position errang „Anytime you need a friend“.
„Dreamlover“ (Platz 42), „Hero“ (Platz 58) und „Anytime you need a friend“ (Platz 41) erschienen auch alle in Deutschland als Single. Was aber den absoluten Durchbruch in Deutschland, Europa und den Rest der Welt schaffte war natürlich der Titel „Without you“, der als einziger Titel in Deutschland Platz 1 eroberte. Das schaffte kein Mariah Carey Song vorher oder danach. Deshalb auch zurecht bei uns mit Platin ausgezeichnet.
„Music Box“ gehört zu den Meilensteinen in Mariahs Musikgeschichte und wer auch nur ein wenig auf wunderschöne Balladen und exzellente Frauenstimmen steht, sollte sich dieses Album nicht entgehen lassen. Außer 3 schnelleren tanzbaren Popliedern, findet man sonst durchweg nur langsame und gefühlvolle Titel, von denen „Hero“ und „Without you“ hervorstechen. Aber und das ist der größte Pluspunkt, die restlichen Titel fallen überhaupt nicht ab, sondern sind allesamt hörenswert. Darum gibt es für mich auch nur eine Entscheidung: 5 Sterne und auf jeden Fall Kaufempfehlung!
Ob das noch irgendein darauffolgendes Album toppen kann? Warten wir’s ab ...
... to be continued ...
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