Music For The Masses (1987) - Depeche Mode Testbericht

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Erfahrungsbericht von kentbrockmann

Never let me down

Pro:

alles

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Im Sommer 1988 durfte ich Depeche Mode das erste mal hautnah erleben und zwar auf der Funkausstellung in Berlin. Dort präsentierten sie Ihre aktuelle Singleauskopplung \"Never Let me down again\", Grund genug für mich mal wieder in den nächsten Plattenladen zu rennen und mir das dazugehörige Album anzuschaffen, welches den holden Namen \"Music for the masses\" trägt. Schon allein vom Aussehen der Platte konnte ich erahnen, was die Jungs aus England wieder für ein Meisterwerk geschaffen hatten. Das Vinyl war nicht schwarz wie üblich sondern schimmerte in einem glänzend durchsichtigem blau. Leider leider ist dies lange her, das Venyl, hat sich bei meinem damaligem Konsum kaum gehalten und musste einer CD weichen...ach was hätte ich heut bei e-bay dafür bekommen.

Kommen wir aber zu dem 1987 erschienenem Album. Das Cover der CD ist relativ schlicht gehalten, auf einem beschen Hintergrund ist ein Bild mit drei roten Lautsprechern vor einem nett anzuschauendem Sonnenuntergang abgebildet, Songexte der folgenden Lieder sind natürlich im Booklet enthalten.

1. Never let me down again

Immer noch ein Lied, dass bestens zur Gänsehautgestaltung geeignet ist. Ein Muss auf jedem Live-Konzert, einfach ein absoluter Klassiker von Depeche Mode. Schon beim ersten Song bekommt man viel mit von der kraft und der Vielfalt an Sounds und Geräuschen, die harmonisch aufeinander abgestimmt dem Zuhörer dass Gehirn vernebeln. Daue Galans Stimme ist kraftvoller denn je und er bringt dieses Lied mit einer Leidenschaft rüber, die ich bisher so nie kennengelernt habe. Eine musikalische Interpretation von Freundschaft und Sehnsucht, die bis heute Seinesgleichen sucht.

2. The things you said

Bei diesem Song fühlt man sich wie ins kalte Wasser geworfen, dem kraftvollem Opener folgt eine samtweiche Ballade vorgetragen von Martin Gore, dessen Stimme jede Ballade hörenswert macht. Auch diese, obwohl ich von ihr instrumental nicht sonderlich begeistert bin, die Melodie ist relativ schwach und fade und auch der schöne Text über eine enttäuschte Liebe, macht das Lied doch eher durchschnittlich.

3. Strangelove

Wieder ein etwas energiegeladenerer Song, zudem die erste Singleauskopplung dieses Albums. Wieder besticht Gahans Stimme durch energiegeladener Emotion. Der Sound ist nicht ganz so satt wie im ersten Lied, reicht aber völlig aus, um ein sehr variables Lied mit vielen elektronischen Impressionen zu bekommen.

4. Sacred

Sacred beginnt sehr ruhig, fast dunkel der Gesang wird von Gahan gesteuert und Martin Gore begleitet ihn gekonnt. Nach einem kurzem Break, wird aus dem düsterem beginn ein Lied einer recht simplen Ausstattung, die Melodie ist ziemlich simpel gestrickt und wird nicht durch unvorhergesehene Synthie-Einspielungen durchbrochen. Textlich geht der Song etwas ins blasphemische, aber auch in einer sehr gemäßigten Tonart.


5. Little 15

Ein wirklich schweres und sehr tragendes Lied, die Melodie wirkt fast schon melancholisch. Daves Stimme verbüßt nichts an Kraft, aber er trägt sie so vor, als ob etwas tragisches passiert ist. Ein Hauch von Trauer schimmert immer wieder durch. Das Thema hat auch etwas tragisches, ein 15 jähriges Mädchen am Abgrund und der sehnlichste Wunsch nach etwas Wärme und Nähe \"she want\'s to see with your eyes, she want\'s to smile with your smile, she wants a nice surprise every once in a while\" ist die Textstelle zum Ende des Liedes, die mich immer wieder dazu animiert einen Klos in meinem Hals zu bekommen.

6. Behind the wheel

Wieder eine Singleauskopplung von Depeche Mode, in meinen Augen aber ein sehr durchschnittliches Lied. Es sind zwar durchaus wieder sehr interessante Soundeinspielungen zu hören, auch das Zusammenspiel der Stimmen von David Gahan und Martin Gore sind äußerst interessant und schön anzuhören, mir fehlt in diesem Song jedoch das Gewisse etwas, was es zu einem Klassiker von Depeche Mode machen könnte.

7. I want you now

Schweres Atmen und Stöhnen leiten das Lied in eine wirklich schöne Liebesballade. Natürlich wird es wieder von Martin Gore vorgetragen und hier wird selbst seine weiche Stimme etwas lauter und kräftiger, behält aber sehr viel Gefühl, der Sound drumherum ist äußerst interessant, da sehr viel mit menschlichen Geräuschen gearbeitet wird.

8. To have and to hold

Ein sehr düsteres Lied, was von der Musik und vom Sound her eher an Gothic erinnert. Selbst die Stimme von Gahan hat einen Hang zur Depression, das Lied bleibt bis zum Ende im selben düsteren Rhythmus, glücklicherweise ist der Song recht kurz gehalten.

9. Nothing

Der letzte Song ist wieder geprägt von den verschiedensten Song und Geräuscheinspielungen, welcher eine Menge Abwechslung in das doch recht gemäßigte Tempo einbringt. Lediglich in zwei Sequenzen nimmt der Song etwas mehr, durch Drums unterstützt, an Fahrt auf. David Gahan besticht ein letztes mal mit seiner kraftvollen Stimme, in der Form, das er vielfach einen ton sehr lange anhält.

10. Pimpf

Pimpf ist ein beeindruckendes Instrumentalstück bei dem unterstützt durch recht dunkle Klavierklänge der Wahnsinn der Hitlerjugend symbolisiert wird. Ein Song der viele klassische Elemente enthält und absolut hörenswert ist.

Es befinden sich noch 4 Extra Tracks auf der CD, die ich aber nicht näher erläutern möchte, da sich mein Bericht auf das Album aus 1987 beziehen soll. Aber hörenswert sind sie allemal.

Was bleibt zu diesem Album mehr zu sagen, als dass es ganz sicher auch zu den besten von Depeche Mode zählt. Es ist zwar nicht perfekt, dazu sind einige Songs etwas zu blass, aber dass wird durch die überdimensionale Güte von Liedern wie \"never let me down\" oder \"little 15\" allemal wettgemacht. Im Gegensatz zu den früheren Alben hat David Gahans Stimme an Kraft gewonnen, die Sounds sind weitaus ausgefeilter, das Gesamtkonzept dieses Albums wirkt rauher als zuvor. Anlässe diese CD zu spielen gibt es genug, neben dem beliebten Mitsing- und Mittanzlied \"Never let me down\" ist auch \"Behind the wheel\" durchaus ein Bringer auf jeder Fete, \"Little 15\" regt doch eher zum Nachdenken an, die restliche Songs sind gut zum Seele baumeln lassen und als Hintergrundmusik immer bestens geeignet. Es ist zwar nicht mein Lieblingsalbum von Depeche Mode aber das von meiner liebsten Ciao-Neidhammeline Drea-2170, allein das ist schon Grund genug eine ganz klare Kaufempfehlung und 5 Sterne herauszusingen.

Never let me down Jens

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