Naturhistorisches Museum Testbericht

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Erfahrungsbericht von stephan_1

Den sammelwütigen Habsburgern sei Dank !!

Pro:

enorme Vielfalt und Breite an Exponaten; einzigartiges Erlebnis!

Kontra:

ausgestopfte Tier ohne Ende; man braucht sehr viel Zeit!

Empfehlung:

Ja

Und endlich ist mein nächster Bericht fertig. - Diesmail wieder einer über eines meiner liebsten Ausflugsziele in Wien: Das Naturhistorische Museum!
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Beschreibung:
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Den Hauptteil des neu gebildeten Museumsquartiers in Wien bildet - gemeinsam mit dem Kunsthistorischen Museum - das Naturhistorische Museum.
Die beiden alterwürdigen Gebäude würden wohl einen würdigen Rahmen für jede Art von Museum bilden. Gerade diese symmetrische Annordnung der 2 Bereiche Kunsthistorik und Naturhistorik sind aber perfekt gewählt (und entsprachen wahrscheinlich auch dem damaligen Zeitgeist!)
Mich persönlich haben immer beide sehr interessiert. Wegen begrenzter Zeit haben wir uns aber für die Besichtigung der Eindeutigen Präferenz meiner Frau, dem Naturhistorischen Museum entschieden.

Der Eingangsbereich ist leider nur schlecht genutzt: Ein kleiner Portier-Schalter zum Kauf der Karten ist wohl viel zu wenig für ein Museum dieser Grössenordnung. Zusätzliche Informationen, die man nicht in den ausführlichen, in mehreren Sprachen erhältlichen Foldern findet, sind nur schwer zu erhalten.
Dafür gibt es als "Bonus" zuerst einmal ein kleines Vivarium zu sehen, wo man also auch einige spezielle Tierarten lebend zu sehen bekommt. Eine nette Ergänzung, die allerdings nach einem Besuch im Tiergarten Schönbrunn fast schon etwas zu viel ist :-) !!

Im 2. Stock findet sich ein typisches Wiener Café, mit überraschend freundlicher Bedienung und akzeptablen Preisen. Eingerahmt von einigen Modellen berühmter österreichischer Forschungsschiffe (Ja,ja; das waren noch Zeiten als Österreich kein Binnenland war :-) !!) und 2 japanischen Riesen-Krabben, die einige anwesende Jugendliche als Plastikmodelle einordneten. (Meine Methode, jedes Schild zu lesen, erweist sich vielleicht als langwieriger, brachte aber zum Beispiel hier den entscheidenden Wissensvorsprung :-) !!)

Toiletanlagen sind ausreichend vorhanden, aber durch die Grösse des Gebäudes muss man schon ein Stückchen Weg in Kauf nehmen. Behindertengerecht ist leider die ganze Anlage nicht, da bei den Prunkstiegen weder ein Lift nacheingebaut werden kann, noch ein Treppenlift eingebaut wurde. - Was mich bei einem Museum, das sich im Verbund des Museumsquartiers als grösstes Mitteleuropas (nur wenige Quadratmeter Ausstellungsfläche vor dm grössten Deutschen – ja man tut was man kann um dem großen Nachbarn Titel zu entreissen ;-) !!) bezeichnet, schon wundert.

Die wohl berühmtesten Exponate sind die 25.000 Jahre alte Venus von Willendorf, die vor über 200 Jahren ausgestorbene Stellersche Seekuh, sowie ein paar Saurierskelette.

Alles weitere hier – grob nach Abteilungen – gegliedert:


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Die Mineraliensammlung:
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Beeindruckend!!

Für Mineraliensammlung wahrscheinlich der Himmel auf Erden.
Einerseits besteht diese einmal aus einer systematischen Sammlung wahrscheinlich fast aller bekannten Mineralien in allen ihren Formen und aus einer Vielzahl an Lagerstätten aus aller Welt.
Ich als Laie kann da nur durchgehen (mehrere Räume!) und mich an den besonders hübschen erfreuen :-) !!
Dann folgen spezielle Exemplare, die sich durch ihre Grösse, ihre Schönheit oder ihre Seltenheit auszeichnen.
Schliesslich zeigt ein weiterer Raum noch eine Sammlung verschiedenster Meteoriten. Sowohl Gesteins- als auch Eisen-Meteoriten, wieder aus verschieden Fundstätten und in verschieden Erscheinungsformen, die sich durch die Einwirkung enormer Kräfte im All und vor allem beim Eintritt in die Erdatmosphäre sowie den Aufschlag auf die Erde ergeben.
Am faszinierenden sind hier natürlich die Meteoriten aus nicht auf der Erde vorkommendem Gestein. Stark in Erinnerung geblieben sind mir auch jene Steine, die von der Erde selbst stammen, aber Verformungen zeigen, die nur beim Eintritt in die Atmosphäre auftreten können, was darauf schliessen liese, dass sie aus der Atmosphäre geschleudert und dann wieder in diese zurück gefallen sein müssten - was allerdings physikalisch nicht erklärbar ist.
So was fasziniert mich :-) !!!


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Die Geologie-Paläontologie:
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Besteht aus pflanzliche Fossilien, tierische Fossilien und Rekonstruktionen.

Neu adaptiert kommen die chronologisch angeordneten Exponate sehr gut zur Geltung. Einzig zu Bemängeln ist vielleicht, das sehr viele Plastikmodelle nicht auf den ersten Blick als solche gekennzeichnet sind. Da finde ich es doch schade, dass man die tollen Exponate noch künstlich "aufpeppen" muss. Ich persönlich bin von hunderttausenden Jahren alten versteinerten Tieren allein schon genug beeindruckt.


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Die Zoologische Abteilung:
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Hier findet man – weiter chronologisch aufsteigend nach ihrem ersten Auftreten - Wirbellose Tiere, Insekten, Säugetiere, Vögel, Lurche und Kriechtiere, sowie Fische.

Beginnt dies zuerst also mit versteinerten Exemplaren bzw. Skelett-Abdrücke niederer Tiere, so endet es im Traumland jedes Groß- und Kleinwildjägers:

Ausgestopfte Tiere ohne Ende. Da wurde alles erschossen, was den kaiserlichen Expeditionen und deren Gästen vor die Flinte kam. Und da wurde scheinbar sehr viel erlegt, da meist angemerkt ist, dass jeweils nur die schönsten Exemplare ausgestopft wurden und noch heute in diesem Museum zu sehen sind.
Dadurch ergibt sich natürlich eine weltweit beinahe einzigartige (da unglaublich umfangreiche) Sammlung, auch von zum Teil ausgestorbenen Tieren.
Ich habe mich vor allem auf das Lesen der Kommentare beschränkt, da mich bei ausgestopften Tieren immer ein sehr seltsames Gefühl überkommt.
Einige meinen zwar sicher: "Die sind eh schon tot, jetzt kann man sie auch weiter ausstellen. - Und wer es nicht sehen will, der kann ja vorbeigehen, das Museum ist auch so zu groß, um es an einem Tag zu besichtigen!" Aber ich habe eben trotzdem ein ungutes Gefühl.


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Prähistorische Abteilung:
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Befindet sich wohl gerade im Umbau. Wir jedenfalls haben nur einen halb gefüllte Raum mit ein paar verstreuten Exponaten entdeckt. Zwar mit einigen netten Erklärungstafeln, aber zwischendurch standen auch Kästen mit willkürlichem Inhalt, die wohl in keinem Zwischenlager Platz gefunden hatten und hier „geparkt“ wurden. – Eher irritierend! (Da aber schon im letzten Drittel eines langen Museumsbesuches, haben wir es verschmerzt ;-) !!)


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Das Mikrotheater:
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Eher was für Kinder: Da werden halt ein paar Wasserflöhe und ähnliches unter Mikroskop vorgeführt. – Na ja, es könnte ja auch Erwachsene interessieren; meine Meinung basiert hier allerdings auch auf der Tatsache dass tatsächlich alle Mikroskope von Kinder besetzt waren. – In gewissen Abständen wird das ganze dann übrigens noch groß projiziert, damit alle was davon haben :-) !!

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Sonderausstellung: ‚Parasiten’:
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Nichts für Leute mit schwachem Magen, aber wirklich hochinteressant!

Die Bandbreite dieser – wohlgemerkt sehr kleinen, aber feinen – Sonderausstellung reichte von allen Varianten an bekannten Parasiten (sowohl den Menschen, als auch Tiere befallende!) bis zu den Erregern verbreiteter Seuchen und Epidemien. Ein Teil war auch der Erklärung typischer Hygiene-Mangel-Erkrankungen gewidmet. (Sowohl historischer, als auch aktueller!)

Mal was ganz anderes, was man in einem naturhistorischen Museum nicht unbedingt erwartet. – Aber gerade für Leute, wie mich, die auch gerne mal wiederkommen, ist es schön, einen gewissen wechselnden Ausstellungs-Teil zu haben und auch logisch, diesen dann auch auf aktuelle/lebensrelevante Themen zu konzentrieren!


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Zusammenfassung:
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Der Glanz der k&k-Monarchie scheint hier noch in jeder Ecke wieder. Was man auch daran merkt das die meisten Ausstellungsstücke aus dem 18. und 19. Jh. stammen!
(Da hat man noch gerne Geschenke in Wien abgeliefert um sich Wohlwollen zu sichern :-) !!!)

Die moderne Aufbereitung des .... zielt wohl auf ein junges Publikum, dem ein paar Dinosaurier-Knochen alleine dank modernster Kinotechnik schon allzu normal und langweilig vorkommen.
(Man wundert sich ja gar nicht mehr über die 8-jährigen die kurz ein Dinosaurier-Modell anschauen und schon den Namen nennen können, den man selbst erst vom Schild ablesen muss :-) !)


Für mich ist klar: Jedes mal wenn ich nach Wien kommen und Zeit habe, werde ich das Museums-Quartier aufsuchen. (Und da ist mein Favorit halt eindeutig das Naturhistorische Museum. - Neben den Bruegels im Kunsthistorischen Museum die ich auch nicht oft genug sehen kann!)

Gesamt gibt´s von mir trotzdem nur 4 Sterne, da ich das Ausstellen von ausgestopften Tieren einfach nicht gutheissen kann! (Aber das ist halt Ansichtssache.)



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Naturhistorisches Museum Wien
Burgring 7
A-1014 Wien


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Öffnungszeiten:
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täglich außer Dienstag: 9.00 - 18.30
Dienstag geschlossen
Mittwoch abends geöffnet bis 21.00


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Eintrittspreise:
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Erwachsene: 6,50
Pensionisten: 5,00
Schüler, Studenten: 3,00
Kinder bis 5 Jahre frei
Gruppen: (ab 15 Personen) Erwachsene: 5,00
Schüler / Studenten (Lehrveranstaltung): 2,00



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Ich schreibe bei ciao.com unter dem selben Namen und bei dooyoo.de als ‚s.t.e.p.h.a.n’!

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