Neapel Testbericht

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Erfahrungsbericht von bowling2001

Neapel sehen und sterben

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nachdem ich ja, wie schon viele wissen, mein Dasein seit knapp zwei Jahren hier in Neapel fristen darf, rein dienstlich, will ich doch auch mal etwas über die Stadt schreiben.

Dieser Bericht soll einfach nur mal einige allgemeine Infos zur Stadt geben, in der Hoffnung, dass alle meine Produktvorschläge für die einzelnen Bereiche, die ich hier kurz anreißen werde, auch angenommen werden.

Aber nu mal etwas zur Entstehung der Stadt, wie ist Neapel entstanden, welche Geschichte steckt doch in dieser Millionenstadt?

Es gibt, oder gab, im Laufe der Zeit mehrere Theorien über die Entstehung von Neapel, aber man hat sich doch darauf festgelegt, dass die ersten Fundamente der Stadt durch Siedler aus nahegelegen Cumae stammten. Auch der Name, Neapel, ist eine Geschichte, die niemand so richtig zu deuten weiß, so scheint es, dass der Name “Neapolis” (neue Stadt) auf eine Stadt schließen lässt, die hier schon vorher existiert haben soll, “Paleopolis”, aber die meisten Meinungen gehen dahin, dass man sich der Siedlertheorie anschließt, und den geschichtlichen Ursprung Neapels damit auf das sechste Jahrhundert vor Christi legt. In dieser Zeit soll der Grundstein Neapels irgendwo zwischen der heutigen Via Foria, eine der Hauptstraßen im Zentrum, und dem Meer gelegt worden sein.

Wie aber nun auch immer, auf jeden Fall hat die Stadt, begünstigt durch das doch recht milde Klima, wir haben gerade Dezember und immer noch knapp 5-7 Grad plus tagsüber, die Natur, und ein Panorama, mit Blick auf einen Golf, heute der Golf von Neapel, ließ die Stadt schon zur Zeit der Römer expandieren, und gab der Stadt alsbald einen Ruf , der der Stadt noch Jahhunderte anhaften sollte.

Aber auch in der Geschichte Neapels war nicht immer alles so wohlwollend, als es sich denn auch, wie in vielen anderen Kulturen dieser Zeit, begab, dass die Stadt auch unter fremden Einflüssen und Herrschern zu leben/leiden hatte, wie etwa:

den Byzantinern, Goten, Normannen, Staufern, Anjou, Aragonier und den Bourbonen

die der Stadt auch zahlreiche Zeugnisse ihrer Anwesenheit hinterließen.

Auch die Herrscher der Stadt, deren Geschichte so zahlreich geändert wurde, sind eine Vielfalt an sich:

Romulus Augustus, Tankred, Friedrich II., Karl I. von Anjou, Johanna I., Ferdinand I. von Argonien, Philipp II. von Habsburg, Vizekönig Don Pedro von Toledo und Joachim Murat

Das sollen denn mal einige Herrscher der Stadt gewesen sein, es gab sicherlich noch mehr, aber das waren alle, die meine Lektüren hergaben.
Diese Herrscher waren es auch, deren Wohlwollen, deren Verrücktheiten und Rachepläne sich die Stadt Neapel zu unterwerfen hatte. Jedoch, so sei zu erwähnen, brachten diese Herrscher nicht nur Schlechtes, sondern auch eine Vielzahl an Gebäuden und Neuerungen in die Stadt, so etwa den größten Teil der heute als Berühmtheiten zu bewundernden Kirchen und weiteren Bauwerken.

Aber obgleich die Stadt doch immer wieder Wechsel, sei es Elend oder Reichtum oder gar Naturkatastrophen, durchleben musste, so hat sich die Stadt doch immer versucht, und es auch weitgehend geschafft, seinen Charakter und seine Unabhängigkeit zu bewaren. Die Stadt hat sich ihren Fremdherrschern niemals gänzlich unterworfen, als Beweise dafür findet man Dokumente über zahlreiche Volksaufstände, wie etwa dem des Volkshelden Masaniello.

Aber unbeeindruckt von alledem zeichnet sich die Stadt halt immer wieder durch ihre Unabhängigkeit aus, die in den Neapolitanern selber verankert war, und eher ihren Ausdruck im Schweigen als denn in lautstarken Chören fand.

Und diese neapolitanische Art, begründet in Jahrhunderte langem kulturellem Schaffen, die geistige Freiheit, die Stadt immer umgab, eine unbegrenzte Unternehmensfreudigkeit oder der Stolz und die Fähigkeit, tausende von Schwierigkeiten zu überstehen, die die Geschichte Neapels bis dato gezeichnet haben, sicherte wohl auch den Fortgang der als “typisch nepolitanisch” zu bezeichnende Lebendweise.

So ist es auch, dass diese Stadt als ein Zentrum der Kultur, der Kunst zu sehen ist, denn künstleriche Tätigkeiten fanden hier immer einen fruchtbaren Boden, und das in allen Forman, sei es die Wandmalereien, Musik, Dichtung, Architektur oder Theater, immer konnten diese Dinge sich in voller Pracht entfalten.

Und diese Dinge sind nicht nur in all den Kunst- und Bauwerken zu finden, sondern auch in der Lebensart der Menschen selber.

Soviel nun mal zum Hintergrund der Stadt, einer Stadt, die in ihrer Geschichte und auch heutigen Wirken, immer irgendwie vom Rest Italiens abzusetzen vermochte.

Aber man soll ja nicht nur die Geschichte einer Stadt betrachten, sonder auch mal die Gegenwart, die bei dieser Stadt denn leider nicht so rosig ist.

Die Stadt, eine Millionenstadt im Süden Italien, hat auch eine Vielzahl an guten und schlechten Seiten.

Die guten seien mal in soweit nur kurz aufgezählt, da ich zu diesen Punkten, gerade den Touristenzentren, noch meine Produktvorschläge einreichen will, und dann entsprechende Berichte, auch in Ausführlichkeit und Informationsgehalt mehr, als das was nun hier folgt, folgen sollen.

Was bietet die Stadt?

Diese Stadt, reich an Kultur und Kunst, auch bedingt durch dir Historie, wie ja oben bereits angeführt, kann dem aufmerksamen Besucher sehr viel bieten, nicht nur die typischen Touristenattraktionen wie etwa:

- Vesuv
- Ischia, Capri, Proschida
- die Amalfi-Küste
- Pompeji
- Galeria Umberto

Es gibt auch, wenn man denn mit richtigem Buchwerk ausgestattet ist, viele mehr oder minder informativen Rundgänge, bei denen es gilt, Neapels Geschichte ein wenig mehr zu erkunden.

Ich selber habe bis dato erst einige dieser Attraktionen meine Aufmerksamkeit gewidmet, liegt wohl auch daran, dass ich hier wohne, aber nichts desto minder will ich hier mal einige Rundgänge, die der Reiseführer vorschlägt, aufzeigen, um ein wenig Appetit auf mehr zu machen, sollte ich alle hier aufzeigen wollen, dann hätte ich doch noch eine Weile zu tippen:

1. Piazza Municipio - Maschio Angioino - Galeria Umbert I - Piazza Trieste e Trento - Teatro San Carlo

2. Santa Lucia - Borgomarinaro - Castel dell7Ovo - Via Caracciolo - Aquarium - Villa Pignatelli - Riviera di Chiaia - Mergellina - Posillipo - Nisida - Furiogrotta

Ich will es mal bei diesen zwei Beispielen lassen, und einfach mal eine kurze Zusammenfassung der Dinge geben, die ich selber nun schon unter meine Augen bekommen durfte, aber wie gesagt, ausführlichere Informationen kommen dann, wenn die Produkte aufgenommen wurden...

Nun, die Insel Nisida, einstmals eine Gefängnisinsel, wobei auch heute sich noch ein kleineres Gefängnis auf der Rückseite befindet, aber nunmehr durch eine militärische Nutzung der NATO hervortut, ist eher einer kurzen Würdigung gut, da man dort nicht allzuviel sehenswertes entdecken kann, und der Strand, naja, von dem würde ich jedem abraten, da er nicht gerade sauber ist.

Das Castell dell’Ovo, was sich dann auch zugleich auf der Insel Borgo Marinaro findet, ist eine Festung, die ihren Namen wohl dem eher ovalen /eierförmigen) Grundriß verdankt und schon mit ihrer Geschichte bis ins fünfzehnte Jahrhundert zurückreicht, und mach auch zur Zeit, mal wieder, eine Renovierungsphase durch.

Zum Aquarium, insofern ich denn das richtige entdeckt habe, kann ich nur soviel sagen, dass es eher runtergekommen ist, die Halterungen der Panzerglasscheiben, gänzlich aus Metall sind völlig verrostet, und die Fische, die dort zu finden sind, leiden zu knapp 40% an Krankheiten und psychischen Störungen. Sollte jemand dann noch ein anderes entdecken, kann er mir ja gerne Bescheid geben, aber auch die ansässigen Mitarbeiter, mit denen ich zu tun haben, kennen nur dieses.

Der Stadtteil Vomero, dieses ist der eher gehobenere Teil Neapels, was sich auch gleich deutlich an Gestaltung und Ambiente der Straßen und Häuser erkennen lässt, denn hier befindet sich ungleich weniger Müll auf den Straßen, nicht wie der Rest der Stadt, und die Häuser sind doch zum größten Teil in einem eher guten Zustand.

Etwas weiter ab der Stadt selber befinden sich dann noch Dinge, wie etwa die Amalfische Küste, mit ihrer malerischen Küste, den eher altertümlich wirkenden Gebäuden, den Wandfliesen, die hier in mühsamer Einzelarbeit bemalt und gebrannt werden. Diese Gegend ist auf jeden Fall einen Besuch wert, dazu sollte man dann aber eher ein Auto mieten, wenn man nicht mit eigenem Vehikel vor Ort ist.

Und ebenfalls eher ab der Stadt ist auch noch die Gegend Herculaneum und Pompeji zu finden, die Stadt, welche sich denn dem Vesuv nicht zur Wehr setzen konnte. Mittlerweile sind knapp 50% der vermuteten Fläche der alten Stadt freigedeckt worden, eine Vielzahl an Kunst und Gebrauchsgegenständen wurde bereits zu Tage befördert und ist auch, so mindestens die besten Stücke, im Archäologischen Museum in Neapel zu betrachten. Aber auch vor Ort sind, wenn auch leider nur in Metallgitterverschlägen, einige der Exponate zu betrachten, wie auch die Gipsabdrücke der Leichen, oder eher der Hohlräume der Leichen, die dann liebevoll in die Gegend mit eingesetzt scheinen.


Nun will ich, wenn auch nur ein paar Worte, doch noch etwas über die eher schlechte Seiten der Stadt schreiben, denn diese Stadt, obgleich doch viel auf den Tourismus stützt, hat eine Arbeitslosenquote von 30% und mehr, daher auch die Kriminalitätsrate, die hier, im Vergleich zum Rest Italiens deutlich am höchsten ist, und auch weitere Probleme, bedingt durch solcherlei Grundprobleme.

Wer sich auch mal fern der Touristenrouten bewegen will, um mal das Land und die Leute, in ihrer wahren Umgebung sehen will, der kann das, indem er sich schon mal ein wenig dem Zentrum und der üblichen Routen entfernt und das Land auf eigenen Faust entdeckt.

Wer dieses tut, wird schnell feststellen, dass all diese Sauberkeit, die er doch ungleich bei den Touristenattraktionen kennen gelernt hat, nicht das ist, was hier wirklich vorherrscht, so kann man doch schnell entdecken, dass die Müllcontainer, die sich überall befinden,. meistens vor lauter Müll nicht retten können, der Müll landet dabei nicht selten einfach auf der Straße und ruft dann Probleme, wie etwa Ungeziefer hervor.

Auch der Verkehr ist hier etwas anders, als man vielleicht gewohnt ist, rote Ampeln werden eher selten beachtet, Einbahnstraßen sind in vielen Fällen auch nur zur Zierde da, obgleich man dann dort eher aufpassen sollte, und die Fahrzeuge, nun ja, das sind hier reine Gebrauchsgegenstände, und so kann man, wenn man mal darauf achtet, eine Vielzahl der Fahrzeuge mit Defekten erkennen, sei es, harmlos, nur die Lichter, oder gar ganze Partien, die dem Wagen fehlen, alles in allem kommt man auf einen Schnitt von knapp 75-80 Prozent, wenn man ein Verhältnis von heilen zu defekten Fahrzeugen aufzeigen will, wobei diese Zahl den defekten entspricht.

Aber alles in allem ist diese Stadt, mit ihren guten wie schlechten Seiten, mit den Leuten und ihren Problemen doch mal einen Besuch wert.

So bleibt nur noch zu sagen, wer Interesse an dem Land und den Leuten hat, der kann sich ja mal melden oder auf weitere Berichte warten, die in Arbeit sind, ich hab auch noch eine Vielzahl an Material da, auch Fotos, die ich mal irgendwann online stellen werde.

05-01-2002 CIAO!
13-02-2002 YOPI

BOW

13 Bewertungen, 1 Kommentar

  • denjuandemarco

    13.02.2002, 03:07 Uhr von denjuandemarco
    Bewertung: sehr hilfreich

    Meine kleine Schwester lebt seit einem halben Jahr in Florenz, doch Neapel scheint auch nicht verkehrt zu sein...