Neue Nationalgalerie Testbericht

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Erfahrungsbericht von Kikakeks

Das 20. Jahrhundert in Bildern

Pro:

Eintrittskarte ist eine Tageskarte und gilt in allen Staatlichen Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin.

Kontra:

s. Text

Empfehlung:

Ja

Die Neue Nationalgalerie wurde nach Plänen des Architekten Ludwig Mies van der Rohe im Jahre 1968 errichtet. Sie ist Teil des, nahe am Potsdamer Platz gelegenen, Kulturforums.
Für einen Besuch sollten mindestens 90 Minuten eingeplant werden.

Betritt man die Neue Nationalgalerie, so gelangt man als erstes in einen sehr dunklen, kaum beleuchteten Raum, in dem sich Kasse und Garderobe befinden.
Bevor man die Ausstellungsräume betreten darf, muss man sich zweimal anstellen, da es an der Kasse nicht möglich ist, gleichzeitig die Garderobe abzugeben, obwohl sich das Personal dafür hinter der gleichen Theke befindet.

Das Obergeschoss des zweigeschossigen Baus steht als lichter Ausstellungspavillon auf einer das Gebäude weit umlaufenden Terrasse. Die transparenten Glaswände sind von einem schweren, auf Säulen ruhenden Stahl überdacht, der die Grundfläche des Baus überragt.

Die eigentlichen Ausstellungsräume der Sammlung „Kunst und Plastik des 20. Jahrhunderts“ liegen im Untergeschoss, das über zwei symmetrisch verlaufende Treppen erreicht wird. Im rückwärtigen Teil des Untergeschosses erreicht man den „giardino segreto“, den durch eine Mauer separierten vom Obergeschoss einzusehenden Skulpturengarten.
Folgt man der Treppe, die sich direkt neben der Kasse befindet, so gelangt man in einen Raum des Untergeschosses, in dem ein Buchshop untergebracht ist. Von dort gelangt man dann durch eine Tür in die Ausstellung.

Die Ausstellungsstücke werden in verschieden Räumen, die selten durch eine Tür voneinander getrennt sind, präsentiert. Jedem Raum ist eine bestimmte Kunstepoche zugeordnet.
Schwerpunkte der Sammlung des 20. Jahrhunderts bilden Arbeiten von Künstlern des Kubismus, des Expressionismus, des Bauhauses und des Surrealismus.

Die klassische Moderne beginnt mit Arbeiten von Hodler und Munch. Die Sammlung expressionistischer Malerei umfasst Werke von Kirchner, Heckel, Nolde, Mueller und Schmidt-Rottluff.
Arbeiten von Picasso, Gemälde von Juan Gris und Fernand Léger sowie eine Skulptur von Laurens illustrieren die Entwicklung des Kubismus.
Ein weiterer Raum ist dem Dadaismus gewidmet. In ihm kann man Werke von Arp und Schwitters bewundern.
Malerei am Bauhaus wird repräsentiert von Paul Klee, Lyonel Feininger und Oskar Schlemmer. Weiterhin sind Werke von Georg Grosz, Max Beckmann und Otto Dix zu sehen.
Aspekte der surrealistischen Malerei zeigen die Arbeiten von Max Ernst, de Chirico, Dali, Miro und Magritte. Gemälde von Baumeister, Wols, Soulages und Nay dokumentieren die Nachkriegskunst Europas.
Neben Arbeiten der Künstlergruppe \"Zero\" wird die amerikanische Farbflächenmalerei u. a. von Barnett Newman repräsentiert. Sein 1970 erschaffenes Werk \"Who´s afraid of red, yellow and blue IV\" zählt auch zu den Ausstellungsstücken.
Im Skulpturengarten sind u. a. Werke von Laurens und Marini ausgestellt. Auf der Terasse befinden sich Skulpturen von Moore, Serra, Calder und anderen Künstlern.

Die Bilder sind mit zwei verschiedenen Methoden aufgehängt worden. Zum einen wurden sie mit Schnüren von der Decker herab an die Wand gehangen, zum anderen wurden sie so befestigt, dass es der Betrachter nicht erkennen kann (wahrscheinlich Ösen hinter den Bildern).

Die Ausleuchtung der Räume erfolgt von oben. Dies erweist sich in einigen Fällen als Nachteil: Manche Werke wurden in dicke, wulstige Rahmen gefasst, die ihre Schatten durch das Licht von oben sehr ungünstig für den Betrachter werfen.

Die Werke hängen größtenteils auf Augenhöhe, so dass der Betracht auf die Mitte des Bildes schaut. Dies gibt der ganzen Ausstellung einen etwas monotonen Eindruck. Einige Werke kommen meiner Meinung nach somit nicht richtig zu Geltung. In wenigen Fällen hängen mehrere Gemälde übereinander, wobei dann das unterste auf Augenhöhe hängt.

Die Bildbeschriftung erfolgt in schwarzer Schrift auf weißem Grund. Name und Geburtsjahr (und Sterbejahr), der Titel des Werkes, das Entstehungsjahr und die Maltechnik sind darauf ablesbar. Manchmal gibt es auch Bemerkungen, die informieren, aus welchen Mitteln das Gemälde erworben wurde oder ob es eine Leihgabe ist. Sehr selten gibt es Hinweise zum Bild aus der Sicht des Künstlers (was er sich dabei dachte und wie es wirken soll).


Trotz der angesprochenen Defizite lohnt sich ein Besuch der Neuen Nationalgalerie auf jeden Fall, da ein sehr schöner Überblick über die verschiedenen Kunstepochen und Künstler des
20. Jahrhunderts gegeben wird. Auch wenn jeder schon eines der ausgestellten Werke zumindest in einem Buch gesehen hat, so sollte er sich nicht die Gelegenheit entgehen lassen, einmal das Original zu betrachten.

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