Neuseeland Testbericht

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Erfahrungsbericht von ursand

Neuseeland mit dem Wohnmobil - Reisetagebuch 1. Teil

Pro:

Einmalig schöne Landschaften auf engstem Raum

Kontra:

Wir konnten nichts Negatives entdecken

Empfehlung:

Ja

Einmalig schöne Landschaften auf engstem Raum

Wir konnten nichts Negatives entdecken

Neuseeland mit dem Wohnmobil – Reisetagebuch 1. Teil
Vorbereitung, Hongkong und Neuseeland - Nordinsel



Für uns stand immer fest, wenn wir unsere Silberhochzeit einmal gemeinsam erleben, werden wir keine große Feier veranstalten, sondern fliegen stattdessen nach Neuseeland und machen dort eine Rundreise mit einem Wohnmobil, denn das war immer ein großer Traum von uns, den wir uns dann erfüllen wollten!

Vor rd. 3 Wochen hatte ich meine ausgetüftelte Reiseroute reingestellt und einige fanden es schade, dass dort ja nicht so viel beschrieben war. Also, habe ich mir nun endlich mein vor 3 Jahren handgeschriebenes Reisetagebüchlein geschnappt und es in den PC geschrieben.
An dieser Stelle danke ich all denen, die mich dadurch dazu gebracht haben das seit damals geplante Vorhaben endlich in die Tat umgesetzt *g*! Aber VORSICHT, ich habe beim Schreiben bemerkt, dass es langer Bericht ist, deshalb werden es insgesamt wohl 4 Teile, wobei der
1. Teil: Buchungs-Infos, Hongkong und 1. Teil Nordinsel
2. Teil: Fortsetzung Nordinsel
3. Teil: Südinsel
4. Teil: Südinsel
und evtl. noch ein 5. Teil, da ich noch am schreiben bin....



Reisevorbereitung
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Im Jahre 2000 im Oktober, war es soweit. Seit Januar schon hatte ich mich immer wieder im Internet umgeschaut, um die für uns günstigsten Angebote herauszufinden. Denn jeder Anbieter arbeitetet mit unterschiedlichen Fluggesellschaften und mit unterschiedlichen Wohnmobilmarken. Da wir berufsbedingt während der Ferien reisen müssen, entschieden wir uns für die Herbstferien, in dieser Zeit beginnt in Neuseeland das Frühjahr. Knappe drei Wochen Zeit inklusive Hin- und Rückflug würden uns zur Verfügung stehen.

Im März hatten wir uns nach Einholen diverser Angebote übers Internet für ein Reisebüro entschieden, und zwar das www.pacific-travel-house.com, das die Flüge mit Cathay Pacific anbot, über diese hatten wir nur gutes gelesen. Zum einen sollte dort relativ viel Platz bei den Sitzen sein und zum anderen hätte jeder Sitz seinen eigenen Screen, d.h. die Bildschirme des Fernsehens befinden sich am Rücksitz des Vordermannes und garantieren somit ungestörte Sicht. Da wir ja zweimal 12 Stunden sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückflug im Flieger sein würden, waren uns beide Dinge nicht so ganz unwichtig.
Des weiteren organisierte das Reisebüro auch das Mieten und die Übername des Campers in Neuseeland.

Der erste Kontakt mit dem Reisebüro erfolgte über das Internet nicht per Buchung, sondern per Email, da vor dem Buchen doch noch etliche Fragen zu klären waren, schließlich war es keine alltägliche Reise!

Gleich darauf, d.h. ein oder zwei Tage später erhielt ich einen Rückruf des Reisebüros. Ich brachte all unsere Fragen (und das waren nicht wenig!) an, geduldig bekam ich auf alles eine Antwort, wurde ausführlich beraten und kann nur sagen, das Reisebüro war echt topp, und ich kann es wirklich für Neuseelandreisen mit Wohnmobil nur empfehlen!

Zwei bis drei Wochen später war alles geklärt (auch für uns, da wir uns in einigen Dingen erst noch schlüssig werden mussten), und die Reise wurde folgendermaßen gebucht:

Abflug am19.10.2000 ab Frankfurt bis Hongkong, dort eine Zwischenübernachtung,
am nächsten Tag Weiterflug nach Auckland, dort Übernahme des Campers am 22.10.2000
Rundreise in Neuseeland vom 22.10. – 06.11.2000
Dazwischen Fähre inkl. Camper von der Nord- auf die Südinsel am 28.10.2000
Abgabe des Campers in Christchurch am 06.11.2000
Eine Übernachtung im Hotel in Christchurch
Rückflug am 07.11.2000, Nonstop über Auckland, Hongkong nach Frankfurt, dort Ankunft am 08.11.2000

Der Preis beinhaltete also Flug, Übernachtung in Hongkong im Hotel, 17 Tage Camper, Übernachtung in Christchurch im Hotel, Übersetzen mit der Fähre sowie Reiserücktrittversicherung.

Kosten pro Person: Ich habe gesucht und gesucht, beide Photo-Ordner durchwühlt, aber leider habe ich die Rechnung wohl doch nicht mehr. Grob beliefen sich die Kosten auf rd. 5.000 DM für 2 Personen, allerdings ohne die Kosten, die wir dann direkt in Neuseeland hatten.

Doch nun will ich mich nicht länger mit den Vorreden aufhalten, sondern beginnen:



Reisetagebuch:
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19.10.2000 (Abflug von Frankfurt und Ankunft in Hongkong)
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Alles hatte gut geklappt, die Koffer standen gepackt auf dem Flur. Wir sind um 4.00 Uhr aufgestanden, hatten geduscht, die letzten Waschutensilien ins Handgepäck gepackt, und auf ging es (Für mich mit Herzklopfen, durfte gar nicht darüber nachdenken, dass wir uns auf dem Weg nach Neuseeland befanden und ein kleines Abenteuer beginnen sollte!) zum Bahnhof nach Diepholz. Von dort ging es um 6.00 Uhr mit dem Zug nach Frankfurt, der dort direkt im Flughafen einlief, tolle Sache!

Im Flughafen suchten und fanden wir den Schalter zum Einchecken. Darüber hing ein Schild: „Nur 1 Handgepäckstück 5 kg“, „Oh Gott“, dachte ich, „was mach ich bloß? Meines wiegt 10 kg und dann noch mein schwerer Rucksack!“ Wir hatten das Handgepäck plus Rucksack so gepackt, dass wir in Hongkong beim Stopover auf die großen Koffer verzichten könnten! Aber ich hatte umsonst Angst, denn es gab kein Problem mit dem Handgepäck, weder wurde es gewogen noch wurde nachgefragt! Puuuhh, Glück gehabt!

Als sie uns die Tickets gab, verstand ich Gate E 26, 13.00 Uhr. Da wir noch Zeit hatten, vertrieben wir uns diese, indem wir noch ein neues Nackenkissen besorgten und waren pünktlich um 13 Uhr beim Durchleuchten. Es ging zügig und vor dem Gate E 26 war noch Zeit für eine Zigarette. „Merkwürdig, warum sind hier kaum Leute? Ob der Flieger nicht voll ist?“ Immer noch Zeit, um schnell die Toilette aufzusuchen. Ich ging zuerst, dann mein Männe. In dieser Zeit warf ich noch einmal einen Blick auf die Boarding Card, „Oh, mein Gott! Es ist Gate E 6!!!“ Mir wurde heiß, war versucht an die Herrentoilette zu hämmern, es war 13.25 Uhr und der Flug ging um 14.00 Uhr. Harrte noch einen Moment aus, endlich kam er, während mein Herz immer mehr hämmerte!

Im Dauerlauf – soweit das mit dem Handgepäck möglich war – ging es nun in die entgegengesetzte Richtung zurück, Rolltreppe rauf, Rolltreppe runter. Dann, oh Schreck die Wahrnehmung, wir mussten noch einmal durch die Passkontrolle und erneutes Durchleuchten! Alle Passagiere vor uns mussten natürlich auch einen Flieger um 14 Uhr erreichen. Mein Herz raste immer mehr und mein T-Shirt hätte ich schon fast auswringen können. Nicht auszumalen, wenn wir unseren Flug nicht mehr erreichen sollten, es war schon 13.40 Uhr, wie mir die Wanduhr zeigte! Endlich waren wir durch! Inzwischen war es 13.45 Uhr, weiter ging es im Dauerlauf Richtung Gate E 6! Es ist kurz vor 14 Uhr als wir ankommen, aber wir werden gleich eingewiesen und sitzen endlich, total außer Atem, vom Angstschweiß gebadet und total geschafft (ich zumindest, mein Mann ist da ruhiger!), aber froh, dass wir im Flieger sitzen! Also schnell die Koffer verstaut, wie spät ist es eigentlich? Oh je, ein Blick auf mein Handgelenk, zeigte einen nackten Anblick, meine Armbanduhr, die ich von Freunden zum 40. Geburtstag geschenkt bekommen hatte, befand sich nicht mehr dort! Ein kleiner Anflug von Enttäuschung und Ärger stieg in mir hoch, aber wir waren auf dem Weg nach Neuseeland, und so konnte ich diese Geschichte – ganz entgegen meinem Naturell- doch ziemlich schnell verdrängen!

Um 14.15 Uhr statt um 14.00 Uhr ging es endlich los, nur ein kurzes Stück rollen und sofort starteten wir durch (Ich hatte noch gar nicht damit gerechnet, irgendwie kam es mir schneller vor als bei unseren anderen Flügen!).

Es war ein ruhiger Flug, wir hatten gute Sitzplätze, Verpflegung usw. war spitze! Nach 11,5 Stunden landeten wir in………??????



20.10.2000 (Ankunft und 1. Tag in Hongkong)
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Um 8.15 Uhr Ortszeit landeten wir auf dem ultramodernen
Wir wollten nicht unbedingt die großen Koffer mitnehmen, deshalb erkundigten wir uns nach dem Preis für Schließfächer. Dies betrug allerdings für 2 Tage pro Koffer 80 HK$, für beide also rd. 40 DM das war uns zuviel, deshalb entschlossen wir uns für das Mitnehmen.

Der Bus brachte uns, und unterwegs noch etliche andere Gäste in andere Unterkünfte, in unser Hotel, es war 10.30 Uhr als wir ankamen. Bei der Anmeldung erklärte man uns, dass wir noch nicht auf das Zimmer könnten. Also gingen wir dort in die Coffee Bar und nahmen ein kleines Frühstück zu uns. Danach konnten wir auf die Zimmer, wo wir uns erst einmal ein Stündchen schlafen legten. Ich hatte den Wecker gestellt, doch bevor ich meinen Männe wach bekam, war es 13 Uhr.

Wir machten uns frisch und ab ging es ins Getümmel, denn das Park-Hotel lag inmitten der Einkaufsmetropole. Wir wollten einige Dinge wie Discman, Walkman und gezwungenermaßen eine neue Armbanduhr für mich kaufen. Außerdem einen neuen Akku für die Videokamera, die wir für die Reise von Freunden ausgeliehen hatten, aber dessen Akku nicht funktionierte.

Es regnete unaufhörlich, aber die Temperaturen waren wie im Treibhaus, also nicht sonderlich angenehm. Die Luftfeuchtigkeit liegt dort bei rd. 72 Prozent im Herbst. Wir konnten aber alle Dinge, die wir besorgen wollten, günstig erwerben. Hongkong ist bekannt dafür, dass technische Geräte besonders preisgünstig sind.

Nach drei Stunden zurück ins Hotel, wieder ein wenig ausruhen und die Dinge verstauen. Endlich hatte es aufgehört zu regnen, und es war dunkel geworden. Wir wollten noch einen Gang zur Star Ferry den Hafen machen. Von dort aus hatten wir einen wunderschönen Blick auf den hell erleuchteten Hongkong Central District auf der gegenüberliegenden Seite. Wir wunderten uns noch, dass wir keinen Jet Lag hatten, aber die Vernunft trieb uns ins Hotel zurück. Wir stellten den Wecker auf 8 Uhr und freuten uns eine Nacht im Bett zu verbringen.

Am nächsten Morgen bekamen wir ein herrliches Frühstück im Hotel, und wir konnten unsere Koffer dort lassen, wir freuten uns nachträglich nicht so viel Geld am Flughafen dafür bezahlt zu haben. Um 17 Uhr würde der Transfer zum Flughafen erfolgen, bis dahin konnten wir uns noch in Hongkong umsehen.

Da es nicht durchweg regnete, sondern nur ab und zu mal nieselte, wollten wir zum Victoria Peak fahren. Dazu mussten wir mit der Star Ferry auf die andere Seite von Hongkong. Drüben nahmen wir den Bus 15, der uns zu Garden Rose zur Peak Tram brachte. Die Acht-Minuten-Fahrt zum Gipfel ( 552 m) sollte gute Aussicht auf die Stadt bringen, leider bei diesigem Wetter nicht so viel. Oben angekommen sehen wir nichts von unten: „What a pity!“ stimmten wir den Japanern zu, mit denen wir in der Tram ins Gespräch gekommen waren. Der Peak Tower in Form einen Woks bietet Aussichtsdecks, Geschäfte und ein Amüsierzentrum.

Uns hatte die Fahrt also nicht die erhoffte tolle Aussicht auf Hongkong beschert, deshalb fuhren wir wieder hinunter. Im Hafen liefen wir in östliche Richtung und konnten so wunderschöne Blicke auf die Skyline von der Halbinsel Kowloon werfen. Zurück ging es dann wieder mit der Star Ferry und einem Fußweg zum Hotel.

Dort wurden wir um 17.10 Uhr abgeholt und waren 1 1/4 Std. später am Flughafen. Wir konnten gleich einchecken und die Plätze für den Rückflug reservieren. Um 20.35 Uhr war der Abflug nach Auckland.



22.10.2000 (2. Tag Hongkong und Abflug und Ankunft in Auckland)
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Der Flug nach Auckland verlief auch ruhig. Da wir die Uhren noch nach europäischer Zeit gestellt hatten, tranken wir um 0.00 Uhr erst einmal einen Sekt auf meinen Geburtstag, bevor in den Dämmerschlaf fielen. Um 12.10 Uhr Ortszeit waren wir durch den Zoll usw.. Auf einem Schild stand die Kilometer-Entfernungen zu einigen großen Städten, u.a. Frankfurt: 19.314 km! Als wir den Flughafen hinter dem Zoll betraten, wurden wir mit den für Neuseeland typischen Maori-Schnitzereien und einem freundlichen „Kia Ora“begrüßt!

Schon durch die Glasscheibe sah ich einen älteren Herren mit dem Schild:“ KEA, welcome Mr. and Mrs. S….“ Toller Empfang, dachte ich und winkte ihm erfreut zu! Er begrüßte uns, und wir gingen zusammen nach draußen, wo uns strahlendblauer Himmel und Sonnenschein empfing. Kann man sich einen schöneren Empfang für Neuseeland vorstellen?

Er erzählte uns, dass der Airport im Süden von Auckland, das KEA-Depot (KEA ist die Firma, von der wir den Camper gemietet hatten.) sich aber im Norden von Auckland befindet. Der Transfer dorthin würde ca. 30 Minuten dauern. Auf dem Weg dorthin erzählte er uns schon eine ganze Menge von Neuseeland.

Im Depot angekommen, nahm uns Sylvia, eine Deutsche, sehr freundlich auf und bewirtete uns erst einmal. Anschließend klärten wir mit ihr die Versicherungstechnischen Fragen für den Camper und den „Papierkrieg“ schlechthin. Anschließend wies sie uns in den Camper ein. Wir gingen nach draußen und als sie ihn uns zeigte, trauten wir unseren Augen nicht! Es war ein Ford Transit mit langem Radstand (Wir hatten zu Hause auch den Ford Transit nur mit kurzem Radstand.), aber das beste war, er war supernagelneu, hatte erst 24 km auf dem Tacho!!! Das ist doch ein tolles Gefühl, wenn man in ein „jungfräuliches“ fremdes Bett steigt!

Der Transit war folgendermaßen ausgestattet (Wir hatten einen Camper für 2 Personen gemietet, obwohl in fast allen Katalogen stand, man sollte einen größeren mieten, aber aufgrund der Beschreibung erschien uns dieser ausreichend, zumal unser zu Hause noch kleiner war!): Vorne waren der Fahrer und Beifahrersitz, nicht drehbar, sondern feststehend. Hinter dem Fahrersitz befand sich der Küchenblock mit Spüle und 3 Gasflammen, darunter Schränke. Dahinter eine lange Sitzbank. Hinter dem Beifahrersitz war zunächst einmal die Nasszelle, bestehend aus Waschbecken, Toilette und Dusche. Daran anschließend kam der Kühlschrank auf dem eine Mikrowelle war und dahinter befand sich die zweite lange Sitzbank. Diese beiden Sitzbänke konnte man mittels Einlegbrettern und den Rückenlehnen zu einer breiten Liegewiese umbauen. Hinten befand sich keine Heckklappe, sondern eine zweigeteilte Tür, durch die man auch einsteigen oder sie auf dem Campingplatz einfach nur offen lassen konnte. Oben befanden sich rundherum Schränke für Geschirr, Wäsche usw. Für unseren Geschmack völlig ausreichend, er war kuschelig, ohne zu klein zu sein!

Schnell hatten wir die großen Koffer ausgeladen, diese sollten während unserer Rundreise von Auckland nach Christchurch gebracht werden, und schon ging es los! ACHTUNG LINKSVERKEHR!!! Wir überlegten noch einmal kurz, ob wir uns vielleicht doch Auckland noch ansehen sollten, aber da auch beide vom Depot meinten, wir würden nichts verpassen, sahen wir zu, dass wir durch und aus Auckland rauskamen. Es war viel Verkehr, die Neuseeländer hatten langes Wochenende, da am kommenden Montag Labourday war. Das war für das erste Mal Linksverkehr fahren noch erschwerender, aber mein Männe meisterte es mit Bravour. Sylvia hatte uns noch den Weg nach „Foodtown“ erklärt, wo wir erst einmal für rd. 200 NZ$ unseren Lebensmittelvorrat starteten. Nebenan tranken wir noch einen Kaffee und aßen einen Salat mit Pommes, bevor es mit unserer eigentlichen Rundreise erst los ging. Zunächst einmal wollten wir auf die landschaftlich sehr reizvolle Halbinsel Coromandel, unser erster Übernachtungsplatz sollte in Thames sein, das noch 155 km entfernt war.

Gegen 20 Uhr treffen wir dort auf dem Campingplatz Dickson Holiday Park ein. Er ist schlicht und einfach, wunderschön im Grünen gelegen und hat eine passable Mülltrennung! Ich rufe noch unsere Tochter in Denver an, völlig vergessend, dass wir ja nun 18 Stunden Zeitvorsprung haben und es dort mitten in der Nacht ist. Prompt holte ich den Schwiegersohn aus dem Bett, aber sie haben mir verziehen *g*. Wir köpften noch eine Flasche Sekt auf meinen Geburtstag. Die knappe 2 Stunden Autofahrt, die wir hinter uns gelegt hatten, ließ uns erahnen, was uns die nächsten 17 Tage erwarten würde, nämlich; 100% PURE NEW ZEALAND. Um 22 Uhr fielen wir müde auf die Matratzen, erstaunt, dass wir nach zwei so langen Flügen keinen Anflug von einem Jet Lag haben.



23.10.2000 (1. Tag der Rundreise: Rapaura Watergardens, Driving Creek Railway and the „Special Anniversary Tour“
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Wir hatten bis 9 Uhr geschlafen und kamen erst gegen 10.30 Uhr weg, aber der Schlaf war wichtig und richtig!

Unterwegs sahen wir Paraglider und kommen auf dem Parkplatz mit deren Frauen, die aus Schottland kamen und in Neuseeland als Lehrerinnen hängen geblieben sind ins Gespräch... es ist do einfach!

Wir fuhren den Pacific Coast Highway. Unser Weg führte (fast) vorbei an Rapaura Watergardens, wir mussten 6 km ins Gebirge fahren, um den Garten Eden im Paradies, wo der Mensch inmitten der Wildnis dezent Hand angelegt hat, zu sehen. Es war ein traumhafter Garten mit Regenwaldcharakter, vielen Teichen und einem Wasserfall. Bereichert wurde der Watergardens durch die vielen Sprüche wie etwa:

„The perfect garden is a well kept wilderness!“

Nach demRundgang, der ca. 45 Minuten dauerte, und währenddessen wir noch nett mit der Besitzerin geplaudert hatten, ging es weiter nach Coromandel Town, ein angestaubter Schauplatz verebbten Goldrausches. Wir machten einen kurzen Rundgang durch die Stadt, die aber weiter nichts besonderes war, außer für uns sehr ungewöhnlich farbenprächtige kleine schmucke Häuschen, mal kräftig blau, mal gelb oder rot.

Weiter ging es auf dem Pacific Coast Highway, der immer wieder phantastische Ausblicke auf den Pacific sowie auf das Inland bot, denn es war eine hügelige Strecke wie eben das Inland auch. Es sind außerordentlich saftige Wiesen mit unzähligen Schafen! Doch wir durften uns auf der Fahrt nicht zu sehr aufhalten, denn wir wollten die Driving Creek Railway um 16 Uhr erreichen. Ich hatte mich schon zu Hause auf dieses Erlebnis gefreut! Im Reiseführer stand, dass sie unter anderem um 16.00 Uhr führe. Wir kamen pünktlich an und hatten noch Zeit eine Kleinigkeit im Camper zu essen, bevor wir zum Eingang gingen.

Wir wurden freundlich von einer Frau begrüßt, ich wollte die Tickets kaufen, aber sie sagte, um 15 Uhr sei der letzte Zug gegangen, um 16 Uhr würden sie nur im Sommer fahren! Ich erklärte ihr, dass ich mich schon in Deutschland darauf gefreut hätte, und die Enttäuschung stand mir wohl im Gesicht geschrieben! Sie meinte spassig, wir könnten ja nicht den ganzen Zug kaufen, denn außer uns waren keine Besucher mehr da. Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte, doch mein Hirn arbeitete fieberhaft, ich wollte diese Tour machen und fragte, wie teuer es denn sei. Sie erklärte uns 72 NZ$. Laut unserem Reiseführer sollte es pro Person 20 NZ$ kosten. Wir überlegten hin und her, es wäre eine einmalige Möglichkeit und auch mein Männe hatte sich darauf gefreut!

Sie bot uns an, uns zu einer Stelle zu bringen, an der wir den Zug gut filmen und fotografieren würden können, wenn er gleich zurückkäme. (Zwischenzeitlich hatten wir uns schon entschieden die 72 NZ$ zu „investieren“, da ich so viel über diese urige Fahrt machen wollten!) Auf dem Weg dorthin, kamen wir ins Gespräch, wir erzählten von unserer Silberhochzeit, und wie sehr wir uns eben auf diese Tour gefreut hätten. Der Töpfer Barry Brickell hatte sich mit diesem einspurigen Schienenstrang, der durch archaische Tunnel, über kühne Aquädukte und vorbei an skurrilen Tonplastiken führt, einen Traum erfüllt und in jahrelanger Arbeit liebevoll geschaffen. Er führt durch einen etwa 30 ha großen Naturpark mit tausenden in den letzten Jahren gepflanzten Kauribäumen und einem Naturkundemuseum auf dem Berg-Plateau, von dem man über die Coromandel-Halbinsel und den Hauraki Golf blicken kann.

Über Funk nahm sie mit dem Fahrer der letzten Tour Kontakt auf und fragte ihn, ob er bereit sei eine „Special Anniversary Tour“ zu machen. Er war es und so nahmen wir nach der Rückkehr der Bahn im „Bahnhof“ ganz allein im Zug Platz und gingen mit dem Fahrer auf Tour. Unglaublich, wir hatten doch tatsächlich die Driving Creek Railway für uns allein gemietet!

Es war einfach nur phantastisch! Es ging durch den Regenwald Neuseelands, und war nachhaltig überaus beeindruckend! Die Strecke war so liebevoll gestaltet! Mehr als eine Stunde waren wir mit dem Zug unterwegs (normal fährt er 45 Minuten). Der Fahrer zeigte uns als ersten Besuchern den neuen- noch in Arbeit befindlichen- Tunnel. Er hielt wieder an und nach 5 Minuten Fußweg, konnten wir die noch in Arbeit befindliche neue Brücke bewundern. Er war sehr stolz darauf, und wir waren es auch, dass er es uns zeigte. Diese Eindrücke zu missen wäre unwahrscheinlich schade gewesen. Wie waren wahnsinnig beeindruckt, dass die Neuseeländer so freundlich sind!

Als wir wieder auf dem Parkplatz ankommen, ist es bereits fast 17.30 Uhr. Wir bemerkten, wie der Fahrer und die Frau das Gelände verließen, sie hatten wegen uns mehr als eine Überstunde gemacht!

Wir setzten unseren Weg fort in Richtung Whitianga. Nach einer Stunde bemerkten wir, dass wir - vielleicht aufgrund der noch anhaltenden Euphorie der Zugfahrt - in die falsche Richtung gefahren waren, noch dazu auf einer Straße, die für unseren Camper verboten war. Schnell machten wir eine Kehrtwende!

Gegen 20.30 Uhr erreichten wir endlich ........Fortsetzung folgt!!! Wer weiterlesen möchte, bitte info aktiviereN:
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Ich hoffe, dass ich keinen gelangweilt habe und danke allen fürs Lesen, Bewerten und freue mich auf die Kommentare!

Meine Bewertung bezieht sich auf Neuseeland, dem ich am liebsten 10, aber nur 5 sterne geben kann *smile*.

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Ich schreibe auch für ciao
ursand©29.10.2003

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