Ni-Bi-Ru: Der Bote der Götter (Adventure PC Spiel) Testbericht

ab 12,84
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Erfahrungsbericht von ocirnes

Nibiru- ein solides Archäologie-Adventure

Pro:

-1024x768 Hintergründe -schöne Synchronisation(King-of-Queens-Sprecher) -läuft auch auf niedrigen Konfigurationen

Kontra:

-unnötiges Hin und Hergelaufe -keine Identifizierung mit dem Hauptcharakater -zu kurz

Empfehlung:

Ja

Mit Black Mirror landete Future Games einen wahren Glückstreffer. Auch wenn das Spiel einige kleinere Mankos hatte, so konnten Grafik, Story und Atmosphäre durchweg überzeugen. Um so gespannter sind natürlich Adventurefans auf das nächste Spiel der Entwickler. Und einem kleinen \"Hype\" nicht unähnlich, machten die ersten gerenderten Screens auch schon einen erstklassigen Eindruck. Nun steht \"Nibiru - Der Bote der Götter\" in den Läden. Konnte sich Future Games noch weiter steigern und haben sie was aus den Fehlern im ersten Adventure gelernt? Das alles soll das folgende Review beantworten.

Dtp-üblich kommt nach Sherlock Holmes auch Nibiru in einer ansehnlich geprägten Pappbox mit Klappcover ins Regal. In der kleinen Box befindet sich dann jedoch eine DVD Hülle mit zwei aufeinandergestapelten CDs und einem leider recht dünnen Handbuch, das die Hintergrundgeschichte, die Installation und Steuerung erklärt. Sind die knapp 2,7 GB an Daten installiert, kann man sich gleich ins Abenteuer stürzen. Weder der Kopierschutz noch schwerwiegende Bugs machten sich beim Testen bemerkbar.

Handhabung

Gesteuert wird durchweg mit der Maus, was sehr einfach gestaltet ist. Bewegt der Spieler den Mauszeiger über einen interessanten, sprich interaktiven Punkt auf dem Schirm, so leuchtet die Maus bei Gegenständen auf. Diese kann man dann mit der linken Taste manipulieren oder aufnehmen und mit der rechten Taste untersuchen. In einigen wenigen Fällen gibt es auch eine Nahansicht, wie z. B. bei einer Karte und mögliche Dialoge werden durch eine Sprechblase angezeigt. Die meisten Dialoge verlaufen dabei vollkommen automatisch. Ab und zu kann man einen Charakter auch auf ein oder gar zwei/drei Themen ansprechen, die durch entsprechende Icons repräsentiert werden. Auf Wunsch kann man sich mit der Tab-Taste auch sämtliche möglichen Ausgänge anzeigen lassen und per Doppelklick einen Abschnitt sofort dorthin verlassen. Es gibt zwar einige Optionen wie FSAA, Lautstärken und Untertitel, doch sehr viel mehr nicht.

Grafik & Sound

Grafisch setzt Nibiru auf wunderschön gerenderte Hintergrundbilder in 1024 x 768, die jedoch leider im Gegenzug in den allermeisten Fällen fast komplett leblos bleiben. Da flackert kein Licht oder bewegt sich was. In einem Hintergrund fährt eine Straßenbahn in sehr knappen Zeitfenstern durch Bild. Ansonsten regnet es lediglich in einigen Abschnitten. Die Charaktere könnten doch deutlich bessere Texturen vertragen, heben sich nämlich mitunter deutlich von der Umgebung ab. Unschön sind auch die staksigen Bewegungen und sich wie auf Schienen bewegende Figuren. Noch schlimmer wird dies, wenn der Charakter mit der Umgebung interagieren soll. Da wirken die Animationen sehr unfertig, der Charakter hat z. B. nicht den Gegenstand in der Hand, wenn er etwas macht und Gegenstände erscheinen aus dem Nichts. Die Vertonung ist wieder sehr gut und die Sprecher machen einen durchweg überzeugenden Eindruck. Zwei Passagen waren zudem zu leise umgesetzt. Als Hintergrund gibt es unterschiedliche Geräusche, wie z. B. Zwitschern von Vögeln, Fahrzeuge, etc., ergänzt mit meist sehr dezenter Musikuntermalung, wobei es aber auch Passagen komplett ohne Musik gibt.

Meinung

Future Games hatte es sicherlich nicht leicht, nachdem viele von Black Mirror recht angetan waren. Leider hat sich bis auf schönere Grafik nicht so viel getan und im Bereich Gameplay liegt der neue Titel eindeutig hinter dem \"Vorgänger\". Die Rätsel sind zwar sehr unterschiedlich und es sind einige schöne Sachen dabei, doch neben Logiksachen (Tür mit einer Ratte aufsprengen) haben sich auch wieder solche Sachen eingeschlichen, dass erst nach Aktion X, Gegenstand Y verfügbar ist, dazu übertriebene \"Laufaufgaben\". Das würde ja alles nicht so sehr ins Gewicht fallen, wenn das Spiel atmosphärischer wäre und man in den Bann gezogen wird. Doch leider wird bei der Präsentation vieles nur angedeutet. Da wurde gerade jemand ermordet, Martin könnte unter Anklage stehen und der Professor hat kein Interesse, irgendwas zu erklären. Zudem zeigt sich der Hauptcharakter am eigentlichen Geschehen auch recht desinteressiert. Ein Toter wurde im Schrank in der Ausgrabungsstätte gefunden und das war es dann? Dialogmäßig wurde in Nibiru einiges zurückgefahren, so dass die Gespräche fast vollkommen automatisch ablaufen und es kaum Infos in den deutlich kürzeren Gesprächen gibt. Nibiru ist somit insgesamt leider ein sehr kurzes Spiel, bei dem es in Sachen Storypräsentation hapert und sich primär an Einsteiger richtet. Profis sind (zu) schnell damit durch.