Niederlande Testbericht

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Erfahrungsbericht von Börsenfeger

Mit dem Hausboot durch Noordholland

Pro:

Ruhe, Frische Seeluft, schöne Landschaft

Kontra:

Gute Vorplanung von Nöten, Kartenlesen ist ein Muß

Empfehlung:

Ja

Hey, Leute!

Mitte Juli 2001 starteten wir ( 2 Erwachsene und 2 Kinder ) zu einem ungewöhnlichen Urlaub.

Durch Presseberichte war meine Frau auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, ohne Bootsführerschein in Holland mit einem Hausboot durch das weitverzweigte Kanalsystem zu fahren.
Zufällig waren Freunde von uns auch schon mal auf so einem Trip und gaben uns Unterlagen von ihrer damaligen Reise.

Beim Bootsverleiher „De Navigator“ in JIRNSUM bestellten wir uns im Februar 01 erst mal einen aktuellen Katalog. ( Adresse siehe am Schluß )

Nach eingehender Durchsicht entschieden wir uns für das Hausboot „Vrouwe Alice“. Sie ist 10,60m lang und 3,50m breit. Die Höhe über Fahnenmast beträgt 3,35m und bietet Platz für 5 Personen.

Ein kurzer Anruf ( man spricht deutsch), Terminabsprache für eine Woche im Juli und der Urlaub war gebucht. Ich kann nur empfehlen, eine Terminabsprache rechtzeitig durchzuführen, da wir unseren Termin nur mit Glück erhielten. Jemand hatte das Boot einen Tag vor unserem Anruf storniert.
Wie gesagt, 5 Monate vorher war schon fast kein Boot mehr zu kriegen.

Kurze Zeit später erhielten wir die Bestätigung und die Rechnung. Die Hälfte des Charterpreises (1920 hfl (holl. Gulden) = ca. 1635 DM), also 960 hfl war auf das Konto des Verleihers zu überweisen. Das war ein teures Unterfangen, den meine Bank berechnete mir für die Überweisung in hfl ca. 25 DM Gebühren.
Nachdem einige Zeit später die Bestätigung der Überweisung bei uns eintraf, vergingen noch 4 Monate bis es endlich losging.

Die Anfahrt hatte ich mir mit meinem Routerprogramm erstellt. Gott sei Dank hatten wir keinen Stau und trafen gegen 11.30 Uhr in JIRNSUM ein. Das war sehr praktisch, da wir das Boot um 12.00 Uhr übernehmen sollten. Einmal nach der Adresse gefragt und schon hatten wir die kleine Charterfirma gefunden.

Nun ging alles ziemlich schnell. Unsere Sachen verstauten wir auf dem Schiff. Das Auto wurde auf dem firmeneigenen Parkplatz abgestellt. Den restlichen Betrag in Höhe von 960 hfl und die Kaution von 500 hfl sollten bezahlt werden. Hierzu muss man wissen, das nur Barzahlung möglich ist. Als Tourist erhält man an niederländischen Geldautomaten einen Höchstbetrag von 750 hfl täglich. Eine entsprechende Geldsumme muss also aus Deutschland mitgebracht werden. Da ich dies nicht wusste und nur 250 hfl mitgebrachte hatte, es am Geldautomaten ja nur die 750 hfl gab, hatte ich also zuwenig Geld dabei. Nachdem ich Frau Heesen mein Problem geschildert hatte, verzichtete sie kurzerhand auf die Kaution. Zusätzlich gab sie uns noch einige Münzen mit, um anderntags das Brückengeld bezahlen zu können. Dazu später mehr.

Nun erhielt ich noch eine kurze aber völlig ausreichende technische Einweisung auf dem Boot. Hierzu gehörte auch der Hinweis, mindestens alle 2 Tage den Öl- und den Kühlwasserstand zu überprüfen. Außerdem muss man die Schmierung der Schraube nachdrücken.
Schließlich fuhr der Verleiher, Herr Heesen, mit mir eine kleine Strecke auf dem Kanal und ließ mich dann zurückfahren und das Anlegemanöver üben.
Da wir von unseren Freunden auch die Karte mit den Kanälen und einer eingezeichneten Route erhalten hatten, brauchte er uns eigentlich keine mehr vorschlagen, da er diese Route eigentlich jedem vorschlägt. Wir erhielten aber von ihm noch eine Menge Tipps, was wir uns anschauen könnten, wo man gut essen kann bzw. welcher Ort reizvoll ist. Und dann ging es los.


Zunächst war mir schon etwas mulmig, schließlich war ich als Landratte das erste Mal auf so einem Schiff und dann noch völlig ohne Ahnung. Der Blick auf die Karte bescherte mir auch ein wenig Unbehagen. Wir fuhren nämlich nach der Abfahrt direkt auf den vielbefahrenen „PRINSES-MARGRIET-KANAAL“ ( P-M-K ) zu. Dort fuhren auch schwere Lastkähne, die locker 120 Meter lang sein können.

Ich fuhr mit gemischten Gefühlen mit dem Boot aus dem Seitenkanal raus und die Frauen packten die Koffer und Taschen aus und bezogen die Betten.
Da tat sich dann auch schon wieder ein Problem auf. Wir fanden keine Decken an Bord. Es war uns bekannt, das Bettwäsche mitzubringen war. Allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, das damit auch die Bettdecken und Kissen gemeint waren.
Mittlerweile fing es auch noch an zu regnen. Die Stimmung war ein wenig gedrückt.

Mittlerweile waren wir auf dem Hauptkanal angekommen und es war gar nicht so schlimm. Immer schön rechts fahren. Nicht zu langsam fahren, immer nett grüßen und die Sonne schien auch schon wieder.

Dann gab es erst mal Kaffee.

Hierzu sollte man einiges wissen.

Das Schiff ist komplett ausgestattet mit Geschirr, Kochtöpfen etc. Es gibt einen 4-Flammen-Gasherd und einen kleinen Gaskühlschrank. Des Weiteren gibt’s eine Nasszelle, in der ein kleines Waschbecken, eine Toilette mit Kanalwasserspülung und eine Dusche untergebracht ist. Das Schiff hat einen Trinkwassertank mit einer Füllmenge von 500 Liter. Dass Duschen sollte man also tunlichst an Bord vermeiden, will man nicht jeden Tag das Frischwasser wieder auffüllen.
Man ist gut beraten sich einen kleinen Vorrat an Lebensmitteln mitzubringen. Natürlich kann man sich auch ganz in der Nähe des Abfahrtortes in einem Supermarkt mit dem nötigsten eindecken. Nur wir nicht, da wir ja an diesem Tag schon eh zuwenig Geld hatten. Und am nächsten Tag war Sonntag.

Man muss sich alles Mitbringen. Über Spülmittel, Toilettenpapier, Kaffee – Tee –Filter, Zucker, Kaffee, Getränke, Seife bis hin zum Brot, Margarine, Käse, Wurst, Marmelade, Milch, Gewürze etc. etc
2 Personen schlafen im Bug (vorn); dass ist aber nur für Kinder oder kleine Erwachsene geeignet ( bis 170 cm ) ; 3 Personen im Heck (hinten). Davon allerdings zwei auf einer Fläche von 140 x 190m. Es war gut, das wir nur zu viert waren, sonst wäre es ziemlich eng gewesen.

Wir hatten uns vorgenommen, am ersten Tag nicht zu weit zu fahren, da man sich rechtzeitig einen Liegeplatz sichern sollte.

Dies ist besonders wichtig, wenn man in einem der vielen Häfen übernachten möchte. Aber auch die vielen Anlegemöglichkeiten am Ufer der Kanäle sind in der Regel ab 15:00 Uhr so langsam belegt. Am Besten ist es, wenn man morgens früh losfährt und dann gegen 14.00 Uhr seinen geplanten Liegeplatz ansteuert.

Wir wollten aber unsere erste Nacht in freier Wildbahn zubringen. Und so lenkte ich unsere „Alice“ nach Erreichen des Kanals nordöstlich Richtung GROU.
Ca. nach 30 Minuten Fahrzeit erreichten wir eine Verbreiterung des Kanals; die „WIJDE EE“. Dort machten wir das Schiff in einer ziemlich langen Aktion glücklich am Ufer fest. Die Einzelheiten möchte ich dem geneigten Leser ersparen. Es ist jedenfalls nicht einfach, ein Motorboot ohne entsprechende Übung so an das Land zu steuern, das die zweite Person überspringen und das Boot erst hinten und dann vorne befestigt.

Am nächsten Morgen starteten wir nach einer eher ziemlich kalten Nacht und kargem Frühstück zurück nach GROU, um endlich Geld aus dem Automaten zu holen und erst mal einen Grundstock an Lebensmitteln einzukaufen. Das Anlegemanöver war hier dann schon ziemlich einfach und dauerte“ nur noch 10 Minuten“.
Nachdem alles erledigt war, gönnten wir uns erst mal ein opulentes Mittagessen in einer der vielen guten Gaststätten, die es dort gibt.

Derart gestärkt wollten wir noch den Liegeplatz T’ WILD im Naturschutzgebiet PRINCENHOF erreichen und fuhren von GROU aus den P-M-K in nordöstlicher Richtung entlang. Nach kurzer Zeit ging es dann rechts in den DRIEHOISTERSLOOT und wieder rechts in den FOLKERTSSLOOT. Am vorgesehenen Hafen angekommen mussten wir feststellen, das es dort keinen Liegeplatz mehr gab. Es blieb uns nichts anderes übrig als den ganzen Weg wieder zurück zu schippern und unterwegs nach einer Anlegemöglichkeit zu suchen.
Letztendlich fanden wir dann einen in der Nähe von GROU.

Auch diese Nacht war recht kühl, trotz Zudecken mit diversen Bekleidungsstücken. Die elektrische Heizung half über Frostbeulen hinweg. Heute wollten wir auf jeden Fall bis SNEEK fahren und dort auch einen Platz in einem Hafen erwischen um an das Stromnetz und Frischwasser zu kommen. Dazu musste man spätestens gegen 14.30 Uhr dort Eintreffen. Es ging also den P-M-K in südwestlicher Richtung zum SNEEKER MEER. Dort erweitert sich der Kanal zu einem Binnenmeer. Die Fahrrinne wird mit roten und grünen Bojen markiert, die man grundsätzlich auch peinlich genau befolgen sollte. Schließlich kann es vorkommen, das außerhalb der Fahrrinne das Wasser nur noch 0,50 m tief ist. Bei einem Tiefgang unseres Bootes von 1,10 m wäre man dann schnell aufgelaufen. Die Seekarte ist aber sehr exakt gestaltet. Wir haben uns während der Woche nur einmal kurzfristig verfahren. Das war aber auch unser Fehler, weil wir eine Abfahrt zu früh genommen hatten und uns in einer Sackgasse, besser gesagt, in einem Blindkanal befanden.

Auf dem Meer kann man dann auch schon mal etwas schneller fahren. Nun ist auch die Zeit gekommen die Kinder ans Steuer und Gashebel zu lassen. Mit großer Begeisterung und zunehmend auch mit guter Sicherheit machte es den beiden natürlich einen Heidenspaß, das Boot zu steuern. Allerdings muss man am Ende, wenn sich das Meer wieder zum Kanal verjüngt, aufpassen, da dort eine Fähre kreuzt. Diese haben grundsätzlich Vorfahrt.


Am Ende geht es dann rechts herum in den HAUKESLOOT. Nach ca. 10 Minuten gemächlicher Fahrt erreicht man den Abzweig zum Hafengebiet „DE DOMP“. Da wir sehr gut in der Zeit waren, bekamen wir auch noch einen schönen Liegeplatz.

Beim Hafenmeister erhielt ich ein passendes Verlängerungskabel und konnte das Boot an die zentrale Stromversorgung anschließen. Nun funktionierten auch die Bordsteckdosen für Fön und Rasierapparat.
Bei Übernachtung in einem Hafen sollte man sich immer beim zuständigen Hafenmeister anmelden und seine Liegegebühr (1,50 hfl pro lfd. Meter Boot) entrichten.
Direkt neben dem Hafengelände befindet sich ein Hallenbad, das täglich von 10.00 – 17.00 Uhr geöffnet hat. Dies nutzten wir, weil wir doch ziemlich verschwitzt waren für die notwendige Körperhygiene. Die Dusche auf dem Schiff ist nämlich sehr eng.

Anschließend machten wir einen ersten Erkundungsgang in die Altstadt. Erfreulicherweise befindet sich ca. 5 Minuten vom Hafen entfernt ein größerer Supermarkt, so dass die morgendlichen Brötchen und frische Milch gesichert waren.
In eigentlich allen Städtchen im Kanalgebiet gibt es eine Fußgängerzone. Viele Gaststätten, Kaffees und (für die Frauen) günstige Boutiquen und ähnliches warten auf Besucher und Käufer. Ich muss allerdings zu geben, das die Preise teilweise unglaublich waren. Meine bessere Hälfte erstand bei H & M ein topmodisches Teil von ESPRIT das ursprünglich 49,90 hfl kosten sollte. Dies war schon mal auf 19,90 hfl heruntergesetzt. Auf diesen Preis gab es noch 50 % Nachlass an der Kasse. Endpreis war 9,95 hfl. In DM kam dabei also ca. 8,65 DM heraus. Da kann man wirklich nur zugreifen.

Da SNEEK wirklich sehenswert ist, blieben wir 2 Tage dort.

Nun kommen wir zum weiter oben schon mal bereits erwähnten Brückengeld (Bruggeld).

Holland ist das Land der Brücken. In einem Kanalgebiet gibt es davon natürlich noch viel mehr. Diese Brücken werden außerhalb von Ortschaften meist privat bedient. Dafür ist dann ein Brückengeld fällig. Ggf. wird auch auf die Freiwilligkeit des Brückengeldes hingewiesen. Man sollte aber grundsätzlich diese 2,50 hfl bezahlen, damit auch in Zukunft der Service fast über den ganzen Tag geleistet wird. Morgens werden ab 08:00 Uhr die Brücken bedient. Mittagspause ist von 12:00 – 13:00 Uhr.
Abends wird um 20:00 Uhr das letzte Mal die Brücke gehoben. Danach geht nix mehr und man muss bis zum nächsten Morgen warten.

Innerorts werden die Brücken von hauptamtlichen Brückenwärtern bedient. In der Regel kostet die Brückenbenutzung 2,50 hfl.
In SNEEK wurde an 2 Brücken aber auch schon 5 hfl kassiert. Vermutlich, weil es sich um Hauptverkehrsstrassen handelte. Genau habe ich das nicht begriffen. Bei den Brücken, an denen Brückengeld kassiert wird, steht der Betrag an einer Tafel gut lesbar angeschlagen.

Wie wird kassiert?

Der Brückenwärter öffnet die Brücke und schwingt beim Vorbeifahren eine Angel mit einem kleinen befestigten Holzschuh zu der Person, die auf dem vorderen Teil des Schiffes steht. Diese legt nun eine 2,50 hfl-Münze in den Holzschuh hinein und der Wärter zieht die Angel hoch und holt die Münze heraus. Diesen Job übernahmen immer die Kinder. Es machte ihnen sehr viel Spaß. Während der einen Woche haben wir ca. 35 kostenpflichtige Brücken passiert. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, immer genügend passende Münzen auf Vorrat dabei zu haben. Wechseln ist nämlich nicht.

Von SNEEK aus sind wir dann in südlicher Richtung über GEEUWPOLLE, WOUDSEND durch das SLOTERMEER nach SLOTEN geschippert. Das ist ein kleines ganz bezauberndes Städtchen. Es ist noch fast komplett im alten Fischerstil erhalten. Eine Gracht, die man aber nicht mehr befahren kann durchzieht diesen Ort. Vor jedem winzigen Häuschen steht ein bepflanzter Blumenkübel und an deren Ende ragt eine windschiefe Windmühle empor. Im kleinen Hafen hat sich eine Segelschule angesiedelt. Von einer Brücke kann man den Schülern bei ihren ersten Versuchen zuschauen. Das war teilweise ganz schön erheiternd.

Es gibt dort eine Reihe von kleinen aber feinen Fischlokalen; in einem von ihnen haben wir sehr leckeren Grillfisch gegessen. Nach einem erholsamen Spaziergang durch die engen Gassen über kleine gebrannte Ziegelstrassen ging es per Schiff in östlicher Richtung weiter auf das TJEUKEMEER zu.

Gewöhnlich ist ja in der Mittagszeit von 12.00 – 13.00 Uhr jede Brücke geschlossen. Nur dem Umstand, das der Brückenwärter bereits um 5 vor 12.00 Uhr Mittag gemacht hat, ist es zu verdanken, dass wir SLOTEN kennenlernen durften. Auf den letzten Drücker sollte man also nicht auf eine Brücke zufahren.


Durch das TJEUKEMEER wird man wieder per ausgebakter Fahrrinne geleitet. Diese sollte man auch peinlich einhalten, da dieses Gewässer außerhalb der Baken mitunter nur 0,9 m tief ist. Bei einem Tiefgang von 1.10 m ist man dann schnell festgefahren. Es schließt sich ein kleiner Kanal an, der nach geraumer Zeit in das LANGERWERDERWIELEN Becken mündet.
Hier machten wir an einer Wiesenhaltestelle fest und wollten eigentlich in Ruhe Kaffeetrinken. Allerdings hatten wir schnell Gäste. Wir hatten ausgerechnet an einer von Schafen beweideten Anlegestelle unseren Pausenplatz gewählt.
Da war natürlich nix mit Pause. Hier wurde unser Kuchen und auch das letzte Weißbrot an die Schafe und ihre Lämmer verfüttert. Auch das Streicheln und Fotoschießen kamen nicht zu kurz. Nach einer guten Stunde brachen wir dann wieder auf.

Nun ging es in nordöstlicher Richtung durch den NOORDER OUDEWEG in das SNEEKER MEER. Hier navigiert man am äußersten östlichem Rand innerhalb der Baken entlang. Das war teilweise eine haarige Angelegenheit. Die Fahrrinne war nur 5 m breit. Bei 2 sich begegnenden Schiffen war harte Disziplin angesagt. Sonst gibt’s auch mal eine Bootsberührung. Da die betreffende Stelle aber nur wenige Meter lang ist, ging alles glatt.

Durch den MEINESLOOT ging es nun noch ein kurzes Stück bis zu unserem Tagesendziel ACCRUM. Hier kamen wir in einem Jachthafen unter. Dieser lag ein gutes Stück außerhalb der Stadt, weil unsere Schafsfütterung den Zeitplan völlig über den Haufen geschmissen hatte, waren die Ankerplätze in der Nähe des Ortskerns alle belegt. Beim Hafenmeister angemeldet, Strom und Wasser gebunkert und ab ging es in die Stadt. Leider hatten wir einen Fußweg von ca. 20 Minuten zurückzulegen. Da die Vorräte für das Frühstück am nächsten Morgen ebenfalls den Schafen zum Opfer gefallen war, besorgten wir in einem stilechten Käseladen Baguettbrot und Käse, suchten uns eine kleine Pizzeria und aßen zu Abend.
Wir hatten zwar von Herrn Heesen den Tipp erhalten, das es in ACCRUM eine Kirche gebe, die zu einem Restaurant umgebaut worden ist, allerdings war diese vollbesetzt. Wartezeit ca. 1,5 Std. Solange hielten unsere Mägen nicht mehr durch. Wer dort essen möchte, sollte sich rechtzeitig einen Tisch reservieren. Die Speisekarte sah sehr verlockend aus.
Die Pizzeria in unmittelbarer Nähe bekam uns tatsächlich satt und nach einem abschließenden Espresso gingen wir zurück zum Liegeplatz.

Nun verbrachten wir also die letzte Nacht auf „unserer“ Alice.

Das Schiff musste bis Samstag 09.00 Uhr wieder abgegeben sein. Über die BOORNE den PRINSES-MAGRIET-KANAL kreuzend ging es zurück nach JIRNSUM.

Das Anlegemanöver gestaltete sich noch einmal ein bißchen schwierig, da 3 Schiffe zeitgleich zum Anleger kamen. Während der Rückfahrt wurden alle Koffer gepackt, so dass wir innerhalb von 10 Minuten alles von Bord hatten.

Nach Bezahlung der Dieselrechnung machten wir uns wieder auf den Heimweg nach Deutschland.

Abschließend bleibt folgendes festzuhalten.

Es hat uns viel Spaß gemacht. Eine bessere Vorplanung ( bezüglich Decken, Geld und Nahrungsmittel ) hätte uns einiges Ungemach erspart. Alles in allem war es ein gelungener und unvergesslicher Urlaub.

Wer Kontakt aufnehmen möchte, wende sich an:


Watersportbedrijf
De Navigator

Frau und Herr Heesen

Rijksweg 117
9011 VC Jirnsum Nederland

Telefon Vorwahl Holland 0566 – 601569
Fax „ „ „ - 602360


Allen zukünftigen Bootsbesatzungen wünsche ich viel Spaß!


PS: Mittlerweile kann man auch in Deutschland solche Fahrten machen. Zum Beispiel im Bereich des Spreewaldes. Adressen gibt’s im Internet.

Gruß
Börsenfeger

11 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Overknees

    30.04.2005, 18:43 Uhr von Overknees
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr gelungener Bericht, der auch Landratten gute Hinweise gibt, was es zu beachten gilt. Ich habe zwar immer noch leichte Bauchschmerzen beim Gedanken, das Leute ohne jede Schiffserfahrung auch Wasserstraßen befahren könne, wo Berufer unterw