Niederlande Testbericht

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Erfahrungsbericht von simbrim

Pfingstturnier in Sint Anthonis – eine Veranstaltung mit Kultcharakter

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Seit dem Jahre 1957 treffen sich in Sint Anthonis
(Niederlande) Volleyballteams aus der ganzen Welt,
um am größten Outdoor- Volleyballturnier Europas um
Siege zu schmettern.
Das besondere an diesem Turnier jedoch ist, dass
auf Rasen (!) gespielt wird. Somit wird einmal im
Jahr für drei Tage die zwei Fußballfelder Anthonis´
gesperrt und auf 30 Feldern wird Volleyball in allen
Alters- und Spielklassen: von der Hobbyliga bis zum
„Division of Honour“(deutsche Spielklasse: 1. Bundes-
liga) und von der C- Jugend bis zu den Senioren gespielt.

Seit 1997 darf das „Pfingstturnier“ ganz offiziell
auch den Titel „Internationale Outdoor Volleyball
Meisterschaften der Niederlande“ führen und gibt
dadurch einen weiteren Anreiz für hochklassige
Mannschaften aus dem Ausland.

Kultcharakter besitzt die immer Samstagabend stattfindende
„Pinksterparty“, die mit ca. 1000
Personen in der neben den Spielfeldern gelegenen Sport-
halle. Auftritte von holländischen Top- Musikern sind
bei diesem Spektakel nicht ungewöhnlich. Jedoch werden
bei einem Eintrittspreis von 10,00 Euro auch eine große
Anzahl von Konkurrenz- und Privatfeiern angeboten. Auf
dem 500 Meter entfernten Campingplatz gibt es für die
teilnehmenden Mannschaften die Möglichkeit zu übernachten,
doch auch hier kehrt in den Pfingsttagen nie Ruhe ein.
Anzumerken ist, dass das Turnier solch einen Zulauf und
Kultstatus besitzt, das der hiesige Campingplatz nur für
dieses Wochenende seine Pforten öffnet und ansonsten von
der Vermietung von Ferienhäuschen lebt.

Aber nicht nur dem Party- Guru wird einiges geboten,
sondern auch der Volleyballästhetiker kommt in den Tagen
auf seine Kosten. Samstag findet immer die „Internationalen
Jugendmeisterschaften der Niederlande“ statt, an dem auch
immer europäische Top- Jugendmannschaften teilnehmen, z. B.
der Moerser Sportclub (GER), der jedes Jahr in den Jugend-
klassen und auch bei den Herren in der „Division of Honour“
zu den Publikumslieblingen zählt. Zu den Reihen des deutschen
Bundesligaklubs gehört auch Christian Mevaá, im Jahr 2002
von den Zuschauern zum besten Spieler gekrönt. Dieser Titel,
wie auch weitere, wird mit einem Preisgeld von 250 Euro
ausgesetzt, und gibt den Spielern eine weitere Motivation.

Das Teilnehmerfeld besteht in diesem Jahr aus Mannschaften
aus fast allen europäischen Staaten, die zusammen mit der
hiesigen Konkurrenz um Plätze und Ehre spielt. Hier ein
kleiner Auszug:

„Division of Honour“ - Herren

1. Moerser Sportclub (Deutschland)
2. Timisaora (Rumänien)
3. Tirana (Albanien)
4. Orion (Niederlande)
5. Liria Zerovjane (Makedonien)
......
“Division of Honour”- Damen

1. Dobrinja (Bosnien-Herzogowina)
2. VC Belbusinessbank (Weißrussland)
3. Komarno (Slowakei)
4. Activia (Niederlande)
…….


Die Verpflegung für die Teams der “Division of Honour”,
alle anderen Teams müssen selbst für ihre Verpflegung sorgen.
Auf dem Gelände ist jedoch alles zu kaufen: Pommes,
Bratwürste, Sandwichs, Getränke, Eis etc. Bezahlt wird
mit Wertmarken. 1 Wertmarke – 1,50 Euro. Eine Pommes
oder eine Bratwurst kosten je 1 Wertmarke.

Das einzige was dieses Turnier „ins Wasser fallen“ lassen
kann, ist buchstäblich der Regen. Wie bei jeder Freiluft-
veranstaltung im Mai und Juni ist das Wetter kaum voraus-
zusagen. Da das Turnier auf Rasen ausgetragen wird, kann es
immer einmal zu größeren Pausen kommen, da nach dem Regen
der Rasen erst mal wieder trocknen muss. Ganz selten sind
auch Turnierabbrüche, aber aufgrund der großen Resonanz
ausländischer Mannschaften vertagt man die Spiele dann
entweder um Stunden oder auf den nächsten Tag. Dann muss
jedoch ein anderer Spielmodus angewandt werden.

Für die drei Erstplatzierten Mannschaften gibt es über-
dimensionale Pokale, zum Beispiel ist der Pokal für den
Sieger der Jugend B ca. 50 cm hoch !

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass dieses Turnier
nicht nur für den begeisterten Spieler, sondern auch für
den begeisterten Volleyballzuschauer ein unvergessliches
Erlebnis bleiben wird, und das schon aus dem Grund, dass
es auf Rasen ausgetragen wird, was für uns Deutsche sehr
ungewöhnlich ist.

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